Der Schokoladenweihnachtsmann

(Dagmar Herricht).  Schokoladennikoläuse und -weihnachtsmänner gehören traditionell zur Advents- und Weihnachtszeit. Aber leider werden sie in den Supermärkten immer viel zu früh angeboten.

Die ersten aus massiver Schokolade gefertigten Nikolausfiguren im Bischofsornat mit Mitra und Stab entstanden um 1820. Etwa 20 Jahre später wurden sie erstmals in der heute gewohnten Form als Hohlkörper hergestellt.

Zur Herstellung wird flüssige Schokolade zwischen zwei Formen gebracht und im Schleudergussverfahren solange gedreht, bis sich die Schokolade gleichmäßig verteilt hat und erkaltet ist. In Deutschland werden jährlich etwa 150 Millionen Schokoladenweihnachts-männer hergestellt.

Schokoladennikoläuse nehmen einen geringeren Marktanteil ein, gehören jedoch für einige Süßwarenhersteller ebenso zum festen Sortiment.

Mittlerweile sind manche Produzenten dazu übergegangen, die Schokoladenweih-nachtsmänner und -nikoläuse aus den gleichen Gussformen herzustellen. Sie unterscheiden sich lediglich durch ihre Verpackung.

Genießen Sie den Anblick dieser kleinen Gesellen und irgendwann auch ihren Inhalt! Bei den Weihnachtsgeschenken sollte der Schokoladenweihnachtsmann natürlich auch nicht fehlen.

Foto: Brosza

Weihnachten früher

(Dagmar Herricht).  (Meine Erinnerungen an Weihnachten in den 1950er Jahren)

Weihnachten war schon immer eine aufregende Sache besonders für uns Kinder. Auch wir hatten viele kleine oder große Wünsche. Für die Eltern mussten Geschenke gebastelt werden, denn das Taschengeld war knapp oder nicht vorhanden. So versuchte meine Großmutter, mich mehr oder weniger erfolgreich zum Basteln zu überreden oder gar für Handarbeiten zu begeistern, weshalb ich meine Besuche bei ihr in der Vorweihnachtszeit drastisch reduzierte. Der 24.Dezember lief alle Jahre gleich ab! Meine Mutter beschenkte mich in unserer Wohnung. Danach ging es zu Fuß von der Friesenstraße zur Zackelbergstraße zur Großmutter und dem Rest der Familie. Auch mein Onkel Rolf war dabei, der in dieser Zeit im gleichen Haus lebte und am Magdeburger Theater arbeitete. Unserer Familie standen durch die Kriegsfolgen in Magdeburg nur zwei Zimmer und eine Küche zur Verfügung. Es war zwar sehr eng, aber schön warm! Die von den anderen Familienmitgliedern bei meiner Großmutter abgegebenen Geschenke hatte sie auf Tischen und Kommoden aufgebaut und mit Zeitungspapier abgedeckt. Niemand sollte die „Schätze“ vorher sehen. Ich fand jedoch immer in einem unbeobachteten Augenblick eine Gelegenheit, darunter zu schauen.

Als dann alle Personen versammelt waren, wurde das große Geheimnis gelöst und das Zeitungspapier entfernt. Eigentlich wäre Geschenkpapier schöner  gewesen! Aber solches Papier war damals sehr knapp!

Die Weihnachtsfrau

(Gert Sommerfeldt).  Der Anblick eines finster blickenden Weihnachtsmanns, der den Kindern mit einer Rute droht und auch noch tadelt, bevor er dann die ersehnten Geschenke überreicht, gehört bei seinem Besuch in vielen Familien schon zur weihnachtlichen Tradition. Während die Jüngsten ehrergeben ein Lied oder einen Text vortragen, feixen die Älteren, weil sie Onkel Willi unter der Maske und dem roten Mantel erkannt haben. Berliner Studenten erkannten schon vor Jahren hier eine finanzielle Einnahmequelle. Mit dem weiter steigenden Bedarf an persönlichen Besuchen durch den Weihnachtsmann zu Heilig Abend entstand in der Agentur in diesem Jahr ein „Personalmangel“ an männlichen Bewerbern, so dass nun auch Weihnachts-frauen sich jetzt schon auf ihre Auftritte zur Bescherung in den Familien vorbereiten können. Im weihnachtlichen Gewand von Familie zu Familie gehend, werden auch sie die Geschenke bringen, aus dem Goldenen Buch lesen und gemeinsam mit den Kindern Weihnachtslieder singen.

Aber warum kommt der Bärtige immer allein, hat er keine Frau, werden manche Kinder fragen und auch was macht sie bis zum Heiligen Abend? Während bisher Frauen nur als Engel den Bärtigen begleiten durften, werden in diesem Jahr nun auch Weihnachtsfrauen im weiten rot-weißen Mantel und angesetzten weißem Rauschebart die Kinder in Berlin bescheren. Sie werden ihnen berichten, dass sie während der Adventszeit dem Weihnachtsmann geholfen haben, die vielen Wunschzettel und Briefe an ihn zu lesen und zu bearbeiten und die vielen Geschenke einzupacken, um dann mit ihm „auf Tour“ zu gehen.

Im letzten Jahr waren in Berlin bei guter Auftragslage 225 männliche Studenten im weihnachtlichen Einsatz und statteten 2.700 Besuche ab. Wie viele werden es wohl in diesem Jahr werden?

Diagnoseverfahren – Die Szintigraphie

(Dr. Christl Korb).  Bei der Szintigraphie werden bestimmte Organe gezielt mit Hilfe radioaktiver Stoffe dargestellt. Dem Patienten wird eine entsprechende Substanz, abhängig von der medizinischen Fragestellung, in die Vene gespritzt. Je nach Art des Stoffes lagert sie sich in einem bestimmten Organ ab. Hier zerfällt die Substanz, eine radioaktive Strahlung wird  abgegeben. Diese wird gemessen und über einen Computer ein Bild erstellt, das Szintigramm. Auf diese Weise lassen sich Entzündungs-herde, Tumore und abgestorbenes Gewebe lokalisieren. Wichtige Hilfe leistet die Szinti-graphie bei der Unterscheidung von gutartigen und bösartigen Erkrankungen. Tochtergeschwülste im Knochen werden erkannt, eine Aussage über die Belüftung der Lungen und über Durchblutungsstörungen in den untersuchten Organen ist möglich. Bekannt sind die Knochen- Schilddrüsen- und Herzmuskelszintigra-phie. Die Untersuchung ist trotz der Radioaktivität ungefährlich.

Luther im Dorf

(Gert Sommerfeldt).  Nun hat auch Rottmersleben in der Hohen Börde sein eigenes hölzernes Lutherdenkmal. Es wurde von dem Holzkünstler Thomas Koch geschaffen und noch kurz vor dem 500. Jubiläumstag seines Thesenanschlages durch die Kirchengemeinde und den Ortschaftsrat am dörflichen“ Luthereck“ aufgestellt.

Dazu waren Repräsentanten der Landesregierung erschienen, wie Staatssekretärin Susi Möbbeck, Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch und Hohe-Börde-Bürgermeisterin Steffi Trittel sowie eine Delegation aus der französischen Partnergemeinde.

Anschließend wurde der christlichen Tradition entsprechend ein Apfelbaum gepflanzt.

Aus rohem Eichenholz geschnitzt blickt, nun der stattliche Martin aus seinem Schilderhäuschen an der Weggabelung gen Himmel. Einen Talar tragend und mit der Bibel in der Hand und keines Blickes würdigend,  wendet er sich ab vom gegenüber stehenden Straßenschild mit dem Namen seines kämpferischen Widersachers Thomas Müntzer.

Foto: Sommerfeldt