Geschenkte Kunstwerke

(Gerda Bednarz).  Unser Kulturhistorisches Museum (KHM) beherbergt in seinen Magazinen ca. 40.000 interessante graphische Werke. Am „Wochenende der Graphik“ im vergangenen November hatte es sein Depot geöffnet und interessierte Besucher zu Führungen, Workshops und Vorträgen eingeladen.  Als Höhepunkt bekam das Museum in einer Matinee weitere 140 Graphiken und 4 Kleinstplastiken von Künstlern Sachsen-Anhalts offiziell geschenkt. Sie hatten die Sammlung der Kunstwerke dankenswerterweise über viele Jahre vor ihrer Auflösung bewahrt, hatten entsprechende Dokumentationen verfasst und nach reiflicher Überlegung dem KHM vermacht, weil man sie hier in „guten Händen“ wisse.

Dazu berichtete der Kunstwissenschaftler Jörg Heiko Bruns ausführlich über Höhen und Tiefen der bildenden Kunst in Magdeburg im Zeitraum 1945 bis 1995. Die anwesenden Künstler und ihre Gäste quittierten die Ausführungen und die Schenkung mit lang anhaltendem Beifall. Gut für die Magdeburger zu wissen, dass man hier die vielfältige Kunst bedeutender Maler, Graphiker oder Bildhauer aus unserem Land zu schätzen weiß und auch der Öffentlichkeit wieder zugänglich macht.

Der goldene Himmel

(Dieter Müller).  Bei dem Altar in Magdeburgs Kathedrale St. Sebastian – wie auch bei vielen anderen mittelalterlichen Altären – fällt die enorme Vergoldung auf. Zwar ist da nur wenig Edelmetall verarbeitet, denn es handelt sich ja um hauchdünne Folien.

Aber welchen Sinn hat das?  Gold ist ein Bild: Gold bedeutet Himmel. Es soll also ausgedrückt sein, dass die Dargestellten im Himmel sind. Damit kommt es aber gleich zum nächsten Bild, denn dieser Himmel ist nicht das Blaue über uns mit Sonne, Mond und Sternen, sondern jene geistige Innenseite der Welt, an die sich Menschen im Gebet wenden: „Vater unser im Himmel…“ und in die sie – nach christlichem Glauben – mit dem Tod ganz eintreten. Die Engländer haben es da sprachlich besser. Sie unterscheiden den „sky“, der zuständig ist für Wetter und Sterne, vom „heaven“, in den die Heiligen einmarschieren, wie es in einem Spiritual heißt. Der Altar ist also nicht nur schön und kunsthistorisch wertvoll, sondern auch ein Zeichen, das auf ein Ziel hinweist. Begonnen hat das mit dem Weihnachten vor 2017 Jahren. Und auch heute noch ist es ein besonderes Erlebnis, diesen eindrucksvollen Altar insbesondere zum Weihnachtsfest zu bewundern. In der Mitte des Altars steht Maria mit dem Jesuskind, gleich daneben aber – gegen alle Idylle – der Diakon Stephanus, der wegen seines Glaubens gesteinigt wurde.

 Foto: Müller

Otto sagt Danke

(Gerda Bednarz).  Seit 2007 gibt es ihn nun schon, den Freiwilligenpass, für den auch in diesem Jahr wieder besonders engagierte ehrenamtlich tätige Bürgerinnen und Bürger von ihren gemeinnützigen Vereinen und Einrichtungen vorgeschlagen wurden. Dreißig von ihnen konnten in einer feierlichen Veranstaltung im Gesellschaftshaus aus den Händen des Oberbürgermeisters Auszeichnung, Blumen und die obligatorischen Windmühlen der Freiwilligenagentur entgegennehmen. Aus den unterschiedlichsten Gruppen kamen die Ausgezeichneten, Weißer Ring und Stadtmission, Selbsthilfegruppen, Kinderschutzbund und Kulturscheune, man kann sie gar nicht alle nennen. Besonders beeindruckt hat mich Ruth Meinecke von der Volkssolidarität (VS). Sie ist Mutter von drei erwachsenen Kindern und hat in den zurückliegenden Jahren noch 17 Pflegekindern zusammen mit Ihrem Mann das Elternhaus ersetzt. Die Kinder kommen meist als Babys aus schwierigen Familienverhältnissen. Ruth sorgt dafür, dass sie nicht nur satt, sauber und gesund sind. Sie fördert Lernen, organisiert Musiktherapie und Sporttreiben, bereitet sie liebevoll auf ein selbständiges, aktives Leben vor und kümmert sich auch um deren Eltern. Sie ist immer bemüht, den Kontakt zwischen Kindern und Eltern durch gemeinsame Veranstaltungen nicht abreißen zu lassen. Außerdem hilft sie den betagten Nachbarn ihrer VS-Gruppe und betreut ein kinderloses älteres Ehepaar. Bewundernswert!

In diesem Jahr wurde auch wieder ein Bürgerengagementspreis von der Sparkasse vergeben. Durch Losglück ging er an den agilen Heimatverein Ottersleben e.V.

Außerdem wurde das ASZ Cracau als zertifizierte Einsatzstelle für sein Freiwilligenengagement gewürdigt.

Wir sagen allen Sponsoren, allen Mitwirkenden, Unterstützern und Organisatoren dieser großartigen Veranstaltung herzlichen Dank und beglückwünschen nochmals die neuen Inhaber des Freiwilligenpasses zu dieser schönen Auszeichnung.

Foto: Bednarz

Das Magdeburger Glockenspiel

(Dieter Müller).  Beim vergangenen Rathausfest war es ein besonderes Erlebnis, nicht nur die Klänge vom Rathaustürmchen zu hören, sondern auch zu sehen, wie sie entstehen.

Auf dem Dachboden des Rathauses – direkt hinter dem Zifferblatt der Uhr – steht der Spieltisch für die 47 Glocken aus Bronze, aus denen unser „Carillon“ besteht. Im Unterschied zu einem Klavier oder einer Orgel hat der Spieltisch – das so genannte Stockenklavier – keine Tasten, sondern Holzknüppel, die mit der Faust geschlagen werden müssen, weil mit dieser Kraft, übertragen durch Seilzüge, direkt die Glocken angeschlagen werden. So kann durch verschiedene Stärke des  Anschlags die Lautstärke verändert werden. Die kleinste Glocke trägt als Bilderrätsel ein Herz und dazu ein „ig“, zusammen also „Herzig“. Dieser ehemalige Oberbürgermeister erlebte bei einer Frankreichreise ein Carillon und wollte dann für Magdeburg auch ein solches. Und so geschah es. Nach Entwurf von Margarethe und Peter Schilling, mit Schmuck versehen durch Heinrich Apel, wurden die Glocken 1974 in der Glockengießerei Apolda gegossen.

Nach Montage in ein Stahlgerüst stand zur Freude der Magdeburger das Glockenspiel auf dem Alten Markt – damals noch in schönem Glanz – und wurde dann mit einem Spezialkran ins Rathaustürmchen gehoben. Nun erklingt zu jeder vollen Stunde eine, allerdings elektronisch gesteuerte, Melodie. Zu besonderen Anlässen aber gibt Carilloneur Frank Müller mit seinen Fäusten und viel Kraft ein Konzert.

Fotos: Müller

Kommen. Gucken. Staunen.

(Gerda Bednarz).  Unter dieser Überschrift führte die SKET GmbH auf ihrem Gelände Schilfbreite 2 im  Oktober einen Tag der offenen Tür durch, zu dem interessierte Magdeburger samt ihren Familien herzlich eingeladen waren. Rund 3.000 Gäste konnten begrüßt werden. Sie inspizierten die weiträumigen Werkhallen, ließen sich über Fertigungsabläufe, mechanische Bearbeitung und Ausbildungsmöglichkeiten informieren oder probierten selbst einmal aus, wie genau die Bediener eines Krans arbeiten müssen, um große  Werkstücke präzise aufzunehmen und millimetergenau wieder abzusetzen.

Für ehemalige SKET-Mitarbeiter war es eine willkommene Gelegenheit zu sehen,  was und wie in dem früheren Walzwerksbaubetrieb PF 11 heute gefertigt wird. Die Dimensionen sind nach wie vor gewaltig.

Nach dem Konkurs wurden Teile des SKET 1998 privatisiert. Als SKET entstand 2003 ein Tochterunternehmen der ENERCON Gruppe, die als einer der größten weltweit bekannten Hersteller von Windenergieanlagen gilt. SKET ist dabei ein führendes industrielles Dienstleistungsunternehmen im Bereich des allgemeinen Maschinen- und Anlagenbaus, arbeitet im Kundenauftrag und bedient international zahlreiche Branchen vom Walzwerks- bis zum Turbinenbau.

Auf seine Wurzeln, seine lange Tradition seit mehr als 160 Jahren ist SKET immer noch stolz und verweist in seiner historischen Dauerausstellung sowohl auf Gruson und Krupp als auch auf das Schwermaschinenbaukombinat “Ernst Thälmann” mit einst fast 30.000 Beschäftigten hin. Der Name SKET blieb erhalten, aber die Bedeutung der Buchstaben wurde an die heutige Firmenphilosophie angepasst.

S  Stärke

K  Know-how

E  Erfahrung

T  Tradition

Auf jeden Fall war es ein interessanter Besuch.

Foto: Bednarz