Die Prinzessin Ilse

(Gert Sommerfeldt).  Schon Heinrich Heine machte in seiner „Harzreise“ auf eine Prinzessin Ilse aufmerksam, die in einem Schloss oberhalb am Ilsestein wohne und mit Besuchern selig sein möchte. Auch heute steigen viele Wanderfreunde zum Ilsestein auf und genießen den Blick ins enge bewaldete Tal. Am aufgerichteten Felsenkreuz vorbei geht hier der Blick hinunter ins romantische Tal der vorbei rauschenden Ilse und zu den der Landschaft angepassten neuen Landhäusern. Als neues Wahrzeichen der Stadt Ilsenburg schuf der Quedlinburger Metallgestalter Jochen Müller eine schlanke weibliche Bronzefigur, die er „Prinzess Ilse“ nannte.

In einer Parkanlage Im Talgrund auf einer steinernen Kugel mit Inschrift stehend, braust hinter ihr der Gebirgsbach, dem sie nackt entstiegen zu sein scheint. Touristen, Wanderer und Radfahrer können hier einen kurzen Halt einlegen, werden so an einen Heinrich Heine aus der Schulzeit erinnert, der die Schönheit der Harzer Landschaft in seinem Reisebericht bereits 1824 fest hielt.

Foto: Sommerfeldt

Blumenstrauß des Monats Mai 2018

Wir sagen Dankeschön

(Heidi Brosza).  Wenn Harald Kattein über „sein“ Neu-Olvenstedt  spricht, gerät der langjährige Bewohner des Stadtteiles fast ins Schwärmen. Seit dem Jahr 2005 berichtet er, der Initiator des Stadtteilfernsehens Olven-TV, deren Redakteur und Filmer er in einer Person ist, über dieses seit der Wende leider auch in negative Schlagzeilen geratene Neubaugebiet. Er kämpft seitdem mit seinem Medium gegen das unberechtigte negative Image an. Seine liebevoll informatorisch gestalteten TV-Beiträge im „Olven-TV“ erscheinen monatlich und sind für die hier ansässigen Vereine ein wichtiger Stützpfeiler ihrer Öffentlichkeitsarbeit. Harald Kattein begleitet regelmäßig Events im Stadtteil, informiert über Neuigkeiten und die Aktivitäten oder das „bunte Treiben”  der Vereine und Initiativen in Olvenstedt und Nordwest. Seit dem Jahr 2011 ist Harald Kattein auch ehrenamtlich für das Alten-und Service-Zentrum (ASZ) Olvenstedt tätig. So unterstützt er neben der Filmarbeit regelmäßig die Töpferstube im ASZ beim Materialtransport und gibt den Senioren im ASZ Olvenstedt Hilfe bei der Bedienung des Smartphones. Mit modernen Medien kennt er sich bestens aus, er kann technische Zusammenhänge mit viel Ruhe, Verständnis und Einfühlungsvermögen sehr gut auch Laien erklären. Harald Kattein ist auch aktives Mitglied in den Olvenstedter GWA´s.

Kathrin Gandre, die Leiterin des ASZ, bat uns, auch in Übereinstimmung mit Rüdiger Jezorski, dem Sprecher der GWA Nordwest/Neu Olvenstedt, ihm mit dem Blumenstrauß des Monats  danke zu sagen für seinen unermüdlichen Einsatz.

Harald Kattein freute sich sehr über diesen wunderbaren von Blumen-Bienert Reform gesponserten Strauß. Gedanklich bereitete er schon die nächste Ausgabe zu den vielfältigen Aktivitäten in Neu-Olvenstedt für „sein“ Stadtteilfernsehen vor.

Foto: Brosza

25 Jahre Straße der Romanik

(Doris Franke).  Im Mai 1993 wurde die Straße der Romanik durch den damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizäcker im Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg feierlich eröffnet. Mittlerweile ist sie durch ihre Attraktivität zu einer der erfolgreichsten deutschen Touristenstraßen geworden. Nirgendwo in Deutschland findet man romanische Baukunst in einer solchen Dichte und Schönheit wie in Sachsen Anhalt. In Form einer riesigen Acht bietet die Straße der Romanik auf einer Nord- und einer Südroute ein vielfältiges Besichtigungs- und Erlebnisangebot. Dabei werden Einblicke in die Anfänge der deutschen Geschichte und in die romanische Kunst und Architektur vermittelt. Zu den vielen Sehenswürdigkeiten gehören sakrale Bauten wie Kirchen, Dome und Klöster, Burgen und Kaiserpfalzen. Als eine der wichtigsten Denkmäler deutscher Romanik in unserem Bundesland gilt die über tausendjährige Stiftskirche St. Cyriakus in Gernrode. Es ist das einzige fast unverändert gebliebene Bauwerk aus ottonischer Zeit.

Noch heute sind viele Merkmale der frühromanischen Baukunst erkennbar. Baubeginn von Kirche und Stift war 959 unter Markgraf Gero, einem Waffengefährten von Otto I.. Gero starb 965, seine Grabtumba befindet sich seit 1519 vor dem Kreuzaltar im Mittelschiff. Die Wände des Langhauses werden von Pfeilern und Säulen mit reichgeschmückten Kapitellen getragen. Die Nachbildung des heiligen Grabes mit Reliefs und Friesen mit biblischen Auferstehungsmotiven entstand im 11. Jahrhundert und gilt als die älteste erhaltene Darstellung dieser Art nördlich der Alpen. Aus der Zeit des Baubeginns der Kirche stammt auch das dreischiffige Tonnengewölbe der Ostkrypta.

 Foto: Franke

Elterntelefon – Erfahrung ist gefragt

(Siegfried Brosza).  Ella kommt in die Pubertät. Warum sitzt Paul nicht still? Krankes Kind und Stress auf der Arbeit. Die Fragen und Probleme werden mehr, das eigene Nervenkostüm immer dünner. Auch Großeltern sind manchmal mit ihren Enkeln überfordert oder stimmen den „neuen” Erziehungsmethoden der Kinder nicht zu… Ein weites Feld.

Viele ähnliche Anrufe, in denen die Erfahrung und der Rat anderer gesucht werden, erreichen täglich das Elterntelefon in Magdeburg. Hier sitzen zumeist Eltern und Großeltern als ehrenamtliche Berater/innen, die eine gezielte Schulung zu verschiedenen  Themen, wie Kindeswohl, Kommunikation oder anderen Hilfsformen durchlaufen, bevor sie selbst Anrufe entgegennehmen.

Sie bieten eine kostenlose und anonyme telefonische Beratung für Eltern, Großeltern und alle, die an Fragen der Erziehung und des Kindeswohls interessiert sind.

Das aktuell 14-köpfige Team und die Koordinatorin des Elterntelefons Steffi Möhle würden sich sehr über eine weitere Verstärkung freuen. Damit sind auch wir Ältere angesprochen. Mit unseren wertvollen Lebens- und Berufserfahrungen können wir durchaus anderen Ratsuchenden bei der Bewältigung ihrer Sorgen und Probleme zur Seite stehen.

Wer sich auf diesem interessanten Gebiet ehrenamtlich engagieren oder mehr über das  Elterntelefon bzw. oder die Arbeit des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) in Sachsen-Anhalt erfahren möchte, kann sich jederzeit unter Tel. 0391 7347393 oder E-Mail elterntelefonmd@web.de sowie über die Website www.kinderschutzbund-lsa.de an den DKSB Sachsen-Anhalt wenden.

Voraussichtlich im Mai startet der Kinderschutzbund Sachsen-Anhalt eine neue kostenfreie Ehrenamtsschulung in Magdeburg.

Für Ratsuchende: Sie erreichen das Elterntelefon ganz einfach, anonym und kostenfrei vom Festnetz und dem Handy immer montags bis freitags von 9 bis 11 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 17 bis 19 Uhr unter Tel. Nr. 08001110550

Foto: ehrenamtlicher Mitarbeiter Knut Eicke; Quelle: DKSB

Stadtschreiberin Nr. 6

(Gerda Bednarz).  Wie ihre Vorgänger/innen absolvierte auch Nellja Veremej ihre Antrittsvorstellung als Magdeburger Stadtschreiberin 2018 im „Forum Gestaltung” in der Brandenburger Straße. Die gebürtige Russin ist im Kaukasus bei den Großeltern aufgewachsen und  studierte in Leningrad Philologie. Sie lebt seit 1994 in Berlin, arbeitete als Altenpflegerin, Russischlehrerin und Journalistin, ehe sie ihren ersten Roman „Berlin liegt im Osten” schrieb. Für diese Arbeit bekam sie viel Lob und 2014 sogar den Adalbert-von-Chamisso-Förderpreis. Einige Ausschnitte hat sie uns daraus vorgelesen. Sie erzählt darin in der Ich-Form viel aus ihrem Leben und aus dem ihrer betreuten Klienten sehr anschaulich, detailgetreu und mit oft überraschend bildhaften Erklärungen. Es ist keine Autobiografie, aber die Lebensgeschichten sind eben manchmal miteinander verwoben und geben einen historischen Überblick über vier Generationen in Berlin, im Kaukasus und anderswo.

In Magdeburg will sie die Stadtgeschichte der Landeshauptstadt näher kennenlernen. Das 10. Jahrhundert mit seinen Ottonen interessiert sie sehr. Was daraus entsteht, müssen wir ihrer literarischen Gestaltungskraft überlassen. Sie hat da völlig freie Hand, aber wir dürfen gespannt sein.

Bild: Veremej; Foto: Bednarz