Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen bei Senioren

(Dr. Christl Korb).  Vor verschiedenen Infektionskrankheiten kann man sich durch Impfungen schützen.

Eine Auffrischungsimpfung gegen Tetanus und Diphtherie sollte ab dem 60. Lebensjahr alle 10 Jahre erfolgen. Hinzu kommt eine einmalige Impfung gegen Keuchhusten (günstig in Zusammenhang mit einer Tetanus-und Diphtherieimpfung als Dreifachimpfung). Ab diesem Alter sollte man sich einmalig gegen Pneumokokken und jährlich gegen die Grippe impfen lassen. Hinsichtlich weiterer Impfungen (Masern, Mumps, Kinderlähmung, Hepatitis, Zecken usw.) lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten.

Von den Krankenkassen wird eine Vielzahl von Vorsorgeuntersuchungen empfohlen, die Kosten dafür übernommen. Dazu gehören im Abstand von 2 Jahren der Check-up auf  Diabetes, Nieren- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen und das Hautscreening beim Hautarzt. Frauen sollten sich im Abstand von 3 Jahren beim Gynäkologen zum Pap-Test und zum HPV-Test (beides Zellabstriche) vorstellen und bis zum Alter von 70 Jahren werden die Kosten für die Untersuchung der weiblichen Brust durch die Mammographie übernommen. Frauen und Männern wird eine jährliche Stuhluntersuchung auf Blut empfohlen. Darmspiegelungen sind ab dem 55. Lebensjahr möglich, eine Wiederholung nach 10 Jahren. Männer sollten sich 1 x jährlich zur Untersuchung der Genitalien und der Prostata vorstellen und können neuerdings ab 65 Jahren einmalig eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes zur Früherkennung einer Ausbuchtung der Bauchschlagader in Anspruch nehmen. Einzelne Krankenkassen übernehmen die Kosten für weitere Vorsorgeuntersuchungen, fragen Sie bei Ihrer Kasse nach.

Foto: Korb

Kurier unterwegs: Loburg an der Straße der Romanik

(Doris Franke).  Am Rande von Sachsen Anhalt, 9 km von Möckern entfernt, liegt das kleine Städtchen  das Überbleibsel einer ehemaligen slawischen Wallburg aus dem achten Jahrhundert ist. Die Burg  wurde aber während des Slawenaufstandes zerstört. Burg Loburg wurde 965 erstmals in einer Schenkungsurkunde von Otto I. erwähnt. Zwischen 1162 und 1200 ließ der Burggraf von Lubborch eine neue Burg errichten. Zeugen dieser mittelalterlichen Burg sind lediglich der imposante Bergfried und ein tonnengewölbter Keller. In der gleichen Zeit entsteht östlich der Burg die dreischiffige Feldsteinkirche „Unser Lieben Frauen“, von ihr stehen heute nur noch Reste der Umfassungsmauern, des Chorbereiches, der Langhausarkaden und des Turmes. Die Ruine ist nicht nur ein beachtliches Bauwerk an der „Straße der Romanik“, sondern auch ein Zeugnis der wechselvollen Geschichte in dieser Region.

Die Stadtkirche St. Laurentius unweit des Marktes vereint Stile des 12.-16. Jahrhunderts. Sie besitzt eine bedeutende Barockorgel, die Decke der Kirche ist mit Wappen der Loburger Adelsfamilien bemalt.

Schon 700 Jahre besteht das Rittergut von Barby in Loburg, wo bis zu ihrer Enteignung  1945 die Familie von Barby lebte. Nach fast 70 Jahren ist das ziemlich verfallene Gut wieder im Familienbesitz. Robert Dahl, der  Enkel des letzten Besitzers, will es mit viel finanziellem Einsatz und tollen Ideen wieder mit Leben erfüllen. Im ehemaligen Verwaltungsgebäude befindet sich seit 2014 das liebevoll eingerichtete Barby Cafe. Sämtliche der köstlichen Speisen und die leckeren Kuchen werden in der eigenen Küche ohne Geschmacksverstärker und Konservierungsmittel hergestellt. Im ehemaligen historischen Gutshaus sind Handwerker bemüht, bis April ein Jahreszeitenrestaurant zu eröffnen. Die bereits gepflanzten Walnussbäume sollen nach Plänen von Robert Dahl Loburg zur Walnusshauptstadt von Deutschland machen. Er hofft, dass sich damit noch weitere Manufakturen  ansiedeln werden. Ein weiteres Highlight  in diesem kleinen Städtchen ist die Vogelschutzwarte Storchenhof. Seit 1979 werden hier verletzte und verwaiste Störche und andere Tiere gepflegt  und wieder ausgewildert. Der Hof bietet ein vielfältiges Beobachtungsfeld besonders für Schulkinder, sie können im Sommer in drei Horsten  Storchenfamilien beobachten  und vieles über Naturschutz erfahren.

Fotos: Franke

Kleinbahn-Romantik

(Gert Sommerfeldt).  Es sind zwar erst 2 x 500 m Strecke, die die Kleinbahnfreunde des Kreises Jericho wieder touristisch befahrbar gemacht haben. An ausgewählten Terminen lädt dann der Verein zu Nostalgiefahrten ein, zu denen auch eine Dampflok angemietet wird. Vorbei an Wiesen, Gärten sowie sumpfigen Gelände und Tann geht es dann vom als Denkmal eingestuften Museums-Bahnhof Magdeburgerforth durchs Dorf und zurück.

Ab 1896 wurde das einst 100 km lange Kleinbahnnetz mit 4 Zielbahnhöfen errichtet, an denen der Umschlag von Holz, Bruchsteinen und Feldfrüchten erfolgte, auch genutzt von Bürgern, Touristen und dem Militär. Ab 1960 wurden streckenweise die Gleise abgebaut. Der Verein möchte nun das alte Streckennetz weiter ausbauen, historische Fahrzeuge einsetzen und Interessierte mit Kleinbahnromantik bekannt machen. Diese touristischen Ziele werden von der Landesregierung finanziell gefördert.

Feldbahn-Fahrten: 2.4.18 Ostermontag 10-16 Uhr ins Osterland

Bahnhofsfest am 26.5.18 10-18 Uhr 27.5.18 10-16 Uhr.

21 Lehrlinge vom Ausbildungszentrum der DB waren im Nov 2017 im Einsatz und verlegten 100m Gleis, so dass das ursprüngliche Gleisbild wieder vervollständigt wurde.

Foto: Sommerfeldt

Redewendungen

„Den Kürzeren ziehen“

(Gert Sommerfeldt):  Sie liebt mich – oder sie liebt mich nicht, ist ein Abzählreim, der nicht nur unter Kindern und Jugendlichen spielerisch hinterfragt wird. Auch Erwachsene finden es spannend, wenn sie einen unerfüllten Wunsch oder eine strittige Gegebenheit unausgesprochen lösen wollen. Sie erwarten nun ein sichtbares Ergebnis nach dem einzelnen Abblättern eines mehrfach gefiederten Blattes oder einer Blüte. Das macht Spaß, ist aber nur ein Gaudi, denn ist das Ergebnis nicht so nach eigenem Wunsch ausgefallen, kann der nächste Versuch hoffentlich besser ausfallen. Diese Methode, die Lösung einer schwierigen Situation dem Zufall zu überlassen, wurde auch im Mittelalter bis in die Zeit des Schöffenstuhls in Magdeburg angewendet. Wenn es zu schwierigen Rechtsfragen unterschiedliche Auslegungen gab, dann musste das Los entscheiden: Von zwei verdeckt vorgelegten Stäbchen war eins kürzer. Wer es zog hatte damit in der strittigen Angelegenheit verloren. Das Ergebnis wurde dann gerichtlich beurkundet und galt gleichzeitig auch als Gottesurteil, war damit unanfechtbar. In unserer Zeit wird meist eine Entscheidung in lustiger Runde am Biertisch mit Streichhölzern vollzogen. Der Verlierer zahlt die Runde, weil er eben den „Kürzeren gezogen“ hat.

Zeitumstellung – Sinn oder Unsinn

(Dagmar Herricht).  In jedem Jahr haben wir das „Vergnügen“, alle unsere Uhren um eine Stunde vor- und dann wieder zurückstellen zu müssen. Über Sinn oder Unsinn einer Zeitumstellung wurde schon seit 1874 diskutiert. Benjamin Franklin warb zum Beispiel wegen der Kosten für die Kerzen für eine Zeitumstellung. 1916 wurden erste Versuche mit der Sommerzeit in Deutschland gestartet und während der Weimarer Republik wieder beendet. Im 2.Weltkrieg führte man die Umstellung wieder ein, um mehr Tageszeit für die Rüstungsproduktion nutzen zu können. Von 1950 bis 1979 galt wieder die Normalzeit. Erst durch die Ölkrise 1973 kam das Thema wieder auf die Tagesordnung. 1980 wurde die Sommerzeit aus energiepolitischen Gründen in ganz Deutschland eingeführt. Seit 1996 gilt für die Mitglieder des europäischen Wirtschaftsraumes eine einheitliche Regelung zur Zeitumstellung. Es ist bisher nicht nachgewiesen, dass diese Zeitverschiebung wirklich eine Energie-Ersparnis bringt. Zudem leiden viele Menschen infolge der Umstellung an Schlafstörungen. Auch Tiere haben nachgewiesenermaßen Anpassungsprobleme. In der Europäischen Union wird inzwischen über die Abschaffung der Zeitumstellung ernsthaft diskutiert.