Blumenstrauß des Monats Juli 2017

Wir sagen Dankeschön

(Heidi Brosza).  Der Museumsverein Magdeburg feiert  in diesem Jahr sein  25-jähriges Bestehen und blickt voller Stolz auf eine beeindruckende Entwicklung zurück. Die vorzeigbaren Erfolge wären ohne das Engagement zahlreicher Ehrenamtlicher nicht denkbar. So baten uns Karin Grünwald und Dr. Helmut Hörold vom Vorstand des Vereins anlässlich dieses Jubiläums, eine ihrer zuverlässigsten ehrenamtlichen Mitstreiterinnen mit dem Blumenstrauß des Monats zu ehren.

Dorothea Henning ist seit dem Jahr 2000 mit viel Freude bei allen Vorhaben des Vereins dabei. Sie ist die Zuverlässigkeit und Einsatzbereitschaft in Person und hat hier nach Eintritt in das Rentenalter ausreichend Freizeitbeschäftigung und Kontakt mit vielen Menschen gefunden. Vor allem an die großen Ausstellungen „Otto der Große“, „Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation“ und „Aufbruch in die Gotik“ erinnert sich Dorothea Henning heute noch mit Begeisterung, wieviel Neues zu unserer Geschichte sie damals erfahren hat und wie sie sogar die Vitrinen  mit geputzt hat, damit alles rechtzeitig fertig wird. Ob Museumstage, Stammtisch oder Kuchenbacken und Verkauf für einen guten Zweck in der „Museumshütte“ auf dem Weihnachtsmarkt, sie ist immer mit ganzem Herzen dabei. Mit einem großen Dankeschön überreichten wir gern den wunderbaren von Blumen-Bienert gesponserten Blumenstrauß an Dorothea Henning, stellvertretend auch für alle ehrenamtlichen Museumshelfer.

 

 

Kunst zum Anfassen – Heinrich Apel

(Dieter Müller).  Wir verdanken ihm viel. In unserer Stadt – und weit darüber hinaus – ist Dr. h. c Heinrich Apel an vielen Orten mit seinen Arbeiten präsent, seien es große Werke wie der Faunenbrunnen in der Leiterstraße, im Volksmund „Teufelsbrunnen“ genannt, die Rathaustür, Gestalten von Trümmerfrauen und Geängstigten im Bombenhagel vor dem Portal der Johanniskirche, das Gedenken an den Lebensretter Hauptmann Belikow, die Tür des Klosters mit dem Bördepaar als Klinke und viele Gestalten im öffentlichen Raum, die zum Nachdenken anregen. Aber auch in Kirchen hat sich Apel engagiert, etwa in und vor der Petrikirche. Oder wer denkt nicht an das heiter-kritische Treppengeländer im Naumburger Dom? Seine umfangreiche private Sammlung hat der Künstler im Jahr 2000 der Stadt Haldensleben als Schenkung überlassen, die damit im Schloss Hundisburg eine sehr empfehlenswerte Ausstellung gestaltet hat. Als kleinformatiges Beispiel aus Magdeburg fiel mein Blick auf die Türklinke der Kathedrale St. Sebastian.

Dort schnappt nämlich – mit Bezug auf einen alten Bibeltext – ein großer Fisch nach dem Propheten Jona. Heinrich Apel, Jahrgang 1935, lebt sehr zurückgezogen hier in Magdeburg. Ich denke in aller Namen zu sprechen: Wir Magdeburger schätzen ihn und sein Werk und wir würden auch eine angemessene Ausstellung in unserer Heimatstadt begrüßen.

 

 

Das Glockenspiel im Rathausturm

(Gert Sommerfeldt).  Täglich von 10-18 Uhr erklingt stündlich vom Magdeburger Rathausturm ein Glockenspiel, das die Besucher des Alten Markts aufmerksam anhören. Zum Geläut gehören 47 Glocken von der Apoldaer Firma Schilling, die entweder von Hand oder automatisch angeschlagen werden. Am 28.9.1974 eingeweiht, war es damals das erste Spiel in der DDR.

Es verfügt über 4 Oktaven und wird mit den Fäusten angespielt über ein Stockklavier mit Tasten für Manual und Fuß-Pedal. Für das automatische Spiel steht dafür ein Übungstisch zur Verfügung, auf dem über 100 Melodien abgespeichert wurden. Die kleine Spielkabine befindet sich hinter der Rathausuhr. Die Gewichte der einzelnen Glocken liegen zwischen 6 t bis 10 kg. Sie sind fest verankert im Glockenstuhl und werden dort mit Klöppel angeschlagen. Der Glockenschmuck wurde von dem Künstler Heinrich Apel plastisch gestaltet mit Worten Erich Weinerts, gewidmet auch dem Barockkomponisten Telemann sowie mit Ansichten der zerstörten Stadt und ihrem Wiederaufbau.

In der BRD gibt es insgesamt 40 Glockenspiele, auf denen die Corillonisten ihre Werke auch bei klingenden nationalen Vergleichen hören lassen.

Unterwegs mit Telemann

(Gerda Bednarz).   „Barockmusik kann süchtig machen“ steht auf dem Veranstaltungskalender „telemania“ der Landeshauptstadt zum Telemannjahr 2017. Und es sind ja nicht nur Konzerte, Wettbewerbe  oder Ausstellungen in Kirchen, Festsälen oder Bibliotheken. Es gab und gibt auch Aktionskunst im Allee-Center, eine Schiffsreise von Magdeburg nach Hamburg, Kabarett bei „Hengstmanns“, Komponistenwerkstatt auf Telemanns Spuren im Konservatorium, Telemann- Sphere-Klangwelt im Kunstmuseum Kloster oder auch Stadtrundfahrten in der Telemann-Kulturstraßenbahn mit verschiedenen Musikern, Vorlesern, Chören und Herrn Telemann (alias Michael Schenk) persönlich. Mit einem ganz normalen Fahrschein ist man dabei und erfährt so einiges aus seinem Leben.

Dem jungen Telemann fielen die Töne nur so zu. Die Frau Mama allerdings hatte das Talent des Kindes wohl nicht richtig erkannt und wollte aus ihm lieber einen Juristen machen. Dabei hatte er schon mit 12 Jahren seine erste Oper „Sigismundus“ geschrieben. Er wurde nach Zellerfeld, Hildesheim und Leipzig zum Lernen geschickt und beschäftigte sich aber dort neben seinem Lehrstoff auch immer mit Musik, lernte als Autodidakt mehrere Instrumente, komponierte Motetten, Kantaten und Opern und dirigierte diese auch. Er arbeitete in Sorau (bei Krakau), in Eisenach und Frankfurt am Main, schloss Freundschaft mit Händel und Bach und landete schließlich in Hamburg als Musikdirektor der fünf Hauptkirchen.1709 heiratete er, aber seine Frau starb kurz nach der Geburt des ersten Kindes. Die zweite Ehe bescherte Telemann zwar neun Kinder, doch die Ehefrau wurde ihm untreu, verspielte drei Jahresgehälter und Telemann trennte sich von ihr. In Hamburg lebte Telemann 46 Jahre, komponierte insgesamt ca. 3600 Werke und verstarb dort am 25. Juni 1767.

Bei der unterhaltsamen Fahrt gab es immer wieder künstlerische Pausen, in denen das Polizei-Vokal-Ensemble musizierte oder die Geschäftsführerin der MVB Birgit Münster- Rendel aus Briefen und gereimten Geschichten Telemanns vorlas. So war es eine wahre Freude für die vielen Fahrgäste, Georg Philipp Telemann als genialen Komponisten und als  Mensch noch besser kennen zu lernen.

Am 250. Todestag gedachte Magdeburg noch einmal offiziell seines berühmten Sohnes Georg Philipp Telemann an seiner Stele an der Goldschmiedebrücke mit Blumen und einem kleinen Konzert des Blechbläserensembles der Magdeburger Philharmonie sowie mit Grußworten vom Leiter des Telemannzentrums Carsten Lange und dem Telemann-Botschafter Reinhard Göbel, Leiter der Bayrischen Kammerphilharmonie.

25 Jahre Magdeburger Museumsverein

(Gerda Bednarz).  Am Vorabend des Gründungstages vor 25 Jahren (16.06.1992) trafen sich Mitglieder und prominente Gäste des Magdeburger Museumsvereins, um an diesen Tag zu erinnern, große Ereignisse noch einmal Revue passieren zu lassen, Erfolge aufzuzeigen und all denen Dank zu sagen, die mit viel Enthusiasmus den Verein von bescheidenen Anfängen mit 30 Mitgliedern zur heutigen Stärke mit mehr als 300 Mitgliedern gelenkt, geleitet und unterstützt haben.

Nach einleitenden Telemann-Klängen des Rossini-Quartetts, Grußworten des derzeitigen Vereinsvorsitzenden Dr. Helmut Hörold und seiner hochrangigen Gäste blickte der ehemalige OB Dr. Willi Polte in seinem Festvertrag „Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement“ auf die Anfänge der Vereinsgründungen und den wieder wachsenden Bürgersinn der Menschen in der ehemaligen DDR zurück. Er dankte den vielen Ehrenamtlichen, die mit ihrer Einsatzbereitschaft dazu beigetragen haben, dass unsere Stadt so schön geworden ist, dass aus vielen kleinen Aktionen z. B. „Mein Baum für Magdeburg“ oder den Beiträgen und Spenden für ihre Vereine soviel Wertvolles erhalten oder neu geschaffen werden konnte. Er rief dazu auf, auch unsere Kinder und Enkel dafür zu begeistern, die Geschichte zu bewahren und sich für demokratische Ziele einzusetzen. Dazu gehört auch die Bewerbung Magdeburgs zur Kulturhauptstadt 2025. Das muss in die Köpfe rein und von allen getragen werden. Magdeburg hat soviel geschafft – und das schaffen wir auch! In der für eine kleine Spende ausgereichten Festschrift hat ein Autorenkollektiv wichtige Ereignisse, Beweggründe, Bilder und Grußworte festgehalten und dokumentiert.