Tipps für Fernreisen

(Dr. Christl Korb).  Auch uns Senioren zieht es in die weite Ferne. Doch nach einem langen Flug fühlt man sich häufig müde und abgeschlagen, kann sich schlecht konzentrieren und nicht schlafen. Das können aller Wahrscheinlichkeit die Folgen eines Jetlags sein. Ein Langzeitflug geht über mehrere Zeitzonen. Da gerät die „innere Uhr“ völlig aus dem Takt. Die Jetlag-Symptome sind meist umso stärker, je mehr Zeitzonen überquert werden. Ein Jetlag tritt sowohl bei einem Flug Richtung Westen als auch gen Osten auf. Bei „Ostreisen“ sind die Symptome stärker, denn man „verliert“ Zeit. Fliegt man Richtung Westen wird der Tag länger, man „gewinnt“ Zeit. Das verkraftet der Körper leichter als einen stark verkürzten Tag. Das Alter und  Gesundheits-probleme können den Jetlag noch verstärken.

Muss man Medikamente zu ganz bestimmten Zeiten einnehmen, kann die Zeitumstellung deren Wirksamkeit beeinflussen. Fragen Sie daher vor Reisebeginn den Hausarzt oder lassen Sie sich in der Apotheke beraten. Ein Jetlag lässt sich nicht völlig vermeiden, aber man kann die Auswirkungen reduzieren. Gehen Sie 1–3 Tage vor der Abreise bei einem Flug gen Westen verspätet ins Bett. Eine frühere Nachtruhe ist bei dem Flug nach Osten ratsam. Sobald sich der Flieger in die Luft erhebt, sollten Sie die Uhr auf die Zeit des Zielortes umstellen. Schlafen Sie während des Fluges Richtung Osten. Trinken Sie ausreichend und verzichten Sie auf Alkohol. Wenn Sie sich dann in den ersten 2 Tagen am Urlaubsort noch schonen, Alkohol meiden, ausreichend schlafen und trotzdem Zeit im Freien verbringen, dann wird es ein „Super-Urlaub“.

Foto: Brosza

Insektenstiche – was tun?

(Dr. Christl Korb).  Die schönen Sommertage erfreuen uns meistens sehr, doch sie haben nicht nur ihre positiven Seiten. Es summt und brummt überall, Wespen und Mücken „stürzen“ sich auf uns und manchmal stechen sie auch. Normalerweise sind Insektenstiche harmlos, sie können aber auch sehr schmerzhaft sein und einen erheblichen Juckreiz auslösen.

Hat ein Insekt zugestochen, dann sollte ein noch vorhandener Stachel entfernt und die Einstichstelle gekühlt werden. Es helfen auch die altbekannten Hausmittel wie Zwiebelscheiben oder Umschläge mit essigsaurer Tonerde. Spezielle Salben und Gels aus der Apotheke mildern ebenfalls den Juckreiz und lassen Schwellungen abklingen. Kommt es zu einer ausgedehnten Rötung im Bereich der Stichstelle mit zunehmender Schwellung, Quaddelbildung am Körper, Übelkeit, Erbrechen, Frösteln oder Hitzegefühl, dann ist eine allergische Reaktion wahrscheinlich. Die betroffene Person sollte sich umgehend dem Arzt vorstellen. Ist eine Wespen-Bienengiftallergie bekannt, dann sind die entsprechenden Medikamente, die bei diesen Personen unbedingt vorrätig sein sollten, sofort einzunehmen. Eine große Gefahr besteht bei Insektenstichen im Mund. Die Schleimhäute können so intensiv anschwellen, dass die Atmung zunehmend erschwert wird. Verständigen Sie sofort den Notarzt über die 112. Lebensrettende Maßnahmen sind das Lutschen von Eis und kühlende Umschläge am Hals und Nacken. Genießen Sie trotz der Gefahr, von einem Insekt gestochen zu werden, die schönen Sommertage!

Foto Korb;

Guter Rat bei Hitze

(Dr. Christl Korb).  Auf Sonne und steigende Temperaturen freuen wir Älteren uns jedes Jahr, doch sollten wir Gefahren wie Hitzeerschöpfung, Sonnenstich oder Hitzschlag nicht  unterschätzen.

Vorhandene Erkrankungen, Flüssigkeitsmangel, unzureichender Sonnenschutz und  körperliche Überanstrengungen können zu diesen hitzebedingten Beschwerden führen. Gerade bei älteren Menschen und chronisch Kranken kommt die Körpertemperaturregulation bei hohen Temperaturen rasch an ihre Grenzen.

Deshalb sollte man sich besser an schattigen Orten aufhalten und direkte Sonnenbestrahlung vermeiden, eine Kopfbedeckung tragen und ausreichend trinken, Sport möglichst nur in den kühleren Morgenstunden treiben.

Bei einer Hitzeerschöpfung sinkt der Blutdruck, die betroffene Person kann bewusstlos werden. Beim Sonnenstich treten Symptome wie hochroter Kopf, Kopfschmerzen. Übelkeit und, Erbrechen erst mit einigen Stunden Verzögerung auf.

Beim Hitzschlag versagt die Temperaturregulation komplett, so kann die Körpertemperatur auf über 40 °C ansteigen. Die Haut ist trocken und heiß, der Puls schnell. Dazu können Übelkeit, Erbrechen, Krämpfe und auch eine Bewusstlosigkeit auftreten. Ein Hitzschlag kann tödlich enden.

Was sollte man tun? Bei einer Hitzeerschöpfung die betroffene Person flach und mit erhöhten Beinen in den Schatten legen, beengte Kleidung lockern und kühle, alkoholfreie Getränke verabreichen. Bei Bewusstlosigkeit sofort über 112 die Schnelle Hilfe rufen. Beim Sonnenstich den Betroffenen mit erhöhtem Kopf im Schatten lagern, Kopf und Nacken kühlen. Liegt ein Hitzschlag vor, muss der ganze Körper gekühlt werden. Bei Bewusstlosigkeit die Person in stabile Seitenlage bringen und sofort die 112 anrufen. Sollte es sogar zum Atem-und Kreislaufstillstand kommen, dann sind Mund-zu-Mund-Beatmung (Mund-zu-Nase) und Herzdruckmassage erforderlich.

Mit diesen guten Ratschlägen werden wir sicher durch einen schönen sonnigen Sommer kommen.

Kleine Blutsauger – großes Risiko

(Dr. Christl Korb).  Sie sind wieder da die Zecken, weltweit verbreitet, in Deutschland regional unterschiedlich. Bei Außentemperaturen ab 7° C werden sie aktiv, „lauern“ im hohen Gras, im Gebüsch und im Unterholz. Haben sie ein Opfer gefunden, verweilen sie auf diesem oft tagelang und werden trotzdem nicht bemerkt. Sie spritzen beim Stechen eine Reihe von Wirkstoffen in die Wunde, wodurch der Schmerz an der Einstichstelle ausgeschaltet wird.

Zecken übertragen eine Vielzahl von Infektionskrankheiten. Die bekanntesten sind die Frühsommer-Meningoencephalitis (FSME) und die Lyme-Borreliose. Durch eine Impfung kann man sich zwar gegen die FSME schützen, nicht aber gegen die Borreliose. Um das Risiko eines Zeckenbisses zu vermindern, sollte man folgendes beachten:

Wenn man durch Unterholz und hohes Gras streift, sind Kleidung mit langen Ärmeln, möglichst in die Strümpfe oder in die Schuhe gesteckte Hosenbeine und festes Schuhwerk

sehr zu empfehlen. Ergänzend können Zeckenabwehrmittel auf die Haut aufgetragen werden, deren Schutz allerdings nur ungenügend ist.

Nach dem Ausflug sollte der ganze Körper nach Zecken abgesucht werden. Zeckenlieblingsplätze sind Ohren, Hals, Achsel, Armbeuge, Bauchnabel, Genitalbereich und Kniekehle, bei Kindern auch der behaarte Kopf. Je länger die Zecke am Menschen saugt, umso größer ist das Risiko der Infektionsübertragung.

Zur Entfernung der Zecken sind Zeckenzangen geeignet. Die Zecke hautnah greifen und langsam und gleichmäßig und mit nur wenig Druck herausziehen. Das Tier darf nicht zerquetscht werden. Die Stichstelle anschließend reinigen, desinfizieren und in den nächsten Wochen beobachten. Tritt eine Rötung auf, unbedingt zum Arzt gehen!

Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen bei Senioren

(Dr. Christl Korb).  Vor verschiedenen Infektionskrankheiten kann man sich durch Impfungen schützen.

Eine Auffrischungsimpfung gegen Tetanus und Diphtherie sollte ab dem 60. Lebensjahr alle 10 Jahre erfolgen. Hinzu kommt eine einmalige Impfung gegen Keuchhusten (günstig in Zusammenhang mit einer Tetanus-und Diphtherieimpfung als Dreifachimpfung). Ab diesem Alter sollte man sich einmalig gegen Pneumokokken und jährlich gegen die Grippe impfen lassen. Hinsichtlich weiterer Impfungen (Masern, Mumps, Kinderlähmung, Hepatitis, Zecken usw.) lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten.

Von den Krankenkassen wird eine Vielzahl von Vorsorgeuntersuchungen empfohlen, die Kosten dafür übernommen. Dazu gehören im Abstand von 2 Jahren der Check-up auf  Diabetes, Nieren- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen und das Hautscreening beim Hautarzt. Frauen sollten sich im Abstand von 3 Jahren beim Gynäkologen zum Pap-Test und zum HPV-Test (beides Zellabstriche) vorstellen und bis zum Alter von 70 Jahren werden die Kosten für die Untersuchung der weiblichen Brust durch die Mammographie übernommen. Frauen und Männern wird eine jährliche Stuhluntersuchung auf Blut empfohlen. Darmspiegelungen sind ab dem 55. Lebensjahr möglich, eine Wiederholung nach 10 Jahren. Männer sollten sich 1 x jährlich zur Untersuchung der Genitalien und der Prostata vorstellen und können neuerdings ab 65 Jahren einmalig eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes zur Früherkennung einer Ausbuchtung der Bauchschlagader in Anspruch nehmen. Einzelne Krankenkassen übernehmen die Kosten für weitere Vorsorgeuntersuchungen, fragen Sie bei Ihrer Kasse nach.

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