“Montezumas Rache”

(Dr. Christl Korb).  Auch uns Senioren lockt es in die Ferne, gern auch zu exotischen Reisezielen. Auf solchen Reisen kann ein „Reisedurchfall“, auch als ” Fluch des Pharao” oder “Montezumas Rache” bekannt, uns außer Gefecht setzen.  An Sightseeing, Safari, Wandern oder Schnorcheln ist dann nicht mehr zu denken.  Die Verdauung kommt schon durch Zeitverschiebungen, unregelmäßiges Essen und ungewohnte Speisen leicht durcheinander. Oft ist der Hygienestandard in den Urlaubsländern anders als in unseren Breiten, die Infektionsquellen sind zahlreich. In Teilen Afrikas, Lateinamerikas, Asiens und Südostasiens ist die Gefahr, an einem Reisedurchfall zu erkranken, besonders hoch. Um den Urlaub unbeschwert genießen zu können, sind einige Regeln zu beachten. Generell kein Leitungswasser trinken und dieses auch nicht zum Zähneputzen benutzen. Getränke nicht mit Eiswürfeln kühlen. Lebensmittel nur gekocht oder gut durchgebraten essen und auf rohes Gemüse und Salat weitestgehend verzichten. Eis, Desserts, Dips und Saucen sind häufig Quellen einer Infektion. Obst vor dem Essen gründlich abwaschen und abschälen.  Sehr wichtig ist das regelmäßige Händewaschen mit warmem Wasser und Seife.  Hat der Durchfall trotz aller Maßnahmen „zugeschlagen“, dann unbedingt viel  trinken, um den Flüssigkeitsverlust wieder auszugleichen. Medikamente können die Therapie unterstützen. Für gesunde Erwachsene ist ein Reisedurchfall zwar sehr unangenehm, aber in der Regel harmlos. Bleiben Sie weiter reisefreudig.

Der Schriftsteller Curt Goetz

 

(Dagmar Herricht).  Curt Goetz wurde 1888 in Mainz geboren. Im Jahr 1911 ging er in die Theatermetropole Berlin und begann zu schreiben. Die meisten seiner Boulevardstücke führte Curt Goetz selbst mit seiner Ehefrau Valérie von Martens (Schauspielerin) mit seinem eigenen Ensemble auf. 1939 ging er nach Los Angeles, wo er als Drehbuchautor unter Vertrag genommen wurde und unter anderem das Drehbuch für einen Film mit Greta Garbo schrieb. Nach dem Krieg kehrte er in die Schweiz zurück. Hier starb er am 12.9.1960. Berühmt sind seine allesamt intelligenten Komödien, wie “Das Haus in Montevideo”, “Ingeborg” oder “Frauenarzt Dr. med. Hiob Prätorius”. Einige Stücke wurden auch verfilmt. Als seinen größten Erfolg zu Lebzeiten kann man die Verfilmung seiner Kriminalkomödie “Hokuspokus” rechnen, mit den damaligen Stars Willy Fritsch und Lilian Harvey in den Hauptrollen. Seine Stücke überzeugen auch heute noch durch ihre Ironie, aber ebenso durch ihre Menschlichkeit. Zitate von Curt Goetz lassen sich in fast alle Lebenslagen anwenden, sie sind intelligent und voller Wortwitz. Hier einige Beispiele:

Einen Gescheiten kann man überzeugen, einen Dummen muss man überreden.

Das Denken ist zwar allen Menschen erlaubt, aber vielen bleibt es erspart.
Der Kluge ärgert sich über die Dummheiten vieler Menschen, der Weise belächelt sie.

Armut ist keine Schande – Reichtum auch nicht.

Ausflugstipp: Torgau an der Elbe

(Gert Sommerfeldt).  Der Ort ist mehrfach geschichtlich erwähnt, denn er war Schauplatz wichtiger politischer, gesellschaftlicher und religiöser Ereignisse. Um die hoch gelegene Burganlage Hartenfels siedelten sich im Umfeld einst die Handwerker und Bürger an und bewohnten Häuser mit prächtigen Fassaden, die heute fast durchgehend saniert sind  und einen Eindruck von der Renaissance vermitteln.

Bereits im 16.Jhd. wurde hier die erste protestantische Kirche gebaut, die Luther 1544 als  Schlosskirche selbst weihte. Die ehemalige Ordensschwester Katharina von Bora verstarb hier 1552 nach einem Kutschenunfall und erhielt ein prächtiges farbiges Epitaph. Hinter der Schloßbrücke erinnert ein gigantischer Wappenstein von 1624 an die  Residenz der sächsischen Kurfürsten und die Teilung der Macht 1485 unter Brüdern in eine ernestinische und albertinische Linie.

Im goldverzierten Wappen über dem Tor sind 18 weitere Felder für die Herzogtümer und Grafschaften bildlich vereint. Dazu 2 gekreuzte Schwerter und 6 Helme für die Wehrhaftigkeit. Im Innenhof ist eine besondere Sehenswürdigkeit, eine spindellose freitragende Treppenanlage, die als Weltarchitektur eingestuft wurde. Ein Gedenkstein an der Elbe erinnert an die Begegnung der westlichen Alliierten mit der Roten Armee.

Blumenstrauß des Monats April 2017

(Heidi Brosza). „Lieber ein kleines Licht anzünden, als über die große Dunkelheit zu klagen“, so das Lebensmotto von Gudrun Kaminski, das sie mit viel ehrenamtlichem Engagement auch umsetzt.
So ist sie aktives Mitglied im Seniorenbeirat der Stadt, engagiert sich in der Ortsgruppe der Volkssolidarität der Gartenstadt Reform, arbeitet mit beträchtlichem Zeitaufwand im Förderverein des Weltkinderhauses. Jeden Freitag überrascht sie die Besucher des Erzählcafes in der Gartenstadt Reform mit einem leckeren Kuchen. Im dortigen Kreativzirkel wird sie als die gute Seele geschätzt und stellt regelmäßig die notwendigen Materialien bereit. Auch beim Aufbau der inzwischen gut angenommenen Handbibliothek hatte sie einen großen Anteil.
Darüber hinaus begleitet Gudrun Kaminski einen in Schwierigkeiten geratenen Azubi zu den Ämtern und hilft beim Ausfüllen der erforderlichen Anträge, damit er seine Ausbildung abschließen kann.
Die Wochenenden gehören möglichst der Familie, denn auch die drei Enkel kommen gern zu den Großeltern.
Wir nutzten die Frauentagsfeier der Volkssolidarität als würdigen Rahmen, Gudrun Kaminski ein großes Dankeschön für ihr Engagement auszusprechen. Unter herzlichem Beifall nahm sie den wundervollen von Blumen-Bienert gebundenen Blumenstrauß überrascht und erfreut entgegen.

Die Kapelle St. Gangolf

  (Gert Sommerfeldt).   Der bekannte Kupferstecher Caspar Merian (1627-1686) hat auf einem Stich die Silhuette der Stadt Magdeburg vor der Zerstörung 1631 bildlich festgehalten. 36 Kirchen und Kapellen sind dargestellt, dazwischen lagen bis zu 15 Klösterchen. Diese Bauwerke wurden dann in der Zeit der Reformation evangelisiert und danach zu Napoleons Zeiten sogar für das Militär zweckentfremdet und als Lagerhalle für Proviant oder militärisches Gerät genutzt. Einige kirchliche Bauten wurden auch demoliert.
So sind vom Fürstenwall aus auf dem Hof vom Domplatz Nr.4 noch bauliche Reste einer Kapelle sichtbar, deren Grundmauer der Romanik zugeordnet werden, während die drei heute noch sichtbaren Maßwerkfenster als Teil eines Chores in die Gotik weisen.

Sie gehörten zum Erzbischöflichen Palais. Bis zur Auflösung 1810 diente diese kleine Kapelle als Begräbnisstätte für die getrennte Bestattung von Herz und Eingeweiden für den Klerus in den gotischen Grabkammern. Aufgrund dieser Aufgabe wurde die ehemalige Stiftskapelle St. Gangolf von der Bevölkerung auch als „Kaldaunenkapelle“ bezeichnet. Sie wurde bis zum Abriss noch als Getreidespeicher genutzt.
St. Gangolf gilt in der katholischen Kirche als Heerführer, Heiliger und Märtyrer, der als Ritter aus Burgund im 8. Jhd. ermordet wurde.