Der “Wollapfel”

Wie wäre es mit Quittengelee?

(Dr. Christl Korb).  Während unsere Großmütter und Urgroßmütter die Quitte noch in der Küche verarbeitet haben, ist sie in der heutigen Zeit nahezu in Vergessenheit geraten. Die Frucht, die mal einer Birne, mal einem Apfel ähnelt, stammt ursprünglich aus Westasien. Im Kaukasus soll sie schon vor rund 4.000 Jahren angebaut worden sein. Im antiken Griechenland wurde sie erstmals um 600 v. Chr. beschrieben. Die Quitten wurden mit Honig eingekocht. Das sogenannte “Melimelon” diente den Kranken als Kraftspender und den Reisenden als Proviant. Bei den Römern wird die Quitte erst um das Jahr 200 v.Chr. erwähnt. Sie nannten die Frucht aufgrund ihrer flaumigen Schale “Wollapfel” und brachten sie bis nach Mitteleuropa. Hier werden sie seit dem 9. Jahrhundert angebaut, die Früchte sind allerdings für den Rohverzehr nicht geeignet, da sie hart und bitter sind.

Die Quitte ist in erster Linie ein Nahrungsmittel. Sie enthält viel Vitamin C, Kalium, Natrium, Zink, Eisen, Kupfer, Mangan und Fluor, aber auch Gerbstoffe, Gerbsäure, Pektin und Schleimstoffe. Man kann aus ihr Marmelade, Gelee, Kompott, Mus und Saft herstellen, aber auch Likör, Wein und Schnaps. Eine Besonderheit ist das Quittenbrot. In Spanien und Portugal ist es eine traditionelle Süßigkeit in der Weihnachtszeit.  Als Heilmittel hat schon Hippokrates die Quitte verordnet. Sie soll die Verdauung fördern, bei Erkältungen helfen und Hautentzündungen lindern. Sollten Sie an einem Baum eine apfel-oder birnenähnliche „quittegelbe“ Frucht mit einem intensiven angenehmen Geruch finden, dann ist es wahrscheinlich eine Quitte.

Foto: Korb