Buchempfehlung

Geniale Erfindungen aus Sachsen-Anhalt

(Red).  Wussten Sie schon, dass in Sachsen-Anhalt die Wiege vieler bunt gemischter Erfindungen und Erfinder stand und steht?

Nicht nur Otto von Guericke mit seiner Luftpumpe, Hugo Junkers mit dem Durchlauferhitzer und der Ju 52-Flugzeugkonstruktion, auch die erste deutsche Dampfmaschine kommt aus Hettstedt, sie wurde im Auftrag Friedrich des Großen konstruiert.

Die Fernseher aus Staßfurt, das erste deutsche Knäckebrot, der erste Kinderziehwagen und die erste Zuckerfabrik Deutschlands sowie die Entdeckung des Süßstoffs Saccharin – all das und noch vieles Interessantes und Originelles zeugt vom Erfindergeist kluger Köpfe aus unserem Land.

Wenn Sie das interessiert und Sie noch mehr wissen wollen, dann schauen Sie in das neue Buch von Salka Schallenberg „echt clever! Geniale Erfindungen aus Sachsen-Anhalt“, erschienen im Wartberg Verlag. Für 15,- Euro erfahren Sie alles über ausgewählte 45 geniale Erfindungen.

Mondfinsternis

(Dieter Müller).  Am Abend des 27. Juli 2018 lohnt sich ein Blick zum Osthorizont. Dort geht um 21.07 Uhr der Vollmond auf. Aber schon hat der Erdschatten begonnen, über unseren Begleiter zu wandern. Die volle Bedeckung beginnt um 21.30 Uhr und endet um 22.22 Uhr. Der abziehende Erdschatten verlässt den Mond um 23.13 Uhr. An diesem Abend steht die Erde zwischen Sonne und Mond und wirft ihren Schatten auf ihn. Eigentlich, so könnte man meinen, müsste das doch bei jedem Vollmond auftreten. Dass es nur selten geschieht, liegt daran, dass die Bahn der Erde um die Sonne und die Bahn des Mondes um die Erde nicht in der gleichen Ebene liegen, sondern angewinkelt sind. Nur wenn ein Vollmond gerade dort stattfindet, wo sich beide Ebenen schneiden, dann klappt es mit einer Finsternis. Das kann höchstens zweimal im Jahr geschehen, tatsächlich aber kommt es zu diesem Himmelsschauspiel viel seltener.

Hoffen wir auf einen freien Himmel an jenem Abend! Zur Beobachtung empfiehlt sich z. B. das erhöhte Elbufer nahe der Sternbrücke (dorthin will auch ich) oder natürlich jeder freie Blick nach Osten. Übrigens kommt die Rotfärbung des beschatteten Mondes dadurch zustande, dass das gesamte „Abendrot“ der Erde in den Schatten hineinleuchtet.

 

Meine Aufnahmen  von einer früheren Mondfinsternis  sind im Zeitabstand von drei Minuten entstanden. Der Mond „bewegt“ sich nämlich in zwei Minuten so viel, wie er selbst dick ist. Da gibt es bei drei Minuten noch einen kleinen Zwischenraum. Als Hobby-Astronom habe ich schon von Jugend an meine Freude an solchen Ereignissen.

Foto: Müller

Der Mai hat viele Namen

(Dr. Christl Korb).  Im Mai, wenn die Natur erwacht und es überall blüht und grünt, fragt man sich, wo kommt dieser Monatsname eigentlich her? Es wird angenommen, dass der Mai nach dem römischen Gott Jupiter benannt wurde, der auch unter dem Namen Maius als Gott des Frühlings und Beschützer des Wachstums bekannt ist. Eine andere Version geht auf die römische Frühlingsgöttin Maia zurück, deren jährliches Fest immer im 5. Monat des Jahres gefeiert wurde. Maia symbolisiert die Weisheit und den Zyklus des Lebens.

Alte deutsche Namen sind auch Wonnemonat, Blumenmonat oder Weidemonat. Im 8. Jahrhundert führte Karl der Große den Namen „Wonnemond“ ein. Die Bezeichnung weist auf warme Temperaturen und eine blühende Pflanzenwelt hin. Im Weidemond wird das Vieh auf die Weide gebracht. Der Ausdruck „Wonnemonat Mai” ist auch heute noch gebräuchlich, denn wir alle erfreuen uns an der Natur mit ihren vielen Farben und über den Beginn der warmen Jahreszeit.

Foto: Brosza

Über den Umgang mit Fremden

(Dieter Müller).  Wenn es auch manche bis heute nicht wahrhaben wollen: Die Menschheit ist aus dem Tierreich hervorgegangen. Wir haben von unseren Vorfahren aber nicht nur Körperliches geerbt, sondern auch viele Verhaltensweisen. Einiges davon, was einmal für das Überleben vorteilhaft war, fällt uns heute auf die Füße, etwa das Revierverhalten höherer Tiere. Nähert sich ein fremdes Tier der Reviergrenze, so wird es weggebissen. Dieses Muster ist tief in unserem Erbgut verankert und kann- leider – jederzeit aktiviert werden. Freundlicheres Verhalten mit Menschenrechten, Humanität und Demokratie ist erst später erworben und deshalb zerbrechlicher. Darum ist es ein Leichtes, die alten Muster von Abgrenzung, Angsterzeugung und Hass zum Machterwerb zu nutzen, wie es gegenwärtig zu erleben ist.  Wenn dann ein „starker Mann“ sein Land „verteidigen“ will, dann stimmt ihm die Mehrheit zu und erkennt erst später die Folgen. Schließlich wurde Hitler regulär gewählt. Haben aber nicht auch wir Ängste? Wenn uns fremde Menschen begegnen, dann schalten wir zuerst auf Vorsicht, was zunächst normal ist. Der zweite Gedanke sollte aber sein: Das sind Leute wie du und ich, sie sehen nur etwas anders aus. Das Bildbeispiel zeigt ein zum Mahnmal umgestaltetes Flüchtlingsboot, das voriges Jahr am Magdeburger Petriförder lag.

Während Westdeutsche schon lange zusammen mit Menschen aus aller Welt leben, fehlt uns „Ostgermanen“ diese Erfahrung. Als dann in kurzer Zeit viele Fremde kamen, hat das Menschen verunsichert. Sie möchten verstanden und nicht in die rechte Ecke gestellt werden. Wenn sie aber nicht ernstgenommen werden, fallen sie auf geschickte Propagandisten herein, die die Ängste nutzen, um zur Macht zu kommen. Blicken wir nochmals zurück auf unsere alten Gene! Wir können sie zwar nicht abschalten, aber wir sind inzwischen Menschen geworden und sollten uns auch so verhalten, nämlich mit Respekt und Freundlichkeit. Das ist das künftige Überlebensprogramm. Wichtig ist dabei menschlicher Kontakt. Und wenn uns nächstens ein Fremder begegnet, da kann schon ein Lächeln Verbindung schaffen.

Foto: Müller

Schema F

(Gert Sommerfeldt).  Jährlich werden die Bürger aufgefordert, eine Steuerklärung einzureichen. Mit viel Aufwand werden dann die Belege vom Antragsteller zusammen gesucht und ihr Inhalt den zahlreichen Formblättern zugeordnet. Diesem Aufwand entgehe ich, da ich die Erklärung generell nach Schema F erarbeite. Dieser Begriff wird in unserer Umgangssprache verwendet im Zusammenhang mit etwas bürokratischem, gedankenlosem und routinemäßig Erstelltem. Der Ursprung dieser Redewendung liegt in der preußischen Zeit, als im Heer ab 1861 regelmäßig ein schriftlicher militärischer Bestandsnachweis befohlen wurde. Akribisch wurden anhand einer umfangreichen und jährlich fast gleichen Ausfüllvorschrift  die vorhandene Munition listenmäßig erfasst sowie detaillierte Angaben zur Truppenstärke zu einem vorher festgelegten Stichtag eingetragen. Die statistischen Werte wurden dann im Formblatt F als Frontrapport weitergeleitet. Und das alles auf dem Formblatt F!