Georg Kaiser – ein Magdeburger Schriftsteller

(Dagmar Herricht). In Magdeburg erinnert die Georg- Kaiser- Straße an diesen 1878 hier geborenen Schriftsteller. Von 1996 bis 2014 wurde der „Georg- Kaiser- Förderpreis“ vom Land Sachsen-Anhalt alle drei Jahre an junge Schriftsteller verliehen. Georg Kaiser wuchs in Magdeburg auf. Im Kloster „Unserer Lieben Frauen”, damals ein Pädagogium, legte er die Mittlere Reife ab. Eine kurze Zeit lebte er in Buenos Aires und arbeitete hier für die AEG. Nach seiner Rückkehr heiratete er eine vermögende Kaufmannstochter und konnte sich durch diese finanzielle Sicherheit auf die Schriftstellerei konzentrieren. Seine Schriften wiesen meist Gesellschaftskritik auf. Der erste große Durchbruch gelang ihm 1917 mit dem Drama „Die Bürger von Calais“ im Theater Frankfurt. Es kam danach in vielen Theatern Deutschlands zur Aufführung. Trotz des Erfolges kam er in finanzielle Schwierigkeiten und wurde wegen Unterschlagung verhaftet. Sein Verlag übernahm daraufhin eine Bürgschaft sowie einen Teil der Kosten. Im Februar 1933 wurde sein Theaterstück „Der Silbersee“ auf drei deutschen Bühnen aufgeführt, auch das Magdeburger Theater gehörte dazu. Kurze Zeit später wurden auch die Werke Kaisers Opfer der Bücherverbrennung des Dritten Reiches. Daraufhin schloss er sich der Widerstandsbewegung an, verfasste Flugblätter und versuchte, in Deutschland zu bleiben.1938 verließ Georg Kaiser mit seiner Frau Maria und Tochter Olivia das Land Richtung Schweiz. Im Schauspielhaus Zürich wurde 1940 sein Theaterstück „Der Soldat Tanaka“ mit dem damals sehr bekannten Karl Paryla in der Hauptrolle aufgeführt. Gegen die Aufführung des Stücks, in dem der japanische Militarismus scharf kritisiert wurde, protestierte der japanische Gesandte und die Schweizer Bundesregierung erwirkte seine Absetzung. In Deutschland wurde es nach dem Krieg 1946 am Berliner Hebbel Theater aufgeführt. Georg Kaisers erlebte diese Aufführung nicht mehr. Er starb am 4.Juni 1945 und wurde auf dem Friedhof von Morcote bei Lugano beigesetzt.