Unterwegs mit Telemann

(Gerda Bednarz).   „Barockmusik kann süchtig machen“ steht auf dem Veranstaltungskalender „telemania“ der Landeshauptstadt zum Telemannjahr 2017. Und es sind ja nicht nur Konzerte, Wettbewerbe  oder Ausstellungen in Kirchen, Festsälen oder Bibliotheken. Es gab und gibt auch Aktionskunst im Allee-Center, eine Schiffsreise von Magdeburg nach Hamburg, Kabarett bei „Hengstmanns“, Komponistenwerkstatt auf Telemanns Spuren im Konservatorium, Telemann- Sphere-Klangwelt im Kunstmuseum Kloster oder auch Stadtrundfahrten in der Telemann-Kulturstraßenbahn mit verschiedenen Musikern, Vorlesern, Chören und Herrn Telemann (alias Michael Schenk) persönlich. Mit einem ganz normalen Fahrschein ist man dabei und erfährt so einiges aus seinem Leben.

Dem jungen Telemann fielen die Töne nur so zu. Die Frau Mama allerdings hatte das Talent des Kindes wohl nicht richtig erkannt und wollte aus ihm lieber einen Juristen machen. Dabei hatte er schon mit 12 Jahren seine erste Oper „Sigismundus“ geschrieben. Er wurde nach Zellerfeld, Hildesheim und Leipzig zum Lernen geschickt und beschäftigte sich aber dort neben seinem Lehrstoff auch immer mit Musik, lernte als Autodidakt mehrere Instrumente, komponierte Motetten, Kantaten und Opern und dirigierte diese auch. Er arbeitete in Sorau (bei Krakau), in Eisenach und Frankfurt am Main, schloss Freundschaft mit Händel und Bach und landete schließlich in Hamburg als Musikdirektor der fünf Hauptkirchen.1709 heiratete er, aber seine Frau starb kurz nach der Geburt des ersten Kindes. Die zweite Ehe bescherte Telemann zwar neun Kinder, doch die Ehefrau wurde ihm untreu, verspielte drei Jahresgehälter und Telemann trennte sich von ihr. In Hamburg lebte Telemann 46 Jahre, komponierte insgesamt ca. 3600 Werke und verstarb dort am 25. Juni 1767.

Bei der unterhaltsamen Fahrt gab es immer wieder künstlerische Pausen, in denen das Polizei-Vokal-Ensemble musizierte oder die Geschäftsführerin der MVB Birgit Münster- Rendel aus Briefen und gereimten Geschichten Telemanns vorlas. So war es eine wahre Freude für die vielen Fahrgäste, Georg Philipp Telemann als genialen Komponisten und als  Mensch noch besser kennen zu lernen.

Am 250. Todestag gedachte Magdeburg noch einmal offiziell seines berühmten Sohnes Georg Philipp Telemann an seiner Stele an der Goldschmiedebrücke mit Blumen und einem kleinen Konzert des Blechbläserensembles der Magdeburger Philharmonie sowie mit Grußworten vom Leiter des Telemannzentrums Carsten Lange und dem Telemann-Botschafter Reinhard Göbel, Leiter der Bayrischen Kammerphilharmonie.