Aus dem Seniorenbeirat

(Gerda Bednarz).  Auf der Septembersitzung des Seniorenbeirats gab es einen höchst interessanten Vortrag zweier Spezialisten zum Thema „Wohnen im Alter – Neuer Komfort und mehr Sicherheit für Wohnung und Freizeit“. Das war eine Technikberatung für ältere Menschen und Personen mit eingeschränkter Beweglichkeit der Gliedmaßen und des Bewegungsapparats. Dazu hatten die Herren Schatz und Jacobs viele Hilfsmittel und Geräte mitgebracht, die sie nicht nur erklärten sondern auch praktisch vorführten, z. B. LED-Licht mit Alarmsirene oder Gehstock mit Beleuchtung im Griff oder ein Bügeleisen mit Liftfunktion und noch viele weitere nützliche Dinge.

Sie informierten auch über die Angleichung von Schwellen, Hör-Wiederfinder für Schlüssel oder LED-Hilfsleuchten mit Taschenlampenfunktion und Bewegungsmelder. Dazu gab es auch Hinweise für Zuschuss der Pflegekassen ab Pflegegrad 1 und ein kleines Heft mit Ansichten, Funktionsbeschreibung, Bezugsquellen und ungefähren Richtpreisen der Geräte. Die meisten Gäste waren sehr erfreut über solch hilfreiche Angebote.

Stadtrat Westphal regte an, eine solche Veranstaltung auch bei der WoBau oder bei Wohnen und Pflegen (WuP) duchzuführen. Die AG Ordnung und Sicherheit wird die ASZ ebenfalls darüber informieren.

Foto: Bednarz

Förderverein gegründet

(PM).  Am 20.04.2017 wurde der „Förderverein des Seniorenbeirates der Landeshauptstadt Magdeburg e.V.“ gegründet. Vereinszweck ist die finanzielle und ideelle Unterstützung des Beirats. Dazu zählen insbesondere die Sammlung und Bereitstellung von Mitteln für dessen Arbeit sowie die Durchführung und Förderung von Projekten.

Der Verein freut sich auf weitere Mitglieder und Sponsoren. Auskünfte dazu erteilt gern der Vereinsvorsitzende Rudolf Schöll über Telefon-Nr. 015254638422 oder E-Mail: rudolfschoell1@gmx.de

Der Zeitungsverleger Friedrich Alexander Faber

(Dagmar Herricht).  Mit der Erfindung des Buchdrucks durch Johann Gutenberg war die Grundlage für die Entwicklung des Zeitungswesens gelegt. Die neue Technik fand rasche Verbreitung durch die wandernden Druckergesellen. Spätestens 1480 muss die Buchdruckerkunst auch Magdeburg erreicht haben, da in diesem Jahr nachweisbar ein gedruckter Kalender von Bartholomäus Gothan hier erschien. Der Druck von Zeitschriften lag viele Jahre in den Händen der Druckereibesitzer und Verlegerfamilie Faber. Friedrich Alexander Faber kam in Magdeburg 1844 als Sohn des Zeitungsverlegers Gustav Faber zur Welt. Er erlernte traditionsgemäß den Beruf eines Buchdruckers und übernahm 1871 gemeinsam mit seinem Bruder Wilhelm den Familienbetrieb von seinem Vater. In den folgenden Jahren kam es zu vielen Veränderungen im Betrieb der Druckerei, da sich die Technik rasant weiterentwickelte. So nahm Faber 1875 die erste Zeitungsrotationsmaschine Deutschlands im neuen Fabrikgebäude in der Bahnhofstraße in Betrieb. Hier brachte die Magdeburgische Zeitung im Dezember 1880 die ersten Wetterkarten nach englischen Vorbildern heraus. In den folgenden Jahren wurden viele verschiedene  Zeitschriften in Magdeburg gedruckt. Besonders hervorzuheben ist auch Fabers soziales Verhalten gegenüber seinen Angestellten. Er richtete für die Belegschaft mehrere Hilfskassen ein, um kranke Mitarbeiter oder Angehörige zu unterstützen. 1895 gründete Friedrich Alexander Faber den Verein Deutscher Zeitungsverleger mit und war dessen Vorsitzender. Er starb im Jahr 1908.

1932 entstand in der Bahnhofstraße das erste Hochhaus Magdeburgs für die Familie Faber. Die Fabers waren bis 1945 hier als Zeitungsverleger aktiv. Der vom neuen Besitzer Heinrich Bauer Verlag geplante Abriss des Hauses konnte 2004 verhindert werden. Die Stadt Magdeburg nahm das Gebäude 2008 in ihre Denkmalliste auf.

Heute ist es Sitz der Mediengruppe Magdeburg, die unter anderem mit der Volksstimme und Generalanzeiger, biber post und biber ticket präsent ist.

 

Die Lutherstadt Mansfeld

(Doris Franke).  In den bergigen Ausläufern des Südostharzes erhebt sich am Rande der steil zum Tal abfallenden Hochebene die gewaltige Anlage der ehemaligen Festung Mansfeld. Die mittelalterliche romanische Burg, die vor den  Schlossbauten der Renaissance an dieser Stelle stand, reichte trotz ihrer ersten Erwähnung 1229 vermutlich bis ins 11. Jh. zurück. Sie gehörte schon vor dem Dreißigjährigen Krieg zu den mächtigsten Festungen von Deutschland. Die Ruinen der Burg- und Schlossanlagen der Grafen des Mansfelders Geschlechts sind sehenswert. Das genaue Ausmaß der vielen ehemaligen Gebäude der Festung ist schwer zu überblicken. Romantisch mit Efeu bewachsene Mauern, ein großer Wallgraben und die noch vollständig erhaltene turmlose Schlosskirche prägen die heutige Ansicht des Areals. Sie ist eine der schönsten gotischen Kirchen von Deutschland. Der beeindruckende, mit Strebepfeilern umstellte fast quadratische Treppenturm mit der Wendeltreppe erhielt im Laufe von Umbauten sein zinnenumkränztes Obergeschoss.

Der Ort Mansfeld hat schon immer im Schatten des größeren und reicheren Eislebens gestanden, aber seit 1996 darf er auch den Namen Lutherstadt führen. Wenige Monate nach Martin Luthers Geburt zogen seine Eltern von Eisleben nach Mansfeld, wo er bis 1497 seine Kindheit und Jugend verbrachte. Wahrscheinlich hat er auch öfter von der Kanzel der Schlosskirche gepredigt. In seinem restaurierten Elternhaus erzählt eine Ausstellung vom Alltag der Familie und von seiner Schulzeit. Der Lutherbrunnen aus bayrischem Muschelkalk vor dem schmucken Rathaus zeigt drei Szenen aus dem Leben des Reformators. Lebenslang fühlte er sich seiner Heimat verbunden.

Schloss Mansfeld wird heute von einem Förderverein verwaltet und zu einer christlichen Jugend- und Bildungsstätte ausgebaut.

Foto: Franke

Straußenland Nedlitz

(Gert Sommerfeldt).  Mit dem Abbau von Arbeitsplätzen nach der Wende mussten sich viele Betroffene beruflich neu orientieren. Zu ihnen gehört eine Familie, die 2004 eine private Straußenzucht in Nedlitz aufbaute. Sie hatten sich vorher bei einem längeren Aufenthalt in Südafrika über die Zucht dieser Riesenvögel informiert. Jetzt werden bei ihnen bis zu 60 Strauße in verschiedenen Altersgruppen auf einer 4 ha großen Weide gehalten.

Bei unserem Besuch schauten die exotischen langhalsigen Jungtiere aus sicherer Entfernung neugierig herüber, während der Hahn aufgeregt umher lief um sich schützend in der Nähe seiner brütenden Henne aufzuhalten. Mit 2,60 m Höhe und einem Gewicht bis 135 kg gilt der Strauß als der größte flugunfähige Vogel der Welt. Seine bis zu 1,5 kg schweren Eier sind extrem stabil, schwer aufzuschlagen und haben eine Masse entsprechend der von über 20 Hühnereiern. In die Pfanne geschlagen und innerhalb einer langen Stunde gebraten wird es dann eine sättigende Mahlzeit für etwa 10 Erwachsene. Wenn die Vögel schlachtreif sind, werden sie hier zu Fleisch- und Wurstwaren verarbeitet, die auf der Farm erworben werden können. Bei den Besuchern begehrt sind auch die Federn der Vögel, die gut als Staubwedel genutzt werden können. Die Farm befindet sich an der stillgelegten Bahnstrecke Magdeburg – Loburg in Nedlitz OT Büden am alten Bahnhof und kann auch über Rufbus erreicht werden.

Ein Besuch der Farm mit der ganzen Familie kann hier sehr lehrreich sein.

Das Foucaultsche Pendel

(Gert Sommerfeldt).   „ … Und sie bewegt sich doch!“ soll der Astronom und Physiker Galileo Galilei (1564-1642) gesagt haben als er das Inquisitations-Tribunal verlassen hatte. Beweise dazu lieferte er durch seine Erfahrung und eigene Experimente. Seine Erkenntnisse wurden jedoch von der katholischen Kirche als Widerspruch zur Heiligen Schrift angesehen. Von ihr als absurden Irrglaube eingestuft, musste Galilei nach einer Ermahnung seiner These von der Erdbewegung um die Sonne abschwören. Erst 1992 wurde Galilei durch den Vatikan rehabilitiert. Den sichtbaren Nachweis der Erdrotation konnte der französische Physiker FOUCAULT 1851 mit seinem schwingenden Pendel erbringen. Er hatte ein schweres Pendel an einem langen Draht aufgehängt und in ebene Schwingungen versetzt. So konnte man nach wenige Minuten sehen, dass sich die Schwingungsrichtung des Pendels gegenüber dem Boden verändert hatte.

Im Jahrtausendturm des Elbauenparks ist das Pendel ein viel besuchtes Ausstellungsexponat. An einem 42m langen Seil hängt eine in Schwingung gebrachte 50 kg schwere Messinghohlkugel. Sie wird in Bewegung gehalten durch eine zentrisch angeordnete Magnetspule, die auch Reibungsverluste ausgleicht. Zum sichtbaren Nachweis der Erddrehung dienen 81 auf der Bodenplatte aufgestellte Messingstifte. Alle 12,5 min fällt einer dieser Stifte, nach ca. 15 Stunden kippt dann der letzte. Dies ist ein spannender und sehr lehrreicher Versuch für Erwachsene und Kinder. Durch seinen ruhigen Ablauf weckt das Pendel immer sofort das Interesse der Besucher.