Sehenswerte Dorfkirchen

(Dieter Müller).  Sowohl im Magdeburger Stadtgebiet als auch im weiten Umland finden wir eine Fülle sehr alter, kleiner Dorfkirchen. Allein in unserer Stadt gibt es in den eingemeindeten ehemaligen Dörfern Cracau, Ottersleben, Olvenstedt, Beyendorf und Sohlen solche alten Kirchen. Als Beispiel sei hier St. Petri in Beyendorf gezeigt.

Diesen alten Gotteshäusern gemeinsam ist ihre Entstehungszeit um etwa 1200. Sie sind im romanischen Stil gebaut. Charakteristisch ist ein massiver, wehrhafter Turm ohne Eingang von außen, damit man ihn bei Gefahr als Zuflucht nutzen konnte. Daran schließt sich ein meist kleiner, schlichter Kirchenraum an, der allerdings im Laufe der Jahrhunderte oft baulich verändert wurde. Gegründet sind diese Kirchen vor der Reformation, also zu jener Zeit, als es nur die eine Kirche gab. Nach der Reformation wurden die alten Kirchen evangelisch, behielten aber die Namen der Patrone aus katholischer Zeit bei. Dass man in alter Zeit mit Selbstverständlichkeit fromm war, ist daran erkennbar, dass praktisch jedes Dorf – und sei es noch so klein – eine Kirche hat. Heute sind Christen hierzulande in der Minderheit. Aber bei den Dorfkirchen zeigt sich seit der Wende ein erstaunlicher Trend: Gerade Menschen, die mit Kirche nichts am Hut haben, betrachten ihre Dorfkirche als Heimat und als ein Stück von sich. Und sie tun das sehr praktisch, gründen Fördervereine, spenden Geld, helfen mit bei der Sanierung und bringen so zum Ausdruck: Das ist unsere Kirche in unserem Dorf – oder Stadtteil – und damit identifizieren wir uns. Dazu trägt bei, dass außer Gottesdiensten dort auch Konzerte, Lesungen und Ausstellungen stattfinden. Es sind hier also kleine, oft sehr lebendige Kulturzentren entstanden, wo sich Menschen treffen und Freude haben.

Jubiläum im Pik ASZ

Das Repair Café  im Alten und Servicezentrum in der Leipziger Straße feiert bereits sein  zweijähriges Bestehen. Am 26. Juli trafen sich die freiwilligen Helfer  zum 50. Mal in den Räumen des Pik ASZ.  Seit August 2015 bieten Reparaturexperten ehrenamtlich einen kostenlosen Service für „Hilfe zur Selbsthilfe“ und Reparatur von Haushaltsgeräten, Heim-Elektronik und anderen technischen Kleingeräten an.

„Dadurch leisten wir einen Beitrag zum schonenden Umgang mit Ressourcen und gegen die Wegwerfmentalität. Vielen lieb gewordenen Geräten konnte bereits eine weitere Nutzungszeit ermöglicht werden. Wenn Sie ein defektes Gerät reparieren möchten, können Sie uns 14-tägig mittwochs in der Zeit von 15:00-17:00 Uhr im Pik ASZ treffen. Weitere Termine und Informationen finden Sie auf unserer Internetseite  www.repaircafe-md.lima.city.de. Wir freuen uns auf Ihren Besuch“, so Wolfgang Matschek, Leiter des Reparaturexperten-Teams.

Blumenstrauß des Monats Juli 2017

Wir sagen Dankeschön

(Heidi Brosza).  Der Museumsverein Magdeburg feiert  in diesem Jahr sein  25-jähriges Bestehen und blickt voller Stolz auf eine beeindruckende Entwicklung zurück. Die vorzeigbaren Erfolge wären ohne das Engagement zahlreicher Ehrenamtlicher nicht denkbar. So baten uns Karin Grünwald und Dr. Helmut Hörold vom Vorstand des Vereins anlässlich dieses Jubiläums, eine ihrer zuverlässigsten ehrenamtlichen Mitstreiterinnen mit dem Blumenstrauß des Monats zu ehren.

Dorothea Henning ist seit dem Jahr 2000 mit viel Freude bei allen Vorhaben des Vereins dabei. Sie ist die Zuverlässigkeit und Einsatzbereitschaft in Person und hat hier nach Eintritt in das Rentenalter ausreichend Freizeitbeschäftigung und Kontakt mit vielen Menschen gefunden. Vor allem an die großen Ausstellungen „Otto der Große“, „Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation“ und „Aufbruch in die Gotik“ erinnert sich Dorothea Henning heute noch mit Begeisterung, wieviel Neues zu unserer Geschichte sie damals erfahren hat und wie sie sogar die Vitrinen  mit geputzt hat, damit alles rechtzeitig fertig wird. Ob Museumstage, Stammtisch oder Kuchenbacken und Verkauf für einen guten Zweck in der „Museumshütte“ auf dem Weihnachtsmarkt, sie ist immer mit ganzem Herzen dabei. Mit einem großen Dankeschön überreichten wir gern den wunderbaren von Blumen-Bienert gesponserten Blumenstrauß an Dorothea Henning, stellvertretend auch für alle ehrenamtlichen Museumshelfer.

 

 

Kunst zum Anfassen – Heinrich Apel

(Dieter Müller).  Wir verdanken ihm viel. In unserer Stadt – und weit darüber hinaus – ist Dr. h. c Heinrich Apel an vielen Orten mit seinen Arbeiten präsent, seien es große Werke wie der Faunenbrunnen in der Leiterstraße, im Volksmund „Teufelsbrunnen“ genannt, die Rathaustür, Gestalten von Trümmerfrauen und Geängstigten im Bombenhagel vor dem Portal der Johanniskirche, das Gedenken an den Lebensretter Hauptmann Belikow, die Tür des Klosters mit dem Bördepaar als Klinke und viele Gestalten im öffentlichen Raum, die zum Nachdenken anregen. Aber auch in Kirchen hat sich Apel engagiert, etwa in und vor der Petrikirche. Oder wer denkt nicht an das heiter-kritische Treppengeländer im Naumburger Dom? Seine umfangreiche private Sammlung hat der Künstler im Jahr 2000 der Stadt Haldensleben als Schenkung überlassen, die damit im Schloss Hundisburg eine sehr empfehlenswerte Ausstellung gestaltet hat. Als kleinformatiges Beispiel aus Magdeburg fiel mein Blick auf die Türklinke der Kathedrale St. Sebastian.

Dort schnappt nämlich – mit Bezug auf einen alten Bibeltext – ein großer Fisch nach dem Propheten Jona. Heinrich Apel, Jahrgang 1935, lebt sehr zurückgezogen hier in Magdeburg. Ich denke in aller Namen zu sprechen: Wir Magdeburger schätzen ihn und sein Werk und wir würden auch eine angemessene Ausstellung in unserer Heimatstadt begrüßen.

 

 

Das Glockenspiel im Rathausturm

(Gert Sommerfeldt).  Täglich von 10-18 Uhr erklingt stündlich vom Magdeburger Rathausturm ein Glockenspiel, das die Besucher des Alten Markts aufmerksam anhören. Zum Geläut gehören 47 Glocken von der Apoldaer Firma Schilling, die entweder von Hand oder automatisch angeschlagen werden. Am 28.9.1974 eingeweiht, war es damals das erste Spiel in der DDR.

Es verfügt über 4 Oktaven und wird mit den Fäusten angespielt über ein Stockklavier mit Tasten für Manual und Fuß-Pedal. Für das automatische Spiel steht dafür ein Übungstisch zur Verfügung, auf dem über 100 Melodien abgespeichert wurden. Die kleine Spielkabine befindet sich hinter der Rathausuhr. Die Gewichte der einzelnen Glocken liegen zwischen 6 t bis 10 kg. Sie sind fest verankert im Glockenstuhl und werden dort mit Klöppel angeschlagen. Der Glockenschmuck wurde von dem Künstler Heinrich Apel plastisch gestaltet mit Worten Erich Weinerts, gewidmet auch dem Barockkomponisten Telemann sowie mit Ansichten der zerstörten Stadt und ihrem Wiederaufbau.

In der BRD gibt es insgesamt 40 Glockenspiele, auf denen die Corillonisten ihre Werke auch bei klingenden nationalen Vergleichen hören lassen.