Erinnerungen an den 16. Januar

(Dieter Müller).  Bei meinem ersten Blick auf Magdeburg im Jahre 1947 sah ich durch die hohlen Fenster des Hauptbahnhofs nur eine große und weite Trümmerfläche, aus der einzelne Ruinenstümpfe herausragten. Das Stadtzentrum war ausgelöscht. Ich erfuhr, dass dies das Ergebnis des Luftangriffs vom 16. Januar 1945 war. Und diese Katastrophe war wiederum die schlimme Folge von Hitlers verbrecherischem Krieg.

Seither gedenken die Magdeburger der Zerstörung ihrer Stadt, lassen durch Berichte von Überlebenden die Ereignisse jenes Abends im Januar 1945 wieder ins Bewusstsein treten und nehmen das Datum zum Anlass, um auf die ja keineswegs selbstverständliche Erhaltung des Friedens hinzuweisen. Die Kirchen tragen dieses Anliegen mit durch Friedensgebete und das alljährliche Gedenken am Barlach-Mahnmal im Dom. In der Stunde des Angriffs läuten die Glocken der Stadt. An der von Heinrich Apel geschaffenen Tür der Johanniskirche findet man ein Relief des  brennenden Magdeburg. Nun aber ist seit einiger Zeit mit Erschrecken zu bemerken, dass die Nachfolger gerade jener Leute, die den Krieg verursacht haben, diesen Termin für ihre Propaganda missbrauchen. Dem sollten und können wir entgegentreten und uns für ein weltoffenes Magdeburg einsetzen unter dem Motto „Eine Stadt für alle“.

Bildquelle: Stadtplanungsamt