Blumenstrauß des Monats August 2017

Wir sagen Dankeschön

(Heidi Brosza).  Spätestens seit dem Jahr 2013 ist der Name Petra Schubert vielen Magdeburgern ein Begriff, als sie zur „Retterin“ des AMO wurde – gegen den Widerstand der Verwaltung einschließlich des Oberbürgermeisters. Inzwischen ist das AMO wieder voll im Geschäft und bei den Magdeburgern und ihren Senioren beliebt, dank der ehemaligen Chefin des Hauses. Petra Schuberts ehrenamtlichen Tätigkeiten beschreibt man vielleicht am besten mit den Worten:

„Kulturelles Sprachrohr für die ältere Generation“ oder „Initiatorin und Mahnerin“, wenn es um kulturelle Angebote für immerhin etwa 70.000 Senioren unserer Heimatstadt geht. Eines ihrer liebsten „Kinder“ ist die „Musik am Nachmittag“, die die agile Rentnerin im Unruhestand mit viel Einsatz 1998 nach Magdeburg holte. Die Veranstaltungsreihe der Internationalen Stiftung zur Förderung von Kultur und Zivilisation ist ein großes Dankeschön an die Nachkriegsgeneration. Seit 2014 organisiert Petra Schubert zusätzlich die Musik am Nachmittag in einigen Alten- und Pflegeheimen der Stadt. Ein weiterer Dank an die ältere Generation für den „Aufbau nach dem Krieg und das Kinder-Großziehen“, wie sie stets betont. Gemeinsam mit dem bekannten Rossini-Quartett moderiert sie zweimal im Jahr je acht Konzerte zur großen Freude der dortigen Bewohner. Im nächsten Jahr sind schon 20 Konzerte geplant und sollen sich mit Unterstützung von Stadträten auch für das jeweilige Wohngebiet öffnen. Allein für diese lobenswerte Initiative hat Petra Schubert unseren Dankeschön Blumenstrauß mehr als verdient. Da habe ich noch nicht über ihren Einsatz für die jährlichen Adventskonzerte in der Ratswaage seit 12 Jahren, über die wiederbelebten Tanztee-Nachmittage im AMO, über preiswerte Theater- und Konzertangebote für Ältere oder ihre Mitarbeit im Seniorenbeirat geschrieben.

„Solange ich kann, werde ich mich für preiswerte kulturelle Angebote für die älteren Magdeburger einsetzen“, so Petra Schubert und nahm mit einem strahlenden Lächeln unseren Dank und den wundervollen von Blumen-Bienert gebundenen Strauß entgegen.

Die Redaktion des Kurier hat schon viele ehrenamtlich Engagierte gewürdigt, die auf diese Weise einen nicht unwichtigen Beitrag zu der Bewerbung Magdeburgs als Kulturhauptstadt bringen.

 

Einzigartig: Der „Magdeburger Kristall“

(Gert Sommerfeldt).  Er war ein Highlight auf der BUGA im Elbauenpark. Nun steht der eiserne Kristall als mechanisches Denkmal im Gewerbepark Mittelelbe am Glindenberger Weg. Die technisch anspruchsvolle Konstruktion auf einem 4m hohen Mast öffnet und schließt sich langsam nach einem akustischen Signal in einem Zyklus von 6,5 min.

Das wird nur möglich durch einen paradoxen Mechanismus, für den der amerikanische Architekt und Ingenieur Fuller die Grundlagen erarbeitete und der österreichische Mechanik- Professor Wohlhart mehrere Varianten vorlegte. Der Betrachter blickt auf 24 gleichschenklige metallene Dreiecke, die über 36 spezielle Drehgelenke von höchster Genauigkeit miteinander verbunden sind. Diese bilden im geschlossenen Zustand eine Kugel mit einem Durchmesser von 2,5 Metern, im geöffneten Zustand von fast 5 Metern. Die Anlage wurde durch den Verein Magdeburger Maschinenbau konzipiert, unter Beteiligung vieler regionaler Unternehmen realisiert und 1999 als Geschenk des Vereins der BUGA übereignet. Es lohnt sich, vor diesem Magdeburger Kristall im Norden unserer Stadt zu verweilen, um diese weltweit einzigartige und einmalige Installation mit ihrer magischen Bewegung zu betrachten.

Bunte Falter im Elbauenpark

(Gert Sommerfeldt).  Sie heißen Idea leuconoe oder Papilio rumanzovia und sind Einwanderer. Sie kamen mit der Post aus England und sind im Elbauenpark gern gesehene Gäste. Schmetterlinge mit klingenden Namen wie die giftige Baumnymphe, der Scharlachrote Ritter oder der Atlasseidenspinner zeigen ihre Flugkünste. Ihre eigentliche Heimat ist Südostasien, Südamerika oder Afrika. 200 Exoten in 25 verschiedenen Arten tummeln sich zeitweise im gläsernen Schmetterlingshaus, tanken Energie in feucht-schwüler Umgebung, flattern zwischen dem üppigen Grün der tropischen Pflanzenwelt.

Gern lassen sie sich vom Betreuer Uwe Frömert mit Obststücken und selbst gemixtem Nektar verwöhnen, der auch einen Schuss Alkohol enthalten kann. Dieser entsteht in der freien Natur als Gärungsprodukt von abgefallenem Obst und ist damit auch für Falter besonders anlockend.

Die schillernde Pracht der bunten Flattertiere entsteht eigentlich durch Lichtbrechung an ihren hornigen Flügelschuppen, die wie Ziegel eines Daches aufliegen. Ihr Leben ist mit ca. 4 bis 20 Tagen recht kurz und endet mit dem Eierlegen. Die Züchter in England versorgen den Elbauenpark wöchentlich mit Puppen, aus denen dann die Falter schlüpfen. In einem Brutschrank ist das gut zu beobachten, wenn nach und nach in die über 100 Puppen Bewegung kommt, ein neuer Falter schlüpft und sich dann erst einmal eine Ruhepause zum Flügeltrocknen gönnt. Und dann geht es auf zum ersten elfenhaften Flug in die grüne Umgebung, vorbei an Glasvitrinen, in denen die gut getarnten Gespenstschrecken und die grünen Geckos auf eine leckere Mahlzeit warten. Auf die Farben von Blüten orientiert, kommt es schon mal vor, dass ein Falter die rote Hibiskusblüte verfehlt und dafür auf einem roten Pullover oder in rötlichen Haaren der Besucher aufsetzt. Einige handtellergroße Nachtfalter ruhen tagsüber, nehmen keine Nahrung auf, da sie aus dem Raupenstadium genügend mit Energie versorgt wurden. Sie sind dann gut zwischen den tropischen Pflanzen zu beobachten.

Zu jeder Jahreszeit im Elbauenpark sehenswert – der Flug der vielen schillernden Nektar-Vampire. Erläuternde Hinweise informieren über ihren Lebenszyklus vom Ei über die Raupe bis zum flatternden Schmetterling.

Löwen, Adler, Lämmer… – Magdeburger Hauszeichen

(Gert Sommerfeldt).  Mit teilweise fantasievollen Hauszeichen machten einst die Besitzer darauf aufmerksam, dass hier gebrautes Bier im Angebot sei. Dem einen mundete es pur, während den ärmeren das leichte Gebräu mit Kleie versetzt als tägliche Nahrung diente. Von den einigen hundert Symbolen sind nur wenige nach 1945 aus dem Schutt  geborgen worden. Im 17. Jhd. war es nicht so einfach, sich für eine bestimmte Kneipe zu verabreden, gab es doch über die Stadt verteilt u.a. 10 Wölfe, 14 Löwen, 13 Adler und 8 Lämmer in verschiedenen Farben, auch eine Badestube „Zur nackten Magd“, die sicher regen Zuspruch fand. In Fortsetzung dieser Tradition gestaltete der Bildhauer Wolfgang Roßdeutscher 1989 als Kunst am Bau eine gemauerte Stele aus Klinkern mit 11 Motiven in Keramik, die derben Humor und stark muskulöse Menschen darstellen,  immer im Adamskostüm in verschiedenen Posen.

Zwar hat die Stele an der Krügerbrücke keinen Bezug zu einem ehemaligen Standort, trotzdem sollte man einen Blick darauf werfen: auf den Trompeter am Fenster, den roten Löwen am Boden liegend,  die Kapelle beim Bauerntanz, das bunte Lämmchen als eine Frau auf dem halb gedeckten Tisch liegend, das goldene Hufeisen mit einem Gehörnten, sowie auf die Bouteille, eine Weinflasche auf einer umrankten Stele und weitere 5 Keramiken.

Diagnoseverfahren: Das Elektrokardiogramm (EKG)

Diagnoseverfahren: Das Elektrokardiogramm (EKG)

(Dr. Christl Korb). Der englische Physiologe Augustus Desiré Wailer hat 1882 bei seinem Hund das erste Elektrokardiogramm ( EKG) abgeleitet. Der niederländische Arzt Willem Einthoven verbesserte die Technik und schuf die theoretischen Grundlagen zum Lesen des EKG´s.  Er erhielt 1924 für seine bahnbrechende Leistung den Medizin-Nobelpreis.

Das EKG zeichnet die elektrischen Aktivitäten aller Herzmuskelfasern auf und stellt sie   grafisch dar. Ausgangspunkt jeder elektrischen Erregung im Herzen ist im Sinusknoten im rechten Vorhof.  Der von hier ausgehende Impuls pflanzt sich über das Erregungsleitungssystem fort. Zuerst werden die Herzvorhöfe erregt, dann die Herzmuskelzellen der Kammern. Anschließend bildet sich die Erregung zurück. Bei jedem Herzschlag wiederholt sich das gleiche Bild der elektrischen Herzaktion. Die entstehenden Spannungsänderungen am Herzen werden bis zur Körperoberfläche weitergeleitet. Hier können sie mit Hilfe von Elektroden erfasst werden. Das EKG-Gerät verstärkt die sehr schwachen Signale und stellt sie als EKG – Kurve dar. Diese lässt sich in verschiedene Abschnitte einteilen, denen jeweils ein ganz bestimmter Vorgang im Herzen zugrunde liegt.  Aus dem zeitlichen Ablauf der elektrischen Erregung des Herzens kann der Arzt wichtige Informationen über die Funktion des Organs gewinnen. Das EKG liefert Hinweise auf verschiedenste Herzerkrankungen (Herzrhythmusstörungen, Herzmuskelentzündung, Herzinfarkt). Es liefert auch Hinweise auf eine Verdickung der Herzmuskeln, auf eine abnorme Belastung der rechten oder linken Herzkammer, auf Elektrolytstörungen und unerwünschte Arzneimittelwirkungen.

In der Kardiologie gibt es neben dem Standard-EKG eine Vielzahl weiterer Verfahren, unter anderem das Ruhe-, Belastungs-, und das Langzeit-EKG. Beim Ösophagus-EKG wird eine Ableitelektrode in die Speiseröhre eingeführt und das EKG abgeleitet. Es ist aber auch eine Ableitung direkt aus dem Herzen möglich. Das EKG gehört zur Routineuntersuchungen, die bei Herzbeschwerden durchgeführt wird.