Fit durch den Winter

(Dr. Christl Korb).  Winterzeit ist immer auch Erkältungszeit. Schon seit Jahrhunderten versuchen die Menschen, sich mit einer Vielzahl einfacher Hausmittel vor einem Infekt zu schützen. Der Priester und Naturheilkundler Sebastian Kneipp war überzeugt, dass Wechselbäder, kalte Duschen und Barfußlaufen den Menschen abhärten. Durch die unterschiedlichen Temperaturreize werden die Durchblutung der Haut und der Schleimhäute gefördert und die Abwehrkräfte gestärkt. Auch ein regelmäßiger Aufenthalt im Freien mit sportlichen Aktivitäten, angepasst an das Alter, ist für die allgemeine Gesundheit ungemein wichtig. Regelmäßige Saunagänge stärken den Kreislauf. Sollten Sie ein Fan von warmen Wannenbädern sein, dann übertreiben Sie das Baden nicht. Die optimale Wassertemperatur liegt zwischen 35 und 38 °, und die Badedauer sollte nicht länger als 20 Minuten dauern.

Im Winter braucht der Körper ausreichend Vitamin C. Bei einer ausgewogenen Ernährung reicht die aufgenommene Vitaminmenge völlig aus. Die zusätzliche Aufnahme von Vitamin C senkt das Erkältungsrisiko nicht. Dagegen soll Zink nach neueren Studien einen positiven Einfluss auf die Erkältung haben, sowohl vorbeugend als auch hinsichtlich der Schwere der Symptome. Verzichten Sie auf das „Zuviel“ an Alkohol, denn dieser führt zur Erweiterung der Blutgefäße, der Körper gibt Wärme ab und kühlt aus. Sollte Sie die Erkältung erwischt haben, dann hilft unter anderem eine Hühnersuppe. Das im Hühnereiweiß enthaltene Cystein wirkt entzündungshemmend und schleimhaut-abschwellend. Zugleich enthält Hühnersuppe Zink. Alle Ratschläge gut gemischt helfen Ihnen, die Erkältungszeit zu überstehen.

Foto: Korb

Grippeschutzimpfung – Noch ist es Zeit

(Dr. Christl Korb).  Die Grippesaison ist bereits im Gange, für eine Schutzimpfung ist es noch nicht zu spät. Im vergangenen Jahr erkrankten nach Angaben des Robert-Koch-Institutes nachweislich 333.567 Menschen an Grippe (Influenza). Die Zahl der Erkrankungen dürfte wahrscheinlich noch wesentlich höher gewesen sein. Viele Menschen mit einer „leichten“ Grippeerkrankung sind nicht zum Arzt gegangen und so zahlenmäßig nicht erfasst. Außerdem wurde nicht in jedem Fall Material zum Virusnachweis entnommen. Geschätzt wurden in dieser Grippesaison ca. 9 Millionen Arztvorstellungen. 18 % der Erkrankten mussten stationär eingewiesen werden. 1665 Patienten sind infolge der Grippe verstorben. 87% der erfassten Personen waren älter als 60 Jahre, wobei auch auffallend viele jüngere Menschen typische Grippesymptome zeigten. Eine Schutzimpfung ist die wirksamste Maßnahme zur Verhinderung schwerer Krankheitsverläufe und Todesfälle infolge einer Influenza. Allerdings ist die Bereitschaft zur Impfung gering, sie nimmt sogar von Jahr zu Jahr ab. Die Ständige Impfkommission empfiehlt eine Impfung gegen Influenza für alle Personen über 60 Jahre, für chronisch Kranke jeden Alters, für Schwangere sowie Medizin- und Pflegepersonal. Während im vergangenen Jahr die meisten Krankenkassen nur die Kosten für einen Dreifachimpfstoff übernommen hatten, übernehmen sie in diesem Jahr für alle Impfwilligen die Kosten für einen Vierfach-Impfstoff.

Überlegen Sie nicht lange, lassen auch Sie sich impfen. 

Der “Wollapfel”

Wie wäre es mit Quittengelee?

(Dr. Christl Korb).  Während unsere Großmütter und Urgroßmütter die Quitte noch in der Küche verarbeitet haben, ist sie in der heutigen Zeit nahezu in Vergessenheit geraten. Die Frucht, die mal einer Birne, mal einem Apfel ähnelt, stammt ursprünglich aus Westasien. Im Kaukasus soll sie schon vor rund 4.000 Jahren angebaut worden sein. Im antiken Griechenland wurde sie erstmals um 600 v. Chr. beschrieben. Die Quitten wurden mit Honig eingekocht. Das sogenannte “Melimelon” diente den Kranken als Kraftspender und den Reisenden als Proviant. Bei den Römern wird die Quitte erst um das Jahr 200 v.Chr. erwähnt. Sie nannten die Frucht aufgrund ihrer flaumigen Schale “Wollapfel” und brachten sie bis nach Mitteleuropa. Hier werden sie seit dem 9. Jahrhundert angebaut, die Früchte sind allerdings für den Rohverzehr nicht geeignet, da sie hart und bitter sind.

Die Quitte ist in erster Linie ein Nahrungsmittel. Sie enthält viel Vitamin C, Kalium, Natrium, Zink, Eisen, Kupfer, Mangan und Fluor, aber auch Gerbstoffe, Gerbsäure, Pektin und Schleimstoffe. Man kann aus ihr Marmelade, Gelee, Kompott, Mus und Saft herstellen, aber auch Likör, Wein und Schnaps. Eine Besonderheit ist das Quittenbrot. In Spanien und Portugal ist es eine traditionelle Süßigkeit in der Weihnachtszeit.  Als Heilmittel hat schon Hippokrates die Quitte verordnet. Sie soll die Verdauung fördern, bei Erkältungen helfen und Hautentzündungen lindern. Sollten Sie an einem Baum eine apfel-oder birnenähnliche „quittegelbe“ Frucht mit einem intensiven angenehmen Geruch finden, dann ist es wahrscheinlich eine Quitte.

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Herbstzeit ist Kürbiszeit

(Dr. Christl Korb). Im Herbst wird unser Speiseplan um die größte Beerenfrucht der Welt, den Kürbis, erweitert. Er stammt ursprünglich aus Mittel – und Südamerika und kam im 16. Jahrhundert mit den Spaniern nach Europa. Weltweit wachsen rund 800 verschiedene Kürbis-Sorten, rund 200 davon sind essbar. Mit seinem saftigen Fleisch und nussigen Aroma hat er auch die europäische Küche erobert. Es gibt ihn in den unterschiedlichsten Farben und Formen. Einige Kürbissorten weisen unförmige Auswüchse auf. Auch ist er nicht immer rund oder oval. Er kann sehr klein sein, aber auch die Größe eines LKW-Reifens mit einem Gewicht von mehreren Hundert Kilogramm erreichen.

Als Nahrungsmittel punktet der Kürbis mit seinem Gehalt an Vitamin A und B und vielen Mineralstoffen. Am meisten davon Kalium, das den Flüssigkeitshaushalt im Körper reguliert. Das Kürbisfleisch enthält wie die Möhre viel Beta-Karotin, eine Vorstufe des Vitamin A. Aus den Kürbiskernen wird ein hochwertiges Öl hergestellt, welches reich an Vitamin A, E und ungesättigten Fettsäuren ist. Das zarte Kürbisfleisch schmeckt nicht nur lecker, sondern ist in der Küche auch vielfältig einsetzbar, ob als Suppe, in Salaten, gefüllt mit Hackfleisch oder Ziegenkäse. Man kann das Fleisch zu Chutney verarbeiten und einen Kürbiskuchen backen. Beliebt sind die Sorten Hokkaido, Butternut, der würzige Muskat, die Bischofsmütze und der handgroße Mandarin. Es ist aber nicht jeder Kürbis essbar. Die Zierkürbisse enthalten Bitterstoffe, die für den Menschen giftig sind und zu Übelkeit und Erbrechen führen. Also aufgepasst beim Kürbiskauf.

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Tipps für Fernreisen

(Dr. Christl Korb).  Auch uns Senioren zieht es in die weite Ferne. Doch nach einem langen Flug fühlt man sich häufig müde und abgeschlagen, kann sich schlecht konzentrieren und nicht schlafen. Das können aller Wahrscheinlichkeit die Folgen eines Jetlags sein. Ein Langzeitflug geht über mehrere Zeitzonen. Da gerät die „innere Uhr“ völlig aus dem Takt. Die Jetlag-Symptome sind meist umso stärker, je mehr Zeitzonen überquert werden. Ein Jetlag tritt sowohl bei einem Flug Richtung Westen als auch gen Osten auf. Bei „Ostreisen“ sind die Symptome stärker, denn man „verliert“ Zeit. Fliegt man Richtung Westen wird der Tag länger, man „gewinnt“ Zeit. Das verkraftet der Körper leichter als einen stark verkürzten Tag. Das Alter und  Gesundheits-probleme können den Jetlag noch verstärken.

Muss man Medikamente zu ganz bestimmten Zeiten einnehmen, kann die Zeitumstellung deren Wirksamkeit beeinflussen. Fragen Sie daher vor Reisebeginn den Hausarzt oder lassen Sie sich in der Apotheke beraten. Ein Jetlag lässt sich nicht völlig vermeiden, aber man kann die Auswirkungen reduzieren. Gehen Sie 1–3 Tage vor der Abreise bei einem Flug gen Westen verspätet ins Bett. Eine frühere Nachtruhe ist bei dem Flug nach Osten ratsam. Sobald sich der Flieger in die Luft erhebt, sollten Sie die Uhr auf die Zeit des Zielortes umstellen. Schlafen Sie während des Fluges Richtung Osten. Trinken Sie ausreichend und verzichten Sie auf Alkohol. Wenn Sie sich dann in den ersten 2 Tagen am Urlaubsort noch schonen, Alkohol meiden, ausreichend schlafen und trotzdem Zeit im Freien verbringen, dann wird es ein „Super-Urlaub“.

Foto: Brosza