Thema im Seniorenbeirat: Vorsorgevollmacht

(Gerda Bednarz).  Jeder Erwachsene hat das Recht, sein Leben eigenverantwortlich zu bestimmen. Aber was tun im Fall, wenn ich den eigenen Willen nicht mehr äußern kann? Dann ist es gut, wenn man dafür gesorgt hat, dass vertraute Menschen, Angehörige oder enge Freunde wissen, wie sie in meinem Interesse handeln sollen.

Der Seniorenbeirat hat sich in seiner Oktobersitzung dieses Problems angenommen. Petra Maleike und Martin Peltner von der Betreuungsbehörde der Landeshauptstadt wiesen mit allem Nachdruck auf die Notwendigkeit hin, dass jeder Bürger  eine Vorsorgevollmacht, Betreuungs- und Patientenverfügung anfertigen und möglichst beglaubigen lassen sollte. Der Seniorenbeirat gibt in seinen öffentlichen Sprechstunden (donnerstags von 10-12 Uhr im Rathaus) gern dazu Auskunft. Die Betreuungsbehörde berät anhand der zuständigen Postleitzahlen und beglaubigt auch die Vorsorgevollmacht. Erkundigen Sie sich im Sozial- und Wohnungsamt Tel. 5406647 bei Herrn Peltner.

 

Suchtgefahr im Alter

   (Gerda Bednarz).  Auch im September hatte der Seniorenbeirat wieder ein brisantes Thema auf seiner Tagesordnung. Dazu war Frau Meeßen-Hühne von der Landesstelle für Suchtfragen im Land Sachsen-Anhalt eingeladen, die mit vielen Informationen über die Gefahren von Alkohol-, Nikotin-, Medikamenten- und Spielsucht im Alter referierte.

Übermäßiger Alkoholgenuss z.B. ist für die Entstehung von mindestens sieben Krebsarten verantwortlich, weil er als Zellgift wirkt. In Deutschland hat der Alkoholkonsum in den letzten Jahren so stark zugenommen, dass Russland inzwischen überholt wurde. Gefährlich dabei ist, dass die Alkohol- und Medikamentenverträglichkeit im Alter abnimmt und dass sich zwischen beiden oft unerwünschte Kreuzwirkungen zeigen. Solche Kreuzwirkungen gibt es auch, wenn von verschiedenen Ärzten zu viele Medikamente parallel verordnet werden, die nicht miteinander abgestimmt wurden und eventuell Gangunsicherheit und Sturzgefahren bewirken oder auch Wahrnehmungs- und Denkvermögen ungünstig beeinflussen können. Das gilt schon für die Zielgruppen 50+ und sollte verstärkt beobachtet werden. Auch die Spielsucht im Alter hat zugenommen und bringt steigende gesellschaftliche und soziale Probleme mit sich. „Wir brauchen eine Landeskoordinierungsstelle” fordert die Referentin. Die gibt es nämlich noch nicht, weil sich dafür bisher kein Auftraggeber zuständig fühlt. Dafür muss das Problembewusstsein geweckt werden. Der Seniorenbeirat unterstützt dieses Anliegen und bietet im Rahmen seiner wöchentlichen Sprechstunden Rat, Aufklärung und Hilfe an.

Foto: Bednarz (stehend die Referentin)

„Aktiv älter werden – wir machen mit“

(pm/red).  Unter diesem Motto wurde auf Initiative der Landessenioren-vertretung am 21. August 2018 das Netzwerk „Aktiv älter werden“ in Sachsen-Anhalt gegründet. Das Netzwerk will im vorparlamentarischen Raum wirken und in Kontakt zu den gewählten Vertreterinnen und Vertretern sowie den Verwaltungen die besonderen Interessen der Älteren in Politik und Gesellschaft artikulieren. Dem Netzwerk gehören Vertretungen von Universitäten und Hochschulen, von Verbänden aus den Bereichen Soziales, Bildung, Gesundheit sowie der Wohnungswirtschaft an.

Als Vorsitzende wurde die Landesvorsitzende der Seniorenvertretung Sachsen-Anhalt und Vorsitzende des Magdeburger Seniorenbeirats Angelika Zander ernannt.  In ersten Arbeitsschritten soll ein politisches Positionspapier mit der Beschreibung der Herausforderung und ersten Lösungsansätzen entstehen. Weitere an der Mitarbeit interessierte Experten oder Einrichtungen melden sich bitte bei der Vorsitzenden Angelika Zander (zander@boerde.de) oder bei Doreen Drüsedau  (doreen.druesedau@mlv.sachsen-anhalt.de).

Foto:Drüsedau

Verkehrssicherheit – Thema im Seniorenbeirat

(Gerda Bednarz).  In der Augustsitzung des Seniorenbeirats ging es um Struktur und Aufgaben der im Jahr 2017 gegründeten Verkehrswacht. Dazu waren der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Vereins, Janos Raduly, die Sozial-Beigeordnete Simone Borris und weitere Gäste anwesend.

Janos Raduly erklärte, dass sich die Verkehrswacht insbesondere um die Sicherheit von Kindern, Migranten und Senioren kümmert und auf vielen Veranstaltungen alle Möglichkeiten für Schulung, Beratung und Ausbildung nutzt. Werden diese Angebote auch angenommen? Senioren sind bis ins hohe Alter motorisierte Verkehrsteilnehmer. Wie aber sieht es mit der aktuellen Fahrtauglichkeit aus? Viele Senioren haben vor 40 bis 50 Jahren ihre Fahrprüfung abgelegt. Was hat sich nicht alles seitdem geändert? Nach Ansicht von Janos Raduly sind viele Senioren beratungsresistent und wollen nicht wahrhaben, dass sie nicht mehr so beweglich, kraftvoll und reaktionsschnell sind wie früher. Und das gilt nicht nur für Autofahrer, auch Radfahrer und Fußgänger machen oft Fehler. Da will die Verkehrswacht gern helfen, bräuchte dazu mehr Senioren in den GWA (Gemeinwesen-Arbeitsgruppen), die mit ihren kritischen Hinweisen ein Sprachrohr für die Senioren-Sicherheit im Straßenverkehr sein könnten. Notwendig sind auch mehr Ehrenamtliche bei der Verkehrswacht, die dafür sorgen, dass das Verkehrsrecht stets auf dem neuesten Stand publiziert wird. Erinnert wurde auch an die quartalsweisen Schulungen der Verkehrssicherheitsaktive zu DDR-Zeiten. Senioren-Sicherheitsberater Eckhard Jahn bemerkte, dass Berlin z. B. ein Radverkehrskonzept hat und fragte, warum so etwas nicht auch in Magdeburg möglich ist. Sicher werden nicht nur der Seniorenbeirat und die Verwaltung diese Anregungen in ihre künftige Arbeit aufnehmen.

Foto Bednarz

Kochen macht Spaß

(Gerda Bednarz).  Unsere fünf Magdeburger Alten- und Service-Zentren (ASZ) sind sehr kreativ. Da wird nicht nur Kaffee getrunken oder Rommé gespielt, es gibt auch Englischkurse und Smartphone-Sprechstunden, Chorsingen und Literaturkreis, Walkingtreffs, Sporttanz, Vorträge und vieles mehr. Ich wollte unbedingt mal an einem „Gemeinsamen Kochen” teilnehmen, sehen und schmecken, was andere Leute auf ihre Teller zaubern. Im ASZ Sudenburg wurde das schon zum zweiten Mal angeboten, und da wollte ich dabei sein. Krautgulasch mit Kartoffeln, nach einem alten DDR-Rezept sollte es geben. Sie glauben gar nicht, wie schnell das geht, wenn 6-8 Leute gleichzeitig Weißkohl in Streifen schneiden, Zwiebeln und Fleisch würfeln, Kartoffeln schälen und in Stücke teilen.

Inzwischen war ein großer Topf auf dem Herd für die verschiedenen Zutaten bereit und nach und nach duftete es in der Küche ganz lecker. Kartoffeln wurden etwas später extra gekocht. Aber derweil konnte im Saal schon der Tisch gedeckt werden und die fleißigen Kochleute tauschten ihre Erfahrungen über alte Rezepte aus Mutters oder Großmutters Zeiten aus. Frau von Hintzenstern, die stellvertretende Leiterin des ASZ, hat sich eifrig Notizen gemacht und wird sicher in einer der nächsten Kochveranstaltungen Vorschläge daraus probieren. Dann war es endlich soweit – es hat prima geschmeckt. So etwas machen wir mal wieder!

Foto: Bednarz