Der Zeitungsverleger Friedrich Alexander Faber

(Dagmar Herricht).  Mit der Erfindung des Buchdrucks durch Johann Gutenberg war die Grundlage für die Entwicklung des Zeitungswesens gelegt. Die neue Technik fand rasche Verbreitung durch die wandernden Druckergesellen. Spätestens 1480 muss die Buchdruckerkunst auch Magdeburg erreicht haben, da in diesem Jahr nachweisbar ein gedruckter Kalender von Bartholomäus Gothan hier erschien. Der Druck von Zeitschriften lag viele Jahre in den Händen der Druckereibesitzer und Verlegerfamilie Faber. Friedrich Alexander Faber kam in Magdeburg 1844 als Sohn des Zeitungsverlegers Gustav Faber zur Welt. Er erlernte traditionsgemäß den Beruf eines Buchdruckers und übernahm 1871 gemeinsam mit seinem Bruder Wilhelm den Familienbetrieb von seinem Vater. In den folgenden Jahren kam es zu vielen Veränderungen im Betrieb der Druckerei, da sich die Technik rasant weiterentwickelte. So nahm Faber 1875 die erste Zeitungsrotationsmaschine Deutschlands im neuen Fabrikgebäude in der Bahnhofstraße in Betrieb. Hier brachte die Magdeburgische Zeitung im Dezember 1880 die ersten Wetterkarten nach englischen Vorbildern heraus. In den folgenden Jahren wurden viele verschiedene  Zeitschriften in Magdeburg gedruckt. Besonders hervorzuheben ist auch Fabers soziales Verhalten gegenüber seinen Angestellten. Er richtete für die Belegschaft mehrere Hilfskassen ein, um kranke Mitarbeiter oder Angehörige zu unterstützen. 1895 gründete Friedrich Alexander Faber den Verein Deutscher Zeitungsverleger mit und war dessen Vorsitzender. Er starb im Jahr 1908.

1932 entstand in der Bahnhofstraße das erste Hochhaus Magdeburgs für die Familie Faber. Die Fabers waren bis 1945 hier als Zeitungsverleger aktiv. Der vom neuen Besitzer Heinrich Bauer Verlag geplante Abriss des Hauses konnte 2004 verhindert werden. Die Stadt Magdeburg nahm das Gebäude 2008 in ihre Denkmalliste auf.

Heute ist es Sitz der Mediengruppe Magdeburg, die unter anderem mit der Volksstimme und Generalanzeiger, biber post und biber ticket präsent ist.