Sehenswert: Das Jagdschloss Letzlingen

  (Doris Franke).  Im Gebiet der Colbitz – Letzlinger Heide liegt der größte zusammenhängende Lindenwald Europas. Verbunden mit der Geschichte des Ortes Letzlingen war zu allen Zeiten die Bewirtschaftung des Waldes und die Jagd. Der Kurfürst Johann Georg von Brandenburg schätzte den Wildreichtum dieser Gegend, erwarb zahlreiche Besitzungen und ließ zwischen 1559 und 1562 eine Jagdburg errichten. Sie erhielt den Namen „Hirschburg“, war eine kastellartige Anlage mit Wildgehege, von einer Ringmauer und einem Wassergraben umgeben. Ab Anfang des 17. Jahrhunderts verliert das Anwesen seine repräsentativen Funktionen, ist lange Zeit unbewohnt, diente später als Wohnung für Forstbeamte.

Im 19. Jahrhundert war es erneut ein Hohenzoller, der die Hirschburg auf einer Reise durch die Altmark für seine Jagdleidenschaft entdeckte. Friedrich Wilhelm IV., 1841 zum preußischen König gewählt, veranlasste den Umbau der verfallenen Jagdburg in ein Schloss im  neugotischen Stil.

Der Bau mit seinen Türmen, Zinnen und dem Wassergraben erinnert an britische Adelsburgen. Im Innern wurden die Räume für den Empfang hoher Jagdgäste hergerichtet. Von 1843 bis 1913 fanden in der Heide die „Letzlinger Hofjagden“ statt. Prominente Staatsmänner waren als Jagdgäste vertreten, u.a. Otto Fürst von Bismarck, Zar Peter Alexander II., Hindenburg und der spätere österreichische Kaiser Franz Joseph I.. Nach dem Ende der Monarchie wurde das Schloss als Schule genutzt, später als Lazarett, von 1945 bis 1991 als Krankenhaus. Nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten gehören das ehemalige Jagdschloss und die gegenüberliegende Schlosskirche zur Kulturstiftung Sachsen Anhalt.

Seit Anfang April hat Letzlingen seine Kaiser zurück. Im Museum des Schlosses hängen nun Ölgemälde von Wilhelm I., Wilhelm II. und Friedrich II. Das Schlossensemble wird gastronomisch als Hotel und Restaurant genutzt, Trauzimmer, Kaisersaal und die interessanten Expositionen in den Museumsräumen  können Die – So von 10-16 Uhr besichtigt werden.

Fotos: Franke