Blumenstrauß des Monats Dezember 2017

Wir sagen Dankeschön

(Heidi Brosza).  Wir trafen Doris Bräsecke mitten in einer Schar munterer Schulkinder der Lerngruppe 5 mit ihrer Lehrerin Frau Armgard in der Grundschule Leipziger Straße. Hier versteht es die fast 90-Jährige seit nunmehr 9 Jahren bei „ihren Schützlingen“ die Freude am Lesen zu wecken, übt mit ihnen Worte, Sätze, das Erfassen des Gelesenen und führt auch genau Buch über die erreichten Ergebnisse zur Information an die Lehrerin. Die Kinder wollen ihre „Leseomi“ nicht missen, das verrieten uns die strahlenden Kinderaugen. Sie liest auch in weiteren Lerngruppen einmal wöchentlich vor, und ist als Ersatzomi, die bei allen Fragen eine Antwort weiß, sehr beliebt. So kommt es auch vor, dass Schulkinder mit der Klassenlehrerin bei der Leseoma klingeln und sie zu Anlässen mit einem Dankeschön überraschen.

Doris Bräsicke bringt sich seit 2008 als aktives Mitglied der Arbeitsgruppe „Dialog der Generationen“ ehrenamtlich auch im Projekt „Willkommen in Magdeburg“ ein. Sie hat über Jahre zwei chinesische Studenten und ihre Partner liebevoll betreut. Noch heute haben die jungen Leute Kontakt zu ihrer lieben Oma Doris, und sie ist auf deren Werdegang zu Recht stolz.

Anlässlich ihres bevorstehenden 90.Geburtstages in diesem Monat sagt die Arbeitsgruppe „Dialog der Generationen“ gemeinsam mit der Redaktion des Magdeburger Kurier Dankeschön für diesen vorbildlichen ehrenamtlichen Einsatz.

Unter dem herzlichen Beifall der Schulkinder, deren Lehrerin und einigen Mitstreitern des

Dialogs überreichten wir Doris Bräsecke mit den besten Wünschen für Gesundheit, Freude und weiterhin viel Schwung und Kraft den von Blumen-Bienert wunderschön gebundenen Dankeschön-Blumenstrauß des Monats Dezember.

Foto: Brosza

Bundesverdienstkreuz für Gisela Meinschenk

(Siegfried Brosza). Es war eine würdige und eindrucksvolle Veranstaltung im Palais am Fürstenwall, auf der Ministerpräsident Reiner Haseloff  im Auftrag unseres Bundespräsidenten fünf verdienstvolle Ehren-amtliche ausgezeichnet hat. Ganz besonders freut es uns, dass mit Gisela Meinschenk „eine von uns“ zu den Ausgezeichneten gehört.

Wir waren Ende der 90er Jahre ein kleines motiviertes Häuflein und wollten ehrenamtlich etwas für die Gemeinschaft tun. Und so gründeten wir in der Seniorenvertretung eine Arbeitsgruppe nach der anderen. Gisela Meinschenk zog es zum „Dialog der Generationen“. Dort leitete sie über ein Jahrzehnt lang mit großer Zuverlässigkeit das überaus erfolgreiche Projekt  „Magdeburger Senioren und ausländische Studenten im Dialog“. Sie gehörte zu den ersten 11 Gastfamilien im Jahr 2002 und betreute selbst 4-5 chinesischen Studenten. Ihrer Einsatzbereitschaft ist es zu verdanken, dass dieses Projekt mehrmals landes- und bundesweit geehrt und ausgezeichnet werden konnte. Darüber haben wir im  „Magdeburger Kurier”, der seit 1994 Monat für Monat über ehrenamtliche Aktivitäten in der Magdeburger Seniorenszene informiert, natürlich gern und oft berichtet. In besonderer Erinnerung geblieben ist mir der Besuch von 40 Gasteltern im Jahre 2013 in der Botschaft der Volksrepublik China, zu dem der Botschafter als Zeichen seines Dankes für die Betreuung der chinesischen Studenten eingeladen hatte.

Liebe Gisela, Du hast Dich „um unser Land und das Gemeinwohl verdient gemacht“. Diesen Worten unseres Ministerpräsidenten schließen wir uns an, sagen Danke für Dein unermüdliches Engagement und gratulieren zu dieser hohen Auszeichnung. Wir wünschen Dir Gesundheit und weiterhin viel Freude bei der ehrenamtlichen Arbeit.

Foto: Staatskanzlei/Ines Berger

Deutschland liest vor

(Gerda Bednarz).  Einmal im Jahr ist deutschlandweit Vorlesetag. Die AG „Dialog der Generationen“ beteiligt sich unter dem Motto „Deutschland liest vor – Magdeburg liest mit“ schon seit vielen Jahren daran und erhielt u.a. für dieses Projekt den Deutschen Vorlesepreis.

Am 18. 11. war es wieder soweit. Ich begleitete Heidi Köppert vom Dialog in die Grundschule Leipziger Straße. Dort las sie in der „Schildkröten-Lerngruppe“ vom Geburtstag der Schildkröte. Die Kinder der „Igel-Lerngruppe“ erfuhren aus dem Vorlesebuch, wie die winzig kleinen Igel groß werden, was ihnen schmeckt und wer ihre Feinde sind.

In der 3. Klassen waren Magdeburger Sagen an der Reihe, z.B. über Till Eulenspiegel.

Den Kindern hat`s viel Spaß gemacht. Sicher werden einige von ihnen mal selbst zum Buch greifen.

Foto: Bednarz

Der goldene Himmel

(Dieter Müller).  Bei dem Altar in Magdeburgs Kathedrale St. Sebastian – wie auch bei vielen anderen mittelalterlichen Altären – fällt die enorme Vergoldung auf. Zwar ist da nur wenig Edelmetall verarbeitet, denn es handelt sich ja um hauchdünne Folien.

Aber welchen Sinn hat das?  Gold ist ein Bild: Gold bedeutet Himmel. Es soll also ausgedrückt sein, dass die Dargestellten im Himmel sind. Damit kommt es aber gleich zum nächsten Bild, denn dieser Himmel ist nicht das Blaue über uns mit Sonne, Mond und Sternen, sondern jene geistige Innenseite der Welt, an die sich Menschen im Gebet wenden: „Vater unser im Himmel…“ und in die sie – nach christlichem Glauben – mit dem Tod ganz eintreten. Die Engländer haben es da sprachlich besser. Sie unterscheiden den „sky“, der zuständig ist für Wetter und Sterne, vom „heaven“, in den die Heiligen einmarschieren, wie es in einem Spiritual heißt. Der Altar ist also nicht nur schön und kunsthistorisch wertvoll, sondern auch ein Zeichen, das auf ein Ziel hinweist. Begonnen hat das mit dem Weihnachten vor 2017 Jahren. Und auch heute noch ist es ein besonderes Erlebnis, diesen eindrucksvollen Altar insbesondere zum Weihnachtsfest zu bewundern. In der Mitte des Altars steht Maria mit dem Jesuskind, gleich daneben aber – gegen alle Idylle – der Diakon Stephanus, der wegen seines Glaubens gesteinigt wurde.

 Foto: Müller

Magdeburg und der Weihnachtsstern

(Dr. Christl Korb).  Im Winter und besonders in der Weihnachtszeit schmückt der Weihnachtsstern bei uns nahezu jede Wohnung. Ihren Ursprung hat die Pflanze in den tropischen Laubwäldern Mexikos, Mittel-und Südamerikas. Alexander von Humboldt brachte sie 1804 erstmals nach Europa und 1828 nahm sie der amerikanische Botschafter in Mexiko in seine Heimat nach South Carolina mit. Sie erhielt 1836 den Namen „Poinsettia“. Unter diesem Namen wurde der Weihnachtsstern zunächst bekannt. Der Magdeburger Lehrer Albert Ecke, der  1902 mit seiner Familie nach Amerika ausgewandert war, baute um das Jahr 1911 auf seiner  Ranch in Hollywood auch Obst und Gemüse an. Als Pflanzenliebhaber zogen ihn die verwilderten Weihnachtssterne in den Bann. Er baute sie auf Feldern an und verkaufte die Zweige zunächst als Schnittblumen. Sein Sohn Paul vermarktete ihn schließlich als Weihnachtssymbol unter dem Namen Weihnachtsstern.

Im Ursprungsland Mexiko wird er als „Blume der heiligen Nacht“ bezeichnet. Die Wildpflanzen wurden zu Topfpflanzen kultiviert und  30 unterschiedliche Sorten gezüchtet. Stecklinge konnten so in die ganze Welt verschickt werden.

Denken Sie beim Anblick ihres Weihnachtssterns daran – eine Magdeburger Familie hat es ermöglicht, dass wir uns in ganz Europa an dieser Pflanze mit den farbigen Blättern erfreuen können.

Foto: Korb