Blumenstrauß des Monats Juli 2018

Wir sagen Dankeschön

(Siegfried Brosza).  Kennengelernt habe ich Edeltraut Schochert im Jahre 1998 im Vorstand der Seniorenvertretung. Als „Neue“ waren wir hoch motiviert, wollten uns in irgendeiner Weise nützlich machen und haben gemeinsam mit einer weiteren Handvoll Ehrenamtlicher überlegt, was wir für die Senioren unserer Heimatstadt tun könnten. Ideen gabs genug. Edeltraud Schochert schritt als erste zur Tat und hob am 13. Januar 2000 die Arbeitsgruppe „Dialog der Generationen“ aus der Taufe. Ihr zur Seite standen weitere fünf Gründungsmitglieder. Dabei blieb es nicht. Dank ihrer ideenreichen und zielstrebigen Arbeit gelang es ihr, von Jahr zu Jahr zunehmend Unterstützer aus vielen Bereichen der Stadt und weitere ehrenamtliche Mitstreiter zu gewinnen, die sich mittlerweile unter dem Dach der Freiwilligenagentur in den unterschiedlichsten Projekten engagieren.

SeniorInnen lesen in Schulen und Kitas vor, erkunden auf Rundgängen mit Kindern gemeinsam die Stadt, Gastfamilien betreuen ausländische Studierende. Zeitzeugen  berichten der jüngeren Generation aus der NS-Zeit und aus der DDR-Vergangenheit. SeniorInnen bringen Kindern Spiele und Märchen aus ihrer Jugend näher und probieren sie gemeinsam aus. Die ältere Generation profitiert auch vom Wissen der SchülerInnen, wenn sie in Kursen den Umgang mit Internet und Handy lernen.

Dank dieser Aktivitäten ist ein lebendiges Netzwerk der Generationen entstanden, das seinesgleichen sucht und die Magdeburger Senioren über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus bekannt gemacht hat. Zahlreiche persönliche und kollektive Auszeichnungen und Ehrungen – über die wir im Magdeburger Kurier immer gern berichtet haben – belegen die Wertschätzung, die dem Dialog der Generationen unter der Leitung von Edeltraud Schochert bisher entgegengebracht wurde.

Liebe Edeltraud, die Redaktion würde Dir anlässlich Deines in diesem Monat bevorstehenden 80. Geburtstags für 20 Jahre beispiellos erfolgreiche ehrenamtliche Arbeit gern einen weiteren Verdienstorden verleihen. Weil wir dies nicht können, sagen wir mit dem von Blumen Bienert wiederum gesponserten Blumenstrauß: Dankeschön und große Anerkennung für Dein Lebenswerk! Wir wünschen Dir weiterhin gute Gesundheit und viel Freude mit dem „Dialog der Generationen“.

Foto: Brosza

Grillfest mit Tradition im Ökozentrum

Grillfest mit Tradition im Ökozentrum

(Gerda Bednarz).  Barbecue nennen die meist englisch sprechenden ausländischen Studenten unser herkömmliches Grillfest. Mitte Juni war es wieder soweit. Schon zum 15. Mal hatte die Arbeitsgruppe „Dialog der Generationen” der Freiwilligenagentur ausländische Studenten, Gastfamilien, Paten und am Projekt “Willkommen in Magdeburg” Beteiligte zur Mit-Bring-Party eingeladen. Edeltraud Schochert, Leiterin der AG, dankte allen Engagierten herzlich für die geleistete Arbeit und besonders dem Team des Ökozentrum und Institut Magdeburg (ÖZIM) in der Harsdorfer Straße für die jahrelange Gastfreundschaft. Viele der Gasteltern ausländischer Studenten sind von Anfang an dabei, regelmäßig kommen Neue dazu, um internationale Begegnungen zu pflegen.

Wichtig ist allen der persönliche Kontakt und die Hilfe beim Deutschlernen direkt mit und in den Familien oder in der Interkulturellen Studentenorganisation (IKUS)). Dabei kommen oft kleine Sorgen und Probleme zur Sprache, die dann gemeinsam leichter gelöst werden. Im IKUS hatte man in diesem Jahr noch einen besonderen Erfolg, denn 14 Studenten aus Indien und Pakistan haben Schwimmen gelernt und sieben von ihnen die „Seepferdchen”-Prüfung bestanden. Die übrigen wollen das im September nachholen, dank der Unterstützung des Schwimmmeisters der Schwimmhalle Nord. Viele unserer Gastfamilien haben, auch wenn die Studenten längst wieder in ihrer Heimat sind, noch Kontakt mit ihnen. Sie verfolgen, wo sie nach Studienabschluss tätig sind, erfahren, dass sie geheiratet und Kinder bekommen haben oder sich gerade ein Haus bauen. So wirken die ehemaligen Studenten auch dank ihrer Gasteltern als exzellente Botschafter Magdeburgs in China, Nigeria, Spanien, Indien und vielen anderen Ländern.

Foto: Bednarz

Sommerfest mit Modenschau

(Gerda Bednarz).  Das Alten-und- Service-Zentrum (ASZ)  Olvenstedt ist umgezogen. Nicht mehr in der Sankt-Josef-Straße, sondern im Bruno-Beye-Ring 3 in neuen größeren Räumen, agiert jetzt das bewährte Team um Kathrin Gandre und Tizia Neßler. Am 24.Mai  fand hier die erste große Veranstaltung statt – ein Sommerfest mit Modenschau – und wie erwartet, gut besucht.

Die Modenschau wurde von der Inhaberin der Modeagentur „Tietziana”, Margit Tietz, moderiert. Sie ist seit 50 Jahren in der Modebranche tätig ist. Von 1969-79 war sie für die Firma Heinz Bormann, bekannt als „Roter Dior”, dem Modezar des Ostens, als  Mannequin engagiert.  Heute kümmert sich Margit Tietz neben  Modenschauen auch um den Model-Nachwuchs. So präsentiert sie Miss und Mister Sachsen- Anhalt gemeinsam mit der Stadt Magdeburg und einer Firma aus Oldenburg. Mit viel Engagement vermittelt sie der reiferen Generation Freude an Mode.

Die auftretenden Models waren größtenteils ständige Besucherinnen des ASZ, die die aktuellen Frühjahrs- und Sommermodelle mit sichtlicher Freude zeigten und viel Beifall dafür erhielten. Margit Tietz hatte eine schöne Auswahl tragbarer und auch bezahlbarer Mode aus Frankreich und Italien zusammengestellt, die anschließend gekauft werden konnten. Es war eine tolle erste Veranstaltung in den neuen Räumen.

Foto: Bednarz

„…von Gärten umarmt“ – 170 Tage Gartenfest in Burg

(Doris Franke).  Im Jahre 948 erfolgte die erstmalige Erwähnung Burgs durch Kaiser Otto I. in der Stiftungsurkunde des Bístums Brandenburg. Zwischen den historischen Mauern der Stadt der Türme findet vom 21. April bis zum 7. Oktober die Landesgartenschau statt, dabei wird nicht nur ein Gelände, sondern eine ganze Stadt repräsentiert. Die Gäste können Gärten und Parks besuchen, aber auch die mittelalterlich geprägte Altstadt mit ihren verwinkelten Straßenzügen und engen Gassen. Auf der 17 Hektar großen Fläche wird eine vielfältige Gartenbaukultur auf vier Ausstellungsflächen gezeigt. Jedes der einzelnen Areale zeigt ein besonderes Gesicht mit Wechselflorflächen, Stadt- und Partnerschaftsgärten, 20 Themengärten  und wechselnden Blumenschauen. Der Goethepark mit historischen Grünflächen und der Hauptbühne bildet den Eingang und ist gleichzeitig die Achse zwischen  Bahnhof und Stadtzentrum. Ehrenfriedhöfe und 24 Mustergräber sind ein Ort des stillen Gedenkens, eine großzügige Spiellandschaft und die Skateranlage sorgen für Spaß und Action. Mit der LAGA-Bahn erreicht der Besucher bequem den Weinberg.

Geprägt wird der „Stadtbalkon“ durch die historische Stadtmauer, den Wasserturm und  Partnerstädte aus Sachsen Anhalt. Hier spielen die Themen Wein und Genuss, fruchttragende Gehölze, Kräuter und essbare Blüten eine große Rolle. Am alten Handelsweg inmitten der Altstadt laden die Ihlegärten mit ihren stilvoll angelegten Parzellen zum Staunen und Verweilen ein. Kirchen der Stadt sind mit Gottesdiensten, Andachten, Lesungen und  Diskussionen vertreten. Partnerstädte präsentieren ihre Gartenkultur und regionale Künstler stellen abwechseln ihre Werke vor. Der Flickschupark ist eine Parkanlage mit Geschichte, die Anlage mit dem schönen Teich wurde der Stadt Burg 1912 von Albertine Flickschu, der Witwe eines Tuchfabrikanten, vererbt. Auch hier wechselnde Themengärten und Hallenschauen, beim  Rundgang um den See erwarten den Besucher herrliche Seerosen, Rhododendron und wechselnde Bepflanzungen. Für Familien gibt es auf allen vier Ausstellungsflächen große Spiel- und Freizeitbereiche und natürlich überall Restaurants zum Verweilen und Einkehren. Mehr als 800 Veranstaltungen werden in den 170 Tagen der LAGA stattfinden, für Jung und Alt ein breitgefächertes Angebot.

Die jahrelange Vorbereitung hat sich gelohnt, viele Bereiche der Stadt wurden aus ihrem „Dornröschenschlaf geweckt“, meint der begeisterte Oberbürgermeister der Stadt, Jörg Rehbaum.

Foto: Franke

Der Lebensretter Reinhardt Bake

(Dieter Müller).  Im Mai 1631 im Dreißigjährigen Krieg  wurde der damalige Domprediger Reinhardt Bake zum Lebensretter für viele Magdeburger. Als die Truppen des kaiserlichen Heeres unter Tilly die Stadt erstürmten, suchten 4000 Einwohner Schutz im Dom. Draußen brannte die Stadt und es tobte ein entsetzliches Massaker. Als Heerführer Tilly vor der zunächst verriegelten Paradiespforte stand, öffnete Reinhardt Bake das Tor, fiel auf die Knie und bat um das Leben der 4000. Tilly erwies Gnade. Magdeburg aber – vorher eine reiche, wirtschaftlich aktive und geistig lebendige Stadt, genannt „unsers Herrgotts Kanzlei“ – war zerstört, seine Bewohner größtenteils ermordet. Bake zog nach diesen Ereignissen nach Grimma und trat auch dort – es war ja immer noch Krieg – vermittelnd gegenüber Heerführern auf und rettete so Grimma vor der Zerstörung. Ab 1640 war er wieder Domprediger in Magdeburg. Reinhardt Bake, geboren 1587 in Magdeburg, starb auch hier im Jahre 1657. Er ist im Dom beigesetzt.

Ein Epitaph erinnert an diesen verdienstvollen und mutigen Mann. Seine Stadt Magdeburg ehrt ihn mit einer Straße in Stadtfeld. Übrigens: Als im Herbst 1989 einige Tausend Magdeburger in brisanter politischer Situation wiederum den Dom als schützenden Raum nutzten, da konnte man sich erinnert fühlen an Bake und die 4000.

 Foto: Müller