Kurier unterwegs: Loburg an der Straße der Romanik

(Doris Franke).  Am Rande von Sachsen Anhalt, 9 km von Möckern entfernt, liegt das kleine Städtchen  das Überbleibsel einer ehemaligen slawischen Wallburg aus dem achten Jahrhundert ist. Die Burg  wurde aber während des Slawenaufstandes zerstört. Burg Loburg wurde 965 erstmals in einer Schenkungsurkunde von Otto I. erwähnt. Zwischen 1162 und 1200 ließ der Burggraf von Lubborch eine neue Burg errichten. Zeugen dieser mittelalterlichen Burg sind lediglich der imposante Bergfried und ein tonnengewölbter Keller. In der gleichen Zeit entsteht östlich der Burg die dreischiffige Feldsteinkirche „Unser Lieben Frauen“, von ihr stehen heute nur noch Reste der Umfassungsmauern, des Chorbereiches, der Langhausarkaden und des Turmes. Die Ruine ist nicht nur ein beachtliches Bauwerk an der „Straße der Romanik“, sondern auch ein Zeugnis der wechselvollen Geschichte in dieser Region.

Die Stadtkirche St. Laurentius unweit des Marktes vereint Stile des 12.-16. Jahrhunderts. Sie besitzt eine bedeutende Barockorgel, die Decke der Kirche ist mit Wappen der Loburger Adelsfamilien bemalt.

Schon 700 Jahre besteht das Rittergut von Barby in Loburg, wo bis zu ihrer Enteignung  1945 die Familie von Barby lebte. Nach fast 70 Jahren ist das ziemlich verfallene Gut wieder im Familienbesitz. Robert Dahl, der  Enkel des letzten Besitzers, will es mit viel finanziellem Einsatz und tollen Ideen wieder mit Leben erfüllen. Im ehemaligen Verwaltungsgebäude befindet sich seit 2014 das liebevoll eingerichtete Barby Cafe. Sämtliche der köstlichen Speisen und die leckeren Kuchen werden in der eigenen Küche ohne Geschmacksverstärker und Konservierungsmittel hergestellt. Im ehemaligen historischen Gutshaus sind Handwerker bemüht, bis April ein Jahreszeitenrestaurant zu eröffnen. Die bereits gepflanzten Walnussbäume sollen nach Plänen von Robert Dahl Loburg zur Walnusshauptstadt von Deutschland machen. Er hofft, dass sich damit noch weitere Manufakturen  ansiedeln werden. Ein weiteres Highlight  in diesem kleinen Städtchen ist die Vogelschutzwarte Storchenhof. Seit 1979 werden hier verletzte und verwaiste Störche und andere Tiere gepflegt  und wieder ausgewildert. Der Hof bietet ein vielfältiges Beobachtungsfeld besonders für Schulkinder, sie können im Sommer in drei Horsten  Storchenfamilien beobachten  und vieles über Naturschutz erfahren.

Fotos: Franke