Spannende Einblicke

Der Elbe-Pegel

(Dieter Müller).  Da kommen Mütter mit Kinderwagen, Radfahrer steigen kurz ab, greifen zu Kamera oder Smartphone und machen Fotos vom Pegelstand unseres Flusses. Als wir neulich dort waren, machte gerade ein Mitarbeiter seinen Kontrollgang. Meine Frau sprach ihn an und wir hörten erfreut sein Angebot: „Wenn Sie etwas Zeit haben, zeige ich Ihnen gern die Anlage.“ Und so durften wir den inneren Bereich des Pegels betreten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dort gibt es drei voneinander unabhängige Messgeräte. Zum einen wird der Wasserstand angezeigt von einem Schwimmer in einem Brunnen, der mit der Elbe verbunden ist. Ein Draht überträgt den Wert an ein elektronisches Gerät, das dann die große Anzeigetafel steuert. Ein weiteres Messgerät besteht aus einem tief in die Elbe ragenden Rohr, von dem aus der Druck der darüber liegenden Wassersäule gemessen wird, woraus sich auf den Wasserstand schließen lässt. Hinzu kommt noch ein weiteres Druckmessgerät. Und das alles wird dann in einem kleinen Raum elektronisch registriert und weitergemeldet. Im Außenbereich gibt es auch noch verschiedene Pegel. Der älteste besteht aus eingemeißelten Rillen in der Ufermauer, ein weiterer aus schön gestalteten Emaillekacheln, und schließlich gibt es dort auch die bekannten gelb-schwarzen Latten.

Hier in Magdeburg wird seit 1721 der Wasserstand der Elbe gemessen. Noch Anfang Dezember 2018 zeigte die Tafel nur 56 Zentimeter. Der Wasserstand hatte sich bis dahin vom dramatischen Sommertief von 45 Zentimetern noch nicht wesentlich erholt. Der Klimawandel mit seinen Extremwetterlagen ist also in vollem Gang. Inzwischen beginnt Regen den Pegelstand zu normalisieren, so dass endlich auf der Elbe wieder Schiffe fahren können.

Fotos: Müller