Notversorgung – Magdeburgs gusseiserne Schwengelpumpen

(Dieter Müller).  Sie gehören zum Magdeburger Stadtbild, sind funktionstüchtig und arbeiten unabhängig vom öffentlichen Wassernetz: die gusseisernen Schwengelpumpen. Im Fall der Fälle stehen sie für eine Notversorgung zur Verfügung. Solche Pumpen sind schon in einem Stadtplan aus der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg verzeichnet, wohl nach Anweisung unseres damaligen Bürgermeisters Otto von Guericke. Mich persönlich – und wahrscheinlich manche andere Senioren – begleitet da die Erinnerung, dass wir noch in den sechziger Jahren bei der nächstgelegenen Pumpe in einer Blechkanne Wasser holten, um damit Kaffee oder Tee zu bereiten, denn das Wasser aus dem Hahn schmeckte nicht, weil es stark mit Chlor versetzt war.

Heute steht an den Pumpen „Kein Trinkwasser“. Trinkwasserqualität hat dieses Wasser also nicht, jedenfalls nicht nach den jetzigen strengen Bestimmungen. Trotzdem ist dieses Grundwasser sauber und frei von Nitrat, das ja allmählich zum Problem wird. Aber man sollte das Pumpenwasser natürlich abkochen. Für eventuelle Notfälle – die wir uns nicht wünschen wollen – müssen diese Brunnen und Pumpen aber weiterhin vorgehalten werden. Dazu gibt es sogar ein Gesetz der Bundesrepublik Deutschland.

Es handelt sich also nicht um Museumsstücke, an denen vor allem Kinder ihre Freude haben. Vielmehr behalten diese Pumpen in Magdeburgs Straßen durchaus ihren Sinn. Auch ist an ihnen zu sehen, dass unsere Altvorderen nicht nur zweckmäßig gestaltet haben, sondern auch schön.

Foto: Müller/Sommerfeldt

Auf Entdeckung im Elbauenpark

(Gert Sommerfeldt).  Auch im Winter gibt es im Elbauenpark, den man zu dieser Jahreszeit sogar kostenlos besuchen kann, viel Interessantes zu entdecken.  So erinnern einige Objekte an Vergangenes in unserer Stadt. Auf dem kleinen Anger sind insgesamt 15 vier Meter hohe kannelierte Eisensäulen mit angedeuteten Kapitellen, denen man ihr Alter auch ansieht, nicht zu übersehen. Sie stehen hier für die lange Tradition des Schwimmsports in Magdeburg.

Ursprünglich standen sie im Wilhelmbad und stützten das filigrane Stabwerk der Ränge, von der aus die Besucher ihre Sportler bei Wettkämpfen anfeuern konnten. Als das Bad 1990 abgetragen wurde, rettete man diese 15 eisernen Säulen und stellte sie anlässlich der BUGA 1999 im nord-westlichen Teil des Elbauenparks auf.

Foto: Sommerfeldt

Vorsicht, Wintersonne

(Dr. Christl Korb).  Besonders im Winter freuen wir uns über jeden sonnigen Tag. Aber auch in dieser Jahreszeit können UV-Strahlen Haut und  Augen schädigen. Diese Strahlen sind schon bei bedecktem Himmel vorhanden. Im Gebirge ist die Strahlung noch intensiver. Pro 1000 Höhenmeter steigt die UV-Intensität um 15 – 20%. Kommen Sonne, reflektierende Schnee – und Eisdecken hinzu, kann die Strahlung um bis zu 95% verstärkt werden.

Pflegen Sie daher ihre Haut immer mit einem entsprechenden Sonnenschutz. Verwenden Sie Hautschutzmittel auf einer Fettbasis, so wird die Haut zusätzlich vor dem Austrocknen geschützt. Die besonders empfindlichen Lippen müssen mit einem Stift mit hohem Lichtschutzfaktor gepflegt werden. Um Augenschäden zu vermeiden, ist das Tragen einer Sonnenbrille ratsam. Die Sonnenbrille sollte mindestens die Kennzeichnung UV 400 (UV Schutz bis 400 nm) haben. Sind Sie sich nicht sicher, ob Ihre Sonnenbrille für den Wintersonnentag geeignet ist, dann lassen Sie die Brille beim Optiker prüfen. Achten Sie beim Kauf einer Sonnenbrille auf Qualität und nicht nur auf das modische Aussehen.

Foto: Korb

Das Schloss Angern

(Doris Franke).  Angern ist eine Gemeinde im Landkreis Börde in Sachsen Anhalt am Rande der Letzlinger Heide. Die ersten schriftlichen Erwähnungen stammen aus dem 14. Jahrhundert. Bodenfunde belegen allerdings, dass der Ort bereits in der Jungsteinzeit besiedelt war. Mit dem Markgrafen Albrecht der Bär soll eine Familie von Angern in die Altmark gekommen sein.  Über lange Zeit gab es zwischen den Markgrafen von Brandenburg und dem Erzbistum Magdeburg über den Besitz von Angern Streitigkeiten.

Der Magdeburger Erzbischof  ließ 1341 ein festes Schloss in Form einer Wasserburg mit einem künstlichen Wassergraben errichten. Nach seiner Zerstörung in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges wurde es vom Brandenburg-Preußischen Adelsgeschlecht von der Schulenburg zu einem Schloss im Rokoko-Stil wieder errichtet und 1843 im Stile des Klassizismus umgebaut. Trotz vieler Erbteilungen blieben Schloss und Grund Angern fast fünfhundert Jahre bis 1947 im Besitz der Familie von der Schulenburg, die maßgeblich die Entwicklung des Dorfes prägte.

1566–1569 ließ Oberst Jacob von der Schulenburg in Angern auf den Resten eines mittelalterlichen Gotteshauses die Kirche St. Mauritius bauen, die 1753 um ein Drittel nach Osten hin verlängert wurde. In der kleinen Kirche befinden sich einige sehr schöne bunte Fenster, ein Taufstein aus Terrakotta, ein kunstvoll gearbeitetes Epitaph und die Orgel von 1789, ein Geschenk der Gräfin von der Schulenburg geb. von Bismarck. Von 1949 bis 1990 war in dem Schloss Angern eine landwirtschaftliche Berufsschule untergebracht, seit 1997 ist das Schloss wieder im Besitz der Familie. Heute betreibt Graf Alexander von der Schulenburg im Rittergut Vergunst ökologischen Landbau, die repräsentativen Säle und Salons können für Veranstaltungen gemietet werden.

Foto: Franke

Erinnerung an Adolf Mittag

(Doris Franke).  Adolf Mittag, 1833 in Magdeburg geboren, stieg nach einer kaufmännischen Lehre in Leipzig in die väterliche Firma Heinrich Mittag ein. 1857 heiratete er Maria Felsche, die Tochter eines Leipziger Schokoladen-fabrikanten. Ab 1860 waren Adolf und sein Bruder Heinrich gemeinsam Inhaber des Handelshauses am Breiten Weg und brachten es zu einem beträchtlichen finanziellen Wohlstand. Adolf  bewohnte sein in der Zollstraße auf dem Großen Werder gebautes Haus bis zu seinem Lebensende 1920. Seine Beisetzung fand auf dem Magdeburger Nordfriedhof statt. In die Stadtgeschichte ging der zielstrebige und ehrgeizige Industrielle als Wohltäter und Spendengeber ein. Als Mitglied der Kommission für Gartengestaltung setzte er sich für die Verbesserung der Park- und Grünanlagen in Magdeburg ein. Durch seine großzügige Spende war es möglich, dass zur Verschönerung des Rotehornparkes  durch die Verbreiterung der „Tauben Elbe“ 1908 ein gestalteter See entstehen konnte, der wegen seines Geldgebers  „Adolf-Mittag-See“ genannt wurde.

Seiner verstorbenen Frau zu Ehren erhielt die im See entstandene künstliche Insel mit dem im Jugendstil gehaltenen Tempel den Namen „Marieninsel“. Der prächtige Park mit seinen schönen Bäumen und  den Wasserflächen erfreut sich heutzutage zu jeder Jahreszeit großer Beliebtheit.

Foto: Franke