Der verrückte Februar

(Dagmar Herricht).  Alle Monate auf unserem Kalender haben 30 oder 31 Tage. Nur der Februar tanzt mit 28 Tagen aus der Reihe. Auf den ersten Blick unverständlich. Es hängt aber mit der Umlaufzeit der Erde um die Sonne zusammen. Ganz daneben lagen die alten Römer um 800 v.Chr.. Ihr Jahr hatte nur 10 Monate im Wechsel von 30 und 31 Tagen und damit deutlich weniger als 365 Tage. Der sagenhafte zweite König von Rom, Numa Pompilius (750-671 v. Chr.), fügte zwei weitere Monate hinzu: Januaris und Februaris, die an das Jahresende gelegt wurden. Als letzter Monat erhielt der Februar nur 28 Tage, damit waren es 365. Auch das ging nicht genau auf, denn unsere Erde braucht für die Umkreisung der Sonne 365 Tage und knapp 6 Stunden. Julius Caesar setzte mit der Einführung eines Schalttages den Ungenauigkeiten des bestehenden Kalenders ein Ende. Seitdem hat der Februar alle 4 Jahre 29 Tage. Dieses Julianische Kalenderjahr war allerdings 11 Minuten länger als das Sonnenjahr. Das hört sich wenig an, führte aber im Laufe der Jahre zu einer Verschiebung von 10 Tagen. Heute nutzen wir den Gregorianischen Kalender, der 1582 eingeführt wurde und alle 100 Jahre einen Schalttag weglässt. Damit werden die Ungenauigkeiten seines Vorgängers weitgehend ausgeglichen.

Zum Neuen Jahr!

Das neue Jahr hat grad begonnen,

die ersten Vorsätze sind zerronnen.

Was soll`s, es gibt jetzt kein Zurück!

Zum neuen Jahr Gesundheit, Erfolg und Glück!

Wünscht Ihnen das ehrenamtliche Redaktionsteam

des „Magdeburger Kurier“

Ginkgo – der Wunderbaum

(Doris Franke).  Der Ginkgo ist wohl der älteste Baum der Welt, denn schon die Dinosaurier haben seine Blätter gefressen, er ist ein lebendes Fossil. Er überlebte die Eiszeit und eroberte von Ostasien aus die ganze Welt, hauptsächlich aber ist er in China und Japan zu Hause. Vor 250 Jahren kam der Ginkgo nach Europa. Märchen und Sagen erzählten über ihn, auch Johann Wolfgang von Goethe hat er zu dem bekannten Gedicht „Ginkgo biloba“ inspiriert, er schickte einer Freundin ein Blatt als Symbol seiner Liebe. Jedes der zweigeteilten Blätter ist unterschiedlich, so wie auch wir Menschen.

Obwohl  im Herbst seine schönen gelben Blätter fallen, ist er kein gewöhnlicher Laubbaum, sondern gehört zu den Nadelhölzern.

Der Ginkgo ist robust, widerstandsfähig und resistent gegen Schädlinge, ein echter Überlebenskünstler. Ein Jahr nach der Atombombenkatastrophe in Hiroshima 1945 keimte aus einem etwa 800 m vom Zentrum der Explosion entfernt stehenden „toten“ Ginkgo ein neues Reis in der alten völlig verdorrten Wurzel. Heute wird dieses Ereignis als ein Symbol für das Leben, für das Überleben angesehen.

Seine wohl wichtigste Aufgabe erfüllt der Baum heute als Heilpflanze. Das lebende Fossil wird zu einem Blätterlieferanten in der Pharmaindustrie. Ginkgonüsse und Tees werden seit Jahrhunderten gegen Asthma, Husten und Nervosität eingesetzt, auch ist er wertvoll gegen Gedächtnisverlust und Beschwerden im Alter.

Foto: Franke

Magdeburg und der Weihnachtsstern

(Dr. Christl Korb).  Im Winter und besonders in der Weihnachtszeit schmückt der Weihnachtsstern bei uns nahezu jede Wohnung. Ihren Ursprung hat die Pflanze in den tropischen Laubwäldern Mexikos, Mittel-und Südamerikas. Alexander von Humboldt brachte sie 1804 erstmals nach Europa und 1828 nahm sie der amerikanische Botschafter in Mexiko in seine Heimat nach South Carolina mit. Sie erhielt 1836 den Namen „Poinsettia“. Unter diesem Namen wurde der Weihnachtsstern zunächst bekannt. Der Magdeburger Lehrer Albert Ecke, der  1902 mit seiner Familie nach Amerika ausgewandert war, baute um das Jahr 1911 auf seiner  Ranch in Hollywood auch Obst und Gemüse an. Als Pflanzenliebhaber zogen ihn die verwilderten Weihnachtssterne in den Bann. Er baute sie auf Feldern an und verkaufte die Zweige zunächst als Schnittblumen. Sein Sohn Paul vermarktete ihn schließlich als Weihnachtssymbol unter dem Namen Weihnachtsstern.

Im Ursprungsland Mexiko wird er als „Blume der heiligen Nacht“ bezeichnet. Die Wildpflanzen wurden zu Topfpflanzen kultiviert und  30 unterschiedliche Sorten gezüchtet. Stecklinge konnten so in die ganze Welt verschickt werden.

Denken Sie beim Anblick ihres Weihnachtssterns daran – eine Magdeburger Familie hat es ermöglicht, dass wir uns in ganz Europa an dieser Pflanze mit den farbigen Blättern erfreuen können.

Foto: Korb

Safran macht den Kuchen gel…

(Gert Sommerfeldt).   In meinem ersten Schullesebuch stand dieser Liedsatz. Damals konnte ich mir darunter nichts vorstellen, bis ich später in einem Gewürzladen stark duftenden Safran entdeckte. Dazu erfuhr ich, dass das Gewürz als „rotes Gold“ sehr teuer ist, da jährlich je Anbaugebiet nur 2-4 kg geerntet werden, weltweit bis 200 Tonnen.

Als Krokuszwiebel im Frühjahr eingebracht, blüht die Pflanze erst im Herbst auf. Die zwei violetten Blüten enthalten in 3 Narben verzweigende rote Safran-Fäden, die aromatisch duften und von Hand mit einer Pinzette herausgezogen, getrocknet und als anspruchsvolles Gewürz portioniert werden.

Die gesamte Ernte und Verarbeitung sind anstrengende Handarbeit. Für 1 kg Safran müssen bis zu 200.000 Blüten eingebracht werden. Ein Pflücker erntet und verarbeitet ca. 80 Gramm am Tag, die im Handel bis 25 € je Gramm angeboten werden.

Wenn sich beim Weihnachtsplätzchenbacken auch der Duft von Safran in der Wohnung verbreitet, fällt mir das alte Kinderlied: „Backe, backe Kuchen…“ wieder ein und ich denke nicht so an die mühsame Ernte davor.

Foto: Brosza