Ausflugziel Burg Oebisfelde

(Doris Franke).  An der Landesgrenze zu Niedersachsen zwischen der Altmark und der Magdeburger Börde liegt Oebisfelde, ein Ortsteil der Stadt Oebisfelde –Weferlingen. Der Ort wurde erstmals zwischen 1014 und 1073 erwähnt Die Burg wurde vermutlich im 10. Jahrhundert auf einer Sandbank der Aller im Sumpfgebiet des Drömlings errichtet, aber erst 1267 urkundlich genannt. Aus dieser Zeit stammt auch die aus Bruchsteinen errichtete romanische Kirche St. Katharinen. Im Innern befindet sich eine um 15oo geschaffene Figurengruppe, die in dieser Kombination weltweit nur siebenmal existiert. Der Turm der Kirche hat wegen abgesenkter Grundmauern durch den sumpfigen Untergrund einen Überhang von 95 Zentimeter.

Auch die Burg Oebisfelde ist ein Bruchsteinbau. Das Gebäude hat die Form eines unregelmäßigen Fünfecks. Die Grundmauern des 27 m hohen quadratischen freistehenden Bergfrieds sind 2,50 m dick und sind ebenfalls aus Bruchsteinen gemauert. Er diente den Bewohnern des Ortes als Zuflucht, später wurde er als Wasserturm genutzt. Heute ist er besteigbar. Auf dem Burghof stehen neben dem Burgturm auch zwei gut erhaltene Fachwerkhäuser. Der Palas im Norden der Anlage ist wegen seiner Größe ein sehr imposantes Gebäude, in der eine langgestreckten Vorburg befindet sich eine Zugbrücke. Den guten Zustand hat die Anlage durch ihre Nutzung zu Wohnzwecken und als Museum zu verdanken. Heute finden auf dem großen Hof oft Märkte und Konzerte statt. Hier befindet sich auch die Touristeninformation.

Foto: Franke

Kurier unterwegs: Loburg an der Straße der Romanik

(Doris Franke).  Am Rande von Sachsen Anhalt, 9 km von Möckern entfernt, liegt das kleine Städtchen  das Überbleibsel einer ehemaligen slawischen Wallburg aus dem achten Jahrhundert ist. Die Burg  wurde aber während des Slawenaufstandes zerstört. Burg Loburg wurde 965 erstmals in einer Schenkungsurkunde von Otto I. erwähnt. Zwischen 1162 und 1200 ließ der Burggraf von Lubborch eine neue Burg errichten. Zeugen dieser mittelalterlichen Burg sind lediglich der imposante Bergfried und ein tonnengewölbter Keller. In der gleichen Zeit entsteht östlich der Burg die dreischiffige Feldsteinkirche „Unser Lieben Frauen“, von ihr stehen heute nur noch Reste der Umfassungsmauern, des Chorbereiches, der Langhausarkaden und des Turmes. Die Ruine ist nicht nur ein beachtliches Bauwerk an der „Straße der Romanik“, sondern auch ein Zeugnis der wechselvollen Geschichte in dieser Region.

Die Stadtkirche St. Laurentius unweit des Marktes vereint Stile des 12.-16. Jahrhunderts. Sie besitzt eine bedeutende Barockorgel, die Decke der Kirche ist mit Wappen der Loburger Adelsfamilien bemalt.

Schon 700 Jahre besteht das Rittergut von Barby in Loburg, wo bis zu ihrer Enteignung  1945 die Familie von Barby lebte. Nach fast 70 Jahren ist das ziemlich verfallene Gut wieder im Familienbesitz. Robert Dahl, der  Enkel des letzten Besitzers, will es mit viel finanziellem Einsatz und tollen Ideen wieder mit Leben erfüllen. Im ehemaligen Verwaltungsgebäude befindet sich seit 2014 das liebevoll eingerichtete Barby Cafe. Sämtliche der köstlichen Speisen und die leckeren Kuchen werden in der eigenen Küche ohne Geschmacksverstärker und Konservierungsmittel hergestellt. Im ehemaligen historischen Gutshaus sind Handwerker bemüht, bis April ein Jahreszeitenrestaurant zu eröffnen. Die bereits gepflanzten Walnussbäume sollen nach Plänen von Robert Dahl Loburg zur Walnusshauptstadt von Deutschland machen. Er hofft, dass sich damit noch weitere Manufakturen  ansiedeln werden. Ein weiteres Highlight  in diesem kleinen Städtchen ist die Vogelschutzwarte Storchenhof. Seit 1979 werden hier verletzte und verwaiste Störche und andere Tiere gepflegt  und wieder ausgewildert. Der Hof bietet ein vielfältiges Beobachtungsfeld besonders für Schulkinder, sie können im Sommer in drei Horsten  Storchenfamilien beobachten  und vieles über Naturschutz erfahren.

Fotos: Franke

Kleinbahn-Romantik

(Gert Sommerfeldt).  Es sind zwar erst 2 x 500 m Strecke, die die Kleinbahnfreunde des Kreises Jericho wieder touristisch befahrbar gemacht haben. An ausgewählten Terminen lädt dann der Verein zu Nostalgiefahrten ein, zu denen auch eine Dampflok angemietet wird. Vorbei an Wiesen, Gärten sowie sumpfigen Gelände und Tann geht es dann vom als Denkmal eingestuften Museums-Bahnhof Magdeburgerforth durchs Dorf und zurück.

Ab 1896 wurde das einst 100 km lange Kleinbahnnetz mit 4 Zielbahnhöfen errichtet, an denen der Umschlag von Holz, Bruchsteinen und Feldfrüchten erfolgte, auch genutzt von Bürgern, Touristen und dem Militär. Ab 1960 wurden streckenweise die Gleise abgebaut. Der Verein möchte nun das alte Streckennetz weiter ausbauen, historische Fahrzeuge einsetzen und Interessierte mit Kleinbahnromantik bekannt machen. Diese touristischen Ziele werden von der Landesregierung finanziell gefördert.

Feldbahn-Fahrten: 2.4.18 Ostermontag 10-16 Uhr ins Osterland

Bahnhofsfest am 26.5.18 10-18 Uhr 27.5.18 10-16 Uhr.

21 Lehrlinge vom Ausbildungszentrum der DB waren im Nov 2017 im Einsatz und verlegten 100m Gleis, so dass das ursprüngliche Gleisbild wieder vervollständigt wurde.

Foto: Sommerfeldt

Das Schloss Angern

(Doris Franke).  Angern ist eine Gemeinde im Landkreis Börde in Sachsen Anhalt am Rande der Letzlinger Heide. Die ersten schriftlichen Erwähnungen stammen aus dem 14. Jahrhundert. Bodenfunde belegen allerdings, dass der Ort bereits in der Jungsteinzeit besiedelt war. Mit dem Markgrafen Albrecht der Bär soll eine Familie von Angern in die Altmark gekommen sein.  Über lange Zeit gab es zwischen den Markgrafen von Brandenburg und dem Erzbistum Magdeburg über den Besitz von Angern Streitigkeiten.

Der Magdeburger Erzbischof  ließ 1341 ein festes Schloss in Form einer Wasserburg mit einem künstlichen Wassergraben errichten. Nach seiner Zerstörung in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges wurde es vom Brandenburg-Preußischen Adelsgeschlecht von der Schulenburg zu einem Schloss im Rokoko-Stil wieder errichtet und 1843 im Stile des Klassizismus umgebaut. Trotz vieler Erbteilungen blieben Schloss und Grund Angern fast fünfhundert Jahre bis 1947 im Besitz der Familie von der Schulenburg, die maßgeblich die Entwicklung des Dorfes prägte.

1566–1569 ließ Oberst Jacob von der Schulenburg in Angern auf den Resten eines mittelalterlichen Gotteshauses die Kirche St. Mauritius bauen, die 1753 um ein Drittel nach Osten hin verlängert wurde. In der kleinen Kirche befinden sich einige sehr schöne bunte Fenster, ein Taufstein aus Terrakotta, ein kunstvoll gearbeitetes Epitaph und die Orgel von 1789, ein Geschenk der Gräfin von der Schulenburg geb. von Bismarck. Von 1949 bis 1990 war in dem Schloss Angern eine landwirtschaftliche Berufsschule untergebracht, seit 1997 ist das Schloss wieder im Besitz der Familie. Heute betreibt Graf Alexander von der Schulenburg im Rittergut Vergunst ökologischen Landbau, die repräsentativen Säle und Salons können für Veranstaltungen gemietet werden.

Foto: Franke

Weitsicht

(Gert Sommerfeldt).  Die Landesregierung, vertreten durch den Staatsminister Rainer Robra, würdigte auf einer Festveranstaltung am 23.9.17 im Kloster Ilsenburg den Harzer Forstmeister Hans-Dietrich von Zanthier (1717-1778) zu Ehren seines 300. Geburtstages und seines erfolgreichen Wirkens in der Forstwirtschaft.

Er zeigte zu seiner Zeit eine große Weitsicht zum Schutz des Waldes. So schlug er vor, anstatt der vielen einzelnen kleinen Holzkohle-Meiler zentrale Öfen zu errichten, da diese effektiver einen Brennstoff lieferten, der zur Verhüttung der abgebauten Silbererze im Harz benötigt wurde. Der zunehmende Bedarf an  der energiereichen Holzkohle führte im 18. Jhd. zu großen Abholzungen und kahlen Flächen, die dann der Erosion preisgegeben waren. Zanthier trat auch für die Regulierung des stark zugenommenen Wildbestandes ein, der besonders die Jungpflanzungen dezimierte. Als gräflich-stolbergischer Oberforst- und Jägermeister gründete er die erste Forstakademie in Europa und übernahm die Oberaufsicht für die Wernigeröder Forsten. Er widmete sich dort der Aufforstung, der Bestandsverjüngung und der nachhaltigen Waldnutzung.

 Foto: Sommerfeldt