Löwen, Adler, Lämmer… – Magdeburger Hauszeichen

(Gert Sommerfeldt).  Mit teilweise fantasievollen Hauszeichen machten einst die Besitzer darauf aufmerksam, dass hier gebrautes Bier im Angebot sei. Dem einen mundete es pur, während den ärmeren das leichte Gebräu mit Kleie versetzt als tägliche Nahrung diente. Von den einigen hundert Symbolen sind nur wenige nach 1945 aus dem Schutt  geborgen worden. Im 17. Jhd. war es nicht so einfach, sich für eine bestimmte Kneipe zu verabreden, gab es doch über die Stadt verteilt u.a. 10 Wölfe, 14 Löwen, 13 Adler und 8 Lämmer in verschiedenen Farben, auch eine Badestube „Zur nackten Magd“, die sicher regen Zuspruch fand. In Fortsetzung dieser Tradition gestaltete der Bildhauer Wolfgang Roßdeutscher 1989 als Kunst am Bau eine gemauerte Stele aus Klinkern mit 11 Motiven in Keramik, die derben Humor und stark muskulöse Menschen darstellen,  immer im Adamskostüm in verschiedenen Posen.

Zwar hat die Stele an der Krügerbrücke keinen Bezug zu einem ehemaligen Standort, trotzdem sollte man einen Blick darauf werfen: auf den Trompeter am Fenster, den roten Löwen am Boden liegend,  die Kapelle beim Bauerntanz, das bunte Lämmchen als eine Frau auf dem halb gedeckten Tisch liegend, das goldene Hufeisen mit einem Gehörnten, sowie auf die Bouteille, eine Weinflasche auf einer umrankten Stele und weitere 5 Keramiken.

Diagnoseverfahren: Das Elektrokardiogramm (EKG)

Diagnoseverfahren: Das Elektrokardiogramm (EKG)

(Dr. Christl Korb). Der englische Physiologe Augustus Desiré Wailer hat 1882 bei seinem Hund das erste Elektrokardiogramm ( EKG) abgeleitet. Der niederländische Arzt Willem Einthoven verbesserte die Technik und schuf die theoretischen Grundlagen zum Lesen des EKG´s.  Er erhielt 1924 für seine bahnbrechende Leistung den Medizin-Nobelpreis.

Das EKG zeichnet die elektrischen Aktivitäten aller Herzmuskelfasern auf und stellt sie   grafisch dar. Ausgangspunkt jeder elektrischen Erregung im Herzen ist im Sinusknoten im rechten Vorhof.  Der von hier ausgehende Impuls pflanzt sich über das Erregungsleitungssystem fort. Zuerst werden die Herzvorhöfe erregt, dann die Herzmuskelzellen der Kammern. Anschließend bildet sich die Erregung zurück. Bei jedem Herzschlag wiederholt sich das gleiche Bild der elektrischen Herzaktion. Die entstehenden Spannungsänderungen am Herzen werden bis zur Körperoberfläche weitergeleitet. Hier können sie mit Hilfe von Elektroden erfasst werden. Das EKG-Gerät verstärkt die sehr schwachen Signale und stellt sie als EKG – Kurve dar. Diese lässt sich in verschiedene Abschnitte einteilen, denen jeweils ein ganz bestimmter Vorgang im Herzen zugrunde liegt.  Aus dem zeitlichen Ablauf der elektrischen Erregung des Herzens kann der Arzt wichtige Informationen über die Funktion des Organs gewinnen. Das EKG liefert Hinweise auf verschiedenste Herzerkrankungen (Herzrhythmusstörungen, Herzmuskelentzündung, Herzinfarkt). Es liefert auch Hinweise auf eine Verdickung der Herzmuskeln, auf eine abnorme Belastung der rechten oder linken Herzkammer, auf Elektrolytstörungen und unerwünschte Arzneimittelwirkungen.

In der Kardiologie gibt es neben dem Standard-EKG eine Vielzahl weiterer Verfahren, unter anderem das Ruhe-, Belastungs-, und das Langzeit-EKG. Beim Ösophagus-EKG wird eine Ableitelektrode in die Speiseröhre eingeführt und das EKG abgeleitet. Es ist aber auch eine Ableitung direkt aus dem Herzen möglich. Das EKG gehört zur Routineuntersuchungen, die bei Herzbeschwerden durchgeführt wird.

Ringelblumen – schön und nützlich

(Dr. Christl Korb).  Die prächtigen gelborangenen Blüten der Ringelblumen schmücken im Sommer viele Gärten und Grünanlagen. Diese Blume ist nicht nur eine dekorative Zierpflanze. Sie hat sich auch als Heilpflanze seit Jahrhunderten bewährt, wie bereits die Äbtissin Hildegard von Bingen im 12. Jahrhundert wusste. Die in der Ringelblume enthaltenen Stoffe wirken antibakteriell, entzündungshemmend und krampflösend.  Aus ihren getrockneten Blütenblättern oder getrockneten und zerkleinerten ganzen Blütenkörben können Tees und Tinkturen hergestellt werden, die besonders bei Magen – und Darmgeschwüren die Heilung fördern und Brechreiz mildern können. Für eine Tasse Tee übergießt man einen gehäuften Teelöffel Ringelblütenblätter mit kochendem Wasser, lässt alles 10 Minuten ziehen. Nach dem Abseihen kann der Tee getrunken oder zum Gurgeln benutzt werden.

Eine Ringelblumentinktur, deren Herstellung sehr zeitaufwendig ist,  unterstützt die Heilung von Hautwunden, Furunkeln, Ekzemen, Brandwunden oder Pickeln. Hier helfen auch Umschläge oder Badezusätze aus dem Tee der Ringelblume. Auch als Salbe oder Creme findet die Ringelblume traditionell Verwendung.

Allergiker sollten allerdings bei der Verwendung von Ringelblumen vorsichtig sein. Auch zur Wettervorhersage taugt die Ringelblume. Wenn morgens zwischen 6 und 7 Uhr die Blüten der Ringelblume bereits geöffnet sind, dann soll der Tag sonnig werden. Sind sie nach 7 Uhr noch geschlossen, ist mit Regen oder Gewitter zu rechnen.

Sehenswerte Dorfkirchen

(Dieter Müller).  Sowohl im Magdeburger Stadtgebiet als auch im weiten Umland finden wir eine Fülle sehr alter, kleiner Dorfkirchen. Allein in unserer Stadt gibt es in den eingemeindeten ehemaligen Dörfern Cracau, Ottersleben, Olvenstedt, Beyendorf und Sohlen solche alten Kirchen. Als Beispiel sei hier St. Petri in Beyendorf gezeigt.

Diesen alten Gotteshäusern gemeinsam ist ihre Entstehungszeit um etwa 1200. Sie sind im romanischen Stil gebaut. Charakteristisch ist ein massiver, wehrhafter Turm ohne Eingang von außen, damit man ihn bei Gefahr als Zuflucht nutzen konnte. Daran schließt sich ein meist kleiner, schlichter Kirchenraum an, der allerdings im Laufe der Jahrhunderte oft baulich verändert wurde. Gegründet sind diese Kirchen vor der Reformation, also zu jener Zeit, als es nur die eine Kirche gab. Nach der Reformation wurden die alten Kirchen evangelisch, behielten aber die Namen der Patrone aus katholischer Zeit bei. Dass man in alter Zeit mit Selbstverständlichkeit fromm war, ist daran erkennbar, dass praktisch jedes Dorf – und sei es noch so klein – eine Kirche hat. Heute sind Christen hierzulande in der Minderheit. Aber bei den Dorfkirchen zeigt sich seit der Wende ein erstaunlicher Trend: Gerade Menschen, die mit Kirche nichts am Hut haben, betrachten ihre Dorfkirche als Heimat und als ein Stück von sich. Und sie tun das sehr praktisch, gründen Fördervereine, spenden Geld, helfen mit bei der Sanierung und bringen so zum Ausdruck: Das ist unsere Kirche in unserem Dorf – oder Stadtteil – und damit identifizieren wir uns. Dazu trägt bei, dass außer Gottesdiensten dort auch Konzerte, Lesungen und Ausstellungen stattfinden. Es sind hier also kleine, oft sehr lebendige Kulturzentren entstanden, wo sich Menschen treffen und Freude haben.

Jubiläum im Pik ASZ

Das Repair Café  im Alten und Servicezentrum in der Leipziger Straße feiert bereits sein  zweijähriges Bestehen. Am 26. Juli trafen sich die freiwilligen Helfer  zum 50. Mal in den Räumen des Pik ASZ.  Seit August 2015 bieten Reparaturexperten ehrenamtlich einen kostenlosen Service für „Hilfe zur Selbsthilfe“ und Reparatur von Haushaltsgeräten, Heim-Elektronik und anderen technischen Kleingeräten an.

„Dadurch leisten wir einen Beitrag zum schonenden Umgang mit Ressourcen und gegen die Wegwerfmentalität. Vielen lieb gewordenen Geräten konnte bereits eine weitere Nutzungszeit ermöglicht werden. Wenn Sie ein defektes Gerät reparieren möchten, können Sie uns 14-tägig mittwochs in der Zeit von 15:00-17:00 Uhr im Pik ASZ treffen. Weitere Termine und Informationen finden Sie auf unserer Internetseite  www.repaircafe-md.lima.city.de. Wir freuen uns auf Ihren Besuch“, so Wolfgang Matschek, Leiter des Reparaturexperten-Teams.