Das Schloss Döbbelin im Landkreis Stendal

(Doris Franke).  Über 19 Generationen ist das Schloss Sitz der Familie von Bismarck,  die Spuren gehen bis ins Jahr 1344 zurück. Auf einem hohen Sockel steht der langgestreckte eingeschossige Bau des Herrenhauses,  erbaut 1730 bis 1736. Es ist ein einzigartiges Beispiel altmärkischer Baukunst. Das Haus besitzt ein gewalmtes Mansardendach mit Fledermausgauben. Im Giebelfeld über dem Portal ist das Wappen der Familie von Bismarck angebracht, ein Kleeblatt mit zwei Eichenblättern.

Der Nachfahre und Neffe des ehemaligen Reichskanzlers Otto von Bismarck Alexander von Bismarck kehrte kurz nach dem Mauerfall wieder in das alte barocke Familienschloss zurück. Er gab dem Haus seine ursprüngliche Schönheit wieder zurück, restaurierte es mit viel Liebe fürs Detail.

Auch die links und rechts neben dem Herrenhaus stehenden Wirtschaftsgebäude, der Marstall und das sogenannte Taubenhaus strahlen nun wieder in hellen Farben. Alexander von Bismarck und seine russische Frau Irina sind stolz auf ihr prunkvolles Zuhause, das sie mit ihren zwei Söhnen bewohnen. Im Keller hat sich von Bismarck eine ganzjährige Weihnachtswelt eingerichtet und verdient damit sein Geld. Über 8000 Weihnachtsartikel vertreiben er und sein Team  in der ganzen Welt. Seine Frau ist eine bekannte Bratschistin, musiziert im Orchester von Justus Frantz. Ihre Liebe zur Klassik und ihr handwerkliches Geschick spielt sich in der prachtvollen Inneneinrichtung des Schlosses wider.

Im Schloss finden häufig Konzerte und Feste für die riesige Familie und Freunde statt. Bereits zum 7. Mal stellte der Hausherr die idyllische Parkanlage des Schlosses für die bundesweit beliebte Messe „LebensArt“, eine Ausstellung  für Garten, Wohnen und Lifestyle,  zur Verfügung. Drei Tage vom 19.-21. Mai präsentierten viele namhafte Aussteller aus In- und Ausland hochwertige Produkte. Ein breitgefächertes Angebot an besonderen Pflanzen, Möbeln, Kleidung, Schmuck und Dekorationen für den Innen- und Außenbereich, aber auch ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm  lockte Tausende Besucher zu der  beliebten Veranstaltungsreihe.

Eine „Bank für Faule“ im Magdeburger Herrenkrug

(Gert Sommerfeldt).  Nach einem ausgiebigen Spaziergang durch die nördlichen Grünanlagen des Lenne‘schen Herrenkrug ist man froh, eine Sitzbank zum Ausruhen zu finden. Hier kann man in Ruhe den Blick über die Rasenflächen der erwachten Natur schweifen lassen.

Wenn es aber eine Bank FÜR FAULE ist, wie auf dieser hier zu lesen ist, möchte man dieses Prädikat nicht auf sich sitzen lassen.

 

Die steinerne Inschrift vermittelt den Vorübergehenden nämlich  eine verschlüsselte Botschaft. Diese Buchstabenreihung enthält in Kurzform einen ganzen Satz, es ist ein Akrostichon.

So verbirgt sich hinter den acht Anfangsbuchstaben der Satz „Für Unglückliche Ruhe, Für Alte Und Leidende Erholung“.

Der Standort dieser über 185 Jahre alten Sitzbank, dessen eingemeißelter Schriftzug unterhalb der Sitzfläche  meist nur Wissende entdecken, war einst im nördlichen Teil des Parks am Fuße eines Hügels. Von dort musste sie bedingt durch Kriegsschäden im  Landschaftspark weichen und steht nun abseits der Hauptachse des Parks, mehr in Sichtweite der Promenierenden.

Übrigens ist das bekannteste Akrostichon:  dbddhkp“ und bedeutet:  „dumm bleibt dumm, da helfen keine Pillen“.

Durchs Wippertal

(Gert Sommerfeldt).  Man nennt sie liebevoll „Wipperliesel“ zur Erinnerung an die Zeiten, als die Liesel wöchentlich mit ihrem Geflügel auf dieser Nebenstrecke der Bahn zum benachbarten Markt fuhr. Gemütlich soll es auf der 20 km langen Strecke einst gewesen sein, Gedanken wurden ausge-tauscht, über Gegebenheiten getratscht und das mitgeführte Getier in Zaum gehalten.  3 Wagenklassen standen damals den DR-Reisenden auf der Strecke von Wippra bis Klostermansfeld zur Verfügung. Sie wurden je nach Stand oder Bequemlichkeit genutzt. Während die Wagenklasse 2 gepolstert war, gab es in der 3. Holzsitze, in einer weiteren 4. nahm man auf breiten Holzbänken Platz und hatte Freiraum für Gepäck und Tiere. Vorgespannt wurde damals eine kleine Dampflok, die oft auch das romantische Tal mit ihrem Rauch vernebelte.

Zwischenzeitlich wurde der Bahnverkehr eingestellt, jedoch  durch private Initiative des Vereins „Mansfelder  Bergwerksbahn“  die Strecke  an den Wochenenden für Touristen wieder nutzbar gemacht. Zur diesjährigen Saisoneröffnung Ende April hatte der Verein die Strecke wieder technisch befahrbar gemacht und eine geliehene Dampflok vor die historischen Wagen gespannt. Da sie 1921 komplett aus Eisen gebaut wurden, entstand während er Fahrt ein starkes Dröhnen. Man nannte sie daher „Donnerbüchsen“, die man schon in der Ferne akustisch orten konnte. Auf den nächsten Wochenend-Fahrten  werden die Touristen allerdings in bequemen Diesel-Triebwagen rußfrei befördert.

Sehenswürdigkeiten gibt es viele an dieser Strecke. 10 Haltepunkte, ein Tunnel, der die   Rammelburg unterquert, dann eine 1 km lange Sommerrodelbahn nicht nur für Kinder. Der Rundweg um Wippra führt an einer Talsperre vorbei mit einem kleinen Kraftwerk für die Eigenversorgung.

Bahntechnisch Interessierte können auf einem schmalen Pfad entlang der Bahnstrecke 33 Brücken passieren und einen Viadukt durchfahren, sowie 31 Bahnübergänge queren. Unterwegs dann ein Blick ins Mansfelder Land mit seinen vielen Abraumhalden aus den stillgelegten Kupferschiefergruben.

 

Die verflixte Vergesslichkeit

(Dr. Christl Korb).  Sicher haben auch Sie schon einmal den Schlüssel verlegt oder der Name einer Person fällt Ihnen nicht ein. Kein Grund zur Beunruhigung. Dies sind Zeichen der ganz normalen Vergesslichkeit. Kommen jedoch zunehmend Orientierungsschwierigkeiten, ein verändertes Verhalten, Sprachstörungen oder „Probleme“ bei der Denkfähigkeit hinzu, dann spricht man von einer Demenz. Erkrankte Personen vergessen nicht nur Details, sondern komplexe Abläufe und Vorgänge.  Selbst die alltäglichsten Dinge können nicht mehr erledigt werden. Inzwischen leben in Deutschland zirka 1.5 Mill. Demenzkranke.

Der Begriff Demenz ( Dementia)  bedeutet im  Lateinischen sinngemäß „ohne Geist“.  Es liegt eine Erkrankung des Gehirns vor, bei der sich  Nervenzellen und ihre Verbindungen verändern  oder zerstört werden. Bestimmte Risikofaktoren beschleunigen den geistigen Verfall. Dazu gehören: Übergewicht, hoher Blutdruck, Rauchen, Diabetes mellitus, Bewegungsmangel und zu wenig geistige Aktivitäten. Diese Faktoren sind jedoch auch gezielt beeinflussbar.

Bleiben Sie im Alter geistig rege. Lernen Sie eine neue Sprache oder gar ein Musikinstrument, oder Stricken und Sticken und den Umgang mit  PC und Handy.  Hirnforscher sind zu dem Ergebnis gekommen, dass beim Tanzen  Aufmerksamkeit, Konzentration und Gedächtnis trainiert, das Gleichgewichtsgefühl und die Ausdauer verbessert werden. Sie können das Gehirn auch durch das Lösen von Rätseln oder Knobeleien fordern. Wichtig ist dabei die Abwechslung. Natürlich gehören auch eine gesunde Lebensweise, ausreichend Schlaf, regelmäßige Bewegung und die aktive Beteiligung am sozialen Leben dazu. Zusätzliche  medizinische Erkrankungen müssen  entsprechend therapiert werden.

All dies hilft Ihnen, gesund alt zu werden.

Der Tilly-Blick

(Gert Sommerfeldt).  Vom 129 m hohen Irxleber Kreuzberg, 10 km westlich von Magdeburg gelegen, bietet sich damals wie heute vor allem in den Nachmittagsstunden bei tiefer stehender Sonne ein herrlicher Blick auf die Landeshauptstadt.

 

Als Feldherr Tilly im Mai 1631 von hier oben schaute, lag die stolze „Wehrstadt des Protestantismus“ allerdings schon in Schutt und Asche. Durch die dauernde Belagerung der Stadt während des Dreißigjährigen Krieges wurde auch Irxleben stark in Mitleidenschaft gezogen. Im Ort gingen immer wieder Häuser in Flammen auf. Es wurde geplündert und Einwohner verloren ihr Leben. Von den Folgen dieses Krieges erholte sich das Dorf über lange Zeit nicht. Der beeindruckend schöne Blick ist geblieben.