Blumenstrauß des Monats September 2017

Wir sagen Dankeschön

(Heidi Brosza).  Vor 5 Jahren anlässlich der Feierlichkeiten zum 80-jährigen Bestehen der Karl-Marx-Siedlung im Hopfengarten trat Lisa Lange das erste Mal im Kostüm der Berta Krupp, Begründerin dieser ehemaligen Krupp-Gruson-Siedlung, mit der historischen Modenschau „Im Wandel der Zeiten“ öffentlich in Erscheinung. Seitdem ist die mit viel Elan ausgestattete agile Rentnerin als Ideengeberin und Organisatorin für die Auftritte zuständig und hat mit ihren inzwischen 14 Freizeitmodels, alles Frauen im Rentenalter bis zu 84 Jahren, ein tolles Programm zusammengestellt. In historischen Kostümen werden zu Musik vom Band oder Akkordeonbegleitung Braut- und Nachtmode aus den 20-er Jahren, alte Taufkleider, feine Damen und Dienstmädchentracht, Schwalbenschwanz und Chapeau Claque, Markt- und Trümmerfrauen, FDJlerinnen, Dirndl-, DDR- und Hippie-Mode mit den jeweils passenden Utensilien wie Nachttöpfe und Leuchter, Teddybären, Regenschirme und tolle Handtaschen sogar Monokel mit viel Spaß und Einsatz präsentiert.

Die Modenschau unter der Leitung von Lisa Lange tritt vorrangig in den Alten-und Pflegeheimen der Stadt zur großen Freude der dortigen Bewohner auf. Für sie ist es jedes Mal besonders berührend, wieviel Freude sie in diese Heime bringen kann und wie begeistert die Senioren bei bekannten Melodien mitsingen. Man sollte es gesehen haben! Inzwischen sind die ehrenamtlichen Auftritte der Models sehr gefragt, auch in den ASZ`s und Begegnungsstätten, bei der AWO und der Volkssolidarität, im Familienhaus oder bei der HSV Medizin, im Hansepark und bei der Krebsliga, sind sie gern gesehen und für 2017 bereits ausgebucht. Auch ihr Kleiderfundus wird immer größer. Angefangen hat sie mit den Sachen aus dem alten Kleiderschrank ihrer Oma in Bebertal, inzwischen sind auch drei Truhen und weitere Kleiderschränke und Regale gut gefüllt. Ihr Nähtalent hilft ihr, die Kostüme für die Auftritte, die drei- bis viermal im Monat von ihr organisiert werden, passend zu machen.

Wer anderen so viel Freude bringt, dem wollten auch wir eine Freude bereiten. Und so übergaben wir den prächtigen von Blumen-Bienert gesponserten Blumenstrauß des Monats an Lisa Lange mit einem großen Dankeschön besonders im Namen der Bewohner der Alten-und Pflegeheime sowie aller begeisterter Zuschauer dieser „Historischen Modeschau“.

Jede Stimme zählt!

(Siegfried Brosza). Die Bundestagswahl steht an und wiederum beherrschen Wahlplakate unser Straßenbild. Der eine Kandidat verspricht vollen Einsatz, der andere möchte ganz einfach für uns im Bundestag sein. Die eine ist für Gerechtigkeit, die andere für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben. Das alles ist nun wirklich kein Abbild der äußeren und inneren Herausforderungen, vor denen unser Land steht.

Die Welt ist aus den Fugen geraten. Krieg und Kriegsrhetorik, Hass und Terror, millionenfache Hungersnot, Flüchtlingskrise und Umweltkatastrophen prägen die täglichen Nachrichten.

Damals in den sechziger Jahren war es Bundeskanzler Willy Brandt, der auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges mit seiner neuen Ostpolitik – trotz großen Widerstandes im eigenen Land – die Entspannung zwischen Ost und West einleitete.

Ein derartig mutiger Schritt Deutschlands wäre auch heute wieder erforderlich. Nicht Aufrüstung – wie von US-Präsident Trump gefordert – sondern weniger Waffen und verbale Abrüstung machen unsere Welt sicherer und lebenswerter.

Auch im Inneren ist der solidarische Zusammenhalt der Gesellschaft gefährdet, Hass und Gewalt nehmen zu.

Da sind von der Politik Lösungen gefordert, die nachhaltig ein friedliches Miteinander befördern, wie z.B. ein Einwanderungsgesetz, das die Bürger akzeptieren; die Angleichung der Ostrenten wie ursprünglich versprochen; ein Renten- und Abgabensystem, das Altersarmut ausschließt; gleiche Bildungschancen für alle unabhängig vom Geldbeutel; die Gewährleistung der öffentlichen und persönlichen Sicherheit und Verringerung der ständig angewachsenen Schere zwischen Arm und Reich.

Zur Bundestagswahl am 24. September können wir Bürger mit unserer Stimme entscheiden, welcher Kandidat und welche Partei unseren Erwartungen am besten entsprechen.

Also gehen Sie hin und bestimmen Sie mit, in welcher Welt wir leben wollen.

Ein Herz für Magdeburg

(Gerda Bednarz).  Seit nun schon 15 Jahren führt die Chefin der „Feuerwache“ Sudenburg, Nadja Gröschner gemeinsam mit Frank Kornfeld eine sehr beliebte Veranstaltungsreihe durch,  bei der sie schon die Geschichte fast aller Stadtteile mit ihren Ecken, Winkeln und Hinterhöfen bildhaft erklärten. Historische Begebenheiten, Anekdoten und Hintergründe sowie ehemalige Persönlichkeiten unserer Heimatstadt wurden an insgesamt 38 verschiedenen Themenabenden mit viel Witz und Humor erklärt. Die beiden Hobby-Stadtführer schlüpfen dazu in passende Kostüme zu tatsächlichen oder erfundenen Personen. Da gab es schon Besuche im „Knattergebirge bei Nacht“ mit Bäckersfrau Nana und Fischer Emil, eine Nachtführung durch Cracau mit Frau Nadja und Deichwächter von und im Kornfeld oder einen Besuch in Buckau bei Nacht. Ein Gang durch das ehemalige SKET mit der Warnung „Unter schwebenden Lasten lauert der Tod“ und eine Fahrt „mit der Linie 4 um die Welt“ oder zum „Mondscheinflanieren über den Fürstenwall“ mit der Gräfin Gröschner und Hauptmann a.D. Frank in, unterm und hinterm Kornfeld anlässlich der 15. Jubiläumsveranstaltung im August 2017.Da erfuhr man, dass der Fürstenwall eine der ältesten Bürgerpromenaden Deutschlands ist, dass früher nicht nur zwei sondern sechs Wachtürme hier standen und dass es einen kleinen Hafen extra für den Erzbischof gab.

Wir hörten von Mechthild von Magdeburg, von den aus Frankreich und Belgien eingewanderten Hugenotten und Wallonen und erfuhren Interessantes von Familie Bachmann, die zusammen mit Klopstock und Silberschlag die Mittwochsgesellschaften begründeten und viel zur bürgerlichen Aufklärung und zur Ansiedlung etlicher Betriebe in Magdeburg beitrugen.

Eine große Rolle spielte Fürst Leopold I. von 1702 bis 1747 hier als Gouverneur. Als Landesherr machte er die Stadt zur stärksten Festung Preußens und durch viele militärische Bauten, öffentliche Gebäude  und gute Straßen zu einer ansehnlichen Garnisonsstadt. Hauptmann Frank erzählte uns an der Rückseite des Doms nicht nur von der Grablege Ottos I. und Edithas im Dom sondern auch von dem gierigen Bischof Burchard III., der die Biersteuer mehrfach erhöht hatte und von zwei dadurch völlig verarmten Gastwirten im Ratskeller erschlagen wurde. Daraufhin wurde Magdeburg 1325 mit der Reichsacht belegt.

Am Rondell für die drei Ottonen-Königinnen/Kaiserinnen Editha, Adelheid und Theophanu neben der Bastion Kleve wurden zur Erinnerung jeweils ein Baum aus deren Heimat gepflanzt und eine Gedenktafel mit ihren Lebensdaten in den Boden eingelassen.

Weiter ging es durch den Tatarenturm in den Remtergang, zum ältesten Haus Magdeburgs und dann in die Möllenvogtei und zum ehemaligen Stadtschloss (heute Justizministerium) auf dem Domplatz.

Nach den leckeren Kleinigkeiten unterwegs erwartete uns zum Abschied eine Runde Sekt mit Dankesworten und Blumen an Freundin Kati, Mama Brigitte und Frank, die die kulinarische Versorgung unterwegs organisiert hatten, ebenso an Juliane Schmidt, die die Gesellschaft mit ihren schönen Liedern erfreute. Danke an alle!

Aber ein ganz besonderes Dankeschön geht heute an Nadja Gröschner selbst, die am 29.August ihren 50. Geburtstag feiern konnte.

Unseren herzlichen Glückwunsch dazu, viel Gesundheit und wir freuen uns auf noch viele interessante und  unterhaltsame Führungen durch unsere schöne Heimatstadt.

Mach es wie die Sonnenuhr

(Gert Sommerfeldt).  Nach einem schnellen Blick auf die digitale Armbanduhr bekommt man oft die Bemerkung „Ich habe keine Zeit!“ Wobei die mögliche Zeitdauer als relativ gilt und unterschiedlich wahrgenommen wird. Sie hängt davon ab, was anschließend geplant ist. Wenn es ereignisreich wird vergeht die Zeit wie im Fluge, aber sie wird quälend lange, wenn man nur so hindöst.  Während alle Lebewesen eine innere Uhr haben, nutzt der Mensch als Maß des Fortschreitens Uhren mit einer genauen Maßeinteilung.

Bereits im 3. Jahrtausend v.d.Z. orientierte man sich am Stand der Sonne, um die Mittagszeit und den weiteren Tagesablauf zu ermitteln. Mit mechanischen Chronometern konnte dann darauf die Zeit unabhängig vom Sonnenstand und auch nachts ermittelt werden.

Heute werden die alten und neuen Sonnenuhren als Kunstobjekte betrachtet. So werden historische Uhren aufgearbeitet, die einst an Kirchen als Mittelpunkt der Gemeinden horizontal oder vertikal angebracht wurden, damit die Gläubigen rechtzeitig ihr Gebet verrichten konnten. Die Sonne war dabei der Taktgeber. Sie warf bei einer Sonnenuhr den Schatten von einem geneigten Polstab auf eine steinerne oder bronzene Skala, so dass die Stunde abgelesen werden konnte.

Eine solche Uhr finden wir am Rondell vor dem Parkhotel im Herrenkrug. Als sie 1818 gesetzt wurde hatte sie einen vergoldeten Sockel. Sie wurde 1991 durch die Bildhauerin Martina Seffers restauriert und bekam ein neues Ziffernblatt mit der Inschrift „Zähle nur die heiteren Stunden“.

Der Blick wird leider durch parkende Autos oft verstellt. Ein Spaziergang ist aber lohnenswert, denn immerhin ist sie eine von insgesamt 15 Sonnenuhren in unserer Stadt.

Also CARPE DIEM – nutze den Tag!

Adolf Mittags Einsatz für Magdeburg

(Dagmar Herricht).  Der beliebte „Adolf-Mittag-See“ im Rotehornpark erinnert an den Industriellen Adolf Mittag, der am 22.9.1833 in Magdeburg geboren wurde. Sein Vater war ein geachteter und erfolgreicher Kaufmann. Sohn Adolf besuchte nach dem Schulabschluss eine Handelsschule in Gnadau, ging dann nach Leipzig, um den Beruf eines Knopfmachers zu erlernen. Zurück in Magdeburg gründete er gemeinsam mit seinem Bruder Heinrich mehrere Handelshäuser. Im Jahr 1869 kaufte Adolf Mittag das Brauhaus „Preußischer Hof“ im Breiten Weg 155. Hier entstand die erste Großhandlung der Stadt, die Waren an kleinere Geschäfte weiterverkaufte. Bis 1888 führten er und sein Bruder Heinrich gemeinsam den Betrieb. Danach leitete sein Bruder Louis die Firma.

Adolf Mittag war besonders an der Gestaltung der Gärten seiner Heimatstadt interessiert. So unterstützte er großzügig mit einer Spende von 50.000 Mark die Verschönerung des Rotehornparks. Das Geld wurde 1908 für die Aufweitung der „Tauben Elbe“ eingesetzt, es entstand der heutige Adolf- Mittag- See.

Die kleine Marieninsel widmete er seiner inzwischen verstorbenen Frau Maria. Auch weitere Einrichtungen in Magdeburg sind durch seine großzügigen Spenden und seine Anregungen entstanden. Dazu gehört der Nordfriedhof als Park, der Ausbau zahlreicher Radfahrwege. Bekannt durch sein uneigennütziges Engagement und seine freundliche Art, wurde er von den Magdeburgern liebevoll „Onkel Adolf“ genannt. Wenn wir Magdeburger uns heute noch gern im Rothornpark aufhalten, so erinnern wir uns an den großzügigen Mäzen Adolf Mittag. Er starb am 14.08.1920 in Leipzig.