Blumenstrauß des Monats April 2017

(Heidi Brosza). „Lieber ein kleines Licht anzünden, als über die große Dunkelheit zu klagen“, so das Lebensmotto von Gudrun Kaminski, das sie mit viel ehrenamtlichem Engagement auch umsetzt.
So ist sie aktives Mitglied im Seniorenbeirat der Stadt, engagiert sich in der Ortsgruppe der Volkssolidarität der Gartenstadt Reform, arbeitet mit beträchtlichem Zeitaufwand im Förderverein des Weltkinderhauses. Jeden Freitag überrascht sie die Besucher des Erzählcafes in der Gartenstadt Reform mit einem leckeren Kuchen. Im dortigen Kreativzirkel wird sie als die gute Seele geschätzt und stellt regelmäßig die notwendigen Materialien bereit. Auch beim Aufbau der inzwischen gut angenommenen Handbibliothek hatte sie einen großen Anteil.
Darüber hinaus begleitet Gudrun Kaminski einen in Schwierigkeiten geratenen Azubi zu den Ämtern und hilft beim Ausfüllen der erforderlichen Anträge, damit er seine Ausbildung abschließen kann.
Die Wochenenden gehören möglichst der Familie, denn auch die drei Enkel kommen gern zu den Großeltern.
Wir nutzten die Frauentagsfeier der Volkssolidarität als würdigen Rahmen, Gudrun Kaminski ein großes Dankeschön für ihr Engagement auszusprechen. Unter herzlichem Beifall nahm sie den wundervollen von Blumen-Bienert gebundenen Blumenstrauß überrascht und erfreut entgegen.

Die Kapelle St. Gangolf

  (Gert Sommerfeldt).   Der bekannte Kupferstecher Caspar Merian (1627-1686) hat auf einem Stich die Silhuette der Stadt Magdeburg vor der Zerstörung 1631 bildlich festgehalten. 36 Kirchen und Kapellen sind dargestellt, dazwischen lagen bis zu 15 Klösterchen. Diese Bauwerke wurden dann in der Zeit der Reformation evangelisiert und danach zu Napoleons Zeiten sogar für das Militär zweckentfremdet und als Lagerhalle für Proviant oder militärisches Gerät genutzt. Einige kirchliche Bauten wurden auch demoliert.
So sind vom Fürstenwall aus auf dem Hof vom Domplatz Nr.4 noch bauliche Reste einer Kapelle sichtbar, deren Grundmauer der Romanik zugeordnet werden, während die drei heute noch sichtbaren Maßwerkfenster als Teil eines Chores in die Gotik weisen.

Sie gehörten zum Erzbischöflichen Palais. Bis zur Auflösung 1810 diente diese kleine Kapelle als Begräbnisstätte für die getrennte Bestattung von Herz und Eingeweiden für den Klerus in den gotischen Grabkammern. Aufgrund dieser Aufgabe wurde die ehemalige Stiftskapelle St. Gangolf von der Bevölkerung auch als „Kaldaunenkapelle“ bezeichnet. Sie wurde bis zum Abriss noch als Getreidespeicher genutzt.
St. Gangolf gilt in der katholischen Kirche als Heerführer, Heiliger und Märtyrer, der als Ritter aus Burgund im 8. Jhd. ermordet wurde.