25 Jahre Straße der Romanik

(Doris Franke).  Im Mai 1993 wurde die Straße der Romanik durch den damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizäcker im Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg feierlich eröffnet. Mittlerweile ist sie durch ihre Attraktivität zu einer der erfolgreichsten deutschen Touristenstraßen geworden. Nirgendwo in Deutschland findet man romanische Baukunst in einer solchen Dichte und Schönheit wie in Sachsen Anhalt. In Form einer riesigen Acht bietet die Straße der Romanik auf einer Nord- und einer Südroute ein vielfältiges Besichtigungs- und Erlebnisangebot. Dabei werden Einblicke in die Anfänge der deutschen Geschichte und in die romanische Kunst und Architektur vermittelt. Zu den vielen Sehenswürdigkeiten gehören sakrale Bauten wie Kirchen, Dome und Klöster, Burgen und Kaiserpfalzen. Als eine der wichtigsten Denkmäler deutscher Romanik in unserem Bundesland gilt die über tausendjährige Stiftskirche St. Cyriakus in Gernrode. Es ist das einzige fast unverändert gebliebene Bauwerk aus ottonischer Zeit.

Noch heute sind viele Merkmale der frühromanischen Baukunst erkennbar. Baubeginn von Kirche und Stift war 959 unter Markgraf Gero, einem Waffengefährten von Otto I.. Gero starb 965, seine Grabtumba befindet sich seit 1519 vor dem Kreuzaltar im Mittelschiff. Die Wände des Langhauses werden von Pfeilern und Säulen mit reichgeschmückten Kapitellen getragen. Die Nachbildung des heiligen Grabes mit Reliefs und Friesen mit biblischen Auferstehungsmotiven entstand im 11. Jahrhundert und gilt als die älteste erhaltene Darstellung dieser Art nördlich der Alpen. Aus der Zeit des Baubeginns der Kirche stammt auch das dreischiffige Tonnengewölbe der Ostkrypta.

 Foto: Franke

Elterntelefon – Erfahrung ist gefragt

(Siegfried Brosza).  Ella kommt in die Pubertät. Warum sitzt Paul nicht still? Krankes Kind und Stress auf der Arbeit. Die Fragen und Probleme werden mehr, das eigene Nervenkostüm immer dünner. Auch Großeltern sind manchmal mit ihren Enkeln überfordert oder stimmen den „neuen” Erziehungsmethoden der Kinder nicht zu… Ein weites Feld.

Viele ähnliche Anrufe, in denen die Erfahrung und der Rat anderer gesucht werden, erreichen täglich das Elterntelefon in Magdeburg. Hier sitzen zumeist Eltern und Großeltern als ehrenamtliche Berater/innen, die eine gezielte Schulung zu verschiedenen  Themen, wie Kindeswohl, Kommunikation oder anderen Hilfsformen durchlaufen, bevor sie selbst Anrufe entgegennehmen.

Sie bieten eine kostenlose und anonyme telefonische Beratung für Eltern, Großeltern und alle, die an Fragen der Erziehung und des Kindeswohls interessiert sind.

Das aktuell 14-köpfige Team und die Koordinatorin des Elterntelefons Steffi Möhle würden sich sehr über eine weitere Verstärkung freuen. Damit sind auch wir Ältere angesprochen. Mit unseren wertvollen Lebens- und Berufserfahrungen können wir durchaus anderen Ratsuchenden bei der Bewältigung ihrer Sorgen und Probleme zur Seite stehen.

Wer sich auf diesem interessanten Gebiet ehrenamtlich engagieren oder mehr über das  Elterntelefon bzw. oder die Arbeit des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) in Sachsen-Anhalt erfahren möchte, kann sich jederzeit unter Tel. 0391 7347393 oder E-Mail elterntelefonmd@web.de sowie über die Website www.kinderschutzbund-lsa.de an den DKSB Sachsen-Anhalt wenden.

Voraussichtlich im Mai startet der Kinderschutzbund Sachsen-Anhalt eine neue kostenfreie Ehrenamtsschulung in Magdeburg.

Für Ratsuchende: Sie erreichen das Elterntelefon ganz einfach, anonym und kostenfrei vom Festnetz und dem Handy immer montags bis freitags von 9 bis 11 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 17 bis 19 Uhr unter Tel. Nr. 08001110550

Foto: ehrenamtlicher Mitarbeiter Knut Eicke; Quelle: DKSB

Stadtschreiberin Nr. 6

(Gerda Bednarz).  Wie ihre Vorgänger/innen absolvierte auch Nellja Veremej ihre Antrittsvorstellung als Magdeburger Stadtschreiberin 2018 im „Forum Gestaltung” in der Brandenburger Straße. Die gebürtige Russin ist im Kaukasus bei den Großeltern aufgewachsen und  studierte in Leningrad Philologie. Sie lebt seit 1994 in Berlin, arbeitete als Altenpflegerin, Russischlehrerin und Journalistin, ehe sie ihren ersten Roman „Berlin liegt im Osten” schrieb. Für diese Arbeit bekam sie viel Lob und 2014 sogar den Adalbert-von-Chamisso-Förderpreis. Einige Ausschnitte hat sie uns daraus vorgelesen. Sie erzählt darin in der Ich-Form viel aus ihrem Leben und aus dem ihrer betreuten Klienten sehr anschaulich, detailgetreu und mit oft überraschend bildhaften Erklärungen. Es ist keine Autobiografie, aber die Lebensgeschichten sind eben manchmal miteinander verwoben und geben einen historischen Überblick über vier Generationen in Berlin, im Kaukasus und anderswo.

In Magdeburg will sie die Stadtgeschichte der Landeshauptstadt näher kennenlernen. Das 10. Jahrhundert mit seinen Ottonen interessiert sie sehr. Was daraus entsteht, müssen wir ihrer literarischen Gestaltungskraft überlassen. Sie hat da völlig freie Hand, aber wir dürfen gespannt sein.

Bild: Veremej; Foto: Bednarz

Kleine Blutsauger – großes Risiko

(Dr. Christl Korb).  Sie sind wieder da die Zecken, weltweit verbreitet, in Deutschland regional unterschiedlich. Bei Außentemperaturen ab 7° C werden sie aktiv, „lauern“ im hohen Gras, im Gebüsch und im Unterholz. Haben sie ein Opfer gefunden, verweilen sie auf diesem oft tagelang und werden trotzdem nicht bemerkt. Sie spritzen beim Stechen eine Reihe von Wirkstoffen in die Wunde, wodurch der Schmerz an der Einstichstelle ausgeschaltet wird.

Zecken übertragen eine Vielzahl von Infektionskrankheiten. Die bekanntesten sind die Frühsommer-Meningoencephalitis (FSME) und die Lyme-Borreliose. Durch eine Impfung kann man sich zwar gegen die FSME schützen, nicht aber gegen die Borreliose. Um das Risiko eines Zeckenbisses zu vermindern, sollte man folgendes beachten:

Wenn man durch Unterholz und hohes Gras streift, sind Kleidung mit langen Ärmeln, möglichst in die Strümpfe oder in die Schuhe gesteckte Hosenbeine und festes Schuhwerk

sehr zu empfehlen. Ergänzend können Zeckenabwehrmittel auf die Haut aufgetragen werden, deren Schutz allerdings nur ungenügend ist.

Nach dem Ausflug sollte der ganze Körper nach Zecken abgesucht werden. Zeckenlieblingsplätze sind Ohren, Hals, Achsel, Armbeuge, Bauchnabel, Genitalbereich und Kniekehle, bei Kindern auch der behaarte Kopf. Je länger die Zecke am Menschen saugt, umso größer ist das Risiko der Infektionsübertragung.

Zur Entfernung der Zecken sind Zeckenzangen geeignet. Die Zecke hautnah greifen und langsam und gleichmäßig und mit nur wenig Druck herausziehen. Das Tier darf nicht zerquetscht werden. Die Stichstelle anschließend reinigen, desinfizieren und in den nächsten Wochen beobachten. Tritt eine Rötung auf, unbedingt zum Arzt gehen!

Der Mai hat viele Namen

(Dr. Christl Korb).  Im Mai, wenn die Natur erwacht und es überall blüht und grünt, fragt man sich, wo kommt dieser Monatsname eigentlich her? Es wird angenommen, dass der Mai nach dem römischen Gott Jupiter benannt wurde, der auch unter dem Namen Maius als Gott des Frühlings und Beschützer des Wachstums bekannt ist. Eine andere Version geht auf die römische Frühlingsgöttin Maia zurück, deren jährliches Fest immer im 5. Monat des Jahres gefeiert wurde. Maia symbolisiert die Weisheit und den Zyklus des Lebens.

Alte deutsche Namen sind auch Wonnemonat, Blumenmonat oder Weidemonat. Im 8. Jahrhundert führte Karl der Große den Namen „Wonnemond“ ein. Die Bezeichnung weist auf warme Temperaturen und eine blühende Pflanzenwelt hin. Im Weidemond wird das Vieh auf die Weide gebracht. Der Ausdruck „Wonnemonat Mai” ist auch heute noch gebräuchlich, denn wir alle erfreuen uns an der Natur mit ihren vielen Farben und über den Beginn der warmen Jahreszeit.

Foto: Brosza