Die Bahnhofsmission hat „Silberhochzeit“

(Dieter Müller ).  In diesem Frühjahr feiert die Bahnhofsmission ihr 25jähriges Bestehen seit ihrer Neugründung. Die geschah am 19. März 1992. Natürlich liegt der erste Start weit zurück. Nach Einzelgründungen durch die evangelische Kirche 1894 und durch die katholische Kirche 1895 vereinigten sich beide 1910 zur ersten ökumenischen Organisation, getragen von Diakonie und Caritas. Während Nazizeit und DDR gab es hier die Bahnhofsmission nicht, weil beide Systeme den christlichen Geist ablehnten. Ersatz leistete das Rote Kreuz.

Nach der Wende nahmen im Osten zehn Stationen diesen kirchlichen Dienst wieder auf, um Hilfen verschiedenster Art zu leisten. Stand anfangs die Hilfe für Reisende im Blick, so hat sich das Arbeitsfeld inzwischen wesentlich erweitert, nämlich hin zur ganzen Breite menschlichen Lebens: Obdachlose sind für Aufwärmen und eine Mahlzeit dankbar. Flüchtlinge suchen Rat. Einsame treffen sich hier. Psychisch Kranke, Hilflose und Verwirrte werden weiter vermittelt. Hilfe wird angeboten für sozial Benachteiligte, Betrunkene, Aggressive und Suizidgefährdete.

Die Arbeit leisten einige Hauptamtliche und mehrere Ehrenamtliche. Leider kann die Bahnhofsmission nicht mehr – wie früher – rund um die Uhr geöffnet sein, sondern wegen Personalmangels nur noch von früh bis nachmittags. Übrigens: Wer auch nur mal drei Stunden an einem einzigen Tag in der Woche mithelfen kann, ist hochwillkommen. Die Mitarbeiter leisten weiterhin gern ihren Dienst in jenem Geist, für den der Mensch eben nicht nur vom Brot allein lebt. Damit aber auch Freude und Dank nicht zu kurz kommen, lädt die Bahnhofsmission für Anfang April zu einer Festwoche ein.