Der Adventskalender

(Dr. Christl Korb).  Wann ist denn nun endlich Weihnachten, wie lange dauert es denn noch, fragen die Kinder. Da hilft ein Adventskalender, der die Zeit vom 1. bis 24. Dezember für die Kinder und inzwischen auch für viele Erwachsene „spannend“ macht. Dieser christliche Brauch reicht bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Im Dezember wurden 24 Bildchen nach und nach an die Wand gehängt. Oder die Eltern malten 24 Kreidestriche an die Tür, jeden Tag wurde einer weggewischt. In anderen Gegenden legte man ab dem 1. Dezember jeden Tag einen Strohhalm in die Krippe. 1902 veröffentlichte eine Hamburger Buchhandlung erstmals einen gedruckten Kalender in Form einer Weihnachtsuhr. Einen Bogen mit 24 Bildern zum Ausschneiden, kombiniert mit einem Bogen zum Aufkleben, brachte 1903 der Münchner Gerhard Lang auf den Markt. 1920 erschienen die ersten Kalender mit Türchen zum Öffnen, dahinter waren Bilder zu sehen. Seit den 1950er Jahren ist der Adventskalender flächendeckend verbreitet, er ist zur „Massenware“ geworden. 1958 erschien der erste mit Schokolade gefüllte Kalender. Die Vielfalt nahm dann von Jahr zu Jahr zu. Man begann, die Kalender selbst zu basteln, individuell mit viel Leidenschaft und Ideenreichtum zu gestalten und zu befüllen.

Aber es gibt nicht nur die „normalen“ Kalender. So kann man in Leipzig den weltgrößten  Kalender in der Böttchergasse bestaunen, er hat eine Größe von 857 m2. Schon eine Kalendertür ist 3x 2 m groß. In vielen Städten werden zur Adventszeit die Fassaden der Rathäuser zu Kalendern umfunktioniert. Heute ist der Adventskalender bei Kindern und Erwachsenen gleichermaßen beliebt.

Foto: Korb