Blumenstrauß des Monats August 2018

Wir sagen Dankeschön

(Heidi Brosza).  Doris Radecke suchte im Oktober 1998 zum ersten Mal die Räume des  Alten-und Service-Zentrums (ASZ) Cracau auf. Sie wollte nicht mehr allein zuhause sitzen, suchte dort soziale Kontakte. Das ist jetzt 20 Jahre her. Inzwischen findet man die agile 75-Jährige täglich hier, das ASZ ist zu ihrer zweiten Heimat geworden. Hier gehört sie zu den einsatzbereiten Ehrenamtlichen, die die vielfältigen Angebote aktiv unterstützen und auch neue Ideen entwickeln. Sie hat schon vieles ausprobiert, sang im Chor mit, schwang 10 Jahre lang  ihr Tanzbein in der Tanzgruppe, spielt für ihr Leben gern Räuberrommè und bringt ihr Talent in der Handarbeitsgruppe des ASZ ein. Dort werden in gemütlicher Runde wahre Kunstwerke angefertigt, die für die Beschaffung neuer Materialien verkauft oder für einen guten Zweck verschenkt werden wie z.B. die Teddies vor einigen Jahren an einen Kindergarten. Das ASZ bietet jetzt auch gemeinsam mit der Stadtbibliothek eine sogenannte „Medienbox“ an, von der Bücher, Hörbücher oder CD`s ausgeliehen werden können. Doris Radecke hat ehrenamtlich die Buchausleihe übernommen, die sie gemeinsam mit der Leitung des ASZ noch populärer machen will. Für all diese Aktivitäten möchte das ASZ Cracau ihr einmal Danke sagen und so baten sie den Magdeburger Kurier, Doris Radecke mit dem Dankeschön-Blumenstrauß des Monats auszuzeichnen.

Wir sind dem gern gefolgt und überreichten der überraschten Seniorin den von Blumen-Bienert wunderschön gebundenen Strauß mit vielen guten Wünschen für weitere Erfolgserlebnisse bei  ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit.

 Foto: Brosza

Kochen macht Spaß

(Gerda Bednarz).  Unsere fünf Magdeburger Alten- und Service-Zentren (ASZ) sind sehr kreativ. Da wird nicht nur Kaffee getrunken oder Rommé gespielt, es gibt auch Englischkurse und Smartphone-Sprechstunden, Chorsingen und Literaturkreis, Walkingtreffs, Sporttanz, Vorträge und vieles mehr. Ich wollte unbedingt mal an einem „Gemeinsamen Kochen” teilnehmen, sehen und schmecken, was andere Leute auf ihre Teller zaubern. Im ASZ Sudenburg wurde das schon zum zweiten Mal angeboten, und da wollte ich dabei sein. Krautgulasch mit Kartoffeln, nach einem alten DDR-Rezept sollte es geben. Sie glauben gar nicht, wie schnell das geht, wenn 6-8 Leute gleichzeitig Weißkohl in Streifen schneiden, Zwiebeln und Fleisch würfeln, Kartoffeln schälen und in Stücke teilen.

Inzwischen war ein großer Topf auf dem Herd für die verschiedenen Zutaten bereit und nach und nach duftete es in der Küche ganz lecker. Kartoffeln wurden etwas später extra gekocht. Aber derweil konnte im Saal schon der Tisch gedeckt werden und die fleißigen Kochleute tauschten ihre Erfahrungen über alte Rezepte aus Mutters oder Großmutters Zeiten aus. Frau von Hintzenstern, die stellvertretende Leiterin des ASZ, hat sich eifrig Notizen gemacht und wird sicher in einer der nächsten Kochveranstaltungen Vorschläge daraus probieren. Dann war es endlich soweit – es hat prima geschmeckt. So etwas machen wir mal wieder!

Foto: Bednarz

Zu Gast beim Club 50 e.V.

(Gerda Bednarz).  Der Club 50 ist einer der aktivsten und ältesten Vereine in der Magdeburger Seniorenszene. Er besteht schon seit 1992. Und bei jeder der wöchentlichen Veranstaltungen gibt es nach den organisatorischen Hinweisen, den anfallenden Geburtstagsglückwünschen (selbstverständlich mit Ständchen) und dem obligatorischen Kaffeetrinken immer ein Programm. Letztlich war der singende Tierarzt Dr. Volker Nakel zu Gast. Er erzählte zunächst über seine beiden Studien (Tierheilkunde und Musik), seine Zusammenarbeit mit Chören und Orchestern, seinen Aufenthalt in Angola und sein jetziges Mitwirken im Magdeburger Exaudi-Chor.

Und dann trug er den aufmerksamen Zuhörern eine breite Palette von Arien aus bekannten Operetten und Opern vor, die mit viel Beifall aufgenommen wurden. Von Strauß`s „Freunde, das Leben ist lebenswert”, über Mozarts „Vogelfängerlied” aus der „Zauberflöte”, Lieder aus Millöckers „Bettelstudent” oder Kalmans „Csárdásfürstin” und vielen anderen bis zu Benatzkys „Im weißen Rössl” – es war ein wunderschönes buntes Programm, für das sich Maritta Nitzsche, die Leiterin des Clubs, ganz herzlich im Namen aller Anwesenden bei dem singenden Tierarzt bedankte.

 Foto: Bednarz

Die Trauernde Magdeburg

(Doris Franke).  Die Skulptur „Trauernde Magdeburg“ im Eingangsbereich der Johanniskirche gilt als  Symbol für die Zerstörung unserer Elbestadt im Zweiten Weltkrieg, weil sie die verheerenden Bombenangriffe am 16. Januar 1945 unversehrt in dieser Kirche überstanden hat. Sicher nicht allgemein bekannt ist, dass diese Plastik ein Nachguss ist und der Stadt Magdeburg vom Fabrikbesitzer Eugen Polte 1906 zum Geschenk gemacht wurde. Das Original ist 150 Jahre alt und Teil des größten deutschen Reformationsdenkmals in Worms.

Dieses wurde 1856 bis 1868 von Ernst Rietschel entworfen und von Adolf Donndorf ausgeführt.  Die Zentralfigur auf dem 12,55 m breiten Granitunterbau ist Dr. Martin Luther im Predigerrock, barhäuptig, und in der linken Hand hält er die Bibel. Auf dem Block steht: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders, Gott helfe mir, Amen“. Um ihn herum stehen zahlreiche Persönlichkeiten, so der Kurfürst Friedrich der Weise, Philipp Melanchton und Jan Hus.  Das Motiv zur Errichtung dieses Denkmals war neben dem Thesenanschlag 1517 Luthers Rolle auf dem Wormser Reichstag 1521, als er vor Kaiser Karl V. seine Thesen verteidigte. Weitere Reliefs, Allegorien auf historische Ereignisse und figürliche Darstellung von früheren Kirchenreformern schmücken dieses gewaltige Gebilde. Unter den Zinnen befinden sich die Wappen von 27 Städten, die sich der Reformation angeschlossen hatten.

Auf  der Figur der „Trauernden Magdeburg“ steht die Zahl 1631, ein Bezug auf die Zerstörung und Plünderung von Magdeburg durch Tilly im Dreißigjährigen Krieg.

Fotos: Franke

Pechau und die Klusbrücke

(Doris Franke).  Seit der Eingemeindung 1994 gehört Pechau als kleinster und grünster Stadtteil zu Magdeburg. Das Elbauendorf liegt in einer abwechslungsreichen Kulturlandschaft mit einem See, ist umgeben von Elbe, Alter Elbe, dem Naturschutzgebiet Kreuzhorst, dem Umflutkanal  und dem Klusdamm. Seine erste Erwähnung hatte Pechau  948 in einer Urkunde von Otto I.. Auf dem Gemeindehof in der Breiten Straße können Rekonstruktionen slawischer Hütten und eine Ausstellung über die slawische Besiedlung im 8.-12. Jahrhundert besichtigt werden. Am Ende Straße befindet sich der Hügel der historischen Slawenburg, das Alte Dorf. Der Klusdamm, eine alte Heer und Landesstrasse, wurde 1150 erstmals erwähnt. Er war als Knüppeldamm im Mittelalter der einzige hochwassersichere Zugang durch das sumpfige und unwegsame Gebiet die Elbe-Ehle-Niederung. Anfang des 15. Jahrhunderts wurde er von Flamen  als steinerner Damm aus Sandstein als Hauptweg von Magdeburg in Richtung Osten ausgebaut und sorgte nun auch bei Hochwasser für eine freie Querung der Auenlandschaft. Er bestand aus einer Vielzahl steinerner und hölzerner Brücken und hatte eine Länge von 7,6 km mit 5,7 m Breite und einer Höhe von 2,5 m. Am östlichen Ende des Dammes befand sich eine Mönchsklause mit Herberge. Vermutlich deshalb der Name Klusdamm. Bei kriegerischen Auseinandersetzungen wurde der Damm mehrfach zerstört, jedoch immer wieder aufgebaut. Erst mit dem Bau der Berliner Chaussee in Magdeburg als Hauptverkehrsstraße in Richtung Osten 1823 verlor der Klusdamm seine Bedeutung und dient heute nur zum Teil noch als Rad- oder Wanderweg.

Die Anfang des 15. Jahrhunderts gebaute Klusbrücke über die Ehle ist das einzige Überbleibsel der Brückenkette und das älteste verkehrstechnische Denkmal im Raum Magdeburg. 2017 wurde sie umfassend nach historischem Vorbild saniert und ist ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer und Radfahrer. Die 40 m lange und 4 m hohe Klusbrücke hat zwei Bögen mit einer Spannweite von 5 bzw. 7 m. An einem der Bögen ist ein Wappenstein von Magdeburg angebracht.

Foto: Franke