Radfahren macht auch im Alter Spaß

(Dr. Christl Korb).  Heutzutage ist Sport für aktive ältere Menschen ein selbstverständlicher Teil ihres Alltags. Dabei erfreut sich das Radfahren einer immer größer werdenden Beliebtheit und ist zudem ideal für das Alter. Radfahren ist gelenkschonend, Knie- und Hüftgelenke werden durch die sanfte Belastung „geschmiert“  und zugleich entlastet. Beim Radeln werden die Muskeln gekräftigt, die Durchblutung des ganzen Körpers gefördert und auch das Immunsystem gestärkt. Regelmäßige Bewegung auf dem Fahrrad an frischer Luft ist gut für das Herz-Kreislauf-System, der Körper wird mit Sauerstoff versorgt und das Wohlbefinden gesteigert. Zudem wirkt sich der Aufenthalt in der Natur positiv auf die Psyche aus und hilft, Stresshormone abzubauen. So bietet das Radfahren ein kostenloses Rundumpaket für Ausdauer, Fitness, Kraft, Beweglichkeit und Koordination.

Bevor man aber auf das Rad steigt, sollte dessen Funktionsfähigkeit kontrolliert werden. Das bedeutet, Überprüfung der Bremsen, des Reifendrucks und der Vorder- und Rückleuchten. Damit man in der Dämmerung für andere Verkehrsteilnehmer gut sichtbar ist, sollten Lichtreflektoren am Rad angebracht sein. Schützen Sie sich mit einem Fahrradhelm und tragen Sie möglichst helle und reflektierende Kleidung wie z.B. eine Warnweste.

Unsere Landeshauptstadt verfügt über einige sehr gut ausgebaute und interessante Radwege, so dass der Ausflug mit dem Rad ein schönes Vergnügen wird. Entsprechendes Kartenmaterial und Informationen sind in der Tourist-Information Magdeburg erhältlich.

Zeichnung: Werner Richter

Gymnastik fürs Gehirn

(Dr. Christl Korb).  Einen Namen vergessen, die Brille verlegt oder im Gespräch den Faden verloren – im Alltag nimmt bei jedem Menschen im Verlauf des Lebens die Vergesslichkeit zu. Selten steckt dahinter eine ernstzunehmende Erkrankung. Die geistige Leistungsfähigkeit muss jedoch nicht zwangsläufig mit den Lebensjahren abnehmen. Wissenschaftlich ist belegt, dass sich auch im hohen Alter neue Nervenverbindungen und -zellen im Gehirn bilden können. Das Gehirn muss aber „trainiert“ werden.Der Hirnforscher Lawrence Katz hat dazu ein Trainingsprogramm mit dem Namen NEUROBICS entwickelt. Durch einfache Übungen werden die unterschiedlichsten Hirnregionen angesprochen, untereinander verknüpft und mit neuen Aufgaben konfrontiert. Dazu müssen alle Sinne wie Hören, Schmecken, Sehen, Riechen und  Fühlen zum Einsatz kommen. Allein eine Änderung Ihres Tagesablaufes, der ja bei jedem von uns nach einem bestimmen Schema abläuft, regt enorm die Gehirnzellen an. Das geht schon morgens los, wenn man die Zähne mal mit der ungewohnten anderen Hand putzt. Als Autofahrer sollten Sie sich nicht ständig auf das Navigationssystem verlassen, sondern das eigene Orientierungsvermögen wieder aktivieren und auch mal wieder im Autoatlas nachsehen. Auch die Änderung des Essenplanes  durch neue Gerichte regt Ihre Sinne an. Kaufen Sie einmal in einem für Sie exotischen Laden ein. Hier finden Sie völlig neue Produkte und durch die fremden Gerüche wird besonders der Geruchssinn gefordert. Beim Einkaufen gehen Sie bestimmt im Lebensmittelgeschäft die Regale immer in einer bestimmten Reihenfolge ab, Sie wollen ja nicht suchen. Schauen Sie auch mal in anderen Regalen nach. Überwinden Sie Ihren „eingefahrenen“ Geschmack und probieren Sie Neues aus. Setzen Sie sich in der Straßenbahn oder im Cafe mal nicht auf ihren Lieblingsplatz. Schon durch die Änderung der Blickrichtung nimmt man die Umwelt völlig anders wahr. Nur wer sein Hirn ständig unterfordert, muss einen starken Rückgang der geistigen Leistung befürchten. Mit etwas Nervengymnastik, die Ihnen aber auch Spaß machen sollte, können Sie etwas dagegen tun. Eine aktive, gesunde Lebensweise unterstützt zusätzlich die Gehirnfunktionen.

Fit durch den Winter

(Dr. Christl Korb).  Winterzeit ist immer auch Erkältungszeit. Schon seit Jahrhunderten versuchen die Menschen, sich mit einer Vielzahl einfacher Hausmittel vor einem Infekt zu schützen. Der Priester und Naturheilkundler Sebastian Kneipp war überzeugt, dass Wechselbäder, kalte Duschen und Barfußlaufen den Menschen abhärten. Durch die unterschiedlichen Temperaturreize werden die Durchblutung der Haut und der Schleimhäute gefördert und die Abwehrkräfte gestärkt. Auch ein regelmäßiger Aufenthalt im Freien mit sportlichen Aktivitäten, angepasst an das Alter, ist für die allgemeine Gesundheit ungemein wichtig. Regelmäßige Saunagänge stärken den Kreislauf. Sollten Sie ein Fan von warmen Wannenbädern sein, dann übertreiben Sie das Baden nicht. Die optimale Wassertemperatur liegt zwischen 35 und 38 °, und die Badedauer sollte nicht länger als 20 Minuten dauern.

Im Winter braucht der Körper ausreichend Vitamin C. Bei einer ausgewogenen Ernährung reicht die aufgenommene Vitaminmenge völlig aus. Die zusätzliche Aufnahme von Vitamin C senkt das Erkältungsrisiko nicht. Dagegen soll Zink nach neueren Studien einen positiven Einfluss auf die Erkältung haben, sowohl vorbeugend als auch hinsichtlich der Schwere der Symptome. Verzichten Sie auf das „Zuviel“ an Alkohol, denn dieser führt zur Erweiterung der Blutgefäße, der Körper gibt Wärme ab und kühlt aus. Sollte Sie die Erkältung erwischt haben, dann hilft unter anderem eine Hühnersuppe. Das im Hühnereiweiß enthaltene Cystein wirkt entzündungshemmend und schleimhaut-abschwellend. Zugleich enthält Hühnersuppe Zink. Alle Ratschläge gut gemischt helfen Ihnen, die Erkältungszeit zu überstehen.

Foto: Korb

Grippeschutzimpfung – Noch ist es Zeit

(Dr. Christl Korb).  Die Grippesaison ist bereits im Gange, für eine Schutzimpfung ist es noch nicht zu spät. Im vergangenen Jahr erkrankten nach Angaben des Robert-Koch-Institutes nachweislich 333.567 Menschen an Grippe (Influenza). Die Zahl der Erkrankungen dürfte wahrscheinlich noch wesentlich höher gewesen sein. Viele Menschen mit einer „leichten“ Grippeerkrankung sind nicht zum Arzt gegangen und so zahlenmäßig nicht erfasst. Außerdem wurde nicht in jedem Fall Material zum Virusnachweis entnommen. Geschätzt wurden in dieser Grippesaison ca. 9 Millionen Arztvorstellungen. 18 % der Erkrankten mussten stationär eingewiesen werden. 1665 Patienten sind infolge der Grippe verstorben. 87% der erfassten Personen waren älter als 60 Jahre, wobei auch auffallend viele jüngere Menschen typische Grippesymptome zeigten. Eine Schutzimpfung ist die wirksamste Maßnahme zur Verhinderung schwerer Krankheitsverläufe und Todesfälle infolge einer Influenza. Allerdings ist die Bereitschaft zur Impfung gering, sie nimmt sogar von Jahr zu Jahr ab. Die Ständige Impfkommission empfiehlt eine Impfung gegen Influenza für alle Personen über 60 Jahre, für chronisch Kranke jeden Alters, für Schwangere sowie Medizin- und Pflegepersonal. Während im vergangenen Jahr die meisten Krankenkassen nur die Kosten für einen Dreifachimpfstoff übernommen hatten, übernehmen sie in diesem Jahr für alle Impfwilligen die Kosten für einen Vierfach-Impfstoff.

Überlegen Sie nicht lange, lassen auch Sie sich impfen. 

Der “Wollapfel”

Wie wäre es mit Quittengelee?

(Dr. Christl Korb).  Während unsere Großmütter und Urgroßmütter die Quitte noch in der Küche verarbeitet haben, ist sie in der heutigen Zeit nahezu in Vergessenheit geraten. Die Frucht, die mal einer Birne, mal einem Apfel ähnelt, stammt ursprünglich aus Westasien. Im Kaukasus soll sie schon vor rund 4.000 Jahren angebaut worden sein. Im antiken Griechenland wurde sie erstmals um 600 v. Chr. beschrieben. Die Quitten wurden mit Honig eingekocht. Das sogenannte “Melimelon” diente den Kranken als Kraftspender und den Reisenden als Proviant. Bei den Römern wird die Quitte erst um das Jahr 200 v.Chr. erwähnt. Sie nannten die Frucht aufgrund ihrer flaumigen Schale “Wollapfel” und brachten sie bis nach Mitteleuropa. Hier werden sie seit dem 9. Jahrhundert angebaut, die Früchte sind allerdings für den Rohverzehr nicht geeignet, da sie hart und bitter sind.

Die Quitte ist in erster Linie ein Nahrungsmittel. Sie enthält viel Vitamin C, Kalium, Natrium, Zink, Eisen, Kupfer, Mangan und Fluor, aber auch Gerbstoffe, Gerbsäure, Pektin und Schleimstoffe. Man kann aus ihr Marmelade, Gelee, Kompott, Mus und Saft herstellen, aber auch Likör, Wein und Schnaps. Eine Besonderheit ist das Quittenbrot. In Spanien und Portugal ist es eine traditionelle Süßigkeit in der Weihnachtszeit.  Als Heilmittel hat schon Hippokrates die Quitte verordnet. Sie soll die Verdauung fördern, bei Erkältungen helfen und Hautentzündungen lindern. Sollten Sie an einem Baum eine apfel-oder birnenähnliche „quittegelbe“ Frucht mit einem intensiven angenehmen Geruch finden, dann ist es wahrscheinlich eine Quitte.

Foto: Korb