Ein Engel der Kulturen

(Dieter Müller).  Ende Mai wurden an mehreren Stellen unserer Stadt mit dem jüdischen Davidsstern, dem christlichen Kreuz und dem muslimischen Halbmond Zeichen der Toleranz für diese Religionen gesetzt. Nun rollte vor Beginn des Kirchentages eine meterhohe Skulptur, ein „Engel der Kulturen“, vom Theater zur Moschee, der neuen Synagoge, zur Grünen Zitadelle, der Kathedrale St. Sebastian bis zum Dom. Was ist denn eigentlich die Gemeinsamkeit dieser unterschiedlichen Religionen? Alle drei glauben an den einen Gott. Und wem die Verbundenheit im Glauben an den einen Gott bewusst ist, der wird dem anderen mit Respekt begegnen. Hier in Magdeburg helfen christliche Gemeinden durch Benefizkonzerte mit beim Bau der neuen Synagoge. Die islamische Gemeinde müht sich um Kontakt und Dialog zu den Magdeburgern. Es gibt also keinen Grund zu Vorurteilen und Angst. Wohl aber wird die Gewöhnung an den Anblick fremder Kleidung eine gewisse Zeit brauchen. Auch der Grundsatz „Nur wir machen das richtig!“ wird allmählich abgebaut.

Nun wurde dieser Engel für ein versöhnliches Zusammenleben durch die Stadt gerollt. Nur: Wo ist der Engel? Im Innenraum des Ringes entdeckt man ihn, wenn man den Halbmond als Kopf nimmt. Ein schönes Zeichen der Verbundenheit!