25 Jahre „Magdeburger Kurier“ – Jubiläum und Abschied

25 Jahre „Magdeburger Kurier“ – Jubiläum und Abschied

Liebe Leserin, lieber Leser,

mit der heutigen Ausgabe stellt der  „Magdeburger Kurier“ sein Erscheinen ein. Damit geht eine 25-jährige Ära ehrenamtlicher journalistischer Arbeit zu Ende.

Es war schon eine bewegte Zeit, damals Anfang der Neunziger. Mit der Herausgabe einer Zeitung wollten Sozialamt und Seniorenvertretung besonders die älteren Magdeburger bei der Bewältigung der vielen Probleme unterstützen. Schnell fanden sich engagierte Ehrenamtliche, die diese Zielsetzung mit Leben erfüllen wollten.

Im Juni 1994 erschien der erste „Magdeburger Kurier“ in schwarz-weiß auf 8 Seiten.

Die weitere Entwicklung verlief nicht ganz ohne Probleme. Die Seniorenvertretung  schwächelte, das Sozialamt zog sich langsam zurück, einige Redakteure gingen, neue kamen hinzu.

Der entscheidende Qualitätssprung kam mit Dagmar Naumann, die als gelernte Journalistin der Zeitung ein neues Gepräge gab.Auch erhielt der Kurier dank unseres neuen Partners Doppel D Werbeservice ein neues Outfit. Die Redaktion schloss sich der wieder aktiven Seniorenvertretung an und warb als ihr  „Öffentlichkeitsarbeiter“ unter dem  Motto: „Wir Senioren wollen nicht verwaltet werden, sondern aktiv mitgestalten“ erfolgreich für das ehrenamtliche Engagement der Magdeburger Senior/innen.

Auch der enge Kontakt zu den ASZ und anderen Senioreneinrichtungen versetzte uns in die Lage, die Berichterstattung vielseitiger zu gestalten

Mit Beiträgen und dem ganz besonderen „Senioren“-Blick auf alles Lebens-, Liebens- und Veränderungswerte in unserer Heimatstadt erreichten wir eine große Leserschaft.

Anlässlich unseres 15-jährigen Jubiläums fand sogar der Oberbürgermeister Dr. Trümper anerkennende Worte. Er lobte unsere öffentlichkeitswirksame Tätigkeit: „Der Magdeburger Kurier hat sich über die Jahre nicht nur in die Herzen der Leser geschrieben, zu denen nicht nur ältere Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt zählen, sondern ist zu einer festen Institution geworden.“

Ab 2012 konnte der Kurier wegen finanzieller Zwänge zum Bedauern vieler Leser nicht mehr gedruckt und vertrieben werden. Da war guter Rat teuer! Unser „Computerexperte“ Siegfried Brosza hatte die Lösung und stellte den Kurier ab jetzt druckfertig ins Internet, was natürlich eine Reduzierung der bisher zahlreichen Leserschaft mit sich brachte. Groß war unsere Freude, als wir ab März 2013 die wichtigsten Kurierbeiträge einmal im Monat auf dieser Seite im Generalanzeiger veröffentlichen konnten.

2014 warf die Seniorenvertretung angesichts der zunehmenden Restriktionen vonseiten der Verwaltung und des Stadtrates das Handtuch und beschloss ihre Auflösung.

Wir Redakteure wollten auf jeden Fall weiterarbeiten. Darin wurden wir durch zahlreiche Unterstützer und Sponsoren des Magdeburger Kurier bestärkt, ohne deren Hilfe wir ehrenamtlichen Redakteure bestimmt nicht 25 lange Jahre durchgehalten hätten.

Unser besonderer Dank geht an die Stadtsparkasse, namentlich Mathias Geraldy und Rita Fenske, auf deren Unterstützung wir uns die ganze Zeit verlassen konnten und den Delta-Doppel-D Verlag mit Axel Kühling und Matthias Wille, die von 1998 bis 2012 für das Layout, den Druck und Vertrieb des Kuriers verantwortlich zeichneten. Wir danken auch Sandra und Eike Bienert von Blumen-Bienert, seit 2005 zuständig für die wunderschönen Dankeschön-Blumensträuße, unserem Gestaltungs- und Computerratgeber Thomas Käßner, der Freiwilligenagentur Magdeburg mit Birgit Bursee an der Spitze, dem Pik ASZ, das uns eine Bleibe bot. Schließlich geht unser Dank an Uwe Bade für die Möglichkeit, monatlich diese Seniorenseite im Generalanzeiger gestalten zu können und an Karoline Klimek für die fachliche Beratung und tolle Gestaltung, die bei den Lesern eine große Resonanz fand.

In den Dank einschließen wollen wir auch unsere ehemaligen Redakteure, die mit vielen interessanten Beiträgen den Kurier über Jahre mit geprägt haben: Wilhelm Plater, Brigitte Pilz, Anne Keller, Dagmar Naumann, Irmgard Eggert, Dr. Christian Weiß, Dieter Findeklee und Gert Sommerfeldt, sowie die leider bereits verstorbenen Karl Kreutzer, Joachim Hagedorn, Werner Richter und Herbert Rasenberger.

Wir aktuellen Redaktionsmitglieder haben bis zum heutigen Ende des Kurier versucht, mit  interessanten und lesenswerten Beiträgen den Senioren unserer Heimatstadt eine Stimme zu sein, sie gut zu informieren und ihnen Freude zu bringen. Ob Doris Franke mit dem Magdeburger Fotopreisrätsel und den interessanten Ausflugtipps, Hinweisen zu verschollenen Magdeburger Kunstwerken am Bau sowie mit Dieter Müller zusammen Informationen über das alte und neue Magdeburg, Gerda Bednarz mit stets aktuellen Berichten aus der Seniorenszene und den Kultureinrichtungen, Dr. Christl Korb mit wertvollen Tipps für die Gesundheit, Dagmar Herricht mit Informationen zu Magdeburger Persönlichkeiten, Dieter Müller mit philosophischen zeitgeschichtlichen Betrachtungen und Gästeführertipps, Heidi und Siegfried Brosza mit dem Dankeschön, aktuellen Tipps, Interessantem aus den Alten- und Servicezentren und der Gestaltung unserer Internet-Seite. Wir  waren ein tolles Team. Großen Anteil daran haben unsere „Chefinnen“ Dagmar Naumann und Heidi Brosza, die seit 2007 die Verantwortung trägt.

Zum Schluss sagen wir Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, für Ihre langjährige Treue ein großes „Dankeschön“. Für uns war die Gestaltung des „Magdeburger Kurier“ eine schöne und interessante Aufgabe, die wir mit großer Freude und Hingabe wahrgenommen haben. Er wird uns fehlen.

Eine kleine – aber doch beeindruckende Statistik

Der Magdeburger Kurier erschien von Juni 1994 bis Mai 2012 über 200 mal als Zeitung mit einer monatlichen Auflagenhöhe bis zu 10.000 Exemplaren.

Von Juni 2012 bis April 2017 wurden 59 komplette Kuriere zum Ausdrucken ins Internet gestellt.

Ab März 2013 erschien 76 mal an jedem 1. Sonntag des Monats unsere Seniorenseite im Generalanzeiger.

Seit Mai 2017 stehen unsere monatlichen Beiträge als Blog im Internet.

Ab November 2005 haben wir ca. 170 Dankeschön-Blumensträuße in Würdigung besonderer Leistungen im oder für das Ehrenamt übergeben

Mit dem Foto-Preisrätsel haben wir im Zeitraum von Mitte 2000 bis Dezember 2016 monatlich auf große und kleine Sehenswürdigkeiten unserer Heimatstadt aufmerksam

gemacht.

Blumenstrauß des Monats Mai 2019

Wir sagen Dankeschön

  (Heidi Brosza).  Wir trafen Monika Meyer bei einer Besprechung der Arbeitsgruppe Dialog der Generationen, deren aktives Mitglied sie ist, passend in den Räumen der Freiwilligenagentur, der Anlaufstelle für ehrenamtliches Engagement in Magdeburg.

Für Monika Meyer begann ihr freiwilliger Einsatz  vor 5 Jahren mit dem Vorlesen in der KITA „Beimskinder“ in der Flechtinger Straße. Sie wollte unbedingt etwas mit Menschen machen, ihnen helfen und so auch ihre Einsamkeit überwinden. In der Kita  liest sie wöchentlich den Kindern vor, führt sie mit viel Freude und Spaß an das Lesen heran, auch am jährlichen bundesweiten Vorlesetag.

Das Vor- und Förderlesen macht ihr und den Kindern viel Spaß, u.a. in der Regenbogenschule, bei Veranstaltungen im Familienhaus oder beim historischen Weihnachtsmarkt. Monika Meyer ist immer mit großer Einsatzbereitschaft da, wenn sie im Rahmen der vielfältigen Aktivitäten des Dialogs gebraucht wird.

Und das sind nicht wenige. Sie hilft  bei der  Blau-Weißen Begeisterung  in der MDCC – Arena, bei den Oster- und Weihnachtsbasaren im Haus „Mutter Teresa“, anlässlich der Grünen Messe der SWM in den Grusonschen Gewächshäusern, den Museumstagen, bei den Veranstaltungen im Familienhaus, bei den Festen der Kulturen in der Festung Mark, bei den jährlichen Down-Sportfesten des Stadtsportbundes, um nur einige zu nennen.

Mit großer Begeisterung und Freude hat sie zum Gelingen der Veranstaltungen in den Pfeifferschen Stiftungen mit behinderten Jugendlichen beigetragen.

Auch die Angebote für Großeltern mit ihren Enkeln und Familien in den Ferien, Willkommen in Magdeburg, Schule früher und Alte Spiele werden durch sie mitgestaltet und unterstützt.

Monika Meyer freute sich in aller Bescheidenheit sehr über den wunderbar gebundenen Strauß von Blumen-Bienert und das Dankeschön. Sie meinte: „Ich will weiter überall mithelfen, wo ich gebraucht werde. Ich möchte diese Arbeitsgruppe mit den vielen Aktivitäten nicht mehr missen.“

Foto: Brosza

Seniorenpolitik auf den Prüfstand

  (Siegfried Brosza).  Die am 26. Mai anstehenden Wahlen zum Stadtrat bieten einen willkommenen Anlass, die Arbeit der Fraktionen im Vorfeld auf den Prüfstand zu stellen und kritisch zu beurteilen. Dabei interessiert uns Senioren speziell, inwieweit bei kommunalpolitischen Entscheidungen wir Magdeburger Senior/innen und unsere Interessenvertretung einbezogen werden.

Da liegt einiges im Argen. So hat der Magdeburger Stadtrat in seiner Dezembersitzung die Fortschreibung des Seniorenpolitischen Konzepts der Landeshauptstadt für den Zeitraum 2018 bis 2022 beschlossen, obwohl der Seniorenbeirat dieses Konzept ausdrücklich abgelehnt hat. Anstatt froh zu sein, dass wir wieder eine aktive Vertretung der Senioren haben, brüskieren Stadtrat und Verwaltung damit einen Partner, den sie selbst als Interessenvertretung der älteren Einwohner/innen anerkannt haben.

Die Mitglieder des Beirats sind nicht nur darüber, sondern generell über ihre eingeschränkten Mitwirkungsmöglichkeiten frustriert und fordern eine entsprechende Änderung der Satzung. Die meisten von ihnen, einschließlich der Vorsitzenden, werfen das Handtuch und wollen wohl nicht wieder kandidieren.

Alles schon mal dagewesen. Vor 5 Jahren löste sich die – übrigens sehr erfolgreiche und auch selbstbewusste – Seniorenvertretung wegen der restriktiven Politik von Verwaltung und Stadtrat auf. Politikverdrossenheit kommt nicht von ungefähr.

Angesichts dieses neuerlichen Desasters sind Stadtrat und Verwaltung in der Pflicht, ihr Verhältnis zur Interessenvertretung der Magdeburger Senior/innen zu überdenken und eine kritische Bewertung ihrer Seniorenpolitik vorzunehmen – zumindest bezüglich der Beteiligungskultur. Es wäre angebracht, die demokratische Tradition der Durchführung von Stadt-Seniorenforen wieder aufleben zu lassen.


1. Seniorenforum 2006; (hier wurde u.a. per Antrag der Seniorenvertretung das Seniorenpolitische Konzept der Landeshauptstadt Magdeburg auf den Weg gebracht)

Dort wurden Belange der älteren Generation  gemeinsam mit Stadträten und Verwaltung öffentlich und sachlich diskutiert sowie Lösungsvorschläge unterbreitet.

Die anstehenden Kommunalwahlen sollten wir nutzen, unsere Erwartungen gegenüber den Kandidaten und angetretenen Parteien deutlich zu äußern.

Gelegenheit dazu bieten persönliche Gespräche mit den Kandidaten an den jeweiligen Informationsständen und die organisierten Wählerversammlungen. Auch ein Blick in die jeweiligen Wahlprogramme ist sehr aufschlussreich.

Letztendlich entscheiden wir Wählerinnen und Wähler mit unserer Stimme, welche Politik in unserer Stadt gemacht werden soll.

Senioren für Europa

Senioren für Europa

  (Dieter Müller).  Nach dem Ende des Ost-West-Konflikts machte Europa doch einen recht harmonischen Eindruck. Deutschland war umgeben von guten Nachbarn. Ein europäisches Gemeinschaftsgefühl begann zu wachsen mit Freundlichkeit und Respekt gegenüber allen Menschen. Offene Grenzen und gemeinsames Geld wurden für junge Leute selbstverständlich. Auch unsere Autokennzeichen verbinden den Kontinent Europa mit Deutschland und unserer Stadt Magdeburg. Waren wir aber vielleicht zu naiv? Denn gegenwärtig melden sich Kräfte, die wieder zu alten Denkweisen zurückkehren wollen: Betonung der eigenen Gruppe, Egoismus und Abgrenzung gegen andere. Da kann man hören: „Hol dir dein Land zurück!“ Was bedeutet das, wenn man es zu Ende denkt?

Und dieses Angstmachen hat leider Einfluss – so mein Eindruck – auch auf Teile der älteren Generation. Am 26. Mai 2019 sind Kommunal- und Europawahlen. Bisher wurden Europawahlen nicht sonderlich beachtet. Diesmal aber sind sie sehr wichtig. Rings um uns und auch im eigenen Land erstarken rechtsgerichtete Strömungen, die den europäischen Zusammenhalt auflösen wollen. Dem müssen wir Senioren – und wir sind ja eine große Bevölkerungsgruppe – entschieden entgegentreten, an der Wahl teilnehmen und genau hinschauen, wen wir da wählen.

Foto: Müller

Sehenswert: Das Jagdschloss Letzlingen

  (Doris Franke).  Im Gebiet der Colbitz – Letzlinger Heide liegt der größte zusammenhängende Lindenwald Europas. Verbunden mit der Geschichte des Ortes Letzlingen war zu allen Zeiten die Bewirtschaftung des Waldes und die Jagd. Der Kurfürst Johann Georg von Brandenburg schätzte den Wildreichtum dieser Gegend, erwarb zahlreiche Besitzungen und ließ zwischen 1559 und 1562 eine Jagdburg errichten. Sie erhielt den Namen „Hirschburg“, war eine kastellartige Anlage mit Wildgehege, von einer Ringmauer und einem Wassergraben umgeben. Ab Anfang des 17. Jahrhunderts verliert das Anwesen seine repräsentativen Funktionen, ist lange Zeit unbewohnt, diente später als Wohnung für Forstbeamte.

Im 19. Jahrhundert war es erneut ein Hohenzoller, der die Hirschburg auf einer Reise durch die Altmark für seine Jagdleidenschaft entdeckte. Friedrich Wilhelm IV., 1841 zum preußischen König gewählt, veranlasste den Umbau der verfallenen Jagdburg in ein Schloss im  neugotischen Stil.

Der Bau mit seinen Türmen, Zinnen und dem Wassergraben erinnert an britische Adelsburgen. Im Innern wurden die Räume für den Empfang hoher Jagdgäste hergerichtet. Von 1843 bis 1913 fanden in der Heide die „Letzlinger Hofjagden“ statt. Prominente Staatsmänner waren als Jagdgäste vertreten, u.a. Otto Fürst von Bismarck, Zar Peter Alexander II., Hindenburg und der spätere österreichische Kaiser Franz Joseph I.. Nach dem Ende der Monarchie wurde das Schloss als Schule genutzt, später als Lazarett, von 1945 bis 1991 als Krankenhaus. Nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten gehören das ehemalige Jagdschloss und die gegenüberliegende Schlosskirche zur Kulturstiftung Sachsen Anhalt.

Seit Anfang April hat Letzlingen seine Kaiser zurück. Im Museum des Schlosses hängen nun Ölgemälde von Wilhelm I., Wilhelm II. und Friedrich II. Das Schlossensemble wird gastronomisch als Hotel und Restaurant genutzt, Trauzimmer, Kaisersaal und die interessanten Expositionen in den Museumsräumen  können Die – So von 10-16 Uhr besichtigt werden.

Fotos: Franke