Ginkgo – der Wunderbaum

(Doris Franke).  Der Ginkgo ist wohl der älteste Baum der Welt, denn schon die Dinosaurier haben seine Blätter gefressen, er ist ein lebendes Fossil. Er überlebte die Eiszeit und eroberte von Ostasien aus die ganze Welt, hauptsächlich aber ist er in China und Japan zu Hause. Vor 250 Jahren kam der Ginkgo nach Europa. Märchen und Sagen erzählten über ihn, auch Johann Wolfgang von Goethe hat er zu dem bekannten Gedicht „Ginkgo biloba“ inspiriert, er schickte einer Freundin ein Blatt als Symbol seiner Liebe. Jedes der zweigeteilten Blätter ist unterschiedlich, so wie auch wir Menschen.

Obwohl  im Herbst seine schönen gelben Blätter fallen, ist er kein gewöhnlicher Laubbaum, sondern gehört zu den Nadelhölzern.

Der Ginkgo ist robust, widerstandsfähig und resistent gegen Schädlinge, ein echter Überlebenskünstler. Ein Jahr nach der Atombombenkatastrophe in Hiroshima 1945 keimte aus einem etwa 800 m vom Zentrum der Explosion entfernt stehenden „toten“ Ginkgo ein neues Reis in der alten völlig verdorrten Wurzel. Heute wird dieses Ereignis als ein Symbol für das Leben, für das Überleben angesehen.

Seine wohl wichtigste Aufgabe erfüllt der Baum heute als Heilpflanze. Das lebende Fossil wird zu einem Blätterlieferanten in der Pharmaindustrie. Ginkgonüsse und Tees werden seit Jahrhunderten gegen Asthma, Husten und Nervosität eingesetzt, auch ist er wertvoll gegen Gedächtnisverlust und Beschwerden im Alter.

Foto: Franke