Blumenstrauß des Monats Juni 2017

Wir sagen Dankeschön

(Heidi Brosza).  Im „Nadelöhr“, der Nähstube des Alten-und Service-Zentrums Pik ASZ in der Leipziger Straße, wird fleißig genäht, gestaltet und viel erzählt. Hier treffen sich zweimal in der Woche Menschen, die Spaß und Freude am Nähen haben und dabei mit Gleichgesinnten zusammen sein möchten.

Gisela Weisser ist seit eineinhalb Jahren gemeinsam mit fünf Frauen die gute Seele dieser Nähwerkstatt, manchmal  finden sich hier sogar bis zu 12 Frauen ein. Beeindruckend, welch schöne und nützliche Dinge hier bereits entstanden sind. Da werden für die Bewohner des angrenzenden Seniorenwohnheims Reparaturen und Änderungen an der Kleidung vorgenommen, niedliche Stofftiere und Accessoires hergestellt, die  beim Sommerfest verkauft werden. Für die regelmäßigen Spendentransporte des Pik ASZ an ein Kinderheim in der Ukraine wurden Kleiderspenden repariert und hergerichtet und auch Kinderkleidung genäht.

Erst kürzlich fertigten die Frauen tolle Kostüme für die Tanzgruppe des Schulhorts der gegenüber liegenden Grundschule an, die dort für das Programm „Luther im Wandel der Zeit“ benötigt wurden. Dafür erhielten die fleißigen Näherinnen bei einer Aufführung im Otto-Kobin-Saal viel Lob und Dank.

Das alles machen die Frauen ehrenamtlich und kostenlos, sind jedoch über kleine Spenden ihrer Abnehmer sehr dankbar, denn sie sparen für ihren großen Traum, die Anschaffung einer Overlook-Nähmaschine, mit der sie noch effektiver arbeiten könnten. Auch Nähutensilien aller Art sind stets willkommen.

Für diesen vorbildlichen ehrenamtlichen Einsatz sagen wir und das Team des Pik ASZ mit dem wunderbaren Blumenstrauß von Blumen-Bienert herzlich „Dankeschön“ an Gisela Weisser und ihre fleißigen Frauen.

Der Rüstungswahn

(Siegfried Brosza).  Gegenwärtig machen auch wir Ältere uns verstärkt Gedanken, wie unsere Welt künftig aussehen soll. Droht sie doch, aus den Fugen zu geraten. Kriege, Hass und Terror überall, millionenfache Hungersnot, Flüchtlingskrise und Umweltkatastrophen. Auf all das hat US- Präsident Trump nur eine einzige Antwort: Die NATO-Staaten sollen unbedingt ihre Verteidigungsausgaben erhöhen, um der angeblich wachsenden Bedrohung zu begegnen, womit er  in erster Linie Russland meint. All das geht einher mit einer beängstigenden Kriegsrhetorik.

Das haben wir doch alles schon mehrfach erleben müssen. Jahrzehntelang war unser Leben geprägt vom Kalten Krieg und einer sich unaufhaltsam drehenden Rüstungsspirale, verbunden mit latenter Kriegsgefahr. Deshalb setzten wir große Hoffnung in den damaligen Bundeskanzler Willy Brandt, der Ende der sechziger Jahre mit seiner neuen Ostpolitik – trotz großen Widerstandes im eigenen Land – die Entspannung zwischen Ost und West einleitete.

Auch Gerhard Schröder ließ sich nicht von den USA vereinnahmen und weigerte sich, Deutschland im Jahre 2003 am Krieg gegen den Irak zu beteiligen, der noch heute verheerende humane und weltpolitische Folgen zeitigt.

Diese Haltung ist heute wieder gefragt. Deutschland sollte sich gemeinsam mit seinen europäischen Partnern in Wort und Tat deutlich von der US-Politik abgrenzen. Das betrifft nicht nur die Beendigung der Rüstungsspirale, die gesamte Politik Trumps ist katastrophal, sein Auftreten gegenüber dem „Rest der Welt“ diskriminierend. Nicht mehr, sondern weniger Waffen und verbale Abrüstung machen unsere Welt sicherer und lebenswerter.

Was das reale Bedrohungspotenzial betrifft, sprechen ein paar nüchterne Zahlen eine deutliche Sprache: Im Jahre 2016 betrugen die Militärausgaben der NATO-Länder insgesamt 920 Mrd. Dollar, darunter die der USA allein 664 Mrd. Russland brachte es im gleichen Zeitraum lediglich auf 69 Mrd. In diesem Jahr wollen die USA nochmals 54 Mrd. drauflegen.

Lebenshilfe in Magdeburg

(Gerda Bednarz).  Das Lebenshilfe-Werk Magdeburg hatte zum „Tag der offenen Tür“ eingeladen. Interessierte konnten hinter die Kulissen der geschützten Werkstätten schauen, sahen die modernen Waschmaschinen, die Heißmangeln und Bügelautomaten der Wäscherei Leipziger Straße. Sie sahen, wie akkurat dort Bücher und anderes Schriftgut verpackt wird, besichtigten die Leichtmontage, in der Zuarbeiten für Unternehmen geleistet werden und staunten in der Kreativwerkstatt über die ansprechenden Handarbeiten, schönen Töpfereiartikel und Kerzenkreationen. Im Ladengeschäft kann man Wäsche und Bekleidung zur Reinigung abgeben. Hier werden auch die Erzeugnisse der Kreativwerkstatt verkauft.

In den ansprechenden Räumen der Häuser „Susanne“ und „Walter“ werden Tagesgäste betreut. Die behinderten Mitarbeiter arbeiten hier wie in allen Bereichen der Lebenshilfe mit nicht behinderten Kollegen zusammen und sind der Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung angeschlossen. Es werden auch Lehrlinge ausgebildet. „Aufnahme finden bei uns Menschen mit sehr unterschiedlichen Behinderungen, unabhängig von der Ursache, Art und Schwere des Handicaps, sofern erwartet werden kann, dass sie spätestens nach Teilnahme an den Maßnahmen im Berufsbildungsbereich wenigstens ein Mindestmaß an wirtschaftlich verwertbarer Arbeit erbringen können (§136 Abs. 1 SGB IX).“ In allen Bereichen herrschte eine aufgeschlossene, freundliche Atmosphäre. Bei meinem Besuch traf ich eine ehemalige Kollegin aus dem SKET wieder, die damals für Sauberkeit in unseren Büros gesorgt hat. Marita macht auch hier, was sie am besten kann: sie ist eine nette, zufriedene „Zimmerfee“ und fühlt sich bei der Lebenshilfe gut aufgehoben.

Ein Engel der Kulturen

(Dieter Müller).  Ende Mai wurden an mehreren Stellen unserer Stadt mit dem jüdischen Davidsstern, dem christlichen Kreuz und dem muslimischen Halbmond Zeichen der Toleranz für diese Religionen gesetzt. Nun rollte vor Beginn des Kirchentages eine meterhohe Skulptur, ein „Engel der Kulturen“, vom Theater zur Moschee, der neuen Synagoge, zur Grünen Zitadelle, der Kathedrale St. Sebastian bis zum Dom. Was ist denn eigentlich die Gemeinsamkeit dieser unterschiedlichen Religionen? Alle drei glauben an den einen Gott. Und wem die Verbundenheit im Glauben an den einen Gott bewusst ist, der wird dem anderen mit Respekt begegnen. Hier in Magdeburg helfen christliche Gemeinden durch Benefizkonzerte mit beim Bau der neuen Synagoge. Die islamische Gemeinde müht sich um Kontakt und Dialog zu den Magdeburgern. Es gibt also keinen Grund zu Vorurteilen und Angst. Wohl aber wird die Gewöhnung an den Anblick fremder Kleidung eine gewisse Zeit brauchen. Auch der Grundsatz „Nur wir machen das richtig!“ wird allmählich abgebaut.

Nun wurde dieser Engel für ein versöhnliches Zusammenleben durch die Stadt gerollt. Nur: Wo ist der Engel? Im Innenraum des Ringes entdeckt man ihn, wenn man den Halbmond als Kopf nimmt. Ein schönes Zeichen der Verbundenheit!

Senioren, Telemann und Computer

(Dieter Müller).  „Hör mal: Telemann!“ So heißt eine kleine, aber feine Ausstellung im Gartenhaus des Klosterbergegartens zum Gedenken an Telemanns 250. Todestag. Da ist auch für uns Senioren viel Interessantes zu erleben. Es ist eine interaktive Ausstellung. Es gibt also nicht nur Informationen über seine internationalen Lebensstationen, sondern man kann auch selbst am Computer Konzerte auseinandernehmen und die Stimmen einzelner Instrumente herauslösen.

Wem das zu kompliziert ist, der genießt einfach nur per Kopfhörer die gut ausgewählten Musikbeispiele. Magdeburg hat ja durchaus Grund, stolz zu sein auf seinen in unserer Stadt geborenen Komponisten, der seinerzeit quer durch Europa die Konzertsäle füllte, dann fast vergessen wurde und der nun durch die engagierte Arbeit vieler Telemannfreunde wieder stärker ins Bewusstsein seiner Heimatstadt zurückgekehrt ist, sogar bis zu einer FCM-Hymne im Fußballstadion.

Die Ausstellung ist  bei freiem Eintritt  bis zum 15. Oktober 2017 werktags von 9.00 bis 17.00 Uhr und am Wochenende von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.