Seniorenpolitik ohne Senioren?

(Siegfried Brosza).  In seiner Dezembersitzung hat der Magdeburger Stadtrat die Fortschreibung des Seniorenpolitischen Konzepts der Landeshauptstadt für den Zeitraum 2018 bis 2022 beschlossen, obwohl der Seniorenbeirat dieses Konzept abgelehnt hat. Stadtrat und Verwaltung brüskieren damit einen Partner, den sie selbst als Interessenvertretung der älteren Einwohner/innen anerkannt haben. Zudem missachten sie eigene Beschlüsse, denn die Seniorenpolitischen Leitlinien legen verbindlich fest, dass bei seniorenpolitischen Entscheidungen die Interessenvertretung einzubeziehen ist. Das fortgeschriebene Konzept wird vom Beirat abgelehnt, weil es die grundlegenden Belange der älteren Bürger nicht ausreichend berücksichtigt. Außerdem fordert der Seniorenbeirat die gleichen Rechte wie die Gleichstellungs-, Kinder- und Behindertenbeauftragten, z.B. Rederecht im Stadtrat. Angesichts dieser Konstellation sollten sich Verwaltung und Stadtrat die Frage stellen, wie ein so grundlegendes Konzept ohne Zustimmung des wichtigsten Partners mit Leben erfüllt und die künftige Zusammenarbeit gestaltet werden soll.

Wir Magdeburger Seniorinnen und Senioren sollten unseren Beirat bei der Durchsetzung dieser berechtigten Forderungen unterstützen. Eine gute Gelegenheit werden die im Mai anstehenden Kommunalwahlen sein. Unsere Stimmen haben ein großes Gewicht!  Diese sollten wir sie den Kandidaten geben, die sich zu den berechtigten Forderungen unserer Interessenvertretung bekennen.