Karl Friedrich Friesen – Kämpfer im Freikorps

(Gert Sommerfeldt).  Eine bronzene Büste auf einem Marmorsockel, von dem Magdeburger Bildhauer Ernst Habs 1893 geschaffen erinnert in der Hegelstr. an Karl Friedrich Friesen (1784 – 1814).

Er war Mitbegründer der deutschen Turnkunst, Pädagoge und Mitglied des geheimen Deutschen Bundes und kämpfte an der Seite von Theodor Körner in der Lützower Schar gegen die Fremdherrschaft von Napoleon in den Kriegen 1806 -1809. Nach dem Schulbesuch in Magdeburg wurde er in die Berline Bauakademie aufgenommen und in die Landvermessung eingewiesen. Sportlich interessiert,  gründete Friesen die Fechtbodengesellschaft, die den Mitgliedern die Gelegenheit bot, nach dem Sport verdeckt die politische Diskussion zu führen und fortschrittliche Ideen gegen die Fremdherrschaft zu entwickeln. Nach der Begegnung mit Turnvater Jahn sollte eine sittliche Erneuerung im Land erfolgen mit dem Ziel einer bewaffneten Erhebung. Neben ihren sportlichen Aktivitäten gehörte  auch die Anlage von Turnplätzen und Schwimmschulen in Berlin. Mit der Aufnahme in die Freikorps kämpfte er an der Seite von Ferdinand Schill als Kundschafter Im Raum Magdeburg, sowie Theodor Körner und Freischärler Freiherr von Lützow für die Befreiung des Vaterlandes. In den Ardennen 1814 gefallen und verscharrt, konnte ihm erst nach Umbettung 1843 ein Ehrengrab errichtet werden auf dem Invaliden-Friedhof in Berlin an der Seite des Heeresreformers Scharnhorst. Die Portrait-Büste von Friesen wurde im spätklassizistischen Stil gestaltet. Drei Bildtafeln zeigen Szenen des Freiheitskampfes in der Zeit der Vorbereitung und Durchführung, sowie als Pädagoge.

Foto: Sommerfeldt

Osterbräuche

(Dr. Christl Korb). Das Osterfest wird auf der ganzen Welt gefeiert. Die Bräuche sind allerdings regional sehr unterschiedlich.

Das Osterreiten in der Oberlausitz

Das Osterreiten ist ein alter sorbischer Brauch in der katholischen Oberlausitz. Ursprünglich war es ein heidnisches Fest. Im Frühjahr ritten die heidnischen Slawen um ihre Felder, um die Geister des Winters zu vertreiben und gleichzeitig um eine gute Ernte zu bitten. Nach der Christianisierung der Elbslawen erhielt das Osterreiten eine neue Bedeutung. Es wird die Botschaft vom Auferstehen Jesus Christus in die Nachbargemeinden getragen. Im Jahr 1541 wurde erstmalig das Osterreiten erwähnt.

Am Ostersonntag werden die Pferde geschmückt, die Mähnen geflochten, der Schweif mit einer gestickten Schleife versehen. Auch die Geschirre der Pferde sind besonders verziert. Die Reiter selbst tragen Frack und Zylinder und führen kostbare Fahnen der Kirchengemeinde mit sich. Die katholischen Männer einer Gemeinde reiten in die Nachbargemeinde. Dabei kann ein Prozessionszug aus über 100 Reitern bestehen. Vor dem Beginn der Prozession und in der Zielgemeinde werden Reiter und Tiere gesegnet. Während des Osterreitens dürfen sich die einzelnen Prozessionszüge nicht begegnen oder kreuzen, dies bringt Unglück.

Viele Menschen besuchen jedes Jahr dieses Fest.

Bild: Werner Richter

Ausflugziel Burg Oebisfelde

(Doris Franke).  An der Landesgrenze zu Niedersachsen zwischen der Altmark und der Magdeburger Börde liegt Oebisfelde, ein Ortsteil der Stadt Oebisfelde –Weferlingen. Der Ort wurde erstmals zwischen 1014 und 1073 erwähnt Die Burg wurde vermutlich im 10. Jahrhundert auf einer Sandbank der Aller im Sumpfgebiet des Drömlings errichtet, aber erst 1267 urkundlich genannt. Aus dieser Zeit stammt auch die aus Bruchsteinen errichtete romanische Kirche St. Katharinen. Im Innern befindet sich eine um 15oo geschaffene Figurengruppe, die in dieser Kombination weltweit nur siebenmal existiert. Der Turm der Kirche hat wegen abgesenkter Grundmauern durch den sumpfigen Untergrund einen Überhang von 95 Zentimeter.

Auch die Burg Oebisfelde ist ein Bruchsteinbau. Das Gebäude hat die Form eines unregelmäßigen Fünfecks. Die Grundmauern des 27 m hohen quadratischen freistehenden Bergfrieds sind 2,50 m dick und sind ebenfalls aus Bruchsteinen gemauert. Er diente den Bewohnern des Ortes als Zuflucht, später wurde er als Wasserturm genutzt. Heute ist er besteigbar. Auf dem Burghof stehen neben dem Burgturm auch zwei gut erhaltene Fachwerkhäuser. Der Palas im Norden der Anlage ist wegen seiner Größe ein sehr imposantes Gebäude, in der eine langgestreckten Vorburg befindet sich eine Zugbrücke. Den guten Zustand hat die Anlage durch ihre Nutzung zu Wohnzwecken und als Museum zu verdanken. Heute finden auf dem großen Hof oft Märkte und Konzerte statt. Hier befindet sich auch die Touristeninformation.

Foto: Franke

Der Star – Vogel des Jahres

(Gert Sommerfeldt).  Nun ist er wieder da und bekleckert wie im letzten Jahr mein Fensterbrett. Wo er wohl den Winter verbracht hat? Leider hat der Bestand des Stars in den letzten Jahrzenten stark abgenommen, weil es ihm zunehmend an Lebensräumen mit Brutmöglichkeiten und Nahrung fehlt. Mittlerweile steht auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten. Um darauf aufmerksam zu machen, wurde der Star als Vogel des Jahres 2018 gekürt.

Im Frühjahr ist das Starenmännchen zu erkennen am metallisch glänzenden Gefieder, helle Punkte zieren hingegen das Kleid des Weibchens. Der Star gilt als Multitalent und Flugkünstler. Zu bewundern ist das, wenn riesige Schwärme am abendlichen Himmel ihre Schlafplätze ansteuern. Man sagt, er sei keck, gewitzt und voller Ideen. So hat er sich den städtischen Raum erobert und wurde heimisch durch den Klimawandel.

Bildquelle: NABU; Foto: Georg Dorff

„Auf dem Holzweg sein“

(Gert Sommerfeldt).  Nach den kalten Wintertagen sind viele Wandergruppen unterwegs, um gemeinsam die Freizeit zu gestalten, die Natur zu erkunden oder Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Im Harz durchstreifen manche den dichteren Wald auf Wanderwegen, die oftmals nur ausgetretene Pfade sind. Da nimmt man den Geruch von frisch geschlagenen Bäumen und Astwerk wahr, die dem Sturm Friederike nicht wiederstehen konnten und nun gefällt zur Abfuhr bereit liegen. An großen zugeschnittenen Holzstapeln endet dann oft der Pfad, der einen Wendeplatz für die Holzabfuhr darstellt und nur für die Bewirtschaftung des Waldes genutzt wird.

Wer hier ankommt, war damit auf dem Holzweg, kann einiges von den Forstleuten erfahren über die einst schwere Arbeit der Holzfäller, die mit Handsäge und Pferden den Holzeinschlag durchführten. Wer nun auf so einem Holzweg wandert, wird kaum sein Ziel erreichen und muss umkehren.

Foto: Sommerfeldt