„Auf dem Holzweg sein“

(Gert Sommerfeldt).  Nach den kalten Wintertagen sind viele Wandergruppen unterwegs, um gemeinsam die Freizeit zu gestalten, die Natur zu erkunden oder Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Im Harz durchstreifen manche den dichteren Wald auf Wanderwegen, die oftmals nur ausgetretene Pfade sind. Da nimmt man den Geruch von frisch geschlagenen Bäumen und Astwerk wahr, die dem Sturm Friederike nicht wiederstehen konnten und nun gefällt zur Abfuhr bereit liegen. An großen zugeschnittenen Holzstapeln endet dann oft der Pfad, der einen Wendeplatz für die Holzabfuhr darstellt und nur für die Bewirtschaftung des Waldes genutzt wird.

Wer hier ankommt, war damit auf dem Holzweg, kann einiges von den Forstleuten erfahren über die einst schwere Arbeit der Holzfäller, die mit Handsäge und Pferden den Holzeinschlag durchführten. Wer nun auf so einem Holzweg wandert, wird kaum sein Ziel erreichen und muss umkehren.

Foto: Sommerfeldt

Redewendungen

„Den Kürzeren ziehen“

(Gert Sommerfeldt):  Sie liebt mich – oder sie liebt mich nicht, ist ein Abzählreim, der nicht nur unter Kindern und Jugendlichen spielerisch hinterfragt wird. Auch Erwachsene finden es spannend, wenn sie einen unerfüllten Wunsch oder eine strittige Gegebenheit unausgesprochen lösen wollen. Sie erwarten nun ein sichtbares Ergebnis nach dem einzelnen Abblättern eines mehrfach gefiederten Blattes oder einer Blüte. Das macht Spaß, ist aber nur ein Gaudi, denn ist das Ergebnis nicht so nach eigenem Wunsch ausgefallen, kann der nächste Versuch hoffentlich besser ausfallen. Diese Methode, die Lösung einer schwierigen Situation dem Zufall zu überlassen, wurde auch im Mittelalter bis in die Zeit des Schöffenstuhls in Magdeburg angewendet. Wenn es zu schwierigen Rechtsfragen unterschiedliche Auslegungen gab, dann musste das Los entscheiden: Von zwei verdeckt vorgelegten Stäbchen war eins kürzer. Wer es zog hatte damit in der strittigen Angelegenheit verloren. Das Ergebnis wurde dann gerichtlich beurkundet und galt gleichzeitig auch als Gottesurteil, war damit unanfechtbar. In unserer Zeit wird meist eine Entscheidung in lustiger Runde am Biertisch mit Streichhölzern vollzogen. Der Verlierer zahlt die Runde, weil er eben den „Kürzeren gezogen“ hat.

Zeitumstellung – Sinn oder Unsinn

(Dagmar Herricht).  In jedem Jahr haben wir das „Vergnügen“, alle unsere Uhren um eine Stunde vor- und dann wieder zurückstellen zu müssen. Über Sinn oder Unsinn einer Zeitumstellung wurde schon seit 1874 diskutiert. Benjamin Franklin warb zum Beispiel wegen der Kosten für die Kerzen für eine Zeitumstellung. 1916 wurden erste Versuche mit der Sommerzeit in Deutschland gestartet und während der Weimarer Republik wieder beendet. Im 2.Weltkrieg führte man die Umstellung wieder ein, um mehr Tageszeit für die Rüstungsproduktion nutzen zu können. Von 1950 bis 1979 galt wieder die Normalzeit. Erst durch die Ölkrise 1973 kam das Thema wieder auf die Tagesordnung. 1980 wurde die Sommerzeit aus energiepolitischen Gründen in ganz Deutschland eingeführt. Seit 1996 gilt für die Mitglieder des europäischen Wirtschaftsraumes eine einheitliche Regelung zur Zeitumstellung. Es ist bisher nicht nachgewiesen, dass diese Zeitverschiebung wirklich eine Energie-Ersparnis bringt. Zudem leiden viele Menschen infolge der Umstellung an Schlafstörungen. Auch Tiere haben nachgewiesenermaßen Anpassungsprobleme. In der Europäischen Union wird inzwischen über die Abschaffung der Zeitumstellung ernsthaft diskutiert.

GroKo – eine große Chance für die SPD

(Siegfried Brosza).  Nun haben sie sich doch noch geeinigt. Es ist zwar aus SPD-Sicht nicht der große Wurf, aber das Koalitionspapier gibt der Partei mit der vereinbarten Ressortverteilung eine große Gestaltungsmacht. Sie erhält die Möglichkeit, sich in Regierungsverantwortung zu profilieren,  wichtige Punkte ihres Wahlprogrammes zu verwirklichen und insbesondere die soziale Unausgewogenheit in unserem Lande wirkungsvoll zu bekämpfen. Da gibt es viel zu tun.

Auch außenpolitisch warten viele Aufgaben. Die Welt ist aus den Fugen geraten. Krieg und Kriegsrhetorik prägen die täglichen Nachrichten. Dazu steht im Wahlprogramm der SPD richtigerweise: „…Deshalb werden wir einen neuen Anlauf für Entspannung und Abrüstung unternehmen.“

Damals in den sechziger Jahren war es Bundeskanzler Willy Brandt, der auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges mit seiner neuen Ostpolitik – trotz großen Widerstandes im eigenen Land – die Entspannung zwischen Ost und West einleitete.

Ein derartig mutiger Schritt Deutschlands wäre auch heute wieder erforderlich. Nicht Aufrüstung – wie von US-Präsident Trump gefordert – sondern weniger Waffen und verbale Abrüstung machen unsere Welt sicherer und lebenswerter.

Die SPD-Mitglieder stehen nun vor einer schweren Entscheidung. Einerseits möchten viele von ihnen ihrer „Führungsriege“ einen Denkzettel verpassen. Andererseits bedeutet Opposition von Vornherein Verzicht auf die Möglichkeit, das Motto ihres Wahlprogramms „Es ist Zeit für mehr Gerechtigkeit“ schrittweise in die Tat umzusetzen.

Und sollte es zu Neuwahlen kommen, ist durchaus denkbar, dass diesmal die Wähler „Bätschi“ sagen und sich die SPD als dritt- oder viertstärkste Partei im Bundestag wiederfindet.

Der verrückte Februar

(Dagmar Herricht).  Alle Monate auf unserem Kalender haben 30 oder 31 Tage. Nur der Februar tanzt mit 28 Tagen aus der Reihe. Auf den ersten Blick unverständlich. Es hängt aber mit der Umlaufzeit der Erde um die Sonne zusammen. Ganz daneben lagen die alten Römer um 800 v.Chr.. Ihr Jahr hatte nur 10 Monate im Wechsel von 30 und 31 Tagen und damit deutlich weniger als 365 Tage. Der sagenhafte zweite König von Rom, Numa Pompilius (750-671 v. Chr.), fügte zwei weitere Monate hinzu: Januaris und Februaris, die an das Jahresende gelegt wurden. Als letzter Monat erhielt der Februar nur 28 Tage, damit waren es 365. Auch das ging nicht genau auf, denn unsere Erde braucht für die Umkreisung der Sonne 365 Tage und knapp 6 Stunden. Julius Caesar setzte mit der Einführung eines Schalttages den Ungenauigkeiten des bestehenden Kalenders ein Ende. Seitdem hat der Februar alle 4 Jahre 29 Tage. Dieses Julianische Kalenderjahr war allerdings 11 Minuten länger als das Sonnenjahr. Das hört sich wenig an, führte aber im Laufe der Jahre zu einer Verschiebung von 10 Tagen. Heute nutzen wir den Gregorianischen Kalender, der 1582 eingeführt wurde und alle 100 Jahre einen Schalttag weglässt. Damit werden die Ungenauigkeiten seines Vorgängers weitgehend ausgeglichen.