Winterspaß für Großeltern und Enkel

(Doris Franke).  In den bevorstehenden Winterferien sollten Eislauffans jeden Alters unbedingt einen Besuch im Harzer Ort Schierke einplanen. Hier gibt es seit Dezember 2017 ein neues interessantes Highlight, die mitten in die Natur gebaute Schierker Feuerstein Arena. An dieser Stelle stand seit 1950 ein Natureisstadion, das aber über die Jahre baufällig geworden war. Die neue Arena mit einer 25 mal 56 m großen überdachten Kunsteisfläche ist das ganze Jahr über nutzbar und naturgemäß im Winter ein besonderes Erlebnis.

Mit dem Namen der Arena verbindet man den berühmten „Schierker Feuerstein“, dessen Stammhaus am Kulturpark steht.

 

In seiner  Apotheke „Zum Roten Fingerhut“ erdachte Apotheker Willy Drube eine Kräuter- Halb-Bitter Rezeptur bei Magenproblemen nach zu fettem Essen. 1924 wurde der „Schierker Feuerstein“ zum Patent angemeldet und wird noch heute nach fast 100 Jahren pur oder eisgekühlt serviert. Die genaue Mixtur ist ein streng gehütetes Geheimnis der Familie.

Nach dem Eislaufvergnügen bietet sich eine Fahrt mit der Harzer Schmalspurbahn zum Brocken an. Man kann den sagenumworbenen Berggipfel aber auch zu Fuß erreichen.

Eine Sehenswürdigkeit ist ebenfalls das Schierker Rathaus von 1927. Auf einem Granitsockel erhebt es sich als ein farbenprächtiges Fachwerk mit vielen Schnitzereien. Schierke, in waldreicher geschützter Lage im Tal der Kalten Bode am Fuße des Brockens inmitten des Naturparkes Harz gelegen, ist mit der gesunden Höhenluft zu jeder Jahreszeit ein lohnendes Ausflugsziel.

Fotos: Franke

Das Wahrzeichen von Erxleben

(Doris Franke).  Der Ort Erxleben ist eng mit der Geschichte der gleichnamigen zwei Schlösser verbunden. Die Burganlage Erxleben ist seit 1112 nachweisbar und war ursprünglich eine Rundburg mit einer kastellartigen romanischen Kernburg. Besitzer der Wehranlage war seit 1273 die Adelsfamilie von Alvensleben, die sich 1554 in eine weiße und eine schwarze Linie teilte. Die Kernburg wurde von der schwarzen Linie, Erxleben II im 16. Jahrhundert schlossartig ausgebaut. Die Ostseite bekam dabei als Schauseite Erker und ein üppiges, heute leider ramponiertes Barockportal. Auf der Hofseite befinden sich zwei Treppentürme und ein Treppenhaus aus Fachwerk.

Die weiße Linie Erxleben I errichtete 1782 – 84 durch den Halberstädter Landbaumeister J.C.Huth einen barocken zweigeschossigen Schlossbau in der nordöstlichen Ecke der Gesamtanlage. Als Orientierungspunkt über dem vielfach umbauten, größtenteils mittelalterlichen Komplex ragt mit seiner barocken Haube das Wahrzeichen von Erxleben, der 50 m hohe Bergfried.

Der über 800 Jahre alte Hausmannsturm entstand in romanischer Bauweise, seine 3,20m starken Mauern und der zwölf Meter über dem Erdboden befindliche Eingang begründen seine Bedeutung für die Verteidigung der Burg. Später wurde er erhöht, bekam eine Wächterstube und 1890 eine Turmuhr. Zu Füßen des Turmes befindet sich die 1564 von der weißen und der schwarzen Linie der Familie von Alvensleben gemeinsam errichtete Schlosskirche St. Godehard.  Sie war der erste protestantische Kirchenneubau in der Börde. Über 300 Jahre wurde sie als Familienkapelle auf dem Stammsitz derer von Alvensleben genutzt, stand aber auch der Gemeinde zur Verfügung. Die von außen im schlichten Renaissancestil gehaltene Schlosskirche ist ein Kleinod dieser Region. Die Innenausstattung beeindruckt mit Kunstwerken aus vier Jahrhunderten und ist mit den reich geschmückten Altären, Grabmälern und Epitaphien eine Erinnerungsstätte von seltener künstlerischer Bedeutung. Besonders erwähnenswert ist das Epitaph für Joachim I. von Alvensleben, das Kunstwerk aus Alabaster zeigt ihn und seine drei Frauen vor einem geschnitzten Bildwerk. Leider haben die vergangenen Jahrzehnte ihre Spuren am Gebäude, an den Kunstwerken und an der Orgel hinterlassen. Ziel eines Förderkreises ist die Wiederherstellung des Gesamtkunstwerkes Schlosskirche von Erxleben. Neben ihrer Bestimmung als Kirche steht sie als kulturelles Zentrum der Börde für Konzerte und Lesungen zur Verfügung.

Fotos: Franke

Herbstausflug zur Ritterburg

(Doris Franke).  Wollen Sie einmal in einem echten Schloss „Schlafen wie die Grafen“,  wandern, reiten oder mit einer Kutsche übers Land fahren? Dann besuchen Sie doch das Hotel Schloss Altenhausen aus dem 15./16. Jahrhundert, 40 km von Magdeburg entfernt. Als Wehr- und Ritterburg wurde Altenhausen erstmals 1162 erwähnt, sie war im Besitz der Grafen von Veltheim-Osterburg. Ab 1485 gehörte die Burg der Familie von Schulenburg. Durch viele Veränderungen in den folgenden Jahrhunderten nach Kriegen, Bränden und Besitzerwechsel wurde aus der Ritterburg ein Burgschloss.

Im 30jährigen Krieg und bei einem Brand 1625 wurde die Anlage stark beschädigt. Ab Ende des 17. Jahrhunderts erfolgte durch Alexander von Schulenburg ein Wiederaufbau der zerstörten Gebäude.

Die Umfassungsmauer mit dem beeindruckenden Eingangstor, dem sogenannten Alexandertor wurde errichtet, und Ende des 19. Jahrhunderts entstand der dominierende Rotsandsteinturm im Stile der Neugotik. Hat man die 99 Stufen bis zum Türmchen mit dem kleinen Pyramidendach erstiegen, belohnt ein herrlicher Ausblick auf den 50.000 qm großen Schlosspark. Bis zu ihrer Enteignung nach dem zweiten Weltkrieg war in Altenhausen die Familie von Schulenburg ansässig. Zahlreiche Grabdenkmäler dieses einflussreichen Landadels sind noch in der Dorfkirche erhalten. Nach 1945 war das Schloss Herz-Kreislauf-Hospital, seit 1998 ist es ein Zentrum für Familienurlaub, Hochzeiten, Feiern und Seminare und bietet als Ponyschloss und Jugendherberge ein volles Programm für Schulklassen und Ferienkinder.

Fotos: Franke

Das Kloster Walkenried

(Doris Franke).  Bei einem Besuch des mittelalterlichen Zisterzienserklosters Walkenried können die Besucher  in die Welt des Mittelalters eintauchen. Seit 2006 kann man den Alltag der hier einst lebenden und arbeitenden Mönche hautnah erleben. Das von Ora et labora („Bete und arbeite“) geprägte Leben und Wirken der frommen Kirchenmänner  wird in den Klausurgebäuden spannend und interessant vermittelt, akustische und visuelle Inszenierungen ergänzen den Rundgang durch den fast 900 Jahre alten Ort. Die ehemalige Abtei liegt im Landkreis Osterode im Harz. Der katholische  Mönchsorden der Zisterzienser ist Ende des 11. Jahrhunderts als Reformbewegung aus dem Benediktinerorden hervorgegangen.

Der Orden der „Weißen Mönche“ zeichnete sich durch besondere strenge  und einfache Lebensweise aus. 1127 stiftete Adelheid von Walkenried in dieser Niederung das dritte Zisterzienserkloster in Deutschland. 1129 lebte hier ein Abt mit 12 Mönchen, 1137 wird die 50 m lange romanische Klosterkirche geweiht. Schon 1150 hat sich das Kloster zu einem mittelalterlichen Konzern entwickelt und betrieb zahlreiche Wirtschaftshöfe.  Der wirtschaftliche Erfolg führte zum Bau eines größeren und moderneren Klosters mit einer 90 m langen gotischen Kirche, der damals größten in Norddeutschland.  Rund 400 Jahre wirkten die Gottesmänner hier, haben viele Spuren hinterlassen. Sie besaßen Berg- und Hüttenwerke und entwickelten u.a. die Technik weiter, Wasserkraft im Bergbau einzusetzen. In den Bauernkriegen wird das wehrlose Walkenried geplündert, ausgeraubt und zerstört – die Mönche ergreifen die Flucht, ihre Kirche wird dem Verfall preisgegeben. Von der ehemaligen Klosteranlage ist das im 13. Jahrhundert errichtete Klausurgebäude mit dem berühmten doppelten Kreuzgang sehr gut erhalten, das seit 2010 zum UNESCO Welterbe gehört.

Lassen Sie sich in einem der größten Klostermuseen Deutschlands in die Welt des Mittelalters führen, erleben Sie im einzigartigen mittelalterlichen Kreuzgang Konzerte mit internationalen Künstlern oder besuchen Sie im letzten Septemberwochenende den Walkenrieder Klostermarkt.

Fotos: Franke

Die Trauernde Magdeburg

(Doris Franke).  Die Skulptur „Trauernde Magdeburg“ im Eingangsbereich der Johanniskirche gilt als  Symbol für die Zerstörung unserer Elbestadt im Zweiten Weltkrieg, weil sie die verheerenden Bombenangriffe am 16. Januar 1945 unversehrt in dieser Kirche überstanden hat. Sicher nicht allgemein bekannt ist, dass diese Plastik ein Nachguss ist und der Stadt Magdeburg vom Fabrikbesitzer Eugen Polte 1906 zum Geschenk gemacht wurde. Das Original ist 150 Jahre alt und Teil des größten deutschen Reformationsdenkmals in Worms.

Dieses wurde 1856 bis 1868 von Ernst Rietschel entworfen und von Adolf Donndorf ausgeführt.  Die Zentralfigur auf dem 12,55 m breiten Granitunterbau ist Dr. Martin Luther im Predigerrock, barhäuptig, und in der linken Hand hält er die Bibel. Auf dem Block steht: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders, Gott helfe mir, Amen“. Um ihn herum stehen zahlreiche Persönlichkeiten, so der Kurfürst Friedrich der Weise, Philipp Melanchton und Jan Hus.  Das Motiv zur Errichtung dieses Denkmals war neben dem Thesenanschlag 1517 Luthers Rolle auf dem Wormser Reichstag 1521, als er vor Kaiser Karl V. seine Thesen verteidigte. Weitere Reliefs, Allegorien auf historische Ereignisse und figürliche Darstellung von früheren Kirchenreformern schmücken dieses gewaltige Gebilde. Unter den Zinnen befinden sich die Wappen von 27 Städten, die sich der Reformation angeschlossen hatten.

Auf  der Figur der „Trauernden Magdeburg“ steht die Zahl 1631, ein Bezug auf die Zerstörung und Plünderung von Magdeburg durch Tilly im Dreißigjährigen Krieg.

Fotos: Franke