Das Schloss Angern

(Doris Franke).  Angern ist eine Gemeinde im Landkreis Börde in Sachsen Anhalt am Rande der Letzlinger Heide. Die ersten schriftlichen Erwähnungen stammen aus dem 14. Jahrhundert. Bodenfunde belegen allerdings, dass der Ort bereits in der Jungsteinzeit besiedelt war. Mit dem Markgrafen Albrecht der Bär soll eine Familie von Angern in die Altmark gekommen sein.  Über lange Zeit gab es zwischen den Markgrafen von Brandenburg und dem Erzbistum Magdeburg über den Besitz von Angern Streitigkeiten.

Der Magdeburger Erzbischof  ließ 1341 ein festes Schloss in Form einer Wasserburg mit einem künstlichen Wassergraben errichten. Nach seiner Zerstörung in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges wurde es vom Brandenburg-Preußischen Adelsgeschlecht von der Schulenburg zu einem Schloss im Rokoko-Stil wieder errichtet und 1843 im Stile des Klassizismus umgebaut. Trotz vieler Erbteilungen blieben Schloss und Grund Angern fast fünfhundert Jahre bis 1947 im Besitz der Familie von der Schulenburg, die maßgeblich die Entwicklung des Dorfes prägte.

1566–1569 ließ Oberst Jacob von der Schulenburg in Angern auf den Resten eines mittelalterlichen Gotteshauses die Kirche St. Mauritius bauen, die 1753 um ein Drittel nach Osten hin verlängert wurde. In der kleinen Kirche befinden sich einige sehr schöne bunte Fenster, ein Taufstein aus Terrakotta, ein kunstvoll gearbeitetes Epitaph und die Orgel von 1789, ein Geschenk der Gräfin von der Schulenburg geb. von Bismarck. Von 1949 bis 1990 war in dem Schloss Angern eine landwirtschaftliche Berufsschule untergebracht, seit 1997 ist das Schloss wieder im Besitz der Familie. Heute betreibt Graf Alexander von der Schulenburg im Rittergut Vergunst ökologischen Landbau, die repräsentativen Säle und Salons können für Veranstaltungen gemietet werden.

Foto: Franke