Blumenstrauß des Monats Mai/2017

(Heidi Brosza).  In diesem Jahr ehrt Magdeburg Georg Philipp Telemann anlässlich seines 250. Todestages mit einer beeindruckenden Veranstal-tungsreihe, der „telemania 2017“. Der Barockkomponist gehört inzwischen selbstverständlich zum kulturellen Erbe unserer Heimatstadt. Das ist unbestritten auch ein Verdienst des  Arbeitskreises „Georg Philipp Telemann“ Magdeburg, der das musikalische Erbe Telemanns seit dem Jahr 1961 bis heute bewahrt und pflegt.

Georg Breuel ist in diesem Arbeitskreis seit den 1960er Jahren ein sehr aktives Mitglied. Der agile Dreiundachtzigjährige gehörte dem Vorstand von 2004 und bis zum 3. Mai 2016  zumeist als Stellvertretender und zeitweise auch als Vorsitzender an. Ihn zeichnete ein hoher Anspruch und große Sorgfalt bei dieser Tätigkeit aus. Seine besondere Liebe galt auch in schwierigeren Zeiten Veranstal-tungen wie den „Sonntagsmusiken“ und den „Telemann für Schüler“-Projekten, die das Werk Telemanns  einem jungen Publikum zugänglich gemacht haben. Georg Breuel ist nach wie vor begeistertes Mitglied im Verein, hat jedoch nun Verantwortung in jüngere Hände gelegt.
„Der „Blumenstrauß“ des Monats ist eine schöne Geste, seinen unermüdlichen Einsatz für den Verein und die Auseinandersetzung mit Telemann in Magdeburg zu würdigen“, so Dr. Carsten Lange, wissenschaftlicher Leiter des Telemann Zentrums. Dem schließt sich der Magdeburger Kurier gern an und überreichte mit einem großen Dankeschön dem strahlenden Musikfreund den wunderbaren von Blumen-Bienert gesponserten Blumenstrauß.

Vorgestellt: Der Arbeitskreis Georg Philipp Telemann Magdeburg e.V.

(Siegfried Brosza).  Bereits in den 50-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts versuchten  Magdeburger Persönlichkeiten, wie der langjährige Konzertmeister des Städtischen Orchesters Otto Kobin und der Musikwissenschaftler Dr. Hans Grosse, eine gesamtdeutsche Telemann-Gesellschaft zu gründen. Dieses Vorhaben wurde von staatlichen und parteilichen Instanzen nicht zugelassen. Stattdessen wurde am 25. Mai 1961 im Deutschen Kulturbund der Arbeitskreis Georg Philipp Telemann gegründet, der sich fortan erfolgreich der Erforschung, Pflege und Popularisierung von Leben und Werk Telemanns widmete.

Bereits im November 1961 fand auf Initiative des Arbeitskreises die erste Sonntagsmusik statt, die sich zur ältesten Kammermusikreihe in Magdeburg entwickeln sollte. Die Telemann-Festtage wurden ein Jahr später aus der Taufe gehoben. Seit 1990 finden diese Festtage zu Ehren des Magdeburger  Komponisten Georg Philipp Telemann   im zweijährlichen Turnus statt.
Im Mai 1991 erfolgte die Umwandlung des Arbeitskreises in einen eingetragenen Verein.


Seit 2016 lenkt die bekannte Magdeburger Kammersängerin Undine Dreyßig als Vorsitzende mit viel Elan und erfolgreich die Geschicke des Vereins, dessen Arbeit mit „telemania 2017“ natürlich einen großen Höhepunkt hat.

Christi Himmelfahrt

Pfingsten und die Begeisterung

(Dieter Müller).  Im Kalender unseres Landes gibt es Feste, deren christlichen Inhalt viele nicht mehr kennen. Darum werden sie anders genutzt. Aus Himmelfahrt wurde Vatertag. An Pfingsten treffen sich Familien und Freunde zum Ausflug ins Grüne. Das alles ist voll zu akzeptieren.

Wenn aber doch jemand fragt: Was ist es denn nun mit Christi Himmelfahrt? So kann man antworten: Der am Karfreitag hingerichtete und zu Ostern auferstandene Jesus Christus erschien vierzig Tage hindurch seinen Freunden und zeigte ihnen, dass er lebt. Himmelfahrt war die letzte Begegnung mit ihm.

Danach wurde er – so nennt es die Bibel – „in den Himmel aufgenommen“.Das war jedoch kein endgültiger Abschied, denn zehn Tage später – das ist Pfingsten – als sich die Freunde aus Angst verbarrikadiert hatten, wurde plötzlich das Haus von Sturm und Feuerzungen erfüllt. Die Freunde warfen ihre Angst ab und traten an die Öffentlichkeit. Nach einer flammenden Rede des Petrus ließen sich 3000 Menschen taufen und bildeten so die erste christliche Gemeinde. Von dieser Begeisterung kann man sich anstecken lassen, denn das Abwerfen von Angst ist ja heute ebenso wichtig wie damals.

Magdeburger Industriegeschichte – Porzellan aus Magdeburg

(Gerda Bednarz).  Zur Eröffnung der großen Porzellanausstellung im Kulturhistorischen Museum (KHM) hielt Prof. Dr. Mathias Tullner einen Festvortrag, wie es ausgerechnet in der Stadt des Schwermaschinenbaus zur Herstellung solch zerbrechlicher Fabrikate kam.

Anfang des 19. Jh. hatte Magdeburg ca. 23.000 Einwohner, 1900 waren es fast zehnmal soviel. Nach dem Zusammenbruch Preußens 1806 und dem Wiener Kongress 1815 erholte sich die Magdeburger Wirtschaft bald, und in Neustadt, Sudenburg und Buckau wurden Fabriken und Manufakturen zur Verarbeitung von Tabak, Zichorie, Zuckerrüben und Keramik gebaut. Namen wie Aston, Coqui und Nathusius sind auch heute noch bekannt. Der Wegfall der Binnen- und Elbzölle beförderte den Aufschwung der Wirtschaft, und ein weitsichtiger Kommunalpolitiker wie August Wilhelm Francke (1785-1851) trug viel zur Industrialisierung Magdeburgs bei. In seiner Zeit als Bürger-meister (1817-1848) unterstützte er den Anschluss an das Bahnnetz, die Schifffahrt, die Gründung der Sparkasse, die Einrichtung von Parkanlagen, die Stadterweiterung sowie Reformen im Schul-, Sozial- und Bibliothekswesen.

Über die Gründung von Porzellanmanufakturen, über Porzellanherstellung, -malerei, -vertrieb und -entwicklung sprach dann aber noch ausführlicher Dipl. Ing. Detlef Dauer, der sich seit seinem 12. Lebensjahr mit dieser Materie beschäftigt hat und diese schöne Ausstellung erst ermöglichte. Porzellanherstellung wurde im 19. Jh. zur bildenden Kunst, zum Kunstgewerbe, und Magdeburg spielte neben Meißen und Berlin eine große Rolle. Nicht nur Kaiser, Könige und andere Adlige konnten sich das „weiße Gold“ leisten, auch das Bürgertum konnte es jetzt erwerben. Und neben der Porzellanmalerei wurden bald auch Miniaturen, Holzstiche, Lithografien, Druckgrafik u. a. Gestaltungselemente angewandt.

Von der Formenvielfalt und den vielen Beispielen der Biedermeierporzellane, dem festlichen Gebrauchsgeschirr, der verschiedensten Schmuckteller, Vasen, Schalen, Pfeifenköpfe und den ergänzenden Bildern und Dokumenten können sich die Besucher der Sonderausstellung im KHM noch bis zum 25.Juni 2017 überzeugen. Es lohnt sich auf jeden Fall.

Dialog in der Bibliothek

(Gerda Bednarz).  Seit kurzer Zeit gibt es eine Schulbibliothek in der Magdeburger Grundschule Sudenburg Braunschweiger Straße. Die Initiative dazu kam von der Volkssolidarität  Ortsgruppe  Gartenstadt Reform.

 

Als die Reformer ihre Bibliothek einrichteten, bekamen sie auch viele Kinderbücher und Spiele geschenkt, die sie gern an Kinder weitergeben wollten. Ingrid Nagel, Gudrun Kaminski und Jutta Helbing organisierten den Kontakt mit der Schule und sind den Kindern auch bei der Auswahl und Ausleihe behilflich. Die Ausleihe könnte sonst nicht stattfinden, da der Krankenstand der Lehrer und Erzieher so hoch ist. Das ist doch wieder ein gutes Beispiel für einen erfolgreichen Dialog der Generationen!