Deutschland liest vor

(Gerda Bednarz).  Einmal im Jahr ist deutschlandweit Vorlesetag. Die AG „Dialog der Generationen“ beteiligt sich unter dem Motto „Deutschland liest vor – Magdeburg liest mit“ schon seit vielen Jahren daran und erhielt u.a. für dieses Projekt den Deutschen Vorlesepreis.

Am 18. 11. war es wieder soweit. Ich begleitete Heidi Köppert vom Dialog in die Grundschule Leipziger Straße. Dort las sie in der „Schildkröten-Lerngruppe“ vom Geburtstag der Schildkröte. Die Kinder der „Igel-Lerngruppe“ erfuhren aus dem Vorlesebuch, wie die winzig kleinen Igel groß werden, was ihnen schmeckt und wer ihre Feinde sind.

In der 3. Klassen waren Magdeburger Sagen an der Reihe, z.B. über Till Eulenspiegel.

Den Kindern hat`s viel Spaß gemacht. Sicher werden einige von ihnen mal selbst zum Buch greifen.

Foto: Bednarz

Der goldene Himmel

(Dieter Müller).  Bei dem Altar in Magdeburgs Kathedrale St. Sebastian – wie auch bei vielen anderen mittelalterlichen Altären – fällt die enorme Vergoldung auf. Zwar ist da nur wenig Edelmetall verarbeitet, denn es handelt sich ja um hauchdünne Folien.

Aber welchen Sinn hat das?  Gold ist ein Bild: Gold bedeutet Himmel. Es soll also ausgedrückt sein, dass die Dargestellten im Himmel sind. Damit kommt es aber gleich zum nächsten Bild, denn dieser Himmel ist nicht das Blaue über uns mit Sonne, Mond und Sternen, sondern jene geistige Innenseite der Welt, an die sich Menschen im Gebet wenden: „Vater unser im Himmel…“ und in die sie – nach christlichem Glauben – mit dem Tod ganz eintreten. Die Engländer haben es da sprachlich besser. Sie unterscheiden den „sky“, der zuständig ist für Wetter und Sterne, vom „heaven“, in den die Heiligen einmarschieren, wie es in einem Spiritual heißt. Der Altar ist also nicht nur schön und kunsthistorisch wertvoll, sondern auch ein Zeichen, das auf ein Ziel hinweist. Begonnen hat das mit dem Weihnachten vor 2017 Jahren. Und auch heute noch ist es ein besonderes Erlebnis, diesen eindrucksvollen Altar insbesondere zum Weihnachtsfest zu bewundern. In der Mitte des Altars steht Maria mit dem Jesuskind, gleich daneben aber – gegen alle Idylle – der Diakon Stephanus, der wegen seines Glaubens gesteinigt wurde.

 Foto: Müller

Magdeburg und der Weihnachtsstern

(Dr. Christl Korb).  Im Winter und besonders in der Weihnachtszeit schmückt der Weihnachtsstern bei uns nahezu jede Wohnung. Ihren Ursprung hat die Pflanze in den tropischen Laubwäldern Mexikos, Mittel-und Südamerikas. Alexander von Humboldt brachte sie 1804 erstmals nach Europa und 1828 nahm sie der amerikanische Botschafter in Mexiko in seine Heimat nach South Carolina mit. Sie erhielt 1836 den Namen „Poinsettia“. Unter diesem Namen wurde der Weihnachtsstern zunächst bekannt. Der Magdeburger Lehrer Albert Ecke, der  1902 mit seiner Familie nach Amerika ausgewandert war, baute um das Jahr 1911 auf seiner  Ranch in Hollywood auch Obst und Gemüse an. Als Pflanzenliebhaber zogen ihn die verwilderten Weihnachtssterne in den Bann. Er baute sie auf Feldern an und verkaufte die Zweige zunächst als Schnittblumen. Sein Sohn Paul vermarktete ihn schließlich als Weihnachtssymbol unter dem Namen Weihnachtsstern.

Im Ursprungsland Mexiko wird er als „Blume der heiligen Nacht“ bezeichnet. Die Wildpflanzen wurden zu Topfpflanzen kultiviert und  30 unterschiedliche Sorten gezüchtet. Stecklinge konnten so in die ganze Welt verschickt werden.

Denken Sie beim Anblick ihres Weihnachtssterns daran – eine Magdeburger Familie hat es ermöglicht, dass wir uns in ganz Europa an dieser Pflanze mit den farbigen Blättern erfreuen können.

Foto: Korb

Safran macht den Kuchen gel…

(Gert Sommerfeldt).   In meinem ersten Schullesebuch stand dieser Liedsatz. Damals konnte ich mir darunter nichts vorstellen, bis ich später in einem Gewürzladen stark duftenden Safran entdeckte. Dazu erfuhr ich, dass das Gewürz als „rotes Gold“ sehr teuer ist, da jährlich je Anbaugebiet nur 2-4 kg geerntet werden, weltweit bis 200 Tonnen.

Als Krokuszwiebel im Frühjahr eingebracht, blüht die Pflanze erst im Herbst auf. Die zwei violetten Blüten enthalten in 3 Narben verzweigende rote Safran-Fäden, die aromatisch duften und von Hand mit einer Pinzette herausgezogen, getrocknet und als anspruchsvolles Gewürz portioniert werden.

Die gesamte Ernte und Verarbeitung sind anstrengende Handarbeit. Für 1 kg Safran müssen bis zu 200.000 Blüten eingebracht werden. Ein Pflücker erntet und verarbeitet ca. 80 Gramm am Tag, die im Handel bis 25 € je Gramm angeboten werden.

Wenn sich beim Weihnachtsplätzchenbacken auch der Duft von Safran in der Wohnung verbreitet, fällt mir das alte Kinderlied: „Backe, backe Kuchen…“ wieder ein und ich denke nicht so an die mühsame Ernte davor.

Foto: Brosza

Der Schokoladenweihnachtsmann

(Dagmar Herricht).  Schokoladennikoläuse und -weihnachtsmänner gehören traditionell zur Advents- und Weihnachtszeit. Aber leider werden sie in den Supermärkten immer viel zu früh angeboten.

Die ersten aus massiver Schokolade gefertigten Nikolausfiguren im Bischofsornat mit Mitra und Stab entstanden um 1820. Etwa 20 Jahre später wurden sie erstmals in der heute gewohnten Form als Hohlkörper hergestellt.

Zur Herstellung wird flüssige Schokolade zwischen zwei Formen gebracht und im Schleudergussverfahren solange gedreht, bis sich die Schokolade gleichmäßig verteilt hat und erkaltet ist. In Deutschland werden jährlich etwa 150 Millionen Schokoladenweihnachts-männer hergestellt.

Schokoladennikoläuse nehmen einen geringeren Marktanteil ein, gehören jedoch für einige Süßwarenhersteller ebenso zum festen Sortiment.

Mittlerweile sind manche Produzenten dazu übergegangen, die Schokoladenweih-nachtsmänner und -nikoläuse aus den gleichen Gussformen herzustellen. Sie unterscheiden sich lediglich durch ihre Verpackung.

Genießen Sie den Anblick dieser kleinen Gesellen und irgendwann auch ihren Inhalt! Bei den Weihnachtsgeschenken sollte der Schokoladenweihnachtsmann natürlich auch nicht fehlen.

Foto: Brosza