15 Jahre Patenschaften für ausländische Studierende

(PM-FWA).  Mit einem interkulturellen Grillfest feierten am 09.06.2017 engagierte Senior/innen und ausländische Studierende das 15jährige Bestehen des Projektes „Willkommen in Magdeburg – Patenschaften für ausländische Studierende”.

Fast 80 Gäste trafen sich im sommerlichen Garten des Ökologischen Zentrums und erzählten von zahlreichen schönen Momenten während ihrer zum Teil langjährigen Patenschaften. Aus der Initiative einiger Seniorinnen der Arbeitsgruppe „Dialog der Generationen” hat sich im Laufe der Zeit ein Patenschaftsprojekt etabliert, das mehrmals ausgezeichnet wurde (unter anderem mit dem Integrationspreis des Landes Sachsen-Anhalt) und das auch weit über die Stadtgrenzen hinaus Beachtung und Anerkennung findet. Aktuell begleiten 37 Familien und Einzelpersonen insgesamt 59 Studierende. Sie helfen bei notwendigen Behördengängen, unterstützten beim Einrichten einer WG oder bieten individuelle Hilfe beim Erlernen der deutschen Sprache. Viele Senior/innen haben inzwischen mehrere ausländische Studierende während ihres Aufenthalts in Deutschland begleitet und oft sind Freundschaften entstanden, die auch nach dem Studium noch lange anhalten. Spezialitäten aus aller Welt rundeten das leckere Buffet ab. Fotos, Gastgeschenke und eine umfangreiche Chronik der Projektentwicklung weckten viele schöne Erinnerungen, die auch Lust auf weitere Vorhaben machten. Neue Paten sind auch jederzeit herzlich willkommen. Interessierte, die sich eine Patenschaft für ausländische Studierende vorstellen können, erhalten nähere Informationen in der Freiwilligenagentur (Tel. 0391 5495840 oder info@freiwilligenagentur-magdeburg.de). Außerdem ist am 17.10.2017 in der Volkshochschule ein Erfahrungsaustausch geplant, zu dem erfahrene Paten und Interessierte gleichermaßen herzlich eingeladen sind. Das Projekt „Willkommen in Magdeburg” wird von der ehrenamtlich tätigen Arbeitsgruppe „Dialog der Generationen” umgesetzt, die sich seit 2014 in Trägerschaft der Freiwilligenagentur befindet.

Gesundheitstipps für den Sommer

(Dr. Christl Korb).  In heißen Sommern mit Werten von bis zu 30°C und darüber, dazu warmer und schwüler Luft bekommen besonders ältere und kranke Menschen gesundheitliche Probleme. Der Körper wird durch das Schwitzen enorm belastet und verliert viel Wasser und Elektrolyte. Daher ist es wichtig, ausreichend zu trinken. Schon ein Flüssigkeitsdefizit von nur 1% des Körpergewichtes senkt die geistige Leistungsfähigkeit. Der Wassermangel führt sozusagen zu einer „Dürre im Kopf“. Man muss auch trinken, wenn kein Durstgefühl verspürt wird. Dies trifft verstärkt für ältere Menschen zu, da dieser Personengruppe das „Durstgefühl“ oftmals völlig verloren gegangen ist. Stellen Sie sich daher das Glas mit dem Getränk immer so hin, dass Sie ständig an das Trinken erinnert werden. Mineralwasser, Saftschorle oder Tee sollten leicht gekühlt bis lauwarm sein. Meiden Sie den Alkohol. Beim Aufenthalt im Freien immer eine Kopfbedeckung tragen und möglichst auch eine Sonnenbrille. Die Bekleidung sollte hell und luftig sein und den Körper nicht einengen. Zur Mittagszeit und „praller Sonne“ möglichst nicht im Freien aufhalten. An sehr warmen Tagen ist es empfehlenswert, körperliche Belastungen und sportliche Aktivitäten einzuschränken. Auch im Alter muss an Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor gedacht werden. Lüften Sie Ihre Wohnung nur in den Morgenstunden. Ein Verdunkeln der Wohnung mit Vorhängen oder einem Rollladen verhindert das Aufheizen der Räume. Sie können aber auch durch eine Dusche oder ein Fußbad mit kühlem Wasser zur Abkühlung des Körpers beitragen. Schon ein feuchtkühles Tuch im Nacken oder auf der Stirn verbessert das Wohlbefinden. Berücksichtigen Sie nur einige der Empfehlungen, werden die warmen Tage viel besser ertragen.

Ein Löwe im Herrenkrug

(Gert Sommerfeldt).  Das bewaldete Gebiet im Norden Magdeburgs, das einst zur Beweidung und zur Heu- und Holzgewinnung genutzt wurde, gehörte der Stadt. Um dort übliche Diebstähle zu verhindern, entstand zur Aufsicht ein Wärterhaus, das an einer Fernstraße liegend, sich mit der Zeit zum Wirtshaus entwickelte. Hier kehrten auch die Ratsherren nach getaner Arbeit oft ein. Zur Umgestaltung dieses wilden Areals in einen Herrenkrugpark legten die Gartengestalter Lennè und Schoch Entwürfe mit Sichtachsen, kleinen Denkmalen und der Anpflanzung von bis zu 80 verschiedenen Gehölzen vor. Damit entstand hier bis 1824 ein beliebtes Ausflugsziel für die Bürger, die, aus den lichtarmen Hinterhöfen des Stadtzentrums kommend, sich hier ihren mitgebrachten Kaffee aufkochen ließen. Das Bürgertum besuchte das angrenzende Gesellschaftshaus zu Schank und Konzerten. Mit der Aufstellung einer gusseisernen Löwenplastik, eine Schenkung des Buchdruckers Heinrich Faber, wurde das Wirken des Oberbürgermeisters August Wilhelm Francke für eine grüne Stadt geehrt. Ein ruhender Löwe mit mächtiger welliger Mähne schaut in die Parkanlage.

Am Sockel ist neben den Initialen des Stifters eine Widmung lesbar: „Ihm tönt aus Luft und Wald das Lied der Freude“. Zeitweise verschwunden, wurde das Denkmal nach seiner Restaurierung 1989 wieder aufgestellt. Besuchen Sie es mal!

 

 

Das Schloss Plötzkau an der Saale

(Doris Franke).  Schon von weitem ist der imposante Bergfried des Plötzkauer Schlosses zu sehen. 158 Stufen auf einer steinernen Wendeltreppe muss der Besucher überwinden, um das Turmzimmer mit der Rittertafel (Bild) zu erreichen oder einen Blick in die ehemalige Gefängniszelle zu werfen.

Aber von hier oben hat man eine fantastische Aussicht in alle vier Himmelsrichtungen über das Saaletal und den Auenwald. Bereits vor dem Jahr 1100 hat an der Stelle des jetzigen Schlosses eine mittelalterliche Burg gestanden. Die heutige Anlage geht aber auf ein Renaissanceschloss zurück, welches im 16. Jahrhundert gebaut wurde. Bis zum 30- jährigen Krieg erlebte das Schloss seine Blütezeit, 1611  wurde hier das kleinste Fürstentum Anhalts gegründet. Die Fürsten von Anhalt -Plötzkau unterhielten auf der nur 40 Quadratkilometer großen Gesamtfläche sogar eine eigene Armee. Sie prägten ihre Münzen und hatte eine eigene Gerichtsbarkeit. 1665 wurde das Fürstentum mit Anhalt Köthen zum Fürstentum Anhalt-Köthen-Plötzkau, später mit Anhalt Bernburg zusammengelegt. Die Nutzung als repräsentative Fürstenresidenz endete zu Beginn des 18. Jahrhunderts. An den Tod von Graf Bernhard II. von Plötzkau im 12. Jahrhundert beim zweiten Kreuzzug  erinnert im Schlossturm ein 6 x 3 m großes Diorama mit über 2000 selbstgefertigten Zinnfiguren. Das riesige Schlachtgetümmel der Kreuzritter ist nicht nur für Kinder ein echter Hingucker. Der Heimatverein des Ortes zeigt in den alten Mauern des Schlosses noch andere interessante Ausstellungen. Die einmalige Sammlung von Modellen landwirtschaftlicher Maschinen der DDR im Maßstab 1:10, im „Grünen Zimmer“ die einheimische Tier- und Pflanzenwelt, Deutschland im Wandel der Zeit, viele Exponate und Werkzeuge von der Entwicklung der Landwirtschaft, Trachten, Keramiken und vieles mehr. Ein Besuch des ehemaligen Wohnschlosses mit seinen 21 Giebeln und seinen vielseitigen Ausstellungen in einer wunderschönen Umgebung ist eine Ausflugsreise wert.