Advent für alle

(Dieter Müller).  Die Übersetzung lautet: Ankunft. Gemeint ist jene Zeit des Wartens auf Weihnachten, das Geburtstagsfest des Jesus von Nazareth. In ihm ist – nach christlichem Glauben – Gott selbst den Menschen nahegekommen, um ihnen Wegweisung und Hoffnung zu bringen. Konkret heißt das: Respekt gegenüber jedem Mitmenschen, Einsatz für Kranke, Trost für Sterbende und Hilfe für Notleidende, wie es dieser Jesus selbst vorgelebt hat. Viele Menschen haben sich in der Vergangenheit ebenfalls für diese Ziele eingesetzt und tun es auch heute. Dem entgegen läuft in der Geschichte allerdings ein Strang von Habgier, Hass, Aggression und Gewalt. Ehrlich sei gesagt: Die Grenze zwischen beidem geht mitten durch die Gesellschaft und auch durch jeden von uns.

Mit dem Christlichen haben es hier im Osten Deutschlands die meisten Menschen nicht mehr so. Geblieben ist aber doch die Sehnsucht eigentlich aller nach einem guten Weg in die Zukunft für das persönliche Leben, für unsere Gesellschaft, ja für die ganze Menschheit. Deshalb treffen sich hier die Anliegen aller Menschen „mit Herz“. Ob nun mit oder ohne christlichen Hintergrund haben viele den adventlichen Wunsch, dass ein menschen-freundliches, friedliches und solidarisches Miteinander die Oberhand gewinnt und behält. Das soll der grüne Kranz ausdrücken mit dem zunehmenden Licht der vier Kerzen.

Foto: Müller

Der Adventskalender

(Dr. Christl Korb).  Wann ist denn nun endlich Weihnachten, wie lange dauert es denn noch, fragen die Kinder. Da hilft ein Adventskalender, der die Zeit vom 1. bis 24. Dezember für die Kinder und inzwischen auch für viele Erwachsene „spannend“ macht. Dieser christliche Brauch reicht bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Im Dezember wurden 24 Bildchen nach und nach an die Wand gehängt. Oder die Eltern malten 24 Kreidestriche an die Tür, jeden Tag wurde einer weggewischt. In anderen Gegenden legte man ab dem 1. Dezember jeden Tag einen Strohhalm in die Krippe. 1902 veröffentlichte eine Hamburger Buchhandlung erstmals einen gedruckten Kalender in Form einer Weihnachtsuhr. Einen Bogen mit 24 Bildern zum Ausschneiden, kombiniert mit einem Bogen zum Aufkleben, brachte 1903 der Münchner Gerhard Lang auf den Markt. 1920 erschienen die ersten Kalender mit Türchen zum Öffnen, dahinter waren Bilder zu sehen. Seit den 1950er Jahren ist der Adventskalender flächendeckend verbreitet, er ist zur „Massenware“ geworden. 1958 erschien der erste mit Schokolade gefüllte Kalender. Die Vielfalt nahm dann von Jahr zu Jahr zu. Man begann, die Kalender selbst zu basteln, individuell mit viel Leidenschaft und Ideenreichtum zu gestalten und zu befüllen.

Aber es gibt nicht nur die „normalen“ Kalender. So kann man in Leipzig den weltgrößten  Kalender in der Böttchergasse bestaunen, er hat eine Größe von 857 m2. Schon eine Kalendertür ist 3x 2 m groß. In vielen Städten werden zur Adventszeit die Fassaden der Rathäuser zu Kalendern umfunktioniert. Heute ist der Adventskalender bei Kindern und Erwachsenen gleichermaßen beliebt.

Foto: Korb

Begeisterte Senioren im Otto-Kobin-Saal

(Heidi Brosza).  Über 200 Seniorinnen und Senioren erlebten am 1. November in der Leipziger Straße ein „Feuerwerk der Folklore“ mit den weißrussischen Ensembles „Sunitschka“ und „Suzorje“ aus Minsk. Die Sänger und Tänzer beeindrucken seit 2012 nicht nur deutsche Zuschauer, sie haben auch erfolgreiche Auftritte in Polen, Tschechien, der Slowakei sowie in Israel hinter sich. Die Gesangs- und Tanzkünstler eroberten mit ihren Darbietungen schnell die Herzen der Zuschauer, insbesondere das Kinderensemble „Sunitschka“ erfreute das ältere Publikum. Sie kommen alle aus einer Schule in Minsk, die Kinder ab dem Alter von 5 Jahren aufnimmt, ihnen eine hervorragende Tanz- und Gesangsausbildung gibt und sie bis zum Erwachsenenleben begleitet. Und nicht nur das. Auch die wunderschön anzusehenden Volkstrachten werden in dieser Schule selbst genäht.

An diesem Nachmittag begeisterten die Künstler die Zuhörer zusätzlich mit dem Volkslied  „Hoch auf dem gelben Wagen“, bei dem der Saal kräftig mit einstimmte.  Danach wagten einige Senioren sogar ein gemeinsames Tänzchen nach weißrussischen Volksweisen. Der Beifall wollte nach den beeindruckend dargebotenen Tänzen und Liedern kein Ende nehmen. So bunt und musikalisch und auch noch bei Kaffee und Kuchen sind die Senioren wohl selten in das Novembergrau gestartet. Wir alle freuen uns schon jetzt auf den angekündigten Auftritt des Ensembles Ende Februar im kommenden Jahr.

Foto: Brosza

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Geniale Erfindungen aus Sachsen-Anhalt

(Red).  Wussten Sie schon, dass in Sachsen-Anhalt die Wiege vieler bunt gemischter Erfindungen und Erfinder stand und steht?

Nicht nur Otto von Guericke mit seiner Luftpumpe, Hugo Junkers mit dem Durchlauferhitzer und der Ju 52-Flugzeugkonstruktion, auch die erste deutsche Dampfmaschine kommt aus Hettstedt, sie wurde im Auftrag Friedrich des Großen konstruiert.

Die Fernseher aus Staßfurt, das erste deutsche Knäckebrot, der erste Kinderziehwagen und die erste Zuckerfabrik Deutschlands sowie die Entdeckung des Süßstoffs Saccharin – all das und noch vieles Interessantes und Originelles zeugt vom Erfindergeist kluger Köpfe aus unserem Land.

Wenn Sie das interessiert und Sie noch mehr wissen wollen, dann schauen Sie in das neue Buch von Salka Schallenberg „echt clever! Geniale Erfindungen aus Sachsen-Anhalt“, erschienen im Wartberg Verlag. Für 15,- Euro erfahren Sie alles über ausgewählte 45 geniale Erfindungen.

Mondfinsternis

(Dieter Müller).  Am Abend des 27. Juli 2018 lohnt sich ein Blick zum Osthorizont. Dort geht um 21.07 Uhr der Vollmond auf. Aber schon hat der Erdschatten begonnen, über unseren Begleiter zu wandern. Die volle Bedeckung beginnt um 21.30 Uhr und endet um 22.22 Uhr. Der abziehende Erdschatten verlässt den Mond um 23.13 Uhr. An diesem Abend steht die Erde zwischen Sonne und Mond und wirft ihren Schatten auf ihn. Eigentlich, so könnte man meinen, müsste das doch bei jedem Vollmond auftreten. Dass es nur selten geschieht, liegt daran, dass die Bahn der Erde um die Sonne und die Bahn des Mondes um die Erde nicht in der gleichen Ebene liegen, sondern angewinkelt sind. Nur wenn ein Vollmond gerade dort stattfindet, wo sich beide Ebenen schneiden, dann klappt es mit einer Finsternis. Das kann höchstens zweimal im Jahr geschehen, tatsächlich aber kommt es zu diesem Himmelsschauspiel viel seltener.

Hoffen wir auf einen freien Himmel an jenem Abend! Zur Beobachtung empfiehlt sich z. B. das erhöhte Elbufer nahe der Sternbrücke (dorthin will auch ich) oder natürlich jeder freie Blick nach Osten. Übrigens kommt die Rotfärbung des beschatteten Mondes dadurch zustande, dass das gesamte „Abendrot“ der Erde in den Schatten hineinleuchtet.

 

Meine Aufnahmen  von einer früheren Mondfinsternis  sind im Zeitabstand von drei Minuten entstanden. Der Mond „bewegt“ sich nämlich in zwei Minuten so viel, wie er selbst dick ist. Da gibt es bei drei Minuten noch einen kleinen Zwischenraum. Als Hobby-Astronom habe ich schon von Jugend an meine Freude an solchen Ereignissen.

Foto: Müller