Die Lutherstadt Mansfeld

(Doris Franke).  In den bergigen Ausläufern des Südostharzes erhebt sich am Rande der steil zum Tal abfallenden Hochebene die gewaltige Anlage der ehemaligen Festung Mansfeld. Die mittelalterliche romanische Burg, die vor den  Schlossbauten der Renaissance an dieser Stelle stand, reichte trotz ihrer ersten Erwähnung 1229 vermutlich bis ins 11. Jh. zurück. Sie gehörte schon vor dem Dreißigjährigen Krieg zu den mächtigsten Festungen von Deutschland. Die Ruinen der Burg- und Schlossanlagen der Grafen des Mansfelders Geschlechts sind sehenswert. Das genaue Ausmaß der vielen ehemaligen Gebäude der Festung ist schwer zu überblicken. Romantisch mit Efeu bewachsene Mauern, ein großer Wallgraben und die noch vollständig erhaltene turmlose Schlosskirche prägen die heutige Ansicht des Areals. Sie ist eine der schönsten gotischen Kirchen von Deutschland. Der beeindruckende, mit Strebepfeilern umstellte fast quadratische Treppenturm mit der Wendeltreppe erhielt im Laufe von Umbauten sein zinnenumkränztes Obergeschoss.

Der Ort Mansfeld hat schon immer im Schatten des größeren und reicheren Eislebens gestanden, aber seit 1996 darf er auch den Namen Lutherstadt führen. Wenige Monate nach Martin Luthers Geburt zogen seine Eltern von Eisleben nach Mansfeld, wo er bis 1497 seine Kindheit und Jugend verbrachte. Wahrscheinlich hat er auch öfter von der Kanzel der Schlosskirche gepredigt. In seinem restaurierten Elternhaus erzählt eine Ausstellung vom Alltag der Familie und von seiner Schulzeit. Der Lutherbrunnen aus bayrischem Muschelkalk vor dem schmucken Rathaus zeigt drei Szenen aus dem Leben des Reformators. Lebenslang fühlte er sich seiner Heimat verbunden.

Schloss Mansfeld wird heute von einem Förderverein verwaltet und zu einer christlichen Jugend- und Bildungsstätte ausgebaut.

Foto: Franke