Bunte Falter im Elbauenpark

(Gert Sommerfeldt).  Sie heißen Idea leuconoe oder Papilio rumanzovia und sind Einwanderer. Sie kamen mit der Post aus England und sind im Elbauenpark gern gesehene Gäste. Schmetterlinge mit klingenden Namen wie die giftige Baumnymphe, der Scharlachrote Ritter oder der Atlasseidenspinner zeigen ihre Flugkünste. Ihre eigentliche Heimat ist Südostasien, Südamerika oder Afrika. 200 Exoten in 25 verschiedenen Arten tummeln sich zeitweise im gläsernen Schmetterlingshaus, tanken Energie in feucht-schwüler Umgebung, flattern zwischen dem üppigen Grün der tropischen Pflanzenwelt.

Gern lassen sie sich vom Betreuer Uwe Frömert mit Obststücken und selbst gemixtem Nektar verwöhnen, der auch einen Schuss Alkohol enthalten kann. Dieser entsteht in der freien Natur als Gärungsprodukt von abgefallenem Obst und ist damit auch für Falter besonders anlockend.

Die schillernde Pracht der bunten Flattertiere entsteht eigentlich durch Lichtbrechung an ihren hornigen Flügelschuppen, die wie Ziegel eines Daches aufliegen. Ihr Leben ist mit ca. 4 bis 20 Tagen recht kurz und endet mit dem Eierlegen. Die Züchter in England versorgen den Elbauenpark wöchentlich mit Puppen, aus denen dann die Falter schlüpfen. In einem Brutschrank ist das gut zu beobachten, wenn nach und nach in die über 100 Puppen Bewegung kommt, ein neuer Falter schlüpft und sich dann erst einmal eine Ruhepause zum Flügeltrocknen gönnt. Und dann geht es auf zum ersten elfenhaften Flug in die grüne Umgebung, vorbei an Glasvitrinen, in denen die gut getarnten Gespenstschrecken und die grünen Geckos auf eine leckere Mahlzeit warten. Auf die Farben von Blüten orientiert, kommt es schon mal vor, dass ein Falter die rote Hibiskusblüte verfehlt und dafür auf einem roten Pullover oder in rötlichen Haaren der Besucher aufsetzt. Einige handtellergroße Nachtfalter ruhen tagsüber, nehmen keine Nahrung auf, da sie aus dem Raupenstadium genügend mit Energie versorgt wurden. Sie sind dann gut zwischen den tropischen Pflanzen zu beobachten.

Zu jeder Jahreszeit im Elbauenpark sehenswert – der Flug der vielen schillernden Nektar-Vampire. Erläuternde Hinweise informieren über ihren Lebenszyklus vom Ei über die Raupe bis zum flatternden Schmetterling.