25 Jahre Magdeburger Museumsverein

(Gerda Bednarz).  Am Vorabend des Gründungstages vor 25 Jahren (16.06.1992) trafen sich Mitglieder und prominente Gäste des Magdeburger Museumsvereins, um an diesen Tag zu erinnern, große Ereignisse noch einmal Revue passieren zu lassen, Erfolge aufzuzeigen und all denen Dank zu sagen, die mit viel Enthusiasmus den Verein von bescheidenen Anfängen mit 30 Mitgliedern zur heutigen Stärke mit mehr als 300 Mitgliedern gelenkt, geleitet und unterstützt haben.

Nach einleitenden Telemann-Klängen des Rossini-Quartetts, Grußworten des derzeitigen Vereinsvorsitzenden Dr. Helmut Hörold und seiner hochrangigen Gäste blickte der ehemalige OB Dr. Willi Polte in seinem Festvertrag „Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement“ auf die Anfänge der Vereinsgründungen und den wieder wachsenden Bürgersinn der Menschen in der ehemaligen DDR zurück. Er dankte den vielen Ehrenamtlichen, die mit ihrer Einsatzbereitschaft dazu beigetragen haben, dass unsere Stadt so schön geworden ist, dass aus vielen kleinen Aktionen z. B. „Mein Baum für Magdeburg“ oder den Beiträgen und Spenden für ihre Vereine soviel Wertvolles erhalten oder neu geschaffen werden konnte. Er rief dazu auf, auch unsere Kinder und Enkel dafür zu begeistern, die Geschichte zu bewahren und sich für demokratische Ziele einzusetzen. Dazu gehört auch die Bewerbung Magdeburgs zur Kulturhauptstadt 2025. Das muss in die Köpfe rein und von allen getragen werden. Magdeburg hat soviel geschafft – und das schaffen wir auch! In der für eine kleine Spende ausgereichten Festschrift hat ein Autorenkollektiv wichtige Ereignisse, Beweggründe, Bilder und Grußworte festgehalten und dokumentiert.

Lebenshilfe in Magdeburg

(Gerda Bednarz).  Das Lebenshilfe-Werk Magdeburg hatte zum „Tag der offenen Tür“ eingeladen. Interessierte konnten hinter die Kulissen der geschützten Werkstätten schauen, sahen die modernen Waschmaschinen, die Heißmangeln und Bügelautomaten der Wäscherei Leipziger Straße. Sie sahen, wie akkurat dort Bücher und anderes Schriftgut verpackt wird, besichtigten die Leichtmontage, in der Zuarbeiten für Unternehmen geleistet werden und staunten in der Kreativwerkstatt über die ansprechenden Handarbeiten, schönen Töpfereiartikel und Kerzenkreationen. Im Ladengeschäft kann man Wäsche und Bekleidung zur Reinigung abgeben. Hier werden auch die Erzeugnisse der Kreativwerkstatt verkauft.

In den ansprechenden Räumen der Häuser „Susanne“ und „Walter“ werden Tagesgäste betreut. Die behinderten Mitarbeiter arbeiten hier wie in allen Bereichen der Lebenshilfe mit nicht behinderten Kollegen zusammen und sind der Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung angeschlossen. Es werden auch Lehrlinge ausgebildet. „Aufnahme finden bei uns Menschen mit sehr unterschiedlichen Behinderungen, unabhängig von der Ursache, Art und Schwere des Handicaps, sofern erwartet werden kann, dass sie spätestens nach Teilnahme an den Maßnahmen im Berufsbildungsbereich wenigstens ein Mindestmaß an wirtschaftlich verwertbarer Arbeit erbringen können (§136 Abs. 1 SGB IX).“ In allen Bereichen herrschte eine aufgeschlossene, freundliche Atmosphäre. Bei meinem Besuch traf ich eine ehemalige Kollegin aus dem SKET wieder, die damals für Sauberkeit in unseren Büros gesorgt hat. Marita macht auch hier, was sie am besten kann: sie ist eine nette, zufriedene „Zimmerfee“ und fühlt sich bei der Lebenshilfe gut aufgehoben.

Ein Engel der Kulturen

(Dieter Müller).  Ende Mai wurden an mehreren Stellen unserer Stadt mit dem jüdischen Davidsstern, dem christlichen Kreuz und dem muslimischen Halbmond Zeichen der Toleranz für diese Religionen gesetzt. Nun rollte vor Beginn des Kirchentages eine meterhohe Skulptur, ein „Engel der Kulturen“, vom Theater zur Moschee, der neuen Synagoge, zur Grünen Zitadelle, der Kathedrale St. Sebastian bis zum Dom. Was ist denn eigentlich die Gemeinsamkeit dieser unterschiedlichen Religionen? Alle drei glauben an den einen Gott. Und wem die Verbundenheit im Glauben an den einen Gott bewusst ist, der wird dem anderen mit Respekt begegnen. Hier in Magdeburg helfen christliche Gemeinden durch Benefizkonzerte mit beim Bau der neuen Synagoge. Die islamische Gemeinde müht sich um Kontakt und Dialog zu den Magdeburgern. Es gibt also keinen Grund zu Vorurteilen und Angst. Wohl aber wird die Gewöhnung an den Anblick fremder Kleidung eine gewisse Zeit brauchen. Auch der Grundsatz „Nur wir machen das richtig!“ wird allmählich abgebaut.

Nun wurde dieser Engel für ein versöhnliches Zusammenleben durch die Stadt gerollt. Nur: Wo ist der Engel? Im Innenraum des Ringes entdeckt man ihn, wenn man den Halbmond als Kopf nimmt. Ein schönes Zeichen der Verbundenheit!

Senioren, Telemann und Computer

(Dieter Müller).  „Hör mal: Telemann!“ So heißt eine kleine, aber feine Ausstellung im Gartenhaus des Klosterbergegartens zum Gedenken an Telemanns 250. Todestag. Da ist auch für uns Senioren viel Interessantes zu erleben. Es ist eine interaktive Ausstellung. Es gibt also nicht nur Informationen über seine internationalen Lebensstationen, sondern man kann auch selbst am Computer Konzerte auseinandernehmen und die Stimmen einzelner Instrumente herauslösen.

Wem das zu kompliziert ist, der genießt einfach nur per Kopfhörer die gut ausgewählten Musikbeispiele. Magdeburg hat ja durchaus Grund, stolz zu sein auf seinen in unserer Stadt geborenen Komponisten, der seinerzeit quer durch Europa die Konzertsäle füllte, dann fast vergessen wurde und der nun durch die engagierte Arbeit vieler Telemannfreunde wieder stärker ins Bewusstsein seiner Heimatstadt zurückgekehrt ist, sogar bis zu einer FCM-Hymne im Fußballstadion.

Die Ausstellung ist  bei freiem Eintritt  bis zum 15. Oktober 2017 werktags von 9.00 bis 17.00 Uhr und am Wochenende von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.

Vorgestellt: Der Arbeitskreis Georg Philipp Telemann Magdeburg e.V.

(Siegfried Brosza).  Bereits in den 50-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts versuchten  Magdeburger Persönlichkeiten, wie der langjährige Konzertmeister des Städtischen Orchesters Otto Kobin und der Musikwissenschaftler Dr. Hans Grosse, eine gesamtdeutsche Telemann-Gesellschaft zu gründen. Dieses Vorhaben wurde von staatlichen und parteilichen Instanzen nicht zugelassen. Stattdessen wurde am 25. Mai 1961 im Deutschen Kulturbund der Arbeitskreis Georg Philipp Telemann gegründet, der sich fortan erfolgreich der Erforschung, Pflege und Popularisierung von Leben und Werk Telemanns widmete.

Bereits im November 1961 fand auf Initiative des Arbeitskreises die erste Sonntagsmusik statt, die sich zur ältesten Kammermusikreihe in Magdeburg entwickeln sollte. Die Telemann-Festtage wurden ein Jahr später aus der Taufe gehoben. Seit 1990 finden diese Festtage zu Ehren des Magdeburger  Komponisten Georg Philipp Telemann   im zweijährlichen Turnus statt.
Im Mai 1991 erfolgte die Umwandlung des Arbeitskreises in einen eingetragenen Verein.


Seit 2016 lenkt die bekannte Magdeburger Kammersängerin Undine Dreyßig als Vorsitzende mit viel Elan und erfolgreich die Geschicke des Vereins, dessen Arbeit mit „telemania 2017“ natürlich einen großen Höhepunkt hat.