Erinnerung an Adolf Mittag

(Doris Franke).  Adolf Mittag, 1833 in Magdeburg geboren, stieg nach einer kaufmännischen Lehre in Leipzig in die väterliche Firma Heinrich Mittag ein. 1857 heiratete er Maria Felsche, die Tochter eines Leipziger Schokoladen-fabrikanten. Ab 1860 waren Adolf und sein Bruder Heinrich gemeinsam Inhaber des Handelshauses am Breiten Weg und brachten es zu einem beträchtlichen finanziellen Wohlstand. Adolf  bewohnte sein in der Zollstraße auf dem Großen Werder gebautes Haus bis zu seinem Lebensende 1920. Seine Beisetzung fand auf dem Magdeburger Nordfriedhof statt. In die Stadtgeschichte ging der zielstrebige und ehrgeizige Industrielle als Wohltäter und Spendengeber ein. Als Mitglied der Kommission für Gartengestaltung setzte er sich für die Verbesserung der Park- und Grünanlagen in Magdeburg ein. Durch seine großzügige Spende war es möglich, dass zur Verschönerung des Rotehornparkes  durch die Verbreiterung der „Tauben Elbe“ 1908 ein gestalteter See entstehen konnte, der wegen seines Geldgebers  „Adolf-Mittag-See“ genannt wurde.

Seiner verstorbenen Frau zu Ehren erhielt die im See entstandene künstliche Insel mit dem im Jugendstil gehaltenen Tempel den Namen „Marieninsel“. Der prächtige Park mit seinen schönen Bäumen und  den Wasserflächen erfreut sich heutzutage zu jeder Jahreszeit großer Beliebtheit.

Foto: Franke

Vorgestellt: Der Magdeburger Dirk Heyne

(Dagmar Herricht).  Sportinteressierten Lesern wird der Name des ehemaligen Fußballtorhüters des 1. FC Magdeburg(FCM) in guter Erinnerung sein. Der in Magdeburg geborene Dirk Heyne begann seine erfolgreiche Fußballkarriere 1967 in einer Kindermannschaft des FCM. Mit dieser Mannschaft erwarb er im Jahre 1972 seinen ersten Titel. In der Oberliga des FCM folgte in der Saison 1977 sein erster Einsatz in einem Spiel gegen Union Berlin. Schnell wurde er Stammtorwart und war unangefochten 14 Jahre lang die Nummer Eins im Tor des Vereins.

Bald meldete sich auch die Nationalmannschaft der DDR. Internationale Erfahrung hatte Dirk Heyne bei Einsätzen in einer Mannschaft für Spieler unter 21 Jahre gesammelt. Stammtorwart in der A-Mannschaft der DDR war er in neun Spielen. 1991 verfehlte der 1.FC Magdeburg den Aufstieg in die Bundesliga und Dirk Heyne verließ den Verein in Richtung  Borussia Mönchengladbach. Ein Jahr stand er hier in der Reservemannschaft im Tor. Danach bestritt er in der Bundesliga 24 Spiele. Nach einer Ausbildung zum Trainer war er noch bis 2001 in Mönchengladbach tätig, bevor er 2003 nach Magdeburg zurückkehrte. Mit der ersten Mannschaft erreichte Trainer Heyne den Aufstieg in die Regionalliga. Die Spielergebnisse reichten jedoch nicht für einen Aufstieg in eine höhere Spielklasse. Wie immer in solchen Situationen war der Trainer der Schuldige und erhielt die Entlassung. Kurze Zeit arbeitete er danach beim FC Sachsen Leipzig. Seit 2016 trainiert Dirk Heyne den Regionalligisten Eintracht Norderstedt. Hier hat er bereits vier Jahre die dortigen Jugendmannschaften erfolgreich trainiert. In Hamburg betreibt er außerdem eine Torwartschule und gibt so seine Erfahrungen an die jungen Talente weiter.

Heinz Glade – ein Magdeburger Schriftsteller

(Dagmar Herricht).  Heinz Glade war ein Magdeburger Journalist und ein heute fast vergessener Schriftsteller. Er wurde am 17.12.1922 in Magdeburg geboren und besuchte hier die Oberrealschule, die er 1940 mit dem Abitur abschloss. Danach wurde er zum Reichsarbeitsdienst einberufen und musste nach einer kurzen militärischen Ausbildung an die Front. Als er 1947 aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft entlassen wurde, begann er Artikel für die Zeitung „Tägliche Rundschau“ zu schreiben und leitete später die Landesredaktionen in Mecklenburg und in Brandenburg.

Bis 1960 arbeitete er hier als angestellter Journalist. Danach kam Heinz Glade in seine Heimatstadt zurück und arbeitete als freischaffender Autor. Viele seiner Arbeiten brachte den Lesern die Regionen Altmark und Börde des damaligen Bezirkes Magdeburg und die Bezirkshauptstadt Magdeburg näher. Außerdem arbeitete er ehrenamtlich in der Bezirksleitung des Kulturbundes mit und wurde 1966 Mitglied des Schriftstellerverbandes der DDR. Zu seinen Arbeiten gehören u.a. das Magdeburger Tagebuch (1957), Reiseskizzen aus dem Harz (1971), An den Seen unseres Nordens (1972) und Magdeburg – Porträt einer Elbestadt (1973).

Heinz Glade verstarb am 21.10.1996 in Magdeburg. Sein Nachlass befindet sich im Literaturbüro Sachsen-Anhalt e.V., Magdeburg.

Bildquelle: Literaturbüro Sachsen-Anhalt e.V.

 

Georg Kaiser – ein Magdeburger Schriftsteller

(Dagmar Herricht). In Magdeburg erinnert die Georg- Kaiser- Straße an diesen 1878 hier geborenen Schriftsteller. Von 1996 bis 2014 wurde der „Georg- Kaiser- Förderpreis“ vom Land Sachsen-Anhalt alle drei Jahre an junge Schriftsteller verliehen. Georg Kaiser wuchs in Magdeburg auf. Im Kloster „Unserer Lieben Frauen”, damals ein Pädagogium, legte er die Mittlere Reife ab. Eine kurze Zeit lebte er in Buenos Aires und arbeitete hier für die AEG. Nach seiner Rückkehr heiratete er eine vermögende Kaufmannstochter und konnte sich durch diese finanzielle Sicherheit auf die Schriftstellerei konzentrieren. Seine Schriften wiesen meist Gesellschaftskritik auf. Der erste große Durchbruch gelang ihm 1917 mit dem Drama „Die Bürger von Calais“ im Theater Frankfurt. Es kam danach in vielen Theatern Deutschlands zur Aufführung. Trotz des Erfolges kam er in finanzielle Schwierigkeiten und wurde wegen Unterschlagung verhaftet. Sein Verlag übernahm daraufhin eine Bürgschaft sowie einen Teil der Kosten. Im Februar 1933 wurde sein Theaterstück „Der Silbersee“ auf drei deutschen Bühnen aufgeführt, auch das Magdeburger Theater gehörte dazu. Kurze Zeit später wurden auch die Werke Kaisers Opfer der Bücherverbrennung des Dritten Reiches. Daraufhin schloss er sich der Widerstandsbewegung an, verfasste Flugblätter und versuchte, in Deutschland zu bleiben.1938 verließ Georg Kaiser mit seiner Frau Maria und Tochter Olivia das Land Richtung Schweiz. Im Schauspielhaus Zürich wurde 1940 sein Theaterstück „Der Soldat Tanaka“ mit dem damals sehr bekannten Karl Paryla in der Hauptrolle aufgeführt. Gegen die Aufführung des Stücks, in dem der japanische Militarismus scharf kritisiert wurde, protestierte der japanische Gesandte und die Schweizer Bundesregierung erwirkte seine Absetzung. In Deutschland wurde es nach dem Krieg 1946 am Berliner Hebbel Theater aufgeführt. Georg Kaisers erlebte diese Aufführung nicht mehr. Er starb am 4.Juni 1945 und wurde auf dem Friedhof von Morcote bei Lugano beigesetzt.

Adolf Mittags Einsatz für Magdeburg

(Dagmar Herricht).  Der beliebte „Adolf-Mittag-See“ im Rotehornpark erinnert an den Industriellen Adolf Mittag, der am 22.9.1833 in Magdeburg geboren wurde. Sein Vater war ein geachteter und erfolgreicher Kaufmann. Sohn Adolf besuchte nach dem Schulabschluss eine Handelsschule in Gnadau, ging dann nach Leipzig, um den Beruf eines Knopfmachers zu erlernen. Zurück in Magdeburg gründete er gemeinsam mit seinem Bruder Heinrich mehrere Handelshäuser. Im Jahr 1869 kaufte Adolf Mittag das Brauhaus „Preußischer Hof“ im Breiten Weg 155. Hier entstand die erste Großhandlung der Stadt, die Waren an kleinere Geschäfte weiterverkaufte. Bis 1888 führten er und sein Bruder Heinrich gemeinsam den Betrieb. Danach leitete sein Bruder Louis die Firma.

Adolf Mittag war besonders an der Gestaltung der Gärten seiner Heimatstadt interessiert. So unterstützte er großzügig mit einer Spende von 50.000 Mark die Verschönerung des Rotehornparks. Das Geld wurde 1908 für die Aufweitung der „Tauben Elbe“ eingesetzt, es entstand der heutige Adolf- Mittag- See.

Die kleine Marieninsel widmete er seiner inzwischen verstorbenen Frau Maria. Auch weitere Einrichtungen in Magdeburg sind durch seine großzügigen Spenden und seine Anregungen entstanden. Dazu gehört der Nordfriedhof als Park, der Ausbau zahlreicher Radfahrwege. Bekannt durch sein uneigennütziges Engagement und seine freundliche Art, wurde er von den Magdeburgern liebevoll „Onkel Adolf“ genannt. Wenn wir Magdeburger uns heute noch gern im Rothornpark aufhalten, so erinnern wir uns an den großzügigen Mäzen Adolf Mittag. Er starb am 14.08.1920 in Leipzig.