Diagnoseverfahren: Das Elektrokardiogramm (EKG)

Diagnoseverfahren: Das Elektrokardiogramm (EKG)

(Dr. Christl Korb). Der englische Physiologe Augustus Desiré Wailer hat 1882 bei seinem Hund das erste Elektrokardiogramm ( EKG) abgeleitet. Der niederländische Arzt Willem Einthoven verbesserte die Technik und schuf die theoretischen Grundlagen zum Lesen des EKG´s.  Er erhielt 1924 für seine bahnbrechende Leistung den Medizin-Nobelpreis.

Das EKG zeichnet die elektrischen Aktivitäten aller Herzmuskelfasern auf und stellt sie   grafisch dar. Ausgangspunkt jeder elektrischen Erregung im Herzen ist im Sinusknoten im rechten Vorhof.  Der von hier ausgehende Impuls pflanzt sich über das Erregungsleitungssystem fort. Zuerst werden die Herzvorhöfe erregt, dann die Herzmuskelzellen der Kammern. Anschließend bildet sich die Erregung zurück. Bei jedem Herzschlag wiederholt sich das gleiche Bild der elektrischen Herzaktion. Die entstehenden Spannungsänderungen am Herzen werden bis zur Körperoberfläche weitergeleitet. Hier können sie mit Hilfe von Elektroden erfasst werden. Das EKG-Gerät verstärkt die sehr schwachen Signale und stellt sie als EKG – Kurve dar. Diese lässt sich in verschiedene Abschnitte einteilen, denen jeweils ein ganz bestimmter Vorgang im Herzen zugrunde liegt.  Aus dem zeitlichen Ablauf der elektrischen Erregung des Herzens kann der Arzt wichtige Informationen über die Funktion des Organs gewinnen. Das EKG liefert Hinweise auf verschiedenste Herzerkrankungen (Herzrhythmusstörungen, Herzmuskelentzündung, Herzinfarkt). Es liefert auch Hinweise auf eine Verdickung der Herzmuskeln, auf eine abnorme Belastung der rechten oder linken Herzkammer, auf Elektrolytstörungen und unerwünschte Arzneimittelwirkungen.

In der Kardiologie gibt es neben dem Standard-EKG eine Vielzahl weiterer Verfahren, unter anderem das Ruhe-, Belastungs-, und das Langzeit-EKG. Beim Ösophagus-EKG wird eine Ableitelektrode in die Speiseröhre eingeführt und das EKG abgeleitet. Es ist aber auch eine Ableitung direkt aus dem Herzen möglich. Das EKG gehört zur Routineuntersuchungen, die bei Herzbeschwerden durchgeführt wird.