Der Lebensretter Reinhardt Bake

(Dieter Müller).  Im Mai 1631 im Dreißigjährigen Krieg  wurde der damalige Domprediger Reinhardt Bake zum Lebensretter für viele Magdeburger. Als die Truppen des kaiserlichen Heeres unter Tilly die Stadt erstürmten, suchten 4000 Einwohner Schutz im Dom. Draußen brannte die Stadt und es tobte ein entsetzliches Massaker. Als Heerführer Tilly vor der zunächst verriegelten Paradiespforte stand, öffnete Reinhardt Bake das Tor, fiel auf die Knie und bat um das Leben der 4000. Tilly erwies Gnade. Magdeburg aber – vorher eine reiche, wirtschaftlich aktive und geistig lebendige Stadt, genannt „unsers Herrgotts Kanzlei“ – war zerstört, seine Bewohner größtenteils ermordet. Bake zog nach diesen Ereignissen nach Grimma und trat auch dort – es war ja immer noch Krieg – vermittelnd gegenüber Heerführern auf und rettete so Grimma vor der Zerstörung. Ab 1640 war er wieder Domprediger in Magdeburg. Reinhardt Bake, geboren 1587 in Magdeburg, starb auch hier im Jahre 1657. Er ist im Dom beigesetzt.

Ein Epitaph erinnert an diesen verdienstvollen und mutigen Mann. Seine Stadt Magdeburg ehrt ihn mit einer Straße in Stadtfeld. Übrigens: Als im Herbst 1989 einige Tausend Magdeburger in brisanter politischer Situation wiederum den Dom als schützenden Raum nutzten, da konnte man sich erinnert fühlen an Bake und die 4000.

 Foto: Müller

Der „Wassermaxe“ aus Magdeburg

(Dagmar Herricht).  Der „Wassermaxe“ Max Paul Wilhelm Görnemann war zu seiner Zeit ein bekannter Magdeburger Kaufmann. Geboren wurde der Sohn eines Lehrers 1856 in dem heutigen Magdeburger Stadtteil Cracau. Nach Schule und kaufmännischer Lehre diente er zunächst als Freiwilliger in der preußischen Armee. 1890 eröffnete er sein erstes Einzelhandelsgeschäft. In wenigen Jahren konnte er deren Anzahl in und um Magdeburg auf stolze 44 vermehren. Neu war, dass er zu deren Belieferung einen eigenen Großhandel einrichtete. Seinen Beinamen „Wassermaxe“ erhielt er, weil er sich als Mitglied der Magdeburger Stadtverordnetenversammlung (1899 bis 1919) und deren stellvertretender Vorsitzender (1909 bis 1915) erfolgreich für den Bau des Wasserwerkes in der Colbitzer-Letzlinger Heide einsetzte. Dadurch stand den Magdeburgern ab 1932 ein wesentlich besseres Trinkwasser zur Verfügung. Wilhelm Görnemann konnte dies leider nicht mehr erleben. Er verstarb am 31.7.1928.

Karl Friedrich Friesen – Kämpfer im Freikorps

(Gert Sommerfeldt).  Eine bronzene Büste auf einem Marmorsockel, von dem Magdeburger Bildhauer Ernst Habs 1893 geschaffen erinnert in der Hegelstr. an Karl Friedrich Friesen (1784 – 1814).

Er war Mitbegründer der deutschen Turnkunst, Pädagoge und Mitglied des geheimen Deutschen Bundes und kämpfte an der Seite von Theodor Körner in der Lützower Schar gegen die Fremdherrschaft von Napoleon in den Kriegen 1806 -1809. Nach dem Schulbesuch in Magdeburg wurde er in die Berline Bauakademie aufgenommen und in die Landvermessung eingewiesen. Sportlich interessiert,  gründete Friesen die Fechtbodengesellschaft, die den Mitgliedern die Gelegenheit bot, nach dem Sport verdeckt die politische Diskussion zu führen und fortschrittliche Ideen gegen die Fremdherrschaft zu entwickeln. Nach der Begegnung mit Turnvater Jahn sollte eine sittliche Erneuerung im Land erfolgen mit dem Ziel einer bewaffneten Erhebung. Neben ihren sportlichen Aktivitäten gehörte  auch die Anlage von Turnplätzen und Schwimmschulen in Berlin. Mit der Aufnahme in die Freikorps kämpfte er an der Seite von Ferdinand Schill als Kundschafter Im Raum Magdeburg, sowie Theodor Körner und Freischärler Freiherr von Lützow für die Befreiung des Vaterlandes. In den Ardennen 1814 gefallen und verscharrt, konnte ihm erst nach Umbettung 1843 ein Ehrengrab errichtet werden auf dem Invaliden-Friedhof in Berlin an der Seite des Heeresreformers Scharnhorst. Die Portrait-Büste von Friesen wurde im spätklassizistischen Stil gestaltet. Drei Bildtafeln zeigen Szenen des Freiheitskampfes in der Zeit der Vorbereitung und Durchführung, sowie als Pädagoge.

Foto: Sommerfeldt

Erinnerung an Adolf Mittag

(Doris Franke).  Adolf Mittag, 1833 in Magdeburg geboren, stieg nach einer kaufmännischen Lehre in Leipzig in die väterliche Firma Heinrich Mittag ein. 1857 heiratete er Maria Felsche, die Tochter eines Leipziger Schokoladen-fabrikanten. Ab 1860 waren Adolf und sein Bruder Heinrich gemeinsam Inhaber des Handelshauses am Breiten Weg und brachten es zu einem beträchtlichen finanziellen Wohlstand. Adolf  bewohnte sein in der Zollstraße auf dem Großen Werder gebautes Haus bis zu seinem Lebensende 1920. Seine Beisetzung fand auf dem Magdeburger Nordfriedhof statt. In die Stadtgeschichte ging der zielstrebige und ehrgeizige Industrielle als Wohltäter und Spendengeber ein. Als Mitglied der Kommission für Gartengestaltung setzte er sich für die Verbesserung der Park- und Grünanlagen in Magdeburg ein. Durch seine großzügige Spende war es möglich, dass zur Verschönerung des Rotehornparkes  durch die Verbreiterung der „Tauben Elbe“ 1908 ein gestalteter See entstehen konnte, der wegen seines Geldgebers  „Adolf-Mittag-See“ genannt wurde.

Seiner verstorbenen Frau zu Ehren erhielt die im See entstandene künstliche Insel mit dem im Jugendstil gehaltenen Tempel den Namen „Marieninsel“. Der prächtige Park mit seinen schönen Bäumen und  den Wasserflächen erfreut sich heutzutage zu jeder Jahreszeit großer Beliebtheit.

Foto: Franke

Vorgestellt: Der Magdeburger Dirk Heyne

(Dagmar Herricht).  Sportinteressierten Lesern wird der Name des ehemaligen Fußballtorhüters des 1. FC Magdeburg(FCM) in guter Erinnerung sein. Der in Magdeburg geborene Dirk Heyne begann seine erfolgreiche Fußballkarriere 1967 in einer Kindermannschaft des FCM. Mit dieser Mannschaft erwarb er im Jahre 1972 seinen ersten Titel. In der Oberliga des FCM folgte in der Saison 1977 sein erster Einsatz in einem Spiel gegen Union Berlin. Schnell wurde er Stammtorwart und war unangefochten 14 Jahre lang die Nummer Eins im Tor des Vereins.

Bald meldete sich auch die Nationalmannschaft der DDR. Internationale Erfahrung hatte Dirk Heyne bei Einsätzen in einer Mannschaft für Spieler unter 21 Jahre gesammelt. Stammtorwart in der A-Mannschaft der DDR war er in neun Spielen. 1991 verfehlte der 1.FC Magdeburg den Aufstieg in die Bundesliga und Dirk Heyne verließ den Verein in Richtung  Borussia Mönchengladbach. Ein Jahr stand er hier in der Reservemannschaft im Tor. Danach bestritt er in der Bundesliga 24 Spiele. Nach einer Ausbildung zum Trainer war er noch bis 2001 in Mönchengladbach tätig, bevor er 2003 nach Magdeburg zurückkehrte. Mit der ersten Mannschaft erreichte Trainer Heyne den Aufstieg in die Regionalliga. Die Spielergebnisse reichten jedoch nicht für einen Aufstieg in eine höhere Spielklasse. Wie immer in solchen Situationen war der Trainer der Schuldige und erhielt die Entlassung. Kurze Zeit arbeitete er danach beim FC Sachsen Leipzig. Seit 2016 trainiert Dirk Heyne den Regionalligisten Eintracht Norderstedt. Hier hat er bereits vier Jahre die dortigen Jugendmannschaften erfolgreich trainiert. In Hamburg betreibt er außerdem eine Torwartschule und gibt so seine Erfahrungen an die jungen Talente weiter.