Mach es wie die Sonnenuhr

(Gert Sommerfeldt).  Nach einem schnellen Blick auf die digitale Armbanduhr bekommt man oft die Bemerkung „Ich habe keine Zeit!“ Wobei die mögliche Zeitdauer als relativ gilt und unterschiedlich wahrgenommen wird. Sie hängt davon ab, was anschließend geplant ist. Wenn es ereignisreich wird vergeht die Zeit wie im Fluge, aber sie wird quälend lange, wenn man nur so hindöst.  Während alle Lebewesen eine innere Uhr haben, nutzt der Mensch als Maß des Fortschreitens Uhren mit einer genauen Maßeinteilung.

Bereits im 3. Jahrtausend v.d.Z. orientierte man sich am Stand der Sonne, um die Mittagszeit und den weiteren Tagesablauf zu ermitteln. Mit mechanischen Chronometern konnte dann darauf die Zeit unabhängig vom Sonnenstand und auch nachts ermittelt werden.

Heute werden die alten und neuen Sonnenuhren als Kunstobjekte betrachtet. So werden historische Uhren aufgearbeitet, die einst an Kirchen als Mittelpunkt der Gemeinden horizontal oder vertikal angebracht wurden, damit die Gläubigen rechtzeitig ihr Gebet verrichten konnten. Die Sonne war dabei der Taktgeber. Sie warf bei einer Sonnenuhr den Schatten von einem geneigten Polstab auf eine steinerne oder bronzene Skala, so dass die Stunde abgelesen werden konnte.

Eine solche Uhr finden wir am Rondell vor dem Parkhotel im Herrenkrug. Als sie 1818 gesetzt wurde hatte sie einen vergoldeten Sockel. Sie wurde 1991 durch die Bildhauerin Martina Seffers restauriert und bekam ein neues Ziffernblatt mit der Inschrift „Zähle nur die heiteren Stunden“.

Der Blick wird leider durch parkende Autos oft verstellt. Ein Spaziergang ist aber lohnenswert, denn immerhin ist sie eine von insgesamt 15 Sonnenuhren in unserer Stadt.

Also CARPE DIEM – nutze den Tag!