Und Weihnachten mal ins Museum!

 

  (Gerda Bednarz)  Ein Besuch in einem unserer schönen Museen oder einer Ausstellung gemeinsam mit Ihren Kindern, Enkeln oder Freunden ist nach dem vorweihnachtlichen Stress sicher ein schönes Erlebnis. Das neue Dommuseum Ottonianum zum Beispiel mit seinen ganz neu arrangierten Ausgrabungs- und Erinnerungsstücken an Kaiser Otto und Königin Editha und die Zeit vor mehr als tausend Jahren lädt seit Anfang November ein. Oder sie gehen mal in den IBA-Shop im ehemaligen Intershop in der WOBAU-Welle.

Da kann man auch Magdeburger Geschichte erleben und z. Zt. besonders die Magdeburger Moderne in den 20er, 30er Jahre in ihrer großen Vielfalt des Siedlungsbaus, die Umsetzung des heutigen Stadtentwicklungskonzeptes an und mit der Elbe betrachten und die eingereichten Vorschläge zur Bebauung des Prämonstratenserberges ansehen. Sehr interessant sind auch zwei Sonderausstellungen im Kulturhistorischen Museum. Die Ausstellung „Bilder gehen um die Welt” ist noch bis zum 20. Januar 2019 zu betrachten. Sie  vermittelt laut Kuratorin Dr. Karin Kanter einen umfassenden Einblick in „wahre Schätze der Magdeburger Kunst- Gewerbe- und Mediengeschichte”.

Außerdem ist seit 23. November 2018 die Ausstellung  „Mechanische Tierwelt” von 1900 bis ca. 1970 mit viel farbenfreudigem Blechspielzeug, das es heute kaum noch gibt, zu sehen. Auch Kunst- und Technikmuseum haben Interessantes zu bieten. Lassen Sie sich einfach überraschen!

 Fotos: Bednarz

Gesundheitsvorsorge

(Gerda Bednarz).  Schon zum 19. Mal hatte das Tumorzentrum Magdeburg/Sachsen-Anhalt e.V. zu einem Familien-Infotag „Aktiv gegen Krebs” in die Johanniskirche eingeladen.

Die Sozialministerin Petra Grimm-Benne als Schirmherrin und Prof. Dr. med. Thomas Fischer vom Tumorzentrum begrüßten die Gäste und wiesen auf Krebs als die zweithäufigste Todesursache in Deutschland hin. Die wichtigsten Anliegen sind Vorsorge und Früherkennung, um effektiv helfen zu können. Damit kann man nicht früh genug beginnen. Die Besucher konnten sich an vielen Ständen bei Fachärzten und anderen beratenden Experten über Hilfsmöglichkeiten für betroffene Menschen informieren oder ließen gleich mal ein aktuelles Blutbild machen. Krebs ist immer noch ein Schicksalsschlag für Betroffene und deren Angehörige, wenn auch in vielen Fällen Heilung möglich ist. Schon ab 20 Jahren gibt es viele staatlich geförderte kostenlose Vorsorgeprogramme, die noch nicht in ausreichendem Maße wahrgenommen werden. Jeder einzelne kann aber auch mit einem gesunden Lebensstil dazu beitragen, dass ein Krebsrisiko gemindert wird. Dazu gehören: Vermeidung von Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen und Alkohol sowie ballaststoffreiche Ernährung. Der Infotag hat gezeigt, so viele wollen helfen – wir sollten die Angebote auch annehmen!

Foto: Bednarz

Symbolischer Mauerfall

(Dieter Müller).  Ende August rückte schweres Gerät an und legte eine Mauer nieder, aber nicht irgendeine, sondern die bisherige Trennwand zwischen dem evangelischen und katholischen Grundstück auf jenem Gelände zwischen Petrikirche und Wallonerkirche, auf dem die „Ökumenischen Höfe“ entstehen.

Christen verschiedener Konfessionen, Bauleiter, Maurer und viele am Projekt Beteiligte waren gekommen, um diesen symbolischen Mauerfall mitzuerleben. Wichtiger als die Baumaßnahme aber ist, dass hier Vertreter der evangelischen und der katholischen Kirche gemeinsam den Segen gaben als Zeichen, dass Christen noch stärker zusammenrücken wollen. Schließlich standen sich ja einmal die verschiedenen Konfessionen gerade hier in Magdeburg feindlich gegenüber bis hin zur Zerstörung der Stadt im Dreißigjährigen Krieg. Nun ist auf diesem Gelände, das auch das ehemalige Hygiene-Institut einbezieht, ein großes ökumenisches, also ein gemeinsam-christliches Projekt geplant, zu dem auch ein neues Kloster der Prämonstratenser gehören soll. Diesen Orden gründete jener Norbert, der im 12. Jahrhundert Erzbischof von Magdeburg war und vieles zur Kultivierung des Landes beitrug. Auch sind hier die evangelische und die katholische Studentengemeinde zu Hause. Die Wallonerkirche gehörte einst zum Augustinerkloster, in dem Martin Luther zu Gast war und durch Predigten in der Johanniskirche die Reformation in Magdeburg auslöste. St. Petri war eine Kirche der Fischer, damals vor der Stadt gelegen, heute katholische Kirche und auch Universitätskirche. Lange nach Kriegsende waren beide Kirchen noch Ruinen. Schließlich erstanden sie dann in den 60er Jahren durch große Anstrengungen der Gemeinden wieder zu ihrer jetzigen guten Form. Wünschen wir also den „Ökumenischen Höfen“ eine gute Zukunft zur Bereicherung und zum Wohle unserer Stadt!

Foto: Müller (Im Hintergrund das ehemalige Hygiene-Institut)

Ernst Moritz Arndt

(Dieter Müller).  Wenn Arndt (1769-1860) auch nicht direkt etwas mit Magdeburg zu tun hat, so muss ihn doch ein Bauherr in Stadtfeld aus nationaler Begeisterung sehr geschätzt haben und schmückte deshalb sein Haus in der Arndtstraße mit einem kleinen Denkmal für diesen vielseitigen Schriftsteller, Dichter und Historiker.

Bekannt ist Arndt als Poet der Befreiungskriege gegen Napoleon. Seine patriotischen Gedanken kommen aber für unser Empfinden recht martialisch daher: „Der Gott, der Eisen wachsen ließ, der wollte keine Knechte, drum gab er Säbel, Schwert und Spieß dem Mann in seine Rechte …“. Ihn aber darauf zu reduzieren, würde Ernst Moritz Arndt nicht gerecht werden. Geboren auf Rügen, das damals zu Schwedisch-Vorpommern gehörte, setzte er sich zunächst für die Abschaffung der Leibeigenschaft ein. Er war Interessiert an vielen Wissenschaften, arbeitete auch als Hochschullehrer an den Universitäten Greifswald und Bonn, hielt sich in Russland auf und kämpfte für die Befreiung Deutschlands von der französischen Besetzung. Im Jahre 1848 war er Abgeordneter der ersten deutschen Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche und vertrat dort demokratische Prinzipien. Schulen, Kasernen, Schiffe und Aussichtstürme sind nach ihm benannt. Allerdings hat sich die „Ernst-Moritz-Arndt-Universität“ in Greifswald kürzlich von diesem Namen getrennt. Heute sieht man Arndt – auch wegen antisemitischer Äußerungen – doch kritischer als damals der Bauherr in Magdeburgs Arndtstraße.

Foto: Müller

Theodor Kozlowski

(Dieter Müller).  In einer lockeren Serie wollen wir uns künftig den weniger bekannten Denkmälern Magdeburgs zuwenden. Da steht,  wenn man von der Strombrücke kommt,  in der Eingangskurve zum Stadtpark ein Denkmal in Obelisk-Form. In Dankbarkeit ist es von den Elbschiffern dem Elbstrombaudirektor Theodor Kozlowski gewidmet, der im 19. Jahrhundert für wichtige Regulierungen unseres Flusses gesorgt hat, besonders für günstige Fahrwassertiefen. In Magdeburg ist  im Gebiet des Handelshafens eine Straße nach ihm benannt. Das Denkmal wurde schon 1905 errichtet, also bereits zu Lebzeiten Kozlowskis.

Theodor Kozlowski (1824-1905) war ein auf vielen Gebieten qualifizierter preußischer Ingenieur, der hier in Magdeburg von 1866 bis 1880 in der Wasserbautechnik arbeitete, der aber auch an vielen anderen Projekten beteiligt war, etwa im Straßen- und Eisenbahnbau. Also: Wenn Sie nächstens den Obelisken sehen, dann denken Sie an diesen tüchtigen und für Magdeburg und seine Elbe engagierten Ingenieur.

Foto: Müller