Blick ins Weite

(Dieter Müller).  In Magdeburg und weit darüber hinaus ist Wolfgang Roßdeutscher – Jahrgang 1945 – mit seinen künstlerischen Arbeiten präsent. Er steht schon in der dritten Generation dieser Bildhauerfamilie unserer Stadt. Da lässt im Flur des Alten Rathauses ein derber Puppenspieler seine Figuren tanzen. Nahe dem Johannisberg ziert ein Paar die Wiese, fast abstrakt in kräftigen Formen. Zwischen Leiterstraße und Himmelreichstraße zeigt eine Stele Magdeburger Hauszeichen, die verlorenen Originalen nachempfunden sind. In Domnähe finden wir das Mahnmal für die zur Nazizeit ermordeten Sinti und Roma. Auf dem Dorfplatz von Sohlen, dem Wohn- und Arbeitsort Roßdeutschers, steht eine Skulptur mit dem Titel „Entfaltung“. Schließlich schaut südlich von Sohlen am Kreuzbergweg ein grob aus Sandstein gehauenes „Bördepaar“ in die großartige Landschaft, über die man sogar bis zum Brocken blicken kann. Gönnen auch Sie sich dieses Erlebnis!

Über seine bildhauerische Arbeit hinaus hat sich Roßdeutscher – zusammen mit Helfern aus Sohlen – für die Rettung der kleinen Dorfkirche Sankt Egidius engagiert, die zur DDR-Zeit dem Verfall entgegenging, nun aber wieder in schlichter Schönheit erstrahlt und unter Wolfgang Roßdeutschers Mitarbeit zu einem Ort der Kultur für Ausstellungen, Musik und Lesungen wurde.