Löwen, Adler, Lämmer… – Magdeburger Hauszeichen

(Gert Sommerfeldt).  Mit teilweise fantasievollen Hauszeichen machten einst die Besitzer darauf aufmerksam, dass hier gebrautes Bier im Angebot sei. Dem einen mundete es pur, während den ärmeren das leichte Gebräu mit Kleie versetzt als tägliche Nahrung diente. Von den einigen hundert Symbolen sind nur wenige nach 1945 aus dem Schutt  geborgen worden. Im 17. Jhd. war es nicht so einfach, sich für eine bestimmte Kneipe zu verabreden, gab es doch über die Stadt verteilt u.a. 10 Wölfe, 14 Löwen, 13 Adler und 8 Lämmer in verschiedenen Farben, auch eine Badestube „Zur nackten Magd“, die sicher regen Zuspruch fand. In Fortsetzung dieser Tradition gestaltete der Bildhauer Wolfgang Roßdeutscher 1989 als Kunst am Bau eine gemauerte Stele aus Klinkern mit 11 Motiven in Keramik, die derben Humor und stark muskulöse Menschen darstellen,  immer im Adamskostüm in verschiedenen Posen.

Zwar hat die Stele an der Krügerbrücke keinen Bezug zu einem ehemaligen Standort, trotzdem sollte man einen Blick darauf werfen: auf den Trompeter am Fenster, den roten Löwen am Boden liegend,  die Kapelle beim Bauerntanz, das bunte Lämmchen als eine Frau auf dem halb gedeckten Tisch liegend, das goldene Hufeisen mit einem Gehörnten, sowie auf die Bouteille, eine Weinflasche auf einer umrankten Stele und weitere 5 Keramiken.