Ein Herz für Magdeburg

(Gerda Bednarz).  Seit nun schon 15 Jahren führt die Chefin der „Feuerwache“ Sudenburg, Nadja Gröschner gemeinsam mit Frank Kornfeld eine sehr beliebte Veranstaltungsreihe durch,  bei der sie schon die Geschichte fast aller Stadtteile mit ihren Ecken, Winkeln und Hinterhöfen bildhaft erklärten. Historische Begebenheiten, Anekdoten und Hintergründe sowie ehemalige Persönlichkeiten unserer Heimatstadt wurden an insgesamt 38 verschiedenen Themenabenden mit viel Witz und Humor erklärt. Die beiden Hobby-Stadtführer schlüpfen dazu in passende Kostüme zu tatsächlichen oder erfundenen Personen. Da gab es schon Besuche im „Knattergebirge bei Nacht“ mit Bäckersfrau Nana und Fischer Emil, eine Nachtführung durch Cracau mit Frau Nadja und Deichwächter von und im Kornfeld oder einen Besuch in Buckau bei Nacht. Ein Gang durch das ehemalige SKET mit der Warnung „Unter schwebenden Lasten lauert der Tod“ und eine Fahrt „mit der Linie 4 um die Welt“ oder zum „Mondscheinflanieren über den Fürstenwall“ mit der Gräfin Gröschner und Hauptmann a.D. Frank in, unterm und hinterm Kornfeld anlässlich der 15. Jubiläumsveranstaltung im August 2017.Da erfuhr man, dass der Fürstenwall eine der ältesten Bürgerpromenaden Deutschlands ist, dass früher nicht nur zwei sondern sechs Wachtürme hier standen und dass es einen kleinen Hafen extra für den Erzbischof gab.

Wir hörten von Mechthild von Magdeburg, von den aus Frankreich und Belgien eingewanderten Hugenotten und Wallonen und erfuhren Interessantes von Familie Bachmann, die zusammen mit Klopstock und Silberschlag die Mittwochsgesellschaften begründeten und viel zur bürgerlichen Aufklärung und zur Ansiedlung etlicher Betriebe in Magdeburg beitrugen.

Eine große Rolle spielte Fürst Leopold I. von 1702 bis 1747 hier als Gouverneur. Als Landesherr machte er die Stadt zur stärksten Festung Preußens und durch viele militärische Bauten, öffentliche Gebäude  und gute Straßen zu einer ansehnlichen Garnisonsstadt. Hauptmann Frank erzählte uns an der Rückseite des Doms nicht nur von der Grablege Ottos I. und Edithas im Dom sondern auch von dem gierigen Bischof Burchard III., der die Biersteuer mehrfach erhöht hatte und von zwei dadurch völlig verarmten Gastwirten im Ratskeller erschlagen wurde. Daraufhin wurde Magdeburg 1325 mit der Reichsacht belegt.

Am Rondell für die drei Ottonen-Königinnen/Kaiserinnen Editha, Adelheid und Theophanu neben der Bastion Kleve wurden zur Erinnerung jeweils ein Baum aus deren Heimat gepflanzt und eine Gedenktafel mit ihren Lebensdaten in den Boden eingelassen.

Weiter ging es durch den Tatarenturm in den Remtergang, zum ältesten Haus Magdeburgs und dann in die Möllenvogtei und zum ehemaligen Stadtschloss (heute Justizministerium) auf dem Domplatz.

Nach den leckeren Kleinigkeiten unterwegs erwartete uns zum Abschied eine Runde Sekt mit Dankesworten und Blumen an Freundin Kati, Mama Brigitte und Frank, die die kulinarische Versorgung unterwegs organisiert hatten, ebenso an Juliane Schmidt, die die Gesellschaft mit ihren schönen Liedern erfreute. Danke an alle!

Aber ein ganz besonderes Dankeschön geht heute an Nadja Gröschner selbst, die am 29.August ihren 50. Geburtstag feiern konnte.

Unseren herzlichen Glückwunsch dazu, viel Gesundheit und wir freuen uns auf noch viele interessante und  unterhaltsame Führungen durch unsere schöne Heimatstadt.