Lebenshilfe in Magdeburg

(Gerda Bednarz).  Das Lebenshilfe-Werk Magdeburg hatte zum „Tag der offenen Tür“ eingeladen. Interessierte konnten hinter die Kulissen der geschützten Werkstätten schauen, sahen die modernen Waschmaschinen, die Heißmangeln und Bügelautomaten der Wäscherei Leipziger Straße. Sie sahen, wie akkurat dort Bücher und anderes Schriftgut verpackt wird, besichtigten die Leichtmontage, in der Zuarbeiten für Unternehmen geleistet werden und staunten in der Kreativwerkstatt über die ansprechenden Handarbeiten, schönen Töpfereiartikel und Kerzenkreationen. Im Ladengeschäft kann man Wäsche und Bekleidung zur Reinigung abgeben. Hier werden auch die Erzeugnisse der Kreativwerkstatt verkauft.

In den ansprechenden Räumen der Häuser „Susanne“ und „Walter“ werden Tagesgäste betreut. Die behinderten Mitarbeiter arbeiten hier wie in allen Bereichen der Lebenshilfe mit nicht behinderten Kollegen zusammen und sind der Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung angeschlossen. Es werden auch Lehrlinge ausgebildet. „Aufnahme finden bei uns Menschen mit sehr unterschiedlichen Behinderungen, unabhängig von der Ursache, Art und Schwere des Handicaps, sofern erwartet werden kann, dass sie spätestens nach Teilnahme an den Maßnahmen im Berufsbildungsbereich wenigstens ein Mindestmaß an wirtschaftlich verwertbarer Arbeit erbringen können (§136 Abs. 1 SGB IX).“ In allen Bereichen herrschte eine aufgeschlossene, freundliche Atmosphäre. Bei meinem Besuch traf ich eine ehemalige Kollegin aus dem SKET wieder, die damals für Sauberkeit in unseren Büros gesorgt hat. Marita macht auch hier, was sie am besten kann: sie ist eine nette, zufriedene „Zimmerfee“ und fühlt sich bei der Lebenshilfe gut aufgehoben.

Ein Engel der Kulturen

(Dieter Müller).  Ende Mai wurden an mehreren Stellen unserer Stadt mit dem jüdischen Davidsstern, dem christlichen Kreuz und dem muslimischen Halbmond Zeichen der Toleranz für diese Religionen gesetzt. Nun rollte vor Beginn des Kirchentages eine meterhohe Skulptur, ein „Engel der Kulturen“, vom Theater zur Moschee, der neuen Synagoge, zur Grünen Zitadelle, der Kathedrale St. Sebastian bis zum Dom. Was ist denn eigentlich die Gemeinsamkeit dieser unterschiedlichen Religionen? Alle drei glauben an den einen Gott. Und wem die Verbundenheit im Glauben an den einen Gott bewusst ist, der wird dem anderen mit Respekt begegnen. Hier in Magdeburg helfen christliche Gemeinden durch Benefizkonzerte mit beim Bau der neuen Synagoge. Die islamische Gemeinde müht sich um Kontakt und Dialog zu den Magdeburgern. Es gibt also keinen Grund zu Vorurteilen und Angst. Wohl aber wird die Gewöhnung an den Anblick fremder Kleidung eine gewisse Zeit brauchen. Auch der Grundsatz „Nur wir machen das richtig!“ wird allmählich abgebaut.

Nun wurde dieser Engel für ein versöhnliches Zusammenleben durch die Stadt gerollt. Nur: Wo ist der Engel? Im Innenraum des Ringes entdeckt man ihn, wenn man den Halbmond als Kopf nimmt. Ein schönes Zeichen der Verbundenheit!

Senioren, Telemann und Computer

(Dieter Müller).  „Hör mal: Telemann!“ So heißt eine kleine, aber feine Ausstellung im Gartenhaus des Klosterbergegartens zum Gedenken an Telemanns 250. Todestag. Da ist auch für uns Senioren viel Interessantes zu erleben. Es ist eine interaktive Ausstellung. Es gibt also nicht nur Informationen über seine internationalen Lebensstationen, sondern man kann auch selbst am Computer Konzerte auseinandernehmen und die Stimmen einzelner Instrumente herauslösen.

Wem das zu kompliziert ist, der genießt einfach nur per Kopfhörer die gut ausgewählten Musikbeispiele. Magdeburg hat ja durchaus Grund, stolz zu sein auf seinen in unserer Stadt geborenen Komponisten, der seinerzeit quer durch Europa die Konzertsäle füllte, dann fast vergessen wurde und der nun durch die engagierte Arbeit vieler Telemannfreunde wieder stärker ins Bewusstsein seiner Heimatstadt zurückgekehrt ist, sogar bis zu einer FCM-Hymne im Fußballstadion.

Die Ausstellung ist  bei freiem Eintritt  bis zum 15. Oktober 2017 werktags von 9.00 bis 17.00 Uhr und am Wochenende von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.

Das Schloss Döbbelin im Landkreis Stendal

(Doris Franke).  Über 19 Generationen ist das Schloss Sitz der Familie von Bismarck,  die Spuren gehen bis ins Jahr 1344 zurück. Auf einem hohen Sockel steht der langgestreckte eingeschossige Bau des Herrenhauses,  erbaut 1730 bis 1736. Es ist ein einzigartiges Beispiel altmärkischer Baukunst. Das Haus besitzt ein gewalmtes Mansardendach mit Fledermausgauben. Im Giebelfeld über dem Portal ist das Wappen der Familie von Bismarck angebracht, ein Kleeblatt mit zwei Eichenblättern.

Der Nachfahre und Neffe des ehemaligen Reichskanzlers Otto von Bismarck Alexander von Bismarck kehrte kurz nach dem Mauerfall wieder in das alte barocke Familienschloss zurück. Er gab dem Haus seine ursprüngliche Schönheit wieder zurück, restaurierte es mit viel Liebe fürs Detail.

Auch die links und rechts neben dem Herrenhaus stehenden Wirtschaftsgebäude, der Marstall und das sogenannte Taubenhaus strahlen nun wieder in hellen Farben. Alexander von Bismarck und seine russische Frau Irina sind stolz auf ihr prunkvolles Zuhause, das sie mit ihren zwei Söhnen bewohnen. Im Keller hat sich von Bismarck eine ganzjährige Weihnachtswelt eingerichtet und verdient damit sein Geld. Über 8000 Weihnachtsartikel vertreiben er und sein Team  in der ganzen Welt. Seine Frau ist eine bekannte Bratschistin, musiziert im Orchester von Justus Frantz. Ihre Liebe zur Klassik und ihr handwerkliches Geschick spielt sich in der prachtvollen Inneneinrichtung des Schlosses wider.

Im Schloss finden häufig Konzerte und Feste für die riesige Familie und Freunde statt. Bereits zum 7. Mal stellte der Hausherr die idyllische Parkanlage des Schlosses für die bundesweit beliebte Messe „LebensArt“, eine Ausstellung  für Garten, Wohnen und Lifestyle,  zur Verfügung. Drei Tage vom 19.-21. Mai präsentierten viele namhafte Aussteller aus In- und Ausland hochwertige Produkte. Ein breitgefächertes Angebot an besonderen Pflanzen, Möbeln, Kleidung, Schmuck und Dekorationen für den Innen- und Außenbereich, aber auch ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm  lockte Tausende Besucher zu der  beliebten Veranstaltungsreihe.

Eine „Bank für Faule“ im Magdeburger Herrenkrug

(Gert Sommerfeldt).  Nach einem ausgiebigen Spaziergang durch die nördlichen Grünanlagen des Lenne‘schen Herrenkrug ist man froh, eine Sitzbank zum Ausruhen zu finden. Hier kann man in Ruhe den Blick über die Rasenflächen der erwachten Natur schweifen lassen.

Wenn es aber eine Bank FÜR FAULE ist, wie auf dieser hier zu lesen ist, möchte man dieses Prädikat nicht auf sich sitzen lassen.

 

Die steinerne Inschrift vermittelt den Vorübergehenden nämlich  eine verschlüsselte Botschaft. Diese Buchstabenreihung enthält in Kurzform einen ganzen Satz, es ist ein Akrostichon.

So verbirgt sich hinter den acht Anfangsbuchstaben der Satz „Für Unglückliche Ruhe, Für Alte Und Leidende Erholung”.

Der Standort dieser über 185 Jahre alten Sitzbank, dessen eingemeißelter Schriftzug unterhalb der Sitzfläche  meist nur Wissende entdecken, war einst im nördlichen Teil des Parks am Fuße eines Hügels. Von dort musste sie bedingt durch Kriegsschäden im  Landschaftspark weichen und steht nun abseits der Hauptachse des Parks, mehr in Sichtweite der Promenierenden.

Übrigens ist das bekannteste Akrostichon:  dbddhkp” und bedeutet:  „dumm bleibt dumm, da helfen keine Pillen”.