Blumenstrauß des Monats Oktober 2017

Wir sagen Dankeschön

(Heidi Brosza).  Im Nachbarschaftsverein der Magdeburger Wohnungsbaugenossenschaft (MWG) in der Großen Diesdorfer Straße empfängt uns ein munteres Stimmengewirr. Hier tauschen, wie jeden  Dienstagnachmittag, etwa 18 Frauen des Klön-und Handarbeitsclubs  an liebevoll gedeckten Tischen eifrig ihre Erfahrungen und Neuigkeiten aus. An den Wochentagen Montag bis Donnerstag  ist hier im Treff nachmittags immer etwas los. Erwachsene und Kinder des Wohngebiets treffen sich zu Gesellschaftsspielen, zum Klönen und Handarbeiten, zum Basteln, beim Nähzirkel, dazu einmal im Monat zum Frühstücken oder sonnabends zur Chorprobe.

„Gute Seele“ des Treffs ist Eva-Maria Becker. Die 70-Jährige organisiert mit vorbildlichem Einsatz seit 2012 diese vielfältigen Angebote für die Nachbarschaft. Nach ihrem Arbeitsleben ging sie ganz bewusst nicht in den Ruhe- sondern in den Unruhestand, so ist sie heute Ansprechpartnerin, Initiatorin und Ausgestalterin dieser gut angenommenen Veranstaltungen der MWG. Dabei wird sie von einsatzfreudigen Frauen  im Nachbarschaftstreff eifrig unterstützt. Gemeinsam beteiligen sie sich zum Beispiel jedes Jahr mit originellen Handarbeiten an der Meile der Demokratie und weiteren Hilfsaktionen.

Mit einem großen Dankeschön für diesen ehrenamtlichen Einsatz, der anderen Freude bringt und dabei auch ihr große Freude bereitet, übereichten wir den wunderbaren von Blumen-Bienert gebundenen Strauß an Eva-Maria Becker und wünschen ihr und ihrem Team Gesundheit und noch viele gute Ideen.

Foto: Brosza

Gegen Kaiser und Papst

(Gerda Bednarz).  In vielen Orten des 500-jährigen Reformationsgedenkens sind die Feierlichkeiten schon beendet – nicht in Magdeburg. Hier begann am 1.9.2017 eine große Ausstellung im Kulturhistorischen Museum (KHM) unter o.g. Thema mit prominenter Würdigung unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten Dr. Reiner Haseloff, der evangelischen Landesbischöfin Ilse Junkermann und des katholischen Bischofs Dr. Gerhard Feige. Das kommt dem Grundgedanken Luthers schon sehr nahe, denn er wollte die christliche Kirche nicht spalten, er wollte sie verändern und von falschen Aussagen und vom Ablasshandel befreien.

Magdeburg gehörte zu Beginn des 16. Jahrhunderts zu den größten und reichsten Städten des Alten Reiches. Machtansprüche der Kirche und bürgerliches Selbstbewusstsein standen sich nicht immer friedlich gegenüber. Die Lehren Luthers waren den bürgerlichen Ansichten näher,   sie wandten sich stärker zur Renaissance und einem humanistischen Menschenbild zu, während der Klerus seine Macht behaupten wollte.

In der Ausstellung wird anschaulich gezeigt, wie selbstbewusst sich Rat und Bürgerschaft gegen Erzbischof und seine Gefolgsleute durchzusetzen versuchten. Der neue Glaube kam  beim einfachen Volk gut an, veranlasste jedoch auch gewalttätige Übergriffe und Zerstörungen. Die neue Lehre musste verteidigt werden, Magdeburg trat dem Schmalkaldischen Bund bei, der jedoch in der Schlacht bei Mühlberg verlor. Magdeburg hatte sich als einziges Bundesmitglied nicht  Kaiser Karl V. unterworfen, gewährte vielen protestantischen Theologen Asyl und begründete als Propagandazentrum „Unseres Herrgotts Kanzlei“.

Reichsacht und Belagerungskrieg, politische und religiöse Übereinkünfte sowie die Magdeburger Schulgeschichte spielen in der Ausstellung eine große Rolle, bevor man feststellen konnte: Das Erzstift wird protestantisch. Der Mythos von der unbezwingbaren Magdeburger Jungfrau bewahrheitete sich jedoch nicht. Nach dem Reformationsjubiläum 1617 kam es erneut zu großen Differenzen, die den Dreißigjährigen Krieg auslösten. Magdeburg hoffte auf den Schwedenkönig Gustav Adolf – er kam zu spät.

Am 20. Mai 1631 gab Tilly den Befehl zum Angriff. Innerhalb weniger Stunden war das „Bollwerk des Protestantimus“ zerstört und über 20.000 Menschen mussten ihr Leben lassen. Darüber kann man bei Wilhelm Raabe in „Unseres Herrgotts Kanzlei“ nachlesen, der den evangelischen Märtyrern mit seinem Roman ein Denkmal gewidmet hat.

Eine hervorragende Ausstellung ist dem KHM da wieder gelungen. Bis zum 28.Januar 2018 kann sie besichtigt werden.

Foto: Bednarz

Erfolgreicher 12. Magdeburger Freiwilligentag

  (PM-FWA).  Eins war auf jeden Fall viel besser als im vergangenen Jahr: Das Wetter. Bei strahlendem Sonnenschein fand am Samstag (16.09.) der 12. Magdeburger Freiwilligentag statt, ein stadtweiter Engagement-Aktionstag der Freiwilligenagentur Magdeburg, der für viele Magdeburger*innen inzwischen zu einem festen Termin im September geworden ist. 550 Engagierte nutzten die Gelegenheit für eine gute Tat. Je nach Talent und Interesse wurde geputzt und gewerkelt, gestrichen und gebastelt, gebaut und repariert. Aber auch für Spiel und Bewegung mit Kindern, Familien oder Senior*innen gab es zahlreiche Möglichkeiten. Kindertagesstätten waren ebenso dabei wie Senioreneinrichtungen, Initiativen und Wohlfahrtsverbände. Insgesamt 38 Mit-Mach-Aktionen standen auf dem Freiwilligentagsprogramm. Vielfalt, Spaß und Lust am gemeinsamen Tun spiegelten viele der „Bilder des Tages“ wider, die am Abend während des abschließenden Dankeschönfestes im Alten Rathaus gezeigt wurden.

Sozialbeigeordnete Simone Borris und Staatssekretärin Susi Möbbeck zeigten sich in ihren Grußworten sehr beeindruckt vom großartigen Engagement der Magdeburger*innen, nicht nur am Freiwilligentag. Beide begrüßten es, dass das Dankeschönfest in diesem Jahr gleichzeitig den Auftakt zu den Magdeburger Interkulturellen Wochen  bildete. Schließlich bietet ein freiwilliges Engagement gute Chancen mit Menschen in Kontakt zu kommen, Freunde zu finden und Integration praktisch zu erleben. Für großen Applaus sorgte der Filialleiter des kürzlich in Magdeburg eröffneten IKEA-Einrichtungshauses. 14.000 Euro, die während verschiedener Aktionen zur Eröffnung gesammelt worden waren, wurden an die Freiwilligenagentur übergeben. Eine tolle Geste und Anerkennung für viele engagierte Freiwillige in Magdeburg. In Anerkennung für besonderes Engagement in der Zusammenarbeit mit Freiwilligen ging der Preis zum Freiwilligentag 2017 an das Vitanas Senioren Centrum Elbblick, eine Senioreneinrichtung, die sich nicht nur zum Freiwilligentag um eine gute Atmosphäre zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen bemüht.
Mit einem leckeren Buffet des MWG Nachbarschaftsvereins, orientalischer Lautenmusik und der deutsch-kurdischen Rega-Band fand der 12. Freiwilligentag einen fröhlichen Abschluss. Alle Beteiligten sind sich sicher: Wenn das Wetter mitspielt, wird es im September 2018 auf jeden Fall eine 13. Auflage geben.

Foto: Anja Stielke (Ausflug im Vitanas Senioren Centrum Elbblick)

Besuch im Funkhaus

(Dieter Müller).  Drüben auf der Elbinsel öffnet sich ein halbkreisförmiges Gebäude hin zum Dom, als wolle es ihn umarmen. Es ist das Funkhaus des MDR, der kürzlich sein 25jähriges Bestehen feierte. Viele kamen zum Fest, das aber nicht nur gute Stimmung mit Musik, Bier und Bratwurst bot, sondern durch Führungen Einblick in die vielfältige Arbeit hinter den Kulissen gab. Erstaunlich und beeindruckend, wieviel Mühe und Zeitaufwand hinter einem einzigen Beitrag für Funk oder Fernsehen stecken. Für einen Fernsehbeitrag arbeiten allein zwanzig Menschen. Eine Minute Rundfunk braucht sechzig Minuten Vorbereitung, und die Mitarbeiter für die ersten Nachrichten um 11 Uhr, stehen schon früh um 6.45 Uhr auf der Matte.

Im Graphikstudio werden in mühsamer Kleinarbeit Hintergrundbilder für TV-Beiträge gefertigt.  Im Tonstudio kombinieren die Fachleute für das akustische Logo des Hörfunks verschiedene Musikelemente und Sprache. Das Zeitzeichen muss in der gleichen Tonhöhe stehen wie die Erkennungsmelodie. Nur für das kurze Wort „Die Nachrichten“ wird extra eine besonders markige Stimme aufgenommen.

Und wenn man schließlich die Moderatorinnen und Moderatoren (hier ist es Stefan Bernschein), die man sonst nur vom Bildschirm her kennt, leibhaftig vor sich sieht, dann fühlt man sich als Magdeburger noch enger heimatlich verbunden mit dem Funkhaus unserer Stadt.

Foto: Müller

Aus dem Seniorenbeirat

(Gerda Bednarz).  Auf der Septembersitzung des Seniorenbeirats gab es einen höchst interessanten Vortrag zweier Spezialisten zum Thema „Wohnen im Alter – Neuer Komfort und mehr Sicherheit für Wohnung und Freizeit“. Das war eine Technikberatung für ältere Menschen und Personen mit eingeschränkter Beweglichkeit der Gliedmaßen und des Bewegungsapparats. Dazu hatten die Herren Schatz und Jacobs viele Hilfsmittel und Geräte mitgebracht, die sie nicht nur erklärten sondern auch praktisch vorführten, z. B. LED-Licht mit Alarmsirene oder Gehstock mit Beleuchtung im Griff oder ein Bügeleisen mit Liftfunktion und noch viele weitere nützliche Dinge.

Sie informierten auch über die Angleichung von Schwellen, Hör-Wiederfinder für Schlüssel oder LED-Hilfsleuchten mit Taschenlampenfunktion und Bewegungsmelder. Dazu gab es auch Hinweise für Zuschuss der Pflegekassen ab Pflegegrad 1 und ein kleines Heft mit Ansichten, Funktionsbeschreibung, Bezugsquellen und ungefähren Richtpreisen der Geräte. Die meisten Gäste waren sehr erfreut über solch hilfreiche Angebote.

Stadtrat Westphal regte an, eine solche Veranstaltung auch bei der WoBau oder bei Wohnen und Pflegen (WuP) duchzuführen. Die AG Ordnung und Sicherheit wird die ASZ ebenfalls darüber informieren.

Foto: Bednarz

Förderverein gegründet

(PM).  Am 20.04.2017 wurde der „Förderverein des Seniorenbeirates der Landeshauptstadt Magdeburg e.V.“ gegründet. Vereinszweck ist die finanzielle und ideelle Unterstützung des Beirats. Dazu zählen insbesondere die Sammlung und Bereitstellung von Mitteln für dessen Arbeit sowie die Durchführung und Förderung von Projekten.

Der Verein freut sich auf weitere Mitglieder und Sponsoren. Auskünfte dazu erteilt gern der Vereinsvorsitzende Rudolf Schöll über Telefon-Nr. 015254638422 oder E-Mail: rudolfschoell1@gmx.de