Dialog in der Bibliothek

(Gerda Bednarz).  Seit kurzer Zeit gibt es eine Schulbibliothek in der Magdeburger Grundschule Sudenburg Braunschweiger Straße. Die Initiative dazu kam von der Volkssolidarität  Ortsgruppe  Gartenstadt Reform.

 

Als die Reformer ihre Bibliothek einrichteten, bekamen sie auch viele Kinderbücher und Spiele geschenkt, die sie gern an Kinder weitergeben wollten. Ingrid Nagel, Gudrun Kaminski und Jutta Helbing organisierten den Kontakt mit der Schule und sind den Kindern auch bei der Auswahl und Ausleihe behilflich. Die Ausleihe könnte sonst nicht stattfinden, da der Krankenstand der Lehrer und Erzieher so hoch ist. Das ist doch wieder ein gutes Beispiel für einen erfolgreichen Dialog der Generationen!

Die Kapelle St. Gangolf

  (Gert Sommerfeldt).   Der bekannte Kupferstecher Caspar Merian (1627-1686) hat auf einem Stich die Silhuette der Stadt Magdeburg vor der Zerstörung 1631 bildlich festgehalten. 36 Kirchen und Kapellen sind dargestellt, dazwischen lagen bis zu 15 Klösterchen. Diese Bauwerke wurden dann in der Zeit der Reformation evangelisiert und danach zu Napoleons Zeiten sogar für das Militär zweckentfremdet und als Lagerhalle für Proviant oder militärisches Gerät genutzt. Einige kirchliche Bauten wurden auch demoliert.
So sind vom Fürstenwall aus auf dem Hof vom Domplatz Nr.4 noch bauliche Reste einer Kapelle sichtbar, deren Grundmauer der Romanik zugeordnet werden, während die drei heute noch sichtbaren Maßwerkfenster als Teil eines Chores in die Gotik weisen.

Sie gehörten zum Erzbischöflichen Palais. Bis zur Auflösung 1810 diente diese kleine Kapelle als Begräbnisstätte für die getrennte Bestattung von Herz und Eingeweiden für den Klerus in den gotischen Grabkammern. Aufgrund dieser Aufgabe wurde die ehemalige Stiftskapelle St. Gangolf von der Bevölkerung auch als „Kaldaunenkapelle“ bezeichnet. Sie wurde bis zum Abriss noch als Getreidespeicher genutzt.
St. Gangolf gilt in der katholischen Kirche als Heerführer, Heiliger und Märtyrer, der als Ritter aus Burgund im 8. Jhd. ermordet wurde.

 

Die Bahnhofsmission hat „Silberhochzeit“

(Dieter Müller ).  In diesem Frühjahr feiert die Bahnhofsmission ihr 25jähriges Bestehen seit ihrer Neugründung. Die geschah am 19. März 1992. Natürlich liegt der erste Start weit zurück. Nach Einzelgründungen durch die evangelische Kirche 1894 und durch die katholische Kirche 1895 vereinigten sich beide 1910 zur ersten ökumenischen Organisation, getragen von Diakonie und Caritas. Während Nazizeit und DDR gab es hier die Bahnhofsmission nicht, weil beide Systeme den christlichen Geist ablehnten. Ersatz leistete das Rote Kreuz.

Nach der Wende nahmen im Osten zehn Stationen diesen kirchlichen Dienst wieder auf, um Hilfen verschiedenster Art zu leisten. Stand anfangs die Hilfe für Reisende im Blick, so hat sich das Arbeitsfeld inzwischen wesentlich erweitert, nämlich hin zur ganzen Breite menschlichen Lebens: Obdachlose sind für Aufwärmen und eine Mahlzeit dankbar. Flüchtlinge suchen Rat. Einsame treffen sich hier. Psychisch Kranke, Hilflose und Verwirrte werden weiter vermittelt. Hilfe wird angeboten für sozial Benachteiligte, Betrunkene, Aggressive und Suizidgefährdete.

Die Arbeit leisten einige Hauptamtliche und mehrere Ehrenamtliche. Leider kann die Bahnhofsmission nicht mehr – wie früher – rund um die Uhr geöffnet sein, sondern wegen Personalmangels nur noch von früh bis nachmittags. Übrigens: Wer auch nur mal drei Stunden an einem einzigen Tag in der Woche mithelfen kann, ist hochwillkommen. Die Mitarbeiter leisten weiterhin gern ihren Dienst in jenem Geist, für den der Mensch eben nicht nur vom Brot allein lebt. Damit aber auch Freude und Dank nicht zu kurz kommen, lädt die Bahnhofsmission für Anfang April zu einer Festwoche ein.