Die Königskerze

(Dr. Christl Korb).  Zwischen Juli und September blüht die Königskerze in ganz Europa, Nordasien und Nordamerika. Sie kann eine Wuchshöhe von bis zu 2,5 m erreichen. Ihre Verwendung ist vielfältig, genauso wie ihre Namen.

Bestrichen mit Pech und Teer wird sie als Fackel oder Lampendocht benutzt, daher der Name „Lampenbrand“. Im Volksglauben ist sie auch als Wetterkerze, Donner – und Blitzkerze bekannt. Im kirchlichen Glauben nennt man sie „Himmelsbrand“.  Auf vielen Darstellungen der Jungfrau Maria trägt diese als Zepter eine Königskerze in der Hand.

Auch heute noch bildet die Königskerze den Mittelpunkt des Kräuterbusches, der aus einer ganz bestimmten Anzahl und Anordnung von verschiedenen Heilkräutern besteht und am 15. August zu Maria Himmelfahrt in der Kirche geweiht wird. Der Busch soll magische Kräfte haben.

Seit der Antike wird sie als Heilmittel verwendet. Hippokrates hat Kompressen aus dem Presssaft der Blüten zur Wundbehandlung hergestellt. Hildegard von Bingen beschreibt die Pflanze als Mittel für ein „trauriges Herz“. Nach Aristoteles soll ihr Samen, in ein Gewässer gestreut, den Fischfang wesentlich erleichtern.

Die therapeutischen Wirkstoffe der Königskerze werden aus ihren Blüten gewonnen. So sind es Schleimstoffe, die sich bei Einnahme wie ein schützender Film über die Schleimhaut von Mund und Rachen legen. Halsschmerzen werden gelindert, der Reizhusten lässt nach.  Essenzen aus in Öl eingelegten Blüten werden zum Einreiben bei Schmerzen empfohlen.

Wo auch immer Sie diese Pflanze finden, in Ihrem Garten, am Wegrand während eines Spazierganges oder auch bei einer Rast an der Autobahn, erfreuen Sie sich daran.

Seniorenarbeitskreis der IG Metall (IGM)

  (Gert Sommerfeldt).  Nach dem Ausscheiden aus der beruflichen Tätigkeit und Übergang in die Rente oder die Entlassung in die Arbeitslosigkeit ist für viele bisher in den Betrieben Organisierte noch nicht Schluss. Viele engagieren sich weiterhin als Ehrenamtliche in den gewerkschaftlichen Seniorengruppen. Man kennt sich da schon aus der früheren beruflichen Tätigkeit. Dann werden beim Treff immer wieder Gedanken zu „damals“ ausgetauscht und auch kritische Vergleiche zur heutigen Arbeitswelt gezogen.

Als Seniorenarbeitskreis unterstützen die Veteranen die Verwaltungsstelle bei der Vorbereitung von besonderen Formen der gewerkschaftlichen Agitation, wie zur Meile der Demokratie. Sie lassen sich auch informieren über die Tätigkeit der Geschäftsstelle der IGM im Tarifgebiet.

42 Parteien und Gruppierungen bewerben sich um ein Mandat im nächsten Bundestag. Die Bewertung ihrer Wahlversprechen erfordert auch von uns eine rechtzeitige politische Orientierung. Wer könnte unser Interessenvertreter sein?

Da lesen wir auf großformatigen Plakaten, dass man für Deutschland kämpft, Ungeduld erwarte, hier gut und gerne lebt, neue Ideen in die Politik einbringen will, die soziale Gerechtigkeit fördern oder mit Schlagworten wie Abrüstung und Schutz vor Armut punkten will. Über allem dann noch plakative Hinweise zur Umwelterhaltung und ihrer weiteren Gestaltung.

Wie die Parteien die Wünsche der Bürger umsetzen könnten, war mehrfach Gesprächsthema für die Senioren.

Dem gegenüber sieht sich die IGM als Vertreter der Interessen der Beschäftigten. Sie will auch weiterhin für die Belange der Senioren mit eintreten, damit die Menschen im Alter gut von ihrer Rente leben können.

Blumenstrauß des Monats August 2017

Wir sagen Dankeschön

(Heidi Brosza).  Spätestens seit dem Jahr 2013 ist der Name Petra Schubert vielen Magdeburgern ein Begriff, als sie zur „Retterin“ des AMO wurde – gegen den Widerstand der Verwaltung einschließlich des Oberbürgermeisters. Inzwischen ist das AMO wieder voll im Geschäft und bei den Magdeburgern und ihren Senioren beliebt, dank der ehemaligen Chefin des Hauses. Petra Schuberts ehrenamtlichen Tätigkeiten beschreibt man vielleicht am besten mit den Worten:

„Kulturelles Sprachrohr für die ältere Generation“ oder „Initiatorin und Mahnerin“, wenn es um kulturelle Angebote für immerhin etwa 70.000 Senioren unserer Heimatstadt geht. Eines ihrer liebsten „Kinder“ ist die „Musik am Nachmittag“, die die agile Rentnerin im Unruhestand mit viel Einsatz 1998 nach Magdeburg holte. Die Veranstaltungsreihe der Internationalen Stiftung zur Förderung von Kultur und Zivilisation ist ein großes Dankeschön an die Nachkriegsgeneration. Seit 2014 organisiert Petra Schubert zusätzlich die Musik am Nachmittag in einigen Alten- und Pflegeheimen der Stadt. Ein weiterer Dank an die ältere Generation für den „Aufbau nach dem Krieg und das Kinder-Großziehen“, wie sie stets betont. Gemeinsam mit dem bekannten Rossini-Quartett moderiert sie zweimal im Jahr je acht Konzerte zur großen Freude der dortigen Bewohner. Im nächsten Jahr sind schon 20 Konzerte geplant und sollen sich mit Unterstützung von Stadträten auch für das jeweilige Wohngebiet öffnen. Allein für diese lobenswerte Initiative hat Petra Schubert unseren Dankeschön Blumenstrauß mehr als verdient. Da habe ich noch nicht über ihren Einsatz für die jährlichen Adventskonzerte in der Ratswaage seit 12 Jahren, über die wiederbelebten Tanztee-Nachmittage im AMO, über preiswerte Theater- und Konzertangebote für Ältere oder ihre Mitarbeit im Seniorenbeirat geschrieben.

„Solange ich kann, werde ich mich für preiswerte kulturelle Angebote für die älteren Magdeburger einsetzen“, so Petra Schubert und nahm mit einem strahlenden Lächeln unseren Dank und den wundervollen von Blumen-Bienert gebundenen Strauß entgegen.

Die Redaktion des Kurier hat schon viele ehrenamtlich Engagierte gewürdigt, die auf diese Weise einen nicht unwichtigen Beitrag zu der Bewerbung Magdeburgs als Kulturhauptstadt bringen.

 

Einzigartig: Der „Magdeburger Kristall“

(Gert Sommerfeldt).  Er war ein Highlight auf der BUGA im Elbauenpark. Nun steht der eiserne Kristall als mechanisches Denkmal im Gewerbepark Mittelelbe am Glindenberger Weg. Die technisch anspruchsvolle Konstruktion auf einem 4m hohen Mast öffnet und schließt sich langsam nach einem akustischen Signal in einem Zyklus von 6,5 min.

Das wird nur möglich durch einen paradoxen Mechanismus, für den der amerikanische Architekt und Ingenieur Fuller die Grundlagen erarbeitete und der österreichische Mechanik- Professor Wohlhart mehrere Varianten vorlegte. Der Betrachter blickt auf 24 gleichschenklige metallene Dreiecke, die über 36 spezielle Drehgelenke von höchster Genauigkeit miteinander verbunden sind. Diese bilden im geschlossenen Zustand eine Kugel mit einem Durchmesser von 2,5 Metern, im geöffneten Zustand von fast 5 Metern. Die Anlage wurde durch den Verein Magdeburger Maschinenbau konzipiert, unter Beteiligung vieler regionaler Unternehmen realisiert und 1999 als Geschenk des Vereins der BUGA übereignet. Es lohnt sich, vor diesem Magdeburger Kristall im Norden unserer Stadt zu verweilen, um diese weltweit einzigartige und einmalige Installation mit ihrer magischen Bewegung zu betrachten.

Bunte Falter im Elbauenpark

(Gert Sommerfeldt).  Sie heißen Idea leuconoe oder Papilio rumanzovia und sind Einwanderer. Sie kamen mit der Post aus England und sind im Elbauenpark gern gesehene Gäste. Schmetterlinge mit klingenden Namen wie die giftige Baumnymphe, der Scharlachrote Ritter oder der Atlasseidenspinner zeigen ihre Flugkünste. Ihre eigentliche Heimat ist Südostasien, Südamerika oder Afrika. 200 Exoten in 25 verschiedenen Arten tummeln sich zeitweise im gläsernen Schmetterlingshaus, tanken Energie in feucht-schwüler Umgebung, flattern zwischen dem üppigen Grün der tropischen Pflanzenwelt.

Gern lassen sie sich vom Betreuer Uwe Frömert mit Obststücken und selbst gemixtem Nektar verwöhnen, der auch einen Schuss Alkohol enthalten kann. Dieser entsteht in der freien Natur als Gärungsprodukt von abgefallenem Obst und ist damit auch für Falter besonders anlockend.

Die schillernde Pracht der bunten Flattertiere entsteht eigentlich durch Lichtbrechung an ihren hornigen Flügelschuppen, die wie Ziegel eines Daches aufliegen. Ihr Leben ist mit ca. 4 bis 20 Tagen recht kurz und endet mit dem Eierlegen. Die Züchter in England versorgen den Elbauenpark wöchentlich mit Puppen, aus denen dann die Falter schlüpfen. In einem Brutschrank ist das gut zu beobachten, wenn nach und nach in die über 100 Puppen Bewegung kommt, ein neuer Falter schlüpft und sich dann erst einmal eine Ruhepause zum Flügeltrocknen gönnt. Und dann geht es auf zum ersten elfenhaften Flug in die grüne Umgebung, vorbei an Glasvitrinen, in denen die gut getarnten Gespenstschrecken und die grünen Geckos auf eine leckere Mahlzeit warten. Auf die Farben von Blüten orientiert, kommt es schon mal vor, dass ein Falter die rote Hibiskusblüte verfehlt und dafür auf einem roten Pullover oder in rötlichen Haaren der Besucher aufsetzt. Einige handtellergroße Nachtfalter ruhen tagsüber, nehmen keine Nahrung auf, da sie aus dem Raupenstadium genügend mit Energie versorgt wurden. Sie sind dann gut zwischen den tropischen Pflanzen zu beobachten.

Zu jeder Jahreszeit im Elbauenpark sehenswert – der Flug der vielen schillernden Nektar-Vampire. Erläuternde Hinweise informieren über ihren Lebenszyklus vom Ei über die Raupe bis zum flatternden Schmetterling.