Blumenstrauß des Monats April 2018

Wir sagen Dankeschön 

(Heidi Brosza).  Bei einem Besuch im Alten-und Service-Zentrum (ASZ) Sudenburg überraschten wir fünfzehn sangesfreudige Seniorinnen bei ihrer Probe, darunter natürlich ihre „Chefin“, die fast 83-jährige Hannelore Schwantes. Julia von Hintzenstern von der Leitung des ASZ hatte sie für den Blumenstrauß des Monats vorgeschlagen. Hannelore Schwantes leitet den Frauensingekreis der Einrichtung seit rund zwei Jahren, vorher war sie 31 Jahre lang Chorleiterin des ursprünglich vom DFD gegründeten Frauenchors Magdeburg-Mitte, der sich aus Altersgründen aufgelöst hat. Sie übernahm auch von1986 bis 2002 die Leitung des Volkschors  Magdeburg von ihrem 2002 verstorbenen Ehemann, dem  geschätzten Chorleiter und Komponisten Siegfried Schwantes.

Einmal in der Woche wird nun hier im ASZ geübt unter dem Motto: „Singen im Chor ist doch am schönsten“ und man sieht, es hält auch jung! Wir über-reichten Hannelore Schwantes den wiederum wunderbar von Blumen-Bienert  gestalteten Blumenstrauß mit einem großen Dankeschön für diesen ehren-amtlichen Einsatz unter dem herzlichen Beifall aller Sängerinnen. Verabschiedet wurden wir mit einem schwungvollen Frühlingskanon, der schon Vorfreude auf kommende Auftritte weckte.  Der nächste große Auftritt steht schon fest. Er wird am Mittwoch, den 2. Mai ab 10.00 Uhr im Rahmen des Kulturtages im ASZ Sudenburg sein. Kommen Sie einfach zu diesem Kultur-genuss vorbei.

 Foto: Brosza

Schattenwand

(Gert Sommerfeldt).  Ein breitgefächertes farbiges Strahlenbündel an der Hauswand der Jakobstraße 34 leuchtet nach Einbruch der Dunkelheit und zieht die Blicke der Vorübergehenden auf sich. Es ist eine Lichtinstallation des französischen Künstlers Yves Charnay, der bereits in seinem Heimatland derartige Blickpunkte schuf.

Bei uns ließ er drei farbige Lichtquellen in weiß,  grün und blau sowie Lamellen an die Hauswand bringen. Unsere Erfahrung ist, dass in einen Lichtstrahl eingebrachte Elemente einen grauen bis schwarzen Schatten werfen. Werden jedoch farbig abgestufte Farbstrahler eingesetzt, kommt es zu einer Reflektion und die Streifen erstrahlen in der komplementären Farbe. Das kann man überall dort sehen, wo verschiedenfarbige Lichtquellen einen Gegenstand beleuchten, so in Schaufenstern von Geschäften.

Sehr anschaulich im Großformat an der Hauswand der Jakobstraße angebracht, könnte die nächste Installation als optisches Phänomen auf dem Gelände der Uni installiert werden. Bereits Otto von Guericke wies in seinem Experiment im 17. Jhd. nach, dass der Schatten eines Gegenstandes bei unterschiedlichen Lichtquellen farbig empfunden wird, so wie es heute schon als Installation zu sehen ist.

Foto:  Sommerfeldt

 

Erfolgreiches “GeWinn – Projekt”

(Gerda Bednarz).  Nach umfangreicher Vorbereitung wurde im Februar 2017 das Gruppenprogramm im Forschungsprojekt “GeWinn – Gesund älter werden mit Wirkung” der Hochschule Magdeburg-Stendal(HS) unter Leitung von Frau Prof. Dr. Kerstin Baumgarten und verschiedenen Alten- und Service-Zentren(ASZ) gestartet. Inzwischen ist ein Jahr vergangen,  Studenten und Senioren haben viel miteinander kommuniziert, gearbeitet, Ansichten ausgetauscht, Neues kennengelernt und auch ein bisschen gefeiert. Nun wird es am 18. April 2018 einen gemeinsamen Abschlussworkshop an der Hochschule geben. Dabei sollen Eindrücke und Erfahrungen vermittelt und über eine eventuelle Fortführung des Programms diskutiert werden. Eine Einladung dazu hatten zwei wissenschaftliche Mitarbeiterinnen der HS auch beim Arbeitskreis  “Senioren im Ehrenamt” überbracht und damit viel Interesse geweckt.

Die bisherigen Teilnehmer sollen bis zum Workshop einen 22seitigen Fragebogen zu Lebensqualität, Gesundheitskompetenz, Mediennutzung und zum Gruppenprogramm ausfüllen, der dann ausgewertet und für die weitere Arbeit genutzt werden kann. Wir sind sicher, dass das Motto des Programms “Das tut mir gut! Gemeinsam aktiv und gesund älter werden” als positiv bewertet wird. Für die Gruppe “Bürgerhaus Kannenstieg” war es auf jeden Fall ein Gewinn.

Foto: Bednarz

Mit Schirmer, Charme und Melone

(Gerda Bednarz).  In der Magdeburger „Zwickmühle” gab es wieder prominenten Besuch. Lothar Schirmer hatte den ersten Ministerpräsidenten eines deutschen Bundeslandes, der der Partei DIE LINKE angehört, Bodo Ramelow, als Gast eingeladen – die Mühle war voll.

Der gebürtige Niedersachse kam schon 1990 nach Thüringen, um als parteiloser  Gewerkschaftsfunktionär beim Aufbau der ostdeutschen Gewerkschaften (HBV – Ver.di) zu helfen. Er muss seine Arbeit wohl gut gemacht haben, denn 1999 setzte ihn die PDS auf die Landesliste, er kam in den Thüringer Landtag, 2005 in den Bundestag, 2009 wieder in den Landtag und wurde am 5. Dez. 2014 zum Ministerpräsidenten gewählt. Ramelow ist bekennender protestantischer Christ, alle seine Verwandten sind CDU-Anhänger. Und eigentlich sollte er ja Pfarrer oder Bäcker werden. Freimütig erzählte er von seiner Legasthenie, die als Kind nicht erkannt wurde und von seinen anfänglichen Schwierigkeiten im Beruf. Aber er konnte vieles nachholen und wurde Gewerkschaftssekretär in Hessen. Dann kam die Wende. Ramelow hatte die ehemalige DDR aufgrund von Verwandtenbesuchen in der Altmark (sein Vater stammt aus der Nähe von Salzwedel) bereits etwas kennengelernt. Vieles wusste er auch nicht und findet schade, dass man von bewährten Systemen wie acht Jahre gemeinsames Lernen in der Schule vor dem Gymnasium, professionelle Bildung in Kindergärten, die Polikliniken oder “Schwester Agnes” nichts übernehmen wollte. Im April 1999 wurde Ramelow Mitglied der PDS/ DIE LINKE und blieb trotzdem ein überzeugter Christ, von denen es eine starke Gruppe bei den LINKEN gibt, wie er sagt. Einer der unbedingt dazugehören könnte, wäre seiner Meinung nach Papst Franziskus, von dem er regelrecht begeistert war, als dieser ihm eine Audienz gewährte. Über 2.000 Jahre gibt es das Christentum, Gott ist für ihn eine Instanz ohne Körperlichkeit, und die Menschen suchen damals wie heute Schutz in  Kirchen. Ramelow sprach aber auch vom Arbeitskampf in Bischofferode, bei dem er als Vermittler agiert hat und vom vorbildlichen Beistand der Ökumene im Gegensatz zur “kalten Fratze des Kapitalismus, der die Kumpel West gegen Ost aufgehetzt hat”. Er hat den “Glauben an Gottes Bodenpersonal damals wiedergefunden”, sagte er. Als er Ministerpräsident wurde, haben einige geunkt, dass “das Kapital übern Rennsteig flüchten würde”, erzählte er. Inzwischen ist davon keine Rede mehr, Thüringen steht gut da, hat die niedrigste Quote der ostdeutschen Länder (6,2%) in der Arbeitslosigkeit, hat mehrere börsennotierte Unternehmen im Land und leistet Beispielhaftes auf dem sozialen Sektor. Von Privatisierung hält er nicht viel, er möchte wichtige Objekte lieber verstaatlichen, z. B. Schloss Reinhardsbrunn, und möchte das Genossenschaftswesen auf dem Wohnungs- und Energiemarkt fördern. Er setzt sich für gerechtere Steuerpolitik ein und will, dass der “Kalte Krieg” gesamtdeutsch aufgearbeitet wird, dass der Verfassungsschutz nicht nur Informationen sammelt sondern auch liefert. Er bekennt, dass er durch die ehemalige DDR viel gelernt hat, besonders die selbstbewussten gebildeten Frauen haben ihm imponiert. Stefan Heym hat ihn seinerzeit motiviert, hier zu bleiben, und er hat noch große Pläne. Er will die Biathlon-Weltmeisterschaften 2023 nach Oberhof holen und auch die Rodel-WM, wenn´s möglich ist. Er kommt mit Merkel klar, wird im Bundesrat voll akzeptiert und ist ein guter  Verhandlungspartner – hart an der Sache bleiben – im Umgang aber immer verbindlich sein – der Abend hätte noch viel länger dauern können!

Foto: Bednarz

Der „Wassermaxe“ aus Magdeburg

(Dagmar Herricht).  Der „Wassermaxe“ Max Paul Wilhelm Görnemann war zu seiner Zeit ein bekannter Magdeburger Kaufmann. Geboren wurde der Sohn eines Lehrers 1856 in dem heutigen Magdeburger Stadtteil Cracau. Nach Schule und kaufmännischer Lehre diente er zunächst als Freiwilliger in der preußischen Armee. 1890 eröffnete er sein erstes Einzelhandelsgeschäft. In wenigen Jahren konnte er deren Anzahl in und um Magdeburg auf stolze 44 vermehren. Neu war, dass er zu deren Belieferung einen eigenen Großhandel einrichtete. Seinen Beinamen „Wassermaxe“ erhielt er, weil er sich als Mitglied der Magdeburger Stadtverordnetenversammlung (1899 bis 1919) und deren stellvertretender Vorsitzender (1909 bis 1915) erfolgreich für den Bau des Wasserwerkes in der Colbitzer-Letzlinger Heide einsetzte. Dadurch stand den Magdeburgern ab 1932 ein wesentlich besseres Trinkwasser zur Verfügung. Wilhelm Görnemann konnte dies leider nicht mehr erleben. Er verstarb am 31.7.1928.