Kunst trifft Wissenschaft

Die Magdeburger Mini- Erdachse

(Dieter Müller).  Was hat es auf sich mit jenem schräg aufragenden Stab vor dem Hauptbahnhof? Da begegnen sich Kunst und Wissenschaft. Zur Kunst im öffentlichen Raum Magdeburgs gehört diese schöne Gestaltung aus schwarzem und rotem Granit, geschaffen von Timm Ulrichs. Wissenschaftlich gesehen verläuft der schwarze Schaft parallel zu unserer Erdachse. Weil Magdeburg auf 52,7 Grad nördlicher Breite liegt, steht auch die Achse bei uns in diesem Winkel. Der Stab hat mit 12,71 m genau den millionsten Teil der Länge der wirklichen Erdachse, denn von Pol zu Pol sind es 12 710 km.

An dem schweren Ring aus schwarz-rotem Granit, der den Äquator darstellt, kann man zudem die Uhrzeit ablesen, denn die Skulptur dreht sich einmal am Tag um die eigene Achse, angetrieben durch einen funkgesteuerte Elektromotor.

Bei klarem Nachthimmel kann man sehen, dass der Stab zum Polarstern zeigt. Das ist zwar nur ein gewöhnlicher Fixstern wie auch unsere Sonne, aber dorthin zeigt unsere Erdachse. Das ist also jener Punkt, um den sich der ganze Himmel zu drehen scheint, so unser Eindruck. Inzwischen wissen wir das besser. Wir sitzen auf einem Karussell, das täglich eine volle Drehung macht. Darüber stritt man sich einst beim Prozess gegen Galilei. Was uns aber erst heute so richtig bewusst wird: Wir leben auf dieser relativ kleinen Kugel, die als Lebensort im räumlich und zeitlich riesigen Weltall schwebt. Auch wird uns immer klarer, dass wir für den Erhalt ihrer Bewohnbarkeit als ganze Menschheit Verantwortung tragen.

Foto: Müller

Geschenkte Kunstwerke

(Gerda Bednarz).  Unser Kulturhistorisches Museum (KHM) beherbergt in seinen Magazinen ca. 40.000 interessante graphische Werke. Am „Wochenende der Graphik“ im vergangenen November hatte es sein Depot geöffnet und interessierte Besucher zu Führungen, Workshops und Vorträgen eingeladen.  Als Höhepunkt bekam das Museum in einer Matinee weitere 140 Graphiken und 4 Kleinstplastiken von Künstlern Sachsen-Anhalts offiziell geschenkt. Sie hatten die Sammlung der Kunstwerke dankenswerterweise über viele Jahre vor ihrer Auflösung bewahrt, hatten entsprechende Dokumentationen verfasst und nach reiflicher Überlegung dem KHM vermacht, weil man sie hier in „guten Händen“ wisse.

Dazu berichtete der Kunstwissenschaftler Jörg Heiko Bruns ausführlich über Höhen und Tiefen der bildenden Kunst in Magdeburg im Zeitraum 1945 bis 1995. Die anwesenden Künstler und ihre Gäste quittierten die Ausführungen und die Schenkung mit lang anhaltendem Beifall. Gut für die Magdeburger zu wissen, dass man hier die vielfältige Kunst bedeutender Maler, Graphiker oder Bildhauer aus unserem Land zu schätzen weiß und auch der Öffentlichkeit wieder zugänglich macht.

Heinz Glade – ein Magdeburger Schriftsteller

(Dagmar Herricht).  Heinz Glade war ein Magdeburger Journalist und ein heute fast vergessener Schriftsteller. Er wurde am 17.12.1922 in Magdeburg geboren und besuchte hier die Oberrealschule, die er 1940 mit dem Abitur abschloss. Danach wurde er zum Reichsarbeitsdienst einberufen und musste nach einer kurzen militärischen Ausbildung an die Front. Als er 1947 aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft entlassen wurde, begann er Artikel für die Zeitung „Tägliche Rundschau“ zu schreiben und leitete später die Landesredaktionen in Mecklenburg und in Brandenburg.

Bis 1960 arbeitete er hier als angestellter Journalist. Danach kam Heinz Glade in seine Heimatstadt zurück und arbeitete als freischaffender Autor. Viele seiner Arbeiten brachte den Lesern die Regionen Altmark und Börde des damaligen Bezirkes Magdeburg und die Bezirkshauptstadt Magdeburg näher. Außerdem arbeitete er ehrenamtlich in der Bezirksleitung des Kulturbundes mit und wurde 1966 Mitglied des Schriftstellerverbandes der DDR. Zu seinen Arbeiten gehören u.a. das Magdeburger Tagebuch (1957), Reiseskizzen aus dem Harz (1971), An den Seen unseres Nordens (1972) und Magdeburg – Porträt einer Elbestadt (1973).

Heinz Glade verstarb am 21.10.1996 in Magdeburg. Sein Nachlass befindet sich im Literaturbüro Sachsen-Anhalt e.V., Magdeburg.

Bildquelle: Literaturbüro Sachsen-Anhalt e.V.

 

Ginkgo – der Wunderbaum

(Doris Franke).  Der Ginkgo ist wohl der älteste Baum der Welt, denn schon die Dinosaurier haben seine Blätter gefressen, er ist ein lebendes Fossil. Er überlebte die Eiszeit und eroberte von Ostasien aus die ganze Welt, hauptsächlich aber ist er in China und Japan zu Hause. Vor 250 Jahren kam der Ginkgo nach Europa. Märchen und Sagen erzählten über ihn, auch Johann Wolfgang von Goethe hat er zu dem bekannten Gedicht „Ginkgo biloba“ inspiriert, er schickte einer Freundin ein Blatt als Symbol seiner Liebe. Jedes der zweigeteilten Blätter ist unterschiedlich, so wie auch wir Menschen.

Obwohl  im Herbst seine schönen gelben Blätter fallen, ist er kein gewöhnlicher Laubbaum, sondern gehört zu den Nadelhölzern.

Der Ginkgo ist robust, widerstandsfähig und resistent gegen Schädlinge, ein echter Überlebenskünstler. Ein Jahr nach der Atombombenkatastrophe in Hiroshima 1945 keimte aus einem etwa 800 m vom Zentrum der Explosion entfernt stehenden „toten“ Ginkgo ein neues Reis in der alten völlig verdorrten Wurzel. Heute wird dieses Ereignis als ein Symbol für das Leben, für das Überleben angesehen.

Seine wohl wichtigste Aufgabe erfüllt der Baum heute als Heilpflanze. Das lebende Fossil wird zu einem Blätterlieferanten in der Pharmaindustrie. Ginkgonüsse und Tees werden seit Jahrhunderten gegen Asthma, Husten und Nervosität eingesetzt, auch ist er wertvoll gegen Gedächtnisverlust und Beschwerden im Alter.

Foto: Franke

Sport im Winter

(Dr. Christl Korb).  Auf die sportlichen Aktivitäten bei Eis und Schnee, wie Skifahren, Langlauf und Schneeschuhwanderungen,  freuen sich schon viele. Aber bei diesen Sportarten und dabei besonders beim Skifahren ist die Verletzungsgefahr und die Auskühlung des Körpers besonders hoch. Um dies zu verhindern, sollten Sie einige Vorbereitungen treffen. Ganz wichtig ist, dass Sie sich als Wintersportler schon Wochen zuvor gezielt auf das Skivergnügen im Schnee mit einer entsprechenden Gymnastik vorbereiten. Bevor Sie dann den „Hang“ herunterwedeln oder einen Langlauf starten, vergessen Sie nicht, den Körper aufzuwärmen. Mit Kniebeugen und dem Kreisen der Arme erreichen Sie eine langsame Aufwärmung.

Tragen Sie beim Wintersport Funktionskleidung und diese nach dem Zwiebelmusterprinzip. Die Kleidung muss atmungsaktiv sein und die Feuchtigkeit nach außen transportieren. Skistiefel sollten immer vom Fachmann angepasst werden. Nur so verhindern sie kalte Füße und die schmerzenden Druckstellen. Tragen Sie immer eine Mütze, die auch die Stirn bedeckt. Bei sehr eisigen Temperaturen ist eine Gesichtsmaske äußerst hilfreich. Handschuhe und Helm sind Pflicht. Das Gesicht und die Lippen müssen mit Pflegeprodukten, die speziell für den Wintergebrauch ausgewiesenen sind, gepflegt werden. Notwendig ist auch eine Skibrille, die die Augen vor Wind, Schnee, Kälte und UV-Licht schützt. Wenn Sie diese Tipps berücksichtigen, dann wird der Wintersport für Sie ein Vergnügen.

Foto: Korb